Was kann man im November säen? Salat, Spinat, Kerbelrübe

Im November ist noch nicht Schluss: Was wir jetzt noch säen, warum die Kerbelrübe Frost braucht und was unsere Tonnen hergeben.

Inhaltsverzeichnis

Was kann man im November säen? Auch wenn es draußen stürmisch und ungemütlich wird, ist es bei uns noch nicht vorbei mit Garten und Selbstversorgung. Wir zeigen dir, was jetzt im Gewächshaus und im Freiland noch geht, säen die Kerbelrübe und schauen, was unsere Tonnen in diesem Jahr hergeben.

Aussaat im November auf einen Blick

WasWoDas ist wichtig
Schnittsalatgeschützt, z. B. im Gewächshausden ganzen November, eng säen, regelmäßig ernten
Asiasalat wie MizunaGewächshausAnfang November, 1 bis 2 cm tief, Keimtemperatur 10 bis 20 °C
SalatraukeGewächshausAnfang November, 1 cm tief, Keimtemperatur 15 bis 20 °C
WinterkresseGewächshausAnfang November, etwas schärfer, 0,5 cm tief, Keimtemperatur 10 bis 20 °C
MöhrenGewächshausfür eine frühere Ernte, 1 bis 2 cm tief, Keimtemperatur 10 bis 20 °C
WinterspinatgeschütztNovember und Dezember, Ernte je nach Wetter im Februar oder März, 3 cm tief, Keimtemperatur 10 bis 20 °C
PosteleinFreilanddauert etwas, dafür frühere Ernte im nächsten Jahr, 1 cm tief, Keimtemperatur 4 bis 10 °C
KornblumeFreilandim Gartenkalender 2027 beim November, blüht dann früher, flache Ablage, Keimtemperatur 15 bis 18 °C
Kerbelrübedraußen in der Multitopfplatte (Direktsaat testen wir gerade)November oder Dezember, etwa 1 bis 2 cm tief, 2 bis 5 Korn je Topf, Keimtemperatur 5 bis 10 °C, keimt meist im März

Was kann man im November im Gewächshaus und Freiland säen?

Laut Aussaatkalender geht Anfang November im geschützten Bereich noch einiges. In unserem Gartenkalender 2026 steht beim November der Schnittsalat. Hast du ihn nicht, ist das kein Problem: Misch einfach die Reste aus deinen angebrochenen Saatguttütchen, gern auch mit Salatrauke oder Asiasalat wie Mizuna. Im geschützten Bereich säst du die Mischung schön eng und erntest regelmäßig. Auf diese Schnittsalatmischung wollen wir nicht mehr verzichten.

Wer es etwas schärfer mag, nimmt die Winterkresse. Auch Möhren kannst du jetzt schon im Gewächshaus säen und bekommst dann eine frühere Ernte.

Im Freiland geht noch der Postelein. Es dauert zwar ein bisschen, dafür hast du im nächsten Jahr eine frühere Ernte von einem schönen, milden Salat, den auch Kinder sehr gern essen. Wie das im Einzelnen geht, steht im Lexikon unter Salat anbauen, Möhren anbauen und Postelein anbauen. Was einen Monat früher noch ging, findest du in unserem Beitrag zur Aussaat im Oktober.

Kornblume im November säen und Knoblauch noch stecken

Im aktuellen Gartenkalender 2027 steht beim November die Kornblume. Säst du sie jetzt schon, blüht sie früher. Die Blüten sind sehr dekorativ, und du kannst viel damit anfangen: Aus den getrockneten haben wir neulich sogar ein hellblaues Salz gemacht.

Wohnst du in einer milden Gegend, kannst du auch noch Pflanzknoblauch in die Erde setzen. In kühleren Gegenden geht das ebenfalls, solange es keinen Bodenfrost gibt. Alternativ steckst du ihn ins Hochbeet und deckst es mit Vlies ab. Mehr zu beidem steht im Lexikon unter Blumen fürs Gemüsebeet anbauen und Knoblauch anbauen.

Spinat im November säen: früher Spinat, später Spinat, Winterspinat

Bei uns gibt es drei Spinatsorten, und jede hat ihre Zeit:

  • Spinat spät säen wir im September im Freiland oder im Oktober geschützt. Jetzt beginnt die Ernte, im Freiland sind wir schon fleißig dabei.
  • Winterspinat kommt im November und Dezember in den geschützten Bereich. Je nach Wetter ernten wir ihn dann früh, im Februar oder März.
  • Spinat früh säen wir ab März im Freiland und ernten ab April oder Mai.

Den Winterspinat kennst du vielleicht aus dem Gartenkalender 2026, dort steht er beim Dezember. Gerade gibt es ihn auch als einzelnes Tütchen, aber nicht in großer Menge. Mehr zu Aussaat und Pflege steht unter Spinat anbauen.

Kerbelrübe aussäen: Warum die Platten draußen bleiben müssen

Die Kerbelrübe ist etwas ganz Feines, und jetzt ist sie an der Reihe. Normalerweise säen wir sie im November oder Dezember, es geht aber auch noch bis in den Februar. Wir nehmen dafür Multitopfplatten, rauen die Erde mit dem Pikierstab etwas auf, geben etwa zwei bis fünf Körner hinein, rund 1 bis 2 cm tief, bedecken sie und drücken die Erde an.

Das Wichtigste: Die Platten müssen draußen stehen und auch draußen stehen bleiben. Die Kerbelrübe braucht den Frostimpuls. Du siehst deshalb lange nichts. Nach unserer Erfahrung beginnt sie meist im März zu keimen. Das erste Grün ist jedes Jahr eine schöne Überraschung. Sie ist kein einfaches Gemüse, eher eine kleine Diva. Darum probieren wir immer wieder neue Wege aus. Wie das 2024 aussah, zeigt der Beitrag Delikatessen jetzt säen.

Kerbelrübe ernten: unser Versuch in der Tonne

Im vergangenen Jahr haben wir die Kerbelrübe in Multitopfplatten gesät. Im März keimte sie, im April kam sie in die Kartoffeltonnen und wuchs bis in den Juli zu schönen Pflanzen heran. Dann zog sich das Laub von selbst zurück, und die Knollen blieben in der Erde. Theoretisch kannst du sie direkt ernten. Man sagt aber, sie schmecken besser, wenn sie noch ein bisschen liegen, vielleicht bis in den August oder September. Wir waren etwas später dran und haben erst Ende Oktober, Anfang November nachgeschaut, ob überhaupt noch etwas da ist.

Es war noch etwas da: Beim Ausbuddeln fanden wir Rüben von ganz klein bis zur typischen Größe. Einige haben lustige Arme und Beine. Liegt das am Umsetzen aus der Multitopfplatte oder an der Trockenheit? Das wollen wir herausfinden. Manche sagen, die Kerbelrübe schmecke wie eine Mischung aus Kastanie und Kartoffel. Wir essen sie sehr gern und machen wieder ein Püree daraus. Mit ausgebuddelt haben wir unglaublich lange Löwenzahnwurzeln, die wir noch verwerten, und Brennnesselwurzeln, die wir in der Tonne natürlich nicht haben wollen.

Der nächste Versuch: Direktsaat in der Tonne

Eine abgeerntete Kartoffeltonne haben wir noch einmal mit Erde aufgefüllt, das Saatgut gestreut und leicht eingearbeitet. Angießen sparen wir uns, weil Regen angesagt ist; sonst gießen wir später an. Wichtig ist bei uns der Schutz: Bei einer früheren Direktsaat im Bodenbeet haben Hühner alles auseinandergenommen. Deshalb kommt diesmal ein Gemüsenetz darüber. Im nächsten Jahr können wir dann vergleichen.

Violette Kartoffeln aus der Tonne ernten

Violette Kartoffeln, zwei davon aufgeschnitten, auf einem Holztisch
Aufgeschnitten zeigt sich die Farbe.

In den Tonnen wachsen nicht immer Kartoffeln, in dieser aber schon. Wir haben sie fleißig angehäufelt und waren vom Ertrag aus einer einzigen Tonne begeistert. Das Besondere an der violetten Kartoffel: Sie ist auch innen violett. Ab März haben wir wieder Pflanzkartoffeln im Kiosk. Den Anbau beschreiben wir unter Kartoffeln anbauen.

Gründüngung im Herbst: Was geht im November noch?

Blühende Phazelia mit einer Biene
Phazelia heißt nicht umsonst Bienenfreund.

Im großen Gemüsegarten liegt gerade ein grüner Teppich. Das ist kein ungemähtes Gras, sondern Phazelia, die wir Anfang September gesät haben. Wenn es friert, stirbt sie ab und bedeckt den Boden. Für eine Aussaat ist es jetzt zu spät, aber es gibt Alternativen:

  • Winterroggen ist fruchtfolgeneutral. Im Frühjahr lässt er sich maschinell gut einarbeiten, oder du deckst ihn erst ab und arbeitest ihn dann ein.
  • Zottelwicke und Wintererbse kannst du Anfang November noch ausbringen, auch gemischt. Sie sind aber nicht fruchtfolgeneutral: Danach dürfen keine Hülsenfrüchte wie Bohnen oder Erbsen auf die Fläche.

Mehr zum Thema findest du unter Gründüngung anbauen.

Noch etwas gehört bei uns zur Bodenvorbereitung im Winter: Hühner, Puten und Enten dürfen dann frei herumlaufen. Sie sammeln Schnecken, scharren und räumen auf.

Häufige Fragen zur Aussaat im November

Was kann man im November im Gewächshaus säen?

Geschützt, etwa im Gewächshaus, säen wir Schnittsalat, Asiasalat, Salatrauke, Winterkresse, Möhren und Winterspinat. Schnittsalat geht den ganzen November. Asiasalat, Salatrauke und Winterkresse gehen Anfang November noch.

Was kann man im November im Freiland säen?

Draußen säen wir jetzt noch Postelein und die Kerbelrübe, die den Frost sogar braucht. Auch die Kornblume kannst du jetzt schon ins Freiland säen. Als Gründünger gehen Winterroggen sowie Anfang November Zottelwicke und Wintererbse.

Kann man Spinat im November säen?

Ja, aber im geschützten Bereich. Dafür nehmen wir den Winterspinat, den wir im November und Dezember säen. Je nach Wetter ernten wir ihn im Februar oder März.

Kann man Karotten im November säen?

Im Gewächshaus ja. Möhren, die du jetzt dort säst, bringen eine frühere Ernte.

Kann man im November noch Knoblauch stecken?

In milden Gegenden ja, auch in kühleren, solange der Boden nicht gefroren ist. Oder du steckst ihn ins Hochbeet und deckst es mit Vlies ab.

Wann keimt die Kerbelrübe?

Nach dem Frost: Bei uns beginnt sie meist im März zu keimen. Wichtig ist, dass die Multitopfplatten den Winter über draußen stehen.

Wie war deine Kartoffelernte in diesem Jahr, und hast du die Kerbelrübe schon einmal angebaut? Schreib es uns gern unter das Video auf unserem YouTube-Kanal Gartengemüsekiosk.

Weitere Beiträge

Glatte Petersilie mit kräftig grünen, gezackten Blättern im Sonnenlicht
Anbau-Lexikon

Petersilie, Dill, Schnittlauch und Koriander anbauen: Küchenkräuter ab März vorziehen, Petersilie braucht drei bis vier Wochen zum Keimen, Dill und Koriander satzweise direkt säen, Schnittlauch einmal pflanzen und jahrelang schneiden, Wurzelpetersilie bis Juni säen

Vier Kräuter stehen bei uns in jeder Küche und deshalb in jedem Gartenjahr: Petersilie, Dill, Schnittlauch und Koriander. Dazu die Wurzelpetersilie, die zwar wie ein Wurzelgemüse wächst, aber dieselbe Pflanze ist und dieselben Eigenheiten hat. Alle fünf sind einfach, wenn man zwei Dinge weiß. Erstens: Sie keimen im Dunkeln und brauchen Zeit, die Petersilie bis zu vier Wochen, da hilft nur Geduld und gleichmäßige Feuchtigkeit. Zweitens: Dill und Koriander schießen

WEITERLESEN »