Was kann man im Oktober noch säen? Mehr, als viele denken. Während draußen der goldene Oktober leuchtet und Tagetes und Ringelblumen noch blühen, kommen bei uns acht Gemüse in die Erde – damit es den ganzen Winter über frischen Salat gibt. Und weil ihr es euch gewünscht habt, zeigen wir dir dazu, wie aus einem geschossenen Salat neues Saatgut wird.
Aussaat im Oktober auf einen Blick
| Gemüse | Wo im Oktober | Saattiefe | Keimtemperatur |
|---|---|---|---|
| Feldsalat | Freiland, Anfang Oktober | 1 cm | 10–15 °C |
| Asiasalat (Tokyo, Mizuna, Moutarde) | Freiland | 1–2 cm | 10–20 °C |
| Winterkresse | Freiland | 0,5 cm | 10–20 °C |
| Postelein | geschützt | 1 cm | 4–10 °C |
| Spinat spät | geschützt | 3 cm | – |
| Blattsalate (Batavia, Eichblatt, Lollo, Lattich, Wintersalat) | geschützt | höchstens 0,3 cm | 10–16 °C |
| Radieschen und Eiszapfen | geschützt, Direktsaat | 1 cm | 6–18 °C |
| Wintererbse | Freiland, direkt ins Beet | 3–4 cm | 5–20 °C |
Dazu werden im Oktober Knoblauch und Wintersteckzwiebeln gesteckt. Alle Aussaaten des Monats findest du gesammelt unter Aussaat im Oktober.
Im Freiland säen: Feldsalat, Asiasalat und Winterkresse
Anfang Oktober geht im Freiland noch einiges. Wer noch keinen Feldsalat hat, kann ihn jetzt aussäen. Genauso Asiasalate und die Winterkresse. Bei uns sind sie schon gesät und stehen als Jungpflanzen bereit. Wenn du im Hochbeet noch Platz hast, ist das eine gute Möglichkeit, sie unterzubringen.
Im Gewächshaus säen: Postelein, Spinat und Blattsalate
Im geschützten Bereich, also im Gewächshaus, Folientunnel oder Geodom, kannst du jetzt noch gut säen und später auch dort pflanzen. Dazu gehören Postelein und Spinat, aber auch Blattsalate wie Batavia, roter Eichblattsalat oder die verschiedenen Lollos, Lollo Rossa und Lollo Bionda.
Besonders schön im Gewächshaus ist eine Schnittsalat-Mischung. Dann gehst du im Winter einfach mit der Schere durch und erntest dir eine bunte Salatbowl. Wie du Salate vorziehst, pikierst und pflegst, steht ausführlich in unserem Lexikon-Eintrag Salat anbauen, mehr zum Spinat unter Spinat anbauen.
Knoblauch und Wintersteckzwiebeln im Oktober stecken

Der Oktober ist der Monat für Pflanzknoblauch und Wintersteckzwiebeln. In milden Gegenden – wie an unserem alten Standort – geht das sogar noch im November und Dezember, solange es nicht friert. Unsere Wintersteckzwiebeln waren dieses Jahr riesig und richtig köstlich. Wenn du sie noch nicht kennst: unbedingt ausprobieren.
Wie tief, mit welchem Abstand und wann du erntest, erklären wir Schritt für Schritt unter Knoblauch anbauen und Zwiebeln anbauen.
Radieschen und Eiszapfen: schnell gesät, roh oder gebraten
Im geschützten Bereich säen wir jetzt noch Radieschen und Eiszapfen direkt ins Beet. Sie wachsen schnell. Wer es nicht so scharf mag, erhitzt sie kurz in der Pfanne – dann sind sie deutlich milder. Roh mit einem guten Dressing bekommst du dagegen den vollen Schärfekick. Alles Weitere steht unter Radieschen anbauen.
Wintererbse säen: Gründüngung oder Zuckerschoten im Frühjahr
Direkt ins Freilandbeet kommt jetzt noch die Wintererbse – mit zwei Möglichkeiten. Als Gründüngung sorgt sie dafür, dass das Beet über den Winter nicht nackt liegt, und verbessert den Boden. Oder du lässt sie bis zum Frühjahr stehen und erntest die Schoten wie Zuckerschoten. Das dauert etwas länger, aber du hast beides: bedeckten Boden und eine frühe Ernte. Weitere Pflanzen für den Winterboden findest du bei den Gründüngern.
Jungpflanzen setzen: Was Feldsalat, Postelein und Asiasalat brauchen
Am Anzuchttisch wird es im Oktober langsam leer – das Jahr neigt sich dem Ende zu. Was jetzt noch steht, kommt bald in die Beete.
Feldsalat braucht Luft, keine Nässe
Unser Feldsalat ist inzwischen schön groß. Du kannst ihn ins Freiland setzen, musst aber darauf achten, dass er über den Winter nicht zu nass steht – das mag er nicht. Im Hochbeet ist er draußen optimal aufgehoben. Wir setzen ihn geschützt, weil die Ernte mit der Schere dann leichter ist. Wichtig im Gewächshaus: Feldsalat braucht ordentlich Luftzug. Steht feuchte Wärme, fängt er an zu schimmeln.
Postelein beim Pflanzen teilen
Postelein mit seinen kleinen herzförmigen Blättern teilen wir beim Setzen in zwei oder drei Teile.
Ehrlich gesagt: Moutarde ist geschossen
Nicht alles klappt. Tokyo und Mizuna haben die letzte Wärmewelle gut überstanden, der Moutarde Rouge ist dagegen schon als kleine Jungpflanze in Blüte gegangen. Das Gute: Asiasalate kannst du im Oktober noch einmal säen. Die Winterkresse braucht dagegen immer etwas, bis sie in Gang kommt – Geduld lohnt sich.
Wintersalat: unser Favorit bis März

Batavia, Lattich und der rote Eichblattsalat sind nur mäßig winterhart. Geschützt gesetzt kannst du sie aber lange ernten. Unser absoluter Favorit ist der Wintersalat Baquieu: Ihn ernten wir bis in den März. Draußen geht er auch, er mag nur keine Nässe von oben – deshalb steht er bei uns ebenfalls im geschützten Bereich.
Salatsamen gewinnen: vom Samenträger zum Saatgut
So habt ihr Salat vielleicht noch nie gesehen: als Samenträger. Dafür lassen wir den Salat schießen – aber nicht früh und hastig, sondern später und gleichmäßig, damit er gutes Saatgut ausbildet. Die Samenträger trocknen bei uns in großen Säcken nach. Danach beginnt die eigentliche Arbeit, und die ist komplett Handarbeit.
- Dreschen: Die trockenen Samenträger werden in einer großen Schüssel kräftig ausgeklopft oder über einer Tonne mit der Hand ausgezupft.
- Erkennen: Salatsaatgut steckt in kleinen weißen Puscheln, die aussehen wie Pusteblumen. Was dabei herauskommt, wirkt wie ein Haufen Abfall – ist aber Gold wert.
- Sieben: Zuerst durch ein 3-mm-Sieb, dann durch immer feinere Siebe. Von grob nach fein wird es Schritt für Schritt gleichmäßiger, bis man die Samenkörner erkennt.
- Worfeln: Zum Schluss kommt das Saatgut in eine flache Schale und wird leicht hochgeworfen. Der Wind trägt alles Leichte davon, die schwereren Samen fallen zurück.
Was am Ende übrig bleibt, nennen wir Kaff. Unsere Pferde Mia und Lotti knabbern die Reste der Samenträger übrigens wie Chips. Warum wir auf samenfeste Sorten setzen, von denen du selbst Saatgut nehmen kannst, steht in unserem Ratgeber Samenfestes Saatgut. Unsere Tipps für die eigene Saatgutgewinnung bei anderen Gemüsearten findest du unter Eigenes Saatgut gewinnen.
10 Jahre Saatgutkalender
Der 3. Oktober ist für uns doppelt ein Feiertag: Seit zehn Jahren gibt es unseren Bio-Saatgutkalender, und der Saatgutkalender 2027 ist die zehnte Ausgabe. Sieben Saaten darin gibt es im Sortiment so nicht. Bis auf den Druck machen wir alles selbst – vor zehn Jahren habe ich die Tütchen noch mit dem Baby in der Trage von Hand beschriftet. Heute ist auch der Druck komplett ökologisch, und auf den Rückseiten stehen Rezeptkarten.
Häufige Fragen zur Aussaat im Oktober
Kann man im Oktober noch Feldsalat säen?
Ja. Anfang Oktober kannst du Feldsalat noch im Freiland säen. Achte darauf, dass er über den Winter nicht zu nass steht – im Hochbeet klappt das am besten.
Was kann man im Oktober noch ins Hochbeet säen?
Feldsalat, Asiasalate und Winterkresse. Hast du dort Platz, kannst du auch Jungpflanzen von Salaten setzen, die du schon im September vorgezogen hast.
Welcher Salat ist winterhart?
Am robustesten ist bei uns der Wintersalat, den wir bis März ernten. Batavia, Lattich und roter Eichblattsalat sind mäßig winterhart und halten geschützt im Gewächshaus oder Tunnel lange durch.
Was kann man im Gewächshaus im Oktober säen?
Postelein, Spinat, Blattsalate wie Batavia, Eichblatt und Lollo, eine Schnittsalat-Mischung sowie Radieschen und Eiszapfen in Direktsaat.
Wann steckt man Knoblauch und Wintersteckzwiebeln?
Im Oktober. In milden Lagen geht es auch noch im November und Dezember, solange es nicht friert.
Wie gewinnt man Salatsamen?
Salat schießen lassen, die Samenträger gut trocknen, dann ausklopfen, von grob nach fein sieben und zum Schluss im Wind worfeln. Das ist viel Handarbeit, aber das Ergebnis ist eigenes, samenfestes Saatgut.
Und jetzt du: Was säst du im Oktober noch aus? Und kennst du eine Geschichte zum Wort „Kaff“ – weißt du, ob das Wort für ein kleines Dorf wirklich aus der Landwirtschaft kommt? Schreib es uns in die Kommentare unter dem Video. Jeden Sonntag gibt es ein neues Video aus unserem Garten auf unserem YouTube-Kanal.


