Rote Bete anbauen: ab April direkt säen, auf Handbreite vereinzeln, von Juli bis zum Frost ernten

Inhaltsverzeichnis

Rote Bete ist das Gemüse, mit dem Gärtnern mit Kindern am besten funktioniert: große Körner, die man einzeln legen kann, Keimlinge mit roten Stielen, die man nicht verwechselt, und Knollen, die man einfach aus der Erde zieht, wenn sie faustgroß sind. Sie braucht keine Anzucht, keine volle Sonne und keinen Dünger, nur Platz zwischen den Pflanzen und gleichmäßig Wasser. Hier steht, wie wir Rote Bete anbauen, wann Vereinzeln reicht und wann Pikieren besser ist, warum wir nicht vor April ins Freiland säen, wie die Knollen bis März im Sand halten und was die gelbe, weiße und geringelte Bete anders macht als die rote.

Eine Rote-Bete-Pflanze mit roten Blattstielen im gemulchten Beet, die Knolle schaut aus der Erde
Juli: Die Knolle schiebt sich aus der Erde, die Blätter sind längst im Salat.

Rote Bete auf einen Blick

AussaatApril bis Juli direkt ins Beet, Januar und Februar im Haus für Gewächshaus und Frühbeet
Saattiefe2 bis 3 cm, ein Korn alle 5 cm, rund 20 Korn je Meter
Bodentemperatur zum Keimen15 bis 20 °C, Keimdauer ein bis zwei, höchstens drei Wochen
Pikierenoptional: direkt gesät wird vereinzelt, vorgezogen wird pikiert
AbstandReihen 30 cm, in der Reihe 5 bis 10 cm
Kulturdauerrund 12 Wochen, als Baby Beets früher
ErnteMitte Juli bis Ende Oktober, bei Bedarf bis zu den ersten leichten Frösten
Standortsonnig bis halbschattig, lockerer Boden, nicht zu nass
NährstoffbedarfMittelzehrer, Kompost vor der Aussaat, keine Nachdüngung
FrostJungpflanzen nicht, sie schießen danach. Reife Knollen vertragen leichte Fröste
Saatgutmenge2,5 g sind rund 140 Pflanzen, die bunten Sorten 1,5 bis 2 g für 75 bis 100 Pflanzen

Rote, gelbe, weiße und geringelte Bete

Rote Bete, Rote Rübe, Rande, alles dieselbe Pflanze, und sie muss nicht rot sein. Unsere Rote Bete Gesche ist der Klassiker: dunkelrot, fruchtig und mild, mit kräftigem Laub, das als Blattgemüse genauso gut ist wie Mangold, und gut lagerfähig. Die Ringel Bete Tondo di Chioggia zeigt im Querschnitt rot-weiße Ringe, schmeckt besonders fein und süß und ist dünn gehobelt als Carpaccio ein Hingucker. Die Gelbe Bete Wintersonne ist außen orange, innen leuchtend gelb, mild und ohne den erdigen Ton der roten. Die Weiße Bete ist die süßeste und mildeste von allen, ideal roh, und sie färbt in der Küche nicht ab. Alle vier wachsen gleich, zusammen ergeben sie ein buntes Rübengemüse. Die Bete ist übrigens mit dem Mangold verwandt, was beim Beetwechsel wichtig wird.

Aussaat: ab April direkt ins Beet, ab Januar fürs Gewächshaus

Die reguläre Aussaat beginnt im April und geht bis Ende Juni, in manchen Jahren auch noch Anfang Juli, immer direkt ins Beet. Wer früher ernten will oder dessen Beete im Frühjahr noch nicht fertig sind, zieht ab Januar oder Februar im Haus vor und pflanzt ins Gewächshaus oder Frühbeet, dann gibt es ab Mai die ersten Knollen. Das Beet bekommt vorher Kompost, mehr braucht die Rote Bete als Mittelzehrer nicht, nachgedüngt wird nie. Die Körner sind groß genug, um sie einzeln zu legen: 2 bis 3 cm tief, alle fünf Zentimeter eines, in Reihen mit 30 cm Abstand, dann angießen. Bei 15 bis 20 °C laufen sie in ein bis zwei Wochen auf, bei kühlem Wetter dauert es drei. Eine Besonderheit kennen viele nicht: Jedes Korn ist ein kleines Knäuel aus mehreren Samen, aus dem zwei bis vier Keimlinge kommen. Deshalb muss nach dem Auflaufen vereinzelt werden, und deshalb sät man lieber dünn.

Vor April säen wir nicht ins Freiland. Bekommt eine junge Pflanze nach dem Auflaufen noch einmal richtigen Frost ab, schießt sie später in die Blüte und bildet keine Knolle. Wer früher dran ist, deckt mit Vlies ab, die sichere Variante ist der April. Und eine versetzte Aussaat wie bei Salat ist nicht nötig: Rote Bete bleibt im Beet stehen und wird nach Bedarf geerntet.

Vereinzeln oder pikieren, und wie tief?

Das ist die Frage, die uns am häufigsten gestellt wird. Wer direkt ins Beet sät, pikiert nicht, sondern vereinzelt: Sobald die Keimlinge das erste richtige Blatt haben, bleibt alle 5 bis 10 cm die kräftigste Pflanze stehen, der Rest wird gezogen und wandert als Baby-Leaf in den Salat. Stehen sie enger, bleiben die Knollen klein, das Prinzip ist dasselbe wie bei Möhren. Wer im Haus vorzieht, pikiert die Keimlinge aus der Saatschale in Quickpots oder Töpfchen, und dabei dürfen sie etwas tiefer gesetzt werden als sie standen, bis knapp unter die Keimblätter, dann stehen die oft langen Keimlinge stabil. Nach etwa vier Wochen kommen die Jungpflanzen ins Beet, an einem feuchten, bedeckten Tag und so tief wie im Topf, nicht tiefer, denn die Knolle wächst halb über der Erde. Wer die mehrfachen Keimlinge aus dem Knäuel beim Pikieren vorsichtig trennt, hat aus einem Korn gleich drei Pflanzen.

Jen steht im Gewächshaus zwischen Beeten und hält eine junge Rote Bete mit Laub in der Hand
Anfang Juni im Gewächshaus: die erste Bete der Januar-Aussaat.

Pflege: gleichmäßig feucht, nicht nass

Rote Bete mag es gleichmäßig feucht, aber nicht nass. Steht sie zu nass, macht sie viel Blatt und wenig Knolle, steht sie zu trocken, bleiben die Knollen klein und werden unförmig. Deshalb mulchen wir die Reihen mit Grasschnitt oder Stroh, sobald die Pflanzen vereinzelt sind, und gießen in Trockenphasen. Wer düngen will, gibt eine verdünnte Beinwelljauche, mehr nicht, zu viel Stickstoff gibt Blätter statt Knollen. Volle Sonne braucht die Bete nicht, Halbschatten reicht ihr, und das Hochbeet mag sie besonders. Die Blätter dürfen nebenbei geerntet werden, immer nur ein paar äußere je Pflanze, blanchiert oder jung im Salat schmecken sie wie Mangold.

Gute Nachbarn und Fruchtfolge

Rote Bete steht gern bei Knoblauch, Zwiebeln, Gurken, Salat, Kohl und Kräutern wie Dill, und im Windschutz von Erbsen und Kohl gedeiht sie besonders gut, deshalb ist sie in unserem Mischkulturset mit Blütenkohl und Zuckererbsen. Nicht neben Kartoffeln, Mais, Spinat und Mangold. Die beiden letzten sind ihre Verwandten, und nach ihnen sollte die Bete auch nicht ins selbe Beet, drei bis vier Jahre Pause für die ganze Familie. Als Nachkultur passt sie im Juni auf jedes Beet, das Erbsen oder Frühkartoffeln freigegeben haben.

Ernte: ab Juli, die jungen zuerst

Drei bis vier Monate nach der Aussaat, ab Mitte Juli, sind die ersten Knollen so groß wie ein Tennisball, und die schmecken am besten: zart, mild, fast süß. Wir ziehen sie am Laub aus der Erde, drehen die Blätter ab, statt sie abzuschneiden, dann blutet die Knolle nicht aus, und lassen die anderen weiterwachsen. Das geht bis Ende Oktober, und weil Rote Bete leichte Fröste verträgt, auch darüber hinaus, nach Bedarf. Erst wenn starker Frost angesagt ist, wird alles geerntet. Krankheiten an den Blättern, die im Spätsommer kommen, sind kein Grund zur Sorge, die Knolle bleibt verwendbar.

Eine aufgeschnittene Ringel-Bete mit rot-weißen Ringen und eine ganze rote Knolle mit Laub zwischen grünen Blättern
Ringel-Bete Tondo di Chioggia: die Ringe zeigen sich erst beim Anschnitt.

Lagern: Sand, Miete oder Hochbeet

Für den Winter ernten wir die Knollen vor den starken Frösten, drehen das Laub ab, lassen die Erde dran und schichten sie in Kisten mit feuchtem Sand, die bei uns in der alten Deele stehen, kühl und dunkel bei null bis vier Grad. So halten sie bis März. Wer keinen Keller hat, legt eine kleine Miete an oder macht es wie wir im Hochbeet: Die Knollen werden dort einfach unter der Erde eingebuddelt und den Winter über nach Bedarf herausgeholt. In milden Gegenden bleibt die Bete unter einer dicken Mulchschicht auch gleich im Beet stehen, wie Pastinaken und Schwarzwurzeln.

In der Küche

Damit die Bete beim Garen nicht ausblutet, kommt sie mit Schale in eine geschlossene ofenfeste Form, der Boden fingerbreit mit Wasser bedeckt, und wird im Ofen weich gegart. Heiß unter kaltem Wasser lässt sich die Schale dann mit den Händen abstreifen. Gekocht ist sie weich und mild, roh und fein geraspelt kommt sie mit Erdbeeren und Banane in den Smoothie, eine Farbe, die kein Kind vergisst. Dazu Carpaccio mit Kürbiskernöl, Borschtsch, Chutney, Brownies, rosa Nudeln oder Rote-Bete-Chips. Mit Feldsalat und Feigen oder in unserem Radicchio-Salat ist sie der Partner, der die Bitterkeit auffängt. Rote Bete liefert Folsäure, Kalium, Eisen und Nitrat, dem eine blutdrucksenkende Wirkung nachgesagt wird.

Gewürfelte und halbierte Rote Bete auf einem Holzbrett, daneben eine ganze Knolle mit Laub
Gewürfelt für den Ofen: Rote Bete färbt alles, auch das Brett.

Typische Probleme und was dahintersteckt

Die Pflanzen schießen

Frost auf die Jungpflanzen oder zu früh gesät. Nicht vor April ins Freiland, Vlies bereithalten.

Viel Blatt, kleine Knollen

Zu nass oder zu viel Stickstoff. Weniger gießen, nicht nachdüngen, mulchen statt wässern.

Kleine, unförmige Knollen

Zu eng oder zu trocken. Auf 5 bis 10 cm vereinzeln, gleichmäßig feucht halten.

Schwarze, trockene Stellen im Herz

Herz- und Trockenfäule durch Bormangel, oft auf gekalkten Böden. Kompost geben, nicht kalken, gleichmäßig gießen.

Flecken und Gänge in den Blättern

Blattflecken oder die Rübenfliege. Befallene Blätter entfernen, die Knolle bleibt gesund.

Die Knollen faulen im Lager

Verletzt, zu feucht oder zu warm gelagert. Laub abdrehen, nicht waschen, Sand nur leicht feucht, null bis vier Grad.

Unsere Sorten

Alle samenfest und bio, alle mit derselben Kultur.

Alle Wurzeln und Knollen findest du in der Kategorie Wurzelgemüse, die Aussaatzeiten im Aussaatkalender. Warum wir nur samenfestes Saatgut führen, steht im Ratgeber.

Mehr zur Roten Bete

Häufige Fragen

Wann Rote Bete säen?

April bis Juli direkt ins Beet. Für eine frühe Ernte im Gewächshaus ab Januar im Haus vorziehen. Nicht früher ins Freiland, sonst schießt sie.

Wie tief und mit welchem Abstand?

2 bis 3 cm tief, Reihen 30 cm, in der Reihe nach dem Vereinzeln 5 bis 10 cm.

Muss man Rote Bete pikieren?

Nein. Direkt gesät wird nur vereinzelt. Vorgezogene Keimlinge werden pikiert, sobald das erste richtige Blatt da ist.

Rote Bete beim Pikieren tiefer setzen?

Ja, bis knapp unter die Keimblätter, dann stehen die langen Keimlinge stabil. Beim Pflanzen ins Beet aber nur so tief wie im Topf.

Wann Rote Bete vereinzeln?

Sobald das erste echte Blatt da ist. Aus jedem Korn kommen zwei bis vier Keimlinge, es bleibt die kräftigste alle 5 bis 10 cm.

Wie lange bis zur Ernte?

Rund zwölf Wochen, als Baby Beets früher. Die April-Aussaat gibt ab Mitte Juli die ersten Knollen.

Verträgt Rote Bete Frost?

Reife Knollen leichte Fröste, Jungpflanzen nicht. Vor starkem Frost ernten und einlagern.

Wie lagere ich Rote Bete?

Laub abdrehen, mit Erde in feuchtem Sand bei null bis vier Grad, oder im Hochbeet eingebuddelt. So hält sie bis März.

Wächst Rote Bete im Hochbeet oder Topf?

Im Hochbeet sehr gut, auch im Halbschatten. Im Topf ab 20 cm Tiefe, gleichmäßig feucht.

Kann man die Blätter essen?

Ja, jung im Salat oder blanchiert wie Mangold. Immer nur ein paar äußere Blätter je Pflanze nehmen.

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