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Wurzelschutz für Bäume

Wurzelschutz! Einen Baum vor der Wühlmaus sicher pflanzen ist das Thema von diesem Video, weitere Befplanzungen haben wir hier gezeigt: Video. Die Angriffe der Wühlmaus wollen wir konstruktiv bekämpfen. Wir nutzen verzinkten Draht, der hält etwas länger. Für den Verbiss-schutz sind 25 mm (üblicher Kaninchendraht) ok, aber als Wurzelschutz nehmen wir den kleineren

Materialauswahl

Für den Wurzelschutz verwenden wir 13 mm Maschenweite und Draht zum vernähen. Die Rollenbreite ist bei einem Meter, das passt. Wir fertigen ein paar mehr Körbe und haben für alle einen Durchmesser von 50 cm. Die Länge sind bei uns 160 cm, das passt rechnerisch ganz gut.

Materialliste:
Kaninchendraht
Wickeldraht

Wollt ihr einen Wurzelschutz in einem anderen Durchmesser bauen ist das auch kein Problem: Einfach den Durchmesser x π (Pi, also 3,14) rechnen. Wir geben noch ein paar cm dazu, dann passt es prima. Bei der Überlappung wird vernäht, fertig ist der Zylinder.

Warum kein Korb? Wurzelschutz als Zylinder

Die Wühlmaus buddelt wohl nicht tiefer als 50 cm, daher braucht es weiter unten keinen Schutz. Die Tiefe des Lochs sollte dann 75 cm haben, damit noch 25 oben raus schauen. Gerade Tiefwurzler können so ungehindert in die Tiefe wachsen.

Der Baum aus dem Video

Die veredelte Walnuss Sorte Scheinovo bekommt einen großen Platz, solitär gepflanzt und ein Bokashidepot in den Tiefen geben ihm hoffentlich einen guten Platz und er fühlt sich willkommen.

Gießrand und Absacken lassen

Die Erde sackt natürlich noch ab. Antreten bitte nur vorsichtig, noch besser ist Geduld und länger gießen. Auch an regnerischen Tagen darf das Angießen sein, die Hohlräume werden geschlossen. Nach dem Absacken kommt nochmal Erde drauf.

Gitter klappen, Wurzelschutz von oben

Vom Gitter sollten 25 cm abstehen, damit wir die noch gut falten können (bei einem Durchmesser von 50 cm). Nach dem zusammen klappen vernähen wir auch den oberen Bereich noch, damit da keine gefährlichen Lücken entstehen. Nochmal Erde drüber und dann Gras wachsen. Wenn der Rasenmäher drüber düst soll er ja nicht am Gitter hängen bleiben. Und wenn eine Wühlmaus sich reinbuddeln will, soll sie direkt sehen es klappt nicht. Die Wurzeln sind im Zylinder geschützt, wir freuen uns auf die Ernte – später mal ; )

Was die Wühlmaus nicht mag

Abgesehen von Menschengerüchen konnten wir auf dem Testbeet bereits feststellen, dass sie kein großer Freund von Radieschen ist. Vielleicht wäre das noch eine gute Unterpflanzung für Bäume, die einem besonders wertvoll sind.

Unser Video zum Bau des Schutzes haben wir hier für euch geteilt. Wir wünschen euch gesunde Bäume und viel Freude im Garten

Bäume und Sträucher pflanzen

Bäume und Sträucher braucht der Hof. Deswegen haben wir über 100 Stück in die Erde gebracht und da waren nur zwei Obstbäume dabei. Alles andere waren Nadel- und Laubbäume, Wildgehölz und Sträucher. Wir listen weiter unten auf, was wir gesetzt haben. So haben wir eine feine Doku und können selbst schauen was sich in den nächsten Jahren gut, nicht so gut oder ganz wunderbar gemacht hat.

Was braucht es für eine solche Aktion?

Ruhe bewahren! Erstmal haben wir geschaut wie viel Strecke wollen wir bepflanzen? Welche Pflanzen eignen sich überhaupt? Was muss dabei beachtet werden? Welche wären für Pferde giftig? Welche Sorten machen Sinn für die Ernte von Wildobst? Darf es noch etwas besonderes sein? Wie viel können wir überhaupt kaufen? Welche Kosten kommen außer den Pflanzen noch auf uns zu? Ihr seht schon Fragen über Fragen! Mit Gemüse sind wir erfahren, aber Wildobsthecken? Bäume? Nur im Ansatz, also ab ans Projekt!

  1. Die Zeit ist wichtig
    Wurzelnackte Pflanzen gibt es ab Oktober/November bei den Baumschulen und Anbietern, diese müssen recht flott in die Erde, sind aber auch günstiger und machen so ein Projekt dann überhaupt möglich. Außerdem sollten die Bäume und Sträucher möglichst keine oder nur noch wenige Blätter dran haben, außer es ist Containerware (also eine Pflanze im Topf). Und die Zeit ist wichtig, die es braucht, damit wir alle gepflanzt bekommen. Es ist echt nicht zu unterschätzen! Wir haben es geschafft, aber wir haben auch alle echt geklotzt! Toll war es!
  2. Wie viele Bäume und Sträucher braucht es überhaupt?
    Erstmal haben wir geschaut wie viel Fläche wollen wir bepflanzen und wie? Hier ist natürlich der Pflanzabstand wichtig. Solitär (also einzeln und allein) stehende Pflanzen brauchen viel Platz, wie zum Beispiel der Walnussbaum, eine Hecke wird enger gesetzt. Wir haben bei der Hecke 2 Meter von Pflanze zu Pflanze eingerechnet, das war das Maß für den Bagger. Die Bäume auf dem anderen Bereich haben mehr Abstand bekommen, da waren es zwischen 3,5 und 4,5 Metern. Und die zweite Reiche wurde im Zickzack versetzt gepflanzt. So kann der Axel noch gut zwischen den Pflanzen mulchen und pflegen, das ist für uns und die weitere Handhabe wichtig. Eine Salix meint eine Weide. Vielleicht wäre das ein schönes MemoSpiel für Förster und Galas (GartenlandschaftsbauerInnen) in der Ausbildung.
  3. Nicht unterkriegen lassen vom Latein
    Und dann haben wir Bäume ausgesucht und was steht dann im Angebot? Alles auf Latein, echt jetzt? Ach herrje. So lernt man dann ein wenig Gärtnerlatein. Die Galabauer, Förster und Staudengärtner wussten vor Ort natürlich Bescheid. Wir aber nicht. Das heißt direkt beim Angebot der Baumschule hieß es übersetzen. Ausdrucken und alles eingeben und dann daneben schreiben. War aber spannend, ein bisschen wie eine neue Sprache. An den Bäumen vor Ort haben wir wo es unbedingt nötig war Beschriftungen angebracht, sonst hätte das Sortieren und Einteilen noch länger gedauert, auch mit gezeichnetem Plan, der war dringend nötig.
  4. Welche sollen es sein?
    Schlussendlich ist es eine bunte Mischung geworden. Bei den Bäumen wollten wir welche haben die Laub abwerfen, aber auch Nadelbäume sollten dabei sein. Sichtschutz und Lebensraum soll entstehen. Bei der Wildobsthecke ist es eine echt bunte Mischung geworden. Vor allem sollten es auch für uns beerntbare sein. Daher ist von Kornel, über Hasel zu Sanddorn fast alles dabei. Die Pflanzen mit besonders schöner Herbstfärbung haben wir in Richtung Terrasse gepflanzt. Und wir hoffen es wird eine bunte Mischung. Besondere Bäume durften es minimal auch sein, die gibt es regulär nicht als wurzelnackt und eine veredelte Walnuss kostet eben ein bisschen mehr. Aber die fleißige Oma hat sich’s gewünscht, also bekommt sie es auch. Und was machen wir nun?
  5. Können wir noch Pflanzen von woanders herbekommen?
    Nach den ersten Angeboten war klar, das wird so nichts. Wir können das nicht alles bezahlen. In der Menge geht das ganze echt ins Geld (es war so schon ein mehrwöchiger Urlaub …) – Aber! Was können wir besseres machen als Bäume und Sträucher für die Zukunft setzen? Für uns fühlt es sich gut an. Daher sind wir total dankbar für jedes passende Pflänzlein, dass aus dem Bekanntenkreis noch dazu kam. Holunder, Hasel, Hartriegel, Rotdorn, Hagebutte und sogar Olive und Apfel waren bei den Pflanzspenden dabei. Obstgehölze werden das nächste Projekt, aber wir denken, dass wir das erst nächstes Jahr angehen können, sonst sprengt es jegliche Dimensionen. Wir wünschen uns passende, qualitative und alte bewährte Sorten in unseren Garten zu holen, dazu ein paar neue Finessen – das wäre toll – das hat noch Zeit. Wenn ihr da noch einen guten Tipp habt zum Thema Obstgehölz auf dem GGK-Hof, schreibt uns gerne Email.
  6. Welche Besonderheiten sollen es sein?
    Wir haben uns reduziert! Es war die angesprochene Walnuss, die besondere Kornelkirsche und die beiden essbaren Kastanien. Daran konnte ich nicht vorbei gehen, die habe ich mir schon so lange gewünscht. Dann kam noch der David und brachte nicht nur noch Pflanzen von sich und uns sondern auch noch einen Apfelbaum und einen Olivenbaum mit. Letztere steht geschützt und wir sind gespannt. Das bunte Kleid aus dem Video sieht nicht nur hübsch und bunt aus, es ist sogar sehr bequem und gefällig. Hier kommt es her.
  7. Wie läuft das mit dem Bagger?
    Ohne Bagger hätten wir noch ein paar Wikinger Gartenbuddler mehr sein müssen und es war so schon aufregend. Der kleine Bagger und der Gärtner Jörn – ein großer Segen für uns! Der Bagger konnte viel schneller und effektiver Löcher buddeln, das war schon echt gut. Würden wir immer wieder so machen. Allerdings muss man ihn mieten – das war hier bei unserem Projekt insgesamt sinnvoll!
  8. Es soll regnen, muss ich Gießen?
    Ja! Unbdingt! Denn das Gießen hat die Aufgabe die Hohlräume zu schließen. Und das klappt am besten mit viel Wasser und einem Gießrand um die Pflanze herum. Mit dem Gartenschlauch und über 100 Bäumen und Sträuchern waren wir da schon beschäftigt. Aber nur Pflanzen in die Erde setzten ist es nicht. Pflegen und im Auge halten ist auch nötig.
  9. Schützen was uns lieb ist (oder besonders wertvoll)
    Das ist dann der nächste wichtige Aspekt. Gibt es Wühlmäuse? Braucht es Schutz in der Erde? Gibt es Rehe, braucht es Verbissschutz? Können wir den fertig bekommen oder bauen wir das selbst? Dazu wird noch ein eigenes Video bei uns kommen. So viel sei gesagt, ja! Das Thema ist wichtig.
  10. Geduld, sie brauchen Zeit zum Wachsen
    Da haben wir nun so viel gebuddelt und wir sehen nur Pinne, kleine Pflänzchen, hier und da etwas größer, gut eingepackt! Wir freuen uns jetzt schon auf die Ansicht in fünf Jahren. Wie sehr sie alle gewachsen sind. Hoffentlich wachsen möglichst viele an und kommen mit den Bedingungen zurecht.
  11. Diese Bäume und Sträucher sind es geworden
    (in mehrfachen Ausführungen)

    Amelanchier lamarckii, Kupferfelsenbirne
    Amelanchier rotundifolia, gemeine Felsenbirne
    Aronia melanocarpa, Aronia
    Berberis thunbergii ‘Orange Sunrise’
    Cornus mas ‘Vraca Kastel’ 2x
    Cornus mas Jolico, Kornelkirsche
    Cornus mas Shan
    diverse andere Kornelkirschen
    Corylus avellana, Haselnuss
    diverse andere Hasel
    Crataegus laevigata ‘Paul’s Scarlet’ Weißdorn
    Crataegus monogyna
    Euonymus europaeus, Pfaffenhütchen
    Euonymus europaeus ‘Red Cascade’
    Hippophae rhamnoides, Sandorn
    Hippophae rhamnoides ‘Pollmix’
    Malus sylvestris, Wildapfel
    Prunus spinosa, Schlehe
    Rosa canina
    Rosa villosa
    Salix alba ‘Liempde’
    Salix viminalis, Korbweide
    Sorbus aucuparia, Eberesche
    Rosa PiRo3
    diverse Hagebutten
    Corylus av.’Halle’sche Riesennuss’
    Elaeagnus multiflora Russische Ernte, Ölweide
    Pseudotsuga menziesii, Douglasie
    Picea abies, Rotfichte
    Betula pubescens, Moorbirke
    Carpinus betulus, Hainbuche/Weissbuche
    Fagus sylvatica, Rotbuche
    Pinus cembra, Zirbelkiefer
    Pinus sylvestris, Kiefer
    Rhamnus frangula, Faulbaum
    Sambucus nigra, Holunder
    Holunder in Rot
    Larix kaempfer, Lärche
    Apfelbaum
    Nashi-Baum
    Linde
    Hartriegel

    Besonderheiten:
    Juglans regia ‘Sheinovo’, Walnuss
    Castanea sativa ‘Doree de Lyon’, Esskastanie
    Olivenbaum


  12. Nach dem Projekt ist vor dem Projekt
    Wir haben definitiv jetzt schon festgestellt, dass es absolut verständlich ist wenn wir Landwirte auf Rädern sehen. Diese Strecken zu Fuß halten schon auf. Mal eben den Spaten vergessen bekommt eine neue Dimension! Vielleicht werden wir Fahrräder, Roller und Skateboards nutzen, mal sehen! Vor allem werden wir eine Art Gießwagen bauen, damit wir das Wassermanagement schaffen.
  13. Dankbarkeit
    Sind die ersten Pflanzen ausgesucht, wird schnell klar, dass es mehr sein müssen und wir Hilfe brauchten. Einige Sträucher haben wir im alten Garten ausgebuddelt und vorher schon in Töpfen gehegt (Kornelkirschen, Hasel und co.). Daher einen großen Dank nicht nur an Jörn, David und Johanna sondern auch an Jürgen, Anni, Sarah und Britta. Vielen lieben Dank!

Schaut euch gern das Video zu unserer Wahnsinnsaktion an. Über 100 Bäume und Sträucher haben wir in 4 Tagen versenkt. Wir wünschen euch viel Spaß und wir hoffen ihr pflanzt dieses Jahr auch noch mindestens einen Baum oder Strauch ; )