Gründüngung anbauen: von März bis Oktober auf jedes leere Beet, Phacelia und Buchweizen für den Sommer, Zottelwicke, Inkarnatklee, Wintererbse und Roggen über den Winter, vor der Samenreife mähen und flach einarbeiten

Gründünger im Gemüsegarten erfolgreich einsetzen, damit der Boden sich erholen kann und aufgewertet wird. So bleibt der Kreislauf im Garten intakt. Der Boden ist die Basis für unseren Gemüseanbau und somit ein wichtiger Hauptdarsteller. Gründüngungen unterstützen ihn sehr.

Inhaltsverzeichnis

Ein Beet, das nach der Ernte leer liegt, bleibt nicht lange leer. Entweder kommt Beikraut, oder der Regen schlämmt die Erde zu, und der Wind trägt das Feinste davon. Deshalb liegt bei uns kein Beet nackt: Was frei wird, bekommt Gründüngung, vom Frühjahr bis in den Oktober und über den Winter sowieso. Gründüngung hält den Boden bedeckt und locker, füttert das Bodenleben, baut Humus auf, sammelt mit Klee, Wicke und Wintererbse sogar Stickstoff aus der Luft und blüht nebenbei für Bienen und Hummeln. Hier steht, welche Gründüngung wir wann säen, was davon den Winter übersteht, wie wir säen, mähen und im Frühjahr einarbeiten und wie das Ganze in die Fruchtfolge passt.

Jen hockt mit Saatguttütchen in der Hand vor einem Beet voll blühendem Buchweizen im Gemüsegarten
Buchweizen im Spätsommer: sechs Wochen nach der Aussaat blüht das ganze Beet, danach wird gemäht.

Gründüngung auf einen Blick

AussaatMärz bis Oktober, je nach Art: Phacelia März bis September, Buchweizen April bis August, Inkarnatklee April bis September, Ringelblumen März bis August, Sonnenblumen Mai bis August, Zottelwicke Juli bis Oktober, Wintererbse September bis Oktober, Roggen März bis Oktober
Saattiefe1 bis 2 cm bei Phacelia, Inkarnatklee, Roggen und Ringelblumen, 2 bis 3 cm bei Buchweizen und Sonnenblumen, 2 bis 5 cm bei Zottelwicke und Wintererbse
Aussaatartbreitwürfig aus der Hand, einharken, andrücken oder walzen, bei Trockenheit bis zum Auflaufen gießen
KeimungBuchweizen nach wenigen Tagen, Phacelia, Wicke, Erbse und Roggen in ein bis zwei Wochen, Inkarnatklee braucht am längsten
WinterhartZottelwicke, Wintererbse, Roggen und Inkarnatklee (bis etwa minus zehn Grad) ja; Phacelia, Buchweizen, Sonnenblumen und Ringelblumen frieren ab
StickstoffsammlerInkarnatklee, Zottelwicke und Wintererbse, die Leguminosen
FruchtfolgeneutralPhacelia und Buchweizen, sie gehören keiner Gemüsefamilie an
Saatgutmengeein Tütchen reicht für 10 bis 25 Quadratmeter; Phacelia 35 g für 25 m², Zottelwicke und Wintererbse je 50 g für 10 m²
Pflegekeine; nur bei Trockenheit angießen, bis alles aufgelaufen ist
Mähenvor der Samenreife, am besten zu Beginn der Blüte; Roggen, bevor er Ähren schiebt; Winterarten im März oder April
Einarbeitengemähte Masse ein bis zwei Wochen anwelken lassen, dann flach einarbeiten oder als Mulch liegen lassen, zwei bis vier Wochen vor der nächsten Pflanzung
Standortjedes freie Beet, Sonne bis Halbschatten, auch im Hochbeet

Warum Gründüngung

Der Boden ist die Basis für alles, was wir ernten, und er arbeitet nur, wenn er lebt. Regenwürmer, Pilze und Bakterien brauchen Futter und ein Dach über dem Kopf. Eine Gründüngung liefert beides: Oben schließt sich schnell ein grüner Teppich, der die Erde vor Sonne, Platzregen und Wind schützt und Beikraut keinen Platz lässt. Unten durchziehen Wurzeln den Boden, lockern ihn, holen Nährstoffe aus der Tiefe und halten das fest, was der Regen sonst auswaschen würde. Wird die Pflanze gemäht und eingearbeitet, wird aus ihr Humus, und der speichert Wasser und Nährstoffe für die nächste Kultur. Klee, Wicke und Wintererbse können noch mehr: Als Leguminosen sammeln sie mit Hilfe von Knöllchenbakterien Stickstoff aus der Luft und hinterlassen ihn im Beet, ein Dünger, den wir nicht kaufen müssen.

Dazu kommt die Fruchtfolge. Kohl zum Beispiel soll vier Jahre nicht auf dasselbe Beet, und wer nur drei oder vier Beete hat, lässt deshalb gern eines ruhen. Ruhen heißt bei uns aber nicht leer, sondern Gründüngung: Das Beet erholt sich, sieht gut aus und blüht. Und genau das ist der dritte Grund. Phacelia, Buchweizen, Klee und Sonnenblumen decken den Tisch für Bienen, Hummeln und Schwebfliegen, in der Zeit, in der es im Garten sonst wenig zu holen gibt.

Welche Gründüngung wann: unsere acht Arten

Phacelia, der Bienenfreund

Phacelia, bei uns auf der Tüte Phazelia geschrieben, ist die bekannteste Gründüngung und die beliebteste bei den Bienen. Von März bis Juli gesät, blüht sie nach sechs bis acht Wochen lila und tut das wochenlang, oft bis in den Oktober. Säen wir sie erst im August oder September, bleibt es bei der Grünmasse, und die Pflanze friert im Winter ab. In milden Wintern kommt sie durch, in normalen nicht, das ist bei uns auf dem Hof so gewollt: Die abgefrorene Masse liegt als Mulch auf dem Beet, im Frühjahr ist das Beet frei. Die Saat kommt ein bis zwei Zentimeter tief in die Erde, 35 Gramm reichen für 25 Quadratmeter. Phacelia ist mit keinem Gemüse verwandt und passt deshalb in jede Fruchtfolge. Nur eins: Lässt du sie aussamen, hast du sie jahrelang im Garten.

Lila Blütenstände der Phacelia mit einer Honigbiene, die eine Blüte anfliegt
Phacelia blüht sechs bis acht Wochen nach der Aussaat, hier mit Besuch.

Buchweizen, der Schnelle

Buchweizen ist unsere Gründüngung für den Sommer. Von April bis August gesät, keimt er innerhalb weniger Tage, wird bis zu 80 Zentimeter hoch und blüht nach gut sechs Wochen weiß. Kaum eine andere Gründüngung schließt den Boden so schnell und hält Beikraut so sicher klein, auf dem neuen Hofgarten hat er zusammen mit Phacelia die Quecke in Schach gehalten. Beim ersten Frost ist er weg, das macht ihn für den Winter ungeeignet, aber unkompliziert: Nichts muss im Frühjahr aufwendig eingearbeitet werden. Er gehört zu den Knöterichgewächsen, ist also fruchtfolgeneutral, und seine Blüten sind bei Bienen genauso begehrt wie die der Phacelia. Zwei bis drei Zentimeter tief säen. Im Oktober lohnt Buchweizen nicht mehr, er friert ab, bevor er etwas bringt; ab August säen wir ihn nur noch für die Grünmasse.

Inkarnatklee, der Stickstoffsammler

Inkarnatklee kann ab April gesät werden, seine große Zeit ist aber der Spätsommer: Von Mitte August bis Mitte September gesät, geht er als kleine Pflanze in den Winter, verträgt etwa minus zehn Grad und wächst im Frühjahr weiter, bis er im Mai leuchtend rot blüht. Als Leguminose sammelt er Stickstoff und ist damit die ideale Vorkultur für Starkzehrer wie Kohl, Kürbis, Tomaten und Gurken. Er wurzelt reich verzweigt, wird etwa einen halben Meter hoch und stellt wenig Ansprüche an den Boden. Zwei Eigenheiten hat er: Er läuft langsam auf, das Beet muss also sauber sein, und ein bis zwei Zentimeter tief gesät werden, und er ist im Oktober schwerer zum Keimen zu bringen als die Zottelwicke. Seine Blüten sind essbar und hübsch im Salat, den größten Nutzen hat er aber als Bienenweide und Dünger.

Leuchtend rote Blütenkerzen des Inkarnatklees zwischen lila Phacelia-Blüten im Mai
Mai auf dem Hof: Inkarnatklee und Phacelia aus der Herbstsaat blühen gemeinsam.

Zottelwicke, die Winterdecke

Die Zottelwicke ist die Gründüngung, die wir im Herbst am liebsten säen, weil sie so verlässlich ist. Von Juli bis Ende Oktober kommt sie zwei bis fünf Zentimeter tief in die Erde, 50 Gramm reichen für zehn Quadratmeter. Sie wurzelt tief, ist winterhart und legt im Frühjahr einen dichten Teppich, unter dem selbst die Melde keine Chance hat. Als Leguminose sammelt sie Stickstoff, ihre Grünmasse verrottet leicht, und im Mai und Juni blüht sie violett. Im Oktober säen wir sie direkt nach dem Räumen der Beete und treten die Saat einfach fest, mehr Bodenschluss braucht sie nicht. Wichtig im Frühjahr: vor der Samenreife mähen, sonst sät sie sich über Jahre selbst aus.

Violette Blütentraube und gefiederte Blätter der Zottelwicke mit Ranken
Zottelwicke im Juni: Was im Oktober gesät wurde, blüht jetzt und hat den Boden voll Stickstoff.

Wintererbse, die zweite Wahl für den Herbst

Die kleinkörnige Wintererbse ist die Gründüngung für Beete, die erst im September oder Oktober frei werden. Direkt auf das abgeerntete Beet gesät, überwintert sie als kleine Ranke und wächst im Frühjahr zügig weiter, blüht violett und sammelt wie die Wicke Stickstoff. Sie unterdrückt Beikraut stark und lässt sich gut mit Roggen oder Zottelwicke mischen: Der Roggen gibt der Erbse Halt und Masse, die Erbse liefert den Stickstoff. Vor der Pflanzung des Gemüses wird sie gemäht und flach eingearbeitet oder als Mulch liegen gelassen.

Roggen, die Wurzelmaschine

Unser Roggen ist ein Waldstaudenroggen, der von März bis Oktober gesät werden kann und jeden Frost übersteht. Seine Stärke sitzt unter der Erde: ein dichtes Wurzelwerk, das verdichtete Böden aufschließt und viel Humus hinterlässt. Oben liefert er Grünmasse, die im Frühjahr gemäht wird, und zwar bevor er Ähren schiebt. Sonst werden die Halme strohig, verrotten schlecht und treiben nach dem Einarbeiten wieder durch. Das Einarbeiten ist beim Roggen etwas mehr Arbeit als bei abgefrorener Phacelia, dafür wird ihm nachgesagt, dass er den Boden von Pilzkrankheiten etwas bereinigt. Nach Roggen kein Getreide, aber das spielt im Gemüsegarten keine Rolle. Ein bis zwei Zentimeter tief säen, gern gemischt mit Wintererbse oder Zottelwicke.

Sonnenblumen und Ringelblumen, die Blüher

Zwei Gründüngungen, die mehr Blume als Dünger sind, aber beides können. Die Sonnenblume Peredovick wird ein bis drei Meter hoch, wurzelt tief und lockert damit den Boden, von Mai bis August zwei bis drei Zentimeter tief gesät; wir säen sie gern zusammen mit Buchweizen auf Beete, auf die später Möhren kommen, und schneiden die Blüten für die Vase. Die Ringelblume, von März bis August gesät, soll Nematoden und Drahtwürmer aus dem Boden drängen, blüht orange bis in den Frost und sät sich willig aus. Unser Versuch mit Ringelblumen und Tagetes gegen Nematoden ist allerdings an der Melde gescheitert: Beide laufen langsam auf und brauchen ein sauberes Beet und dichte Saat. Beide frieren im Winter ab.

So säen wir Gründüngung

Das Beet wird abgeerntet, Ernterückstände kommen auf den Kompost, der Boden wird grob mit dem Sauzahn gelockert oder nur mit dem Rechen glatt gezogen, umgegraben wird nicht. Dann säen wir breitwürfig aus der Hand, am besten in zwei Durchgängen kreuzweise, damit die Saat gleichmäßig liegt, und harken sie ein bis zwei Zentimeter tief ein. Der wichtigste Schritt ist der Bodenschluss: Die Saat wird angedrückt, mit dem Rechenrücken, einem Brett, einer Walze oder einfach mit den Füßen, so wie wir es mit der Zottelwicke im Oktober machen. Nur Saat mit Erdkontakt keimt gleichmäßig, und festgedrückte Saat holen sich auch die Vögel nicht so leicht. Ist es trocken, gießen wir an und halten das Beet feucht, bis alles aufgelaufen ist, danach braucht die Gründüngung nichts mehr.

Beim Zeitpunkt gilt: sofort nach der Ernte. Ein Beet, das im August frei wird, bekommt noch am selben Abend Phacelia oder Buchweizen. Werden Kartoffeln, Zwiebeln, Knoblauch, Erbsen oder Frühkohl im August geräumt, passt alles; ab Mitte September säen wir nur noch Zottelwicke, Wintererbse und Roggen, Inkarnatklee höchstens noch in der ersten Septemberhälfte. Der Oktober ist die letzte Chance: Zottelwicke und Wintererbse gehen sicher, Inkarnatklee nur in milden Lagen, Phacelia nur dort, wo kein strenger Winter droht.

Über den Winter

Was abfriert, liegt als Mulchdecke auf dem Beet: Phacelia, Buchweizen, Sonnenblumen und Ringelblumen schützen den Boden auch tot noch vor Regen und Wind, und im Frühjahr sind die Reste schnell eingeharkt oder abgerecht. Diese Arten nehmen wir für Beete, die im März früh gebraucht werden, für Erbsen, Zwiebeln, Frühkartoffeln und die ersten Salate. Was winterhart ist, Zottelwicke, Wintererbse, Inkarnatklee und Roggen, steht im Winter still und legt ab März los, sammelt bis in den April Stickstoff und wird dann gemäht. Diese Beete sind ab Mai frei, genau richtig für Kohl, Kürbis, Zucchini, Tomaten und alle anderen Starkzehrer. Schnee und Frost machen den Winterarten nichts aus, ein kahler Boden dagegen würde den Winter über Nährstoffe verlieren.

Mähen und einarbeiten

Gemäht wird zu Beginn der Blüte, dann ist die Masse am größten und die Pflanze noch weich. Spätestens aber vor der Samenreife, sonst sät sich die Gründüngung selbst aus, und Roggen, bevor er Ähren schiebt. Werkzeug ist egal: Sense, Sichel, Heckenschere oder der Rasenmäher auf höchster Stufe. Die gemähte Masse lassen wir ein bis zwei Wochen auf dem Beet anwelken und arbeiten sie dann flach ein, fünf bis zehn Zentimeter tief, mit Grubber, Grabegabel oder flach laufender Fräse. Tief umgraben ist falsch, weil die Masse ohne Luft nicht verrottet, sondern fault. Auf dem Hof sprühen wir vor dem Fräsen EM-Gartenbodenaktivator auf die Masse, das bringt die Rotte in Schwung.

Wer nicht einarbeiten will, lässt die gemähte Masse einfach liegen, gibt etwas Kompost darüber und pflanzt durch den Mulch, das geht bei Phacelia, Buchweizen und Wicke sehr gut, beim Roggen weniger. Nach dem Einarbeiten warten wir zwei bis vier Wochen, bevor das Gemüse kommt: Während der Rotte binden die Bodenlebewesen vorübergehend Stickstoff, und frisch eingearbeitete Masse ist kein Platz für Jungpflanzen. Abgefrorene Gründüngung ist einfacher, da reicht es, die Reste im März einzuharken.

Gründüngung in der Fruchtfolge

Gründüngung ist eine Kultur wie jede andere, deshalb zählt ihre Pflanzenfamilie mit. Phacelia und Buchweizen sind mit keinem Gemüse verwandt und passen überall hin. Inkarnatklee, Zottelwicke und Wintererbse sind Leguminosen wie Erbsen und Bohnen: Vor oder nach einem Erbsen- oder Bohnenbeet lassen wir sie weg, vor Starkzehrern sind sie Gold wert. Roggen ist ein Süßgras wie Mais, Sonnenblume und Ringelblume sind Korbblütler wie Salat, Endivie und Schwarzwurzel, das lässt sich in einem Gemüsegarten meist leicht einplanen. Senf, Ölrettich und Raps, die Klassiker aus der Landwirtschaft, säen wir im Gemüsegarten nicht: Sie sind Kreuzblütler wie Kohl, Radieschen, Rettich, Rucola und Asiasalate, tragen Kohlhernie und Kohlschädlinge weiter und brechen die vierjährige Kohlpause.

Eine Reihenfolge, die bei uns gut funktioniert: Kartoffeln bis August, danach Zottelwicke über den Winter, im Mai Kohl. Oder: Erbsen bis Juli, Buchweizen bis Oktober, im Frühjahr Möhren und Zwiebeln. Nach Kartoffeln passt im August auch Phacelia, im September Roggen mit Wintererbse. Und das Kohlbeet, das vier Jahre Pause braucht, bekommt im ersten Jahr Gründüngung statt zu ruhen.

Ein neues Gartenstück mit Gründüngung anlegen

Als wir unseren Hofgarten angelegt haben, war da eine huckelige Wiese. Wir haben sie gefräst, eine Mischung aus Phacelia, Buchweizen, Inkarnatklee, Zottelwicke, Sonnenblumen und Bechermalve von Hand gesät und mit der Walze angedrückt. Den Sommer über hat das Stück geblüht, über den Winter blieb alles stehen, und im Frühjahr wurde gemulcht, mit EM-Bodenaktivator besprüht und flach gefräst. Dann erst kamen die Beete. Der Umweg über ein Jahr Gründüngung hat sich gelohnt: Gras und Quecke waren weg, der Boden war locker und voller Leben, und die ersten Kulturen sind viel besser gewachsen als auf frisch umgebrochener Wiese. Wer ein neues Beet anlegt, kann das im Kleinen genauso machen.

Für Bienen: Blühstreifen und versetzte Saat

Blühen lassen ist eine gute Idee, denn die Blüten decken den Tisch für Bienen, Hummeln und andere Insekten. Aussamen lassen ist meist keine, denn dann hast du Phacelia und Wicke jahrelang im Garten. Der Mittelweg ist versetztes Säen: alle drei bis vier Wochen ein neues Stück, so wie wir es mit dem Gemüse auch machen. Dann steht immer irgendwo etwas in Blüte, und das Beet, das gebraucht wird, kann gemäht werden, ohne dass die Bienen leer ausgehen. In einer Mischung blüht Buchweizen zuerst, dann Phacelia, dann Klee und Sonnenblumen, so hält ein Beet den ganzen Sommer. Und am Rand bleibt bei uns immer ein Streifen stehen, bis der Frost ihn holt.

Im Hochbeet und im Kübel

Im Hochbeet ist Gründüngung genauso sinnvoll wie im Beet, denn auch dort sackt die Erde zusammen und braucht Humus. Nach dem Räumen im Spätsommer säen wir Phacelia oder Buchweizen, lassen sie wachsen, schneiden sie vor dem Frost ab und lassen sie als Mulch liegen. Über den Winter geht auch Zottelwicke im Hochbeet, im Frühjahr wird sie abgeschnitten und mit Kompost abgedeckt. Im Kübel oder Balkonkasten taugt Phacelia vor allem als Bienenweide: säen, blühen lassen, abschneiden, die Reste in den Kompost oder als Mulch auf die Töpfe.

Typische Probleme und was dahintersteckt

Die Saat läuft nicht oder nur lückig auf

Zu trocken, kein Bodenschluss oder zu tief gesät. Andrücken, bis zum Auflaufen feucht halten, Phacelia und Klee nicht tiefer als zwei Zentimeter. Bei Spätsaat im Oktober keimt Inkarnatklee kaum noch, Zottelwicke schon.

Melde und Gras überwachsen die Gründüngung

Zu dünn gesät oder eine langsame Art wie Inkarnatklee oder Ringelblume auf unsauberem Beet. Dichter säen, schnelle Arten wie Buchweizen beimischen, das Beet vor der Saat einmal sauber hacken.

Die Gründüngung kommt jedes Jahr wieder

Zu spät gemäht, die Samen sind ausgereift. Zu Beginn der Blüte mähen, einen Blühstreifen nur am Rand stehen lassen.

Roggen treibt nach dem Einarbeiten wieder aus

Zu flach gehackt oder zu spät gemäht. Vor dem Ährenschieben mähen, die Wurzeln beim Einarbeiten trennen, nach zwei Wochen noch einmal hacken.

Das Gemüse wächst nach der Gründüngung schlecht

Zu früh gepflanzt. Während der Rotte binden die Bodenlebewesen Stickstoff; zwei bis vier Wochen warten, bei strohiger Masse länger, und mit etwas Kompost pflanzen.

Schnecken unter der Mulchdecke

Unter abgefrorener Gründüngung überwintern Schnecken gern. Im Frühjahr die Decke beiseite rechen, die Schnecken absammeln und erst dann pflanzen.

Unsere Sorten

Phazelia: der Bienenfreund für März bis September, friert ab, fruchtfolgeneutral. Buchweizen: die schnelle Sommer-Gründüngung für April bis August. Inkarnatklee: Stickstoffsammler, von April bis Mitte September, winterhart bis minus zehn Grad. Zottelwicke: die Winterdecke für Juli bis Oktober. Wintererbse: für die späten Beete im September und Oktober. Roggen: Waldstaudenroggen fürs Wurzelwerk, März bis Oktober. Sonnenblumen Peredovick und Ringelblumen: die Blüher. Alle acht zusammen gibt es als Alle Gründünger im Set, die ganze Auswahl in der Kategorie Gründünger. Alles samenfest und aus Bio-Vermehrung.

Mehr zur Gründüngung

Wie unser Garten entstanden ist, erzählt die Hofgeschichte Gemüsegarten neu anlegen mit Gründünger. Wie wir die Beete planen, steht bei Fruchtfolgen und Unser Boden, die Basis. Die Kulturen, nach denen bei uns Gründüngung folgt: Kartoffeln anbauen, Zwiebeln anbauen und Erbsen anbauen, dort steht auch die Wintererbse als Gemüse. Die Starkzehrer, die danach kommen: Weißkohl anbauen und Kürbis anbauen. Alle Anleitungen findest du in der Übersicht Gemüse anbauen.

Häufige Fragen

Wann Gründüngung säen?

Von März bis Oktober, immer sofort, wenn ein Beet frei wird. Im Sommer Phacelia und Buchweizen, ab Mitte August Inkarnatklee, ab September Zottelwicke, Wintererbse und Roggen.

Welche Gründüngung im Herbst?

Zottelwicke, Wintererbse und Roggen bis Ende Oktober, Inkarnatklee bis Mitte September. Phacelia im September nur dort, wo der Winter mild ist, sie friert sonst ab und liegt als Mulch.

Welche Gründüngung ist winterhart?

Zottelwicke, Wintererbse, Roggen und Inkarnatklee bis etwa minus zehn Grad. Phacelia, Buchweizen, Sonnenblumen und Ringelblumen frieren ab.

Wie tief Gründüngung säen?

Phacelia, Klee, Roggen und Ringelblumen ein bis zwei Zentimeter, Buchweizen und Sonnenblumen zwei bis drei, Zottelwicke und Wintererbse zwei bis fünf. Immer andrücken.

Wann Gründüngung mähen und einarbeiten?

Zu Beginn der Blüte und vor der Samenreife, Roggen vor dem Ährenschieben. Ein bis zwei Wochen anwelken lassen, flach einarbeiten, zwei bis vier Wochen vor der Pflanzung.

Muss ich Gründüngung einarbeiten?

Nein. Mähen und liegen lassen geht auch, mit etwas Kompost darüber wird direkt durch den Mulch gepflanzt. Nur Roggen arbeiten wir ein.

Welche Gründüngung nach Kartoffeln?

Im August Phacelia oder Buchweizen, im September Zottelwicke oder Roggen mit Wintererbse. Im Mai darauf kommt bei uns der Kohl.

Welche Gründüngung vor Kohl und Tomaten?

Eine Leguminose über den Winter: Zottelwicke, Wintererbse oder Inkarnatklee. Sie sammeln den Stickstoff, den Starkzehrer im Frühjahr brauchen.

Warum keinen Senf als Gründüngung?

Senf, Ölrettich und Raps sind Kreuzblütler wie Kohl, Radieschen und Rucola, übertragen Kohlhernie und brechen die Kohlpause. Im Gemüsegarten nehmen wir Phacelia und Buchweizen.

Hat Gründüngung Nachteile?

Sie braucht Zeit und das Beet ist so lange belegt, Winterarten müssen im Frühjahr gemäht und eingearbeitet werden, und wer zu spät mäht, hat sie jahrelang. Richtig gemacht überwiegt der Humus.

Ist Inkarnatklee mehrjährig und essbar?

Er ist ein- bis zweijährig, blüht im Mai nach einer Herbstsaat und wird dann gemäht. Die roten Blüten sind essbar und schmücken den Salat.

Geht Gründüngung im Hochbeet?

Ja, nach dem Räumen Phacelia oder Buchweizen säen, vor dem Frost abschneiden und als Mulch liegen lassen. Über den Winter auch Zottelwicke.

Weitere Beiträge

Glatte Petersilie mit kräftig grünen, gezackten Blättern im Sonnenlicht
Anbau-Lexikon

Petersilie, Dill, Schnittlauch und Koriander anbauen: Küchenkräuter ab März vorziehen, Petersilie braucht drei bis vier Wochen zum Keimen, Dill und Koriander satzweise direkt säen, Schnittlauch einmal pflanzen und jahrelang schneiden, Wurzelpetersilie bis Juni säen

Vier Kräuter stehen bei uns in jeder Küche und deshalb in jedem Gartenjahr: Petersilie, Dill, Schnittlauch und Koriander. Dazu die Wurzelpetersilie, die zwar wie ein Wurzelgemüse wächst, aber dieselbe Pflanze ist und dieselben Eigenheiten hat. Alle fünf sind einfach, wenn man zwei Dinge weiß. Erstens: Sie keimen im Dunkeln und brauchen Zeit, die Petersilie bis zu vier Wochen, da hilft nur Geduld und gleichmäßige Feuchtigkeit. Zweitens: Dill und Koriander schießen

WEITERLESEN »
Genoveser Basilikum, großblättrig und grün
Anbau-Lexikon

Basilikum anbauen: ab April warm vorziehen, als Lichtkeimer nur andrücken, nach den Eisheiligen zu den Tomaten pflanzen, über dem Blattpaar ernten, aus Stecklingen vermehren

Basilikum gehört zu den Kräutern, bei denen sich der eigene Anbau am deutlichsten lohnt: Ein Topf aus dem Supermarkt hält zwei Wochen, eine selbst gezogene Pflanze im Gewächshaus oder Beet liefert von Juni bis Oktober ganze Bünde, für Pesto, Caprese und Tomatensoße. Dafür will Basilikum drei Dinge, und zwar genau in dieser Reihenfolge: Wärme beim Keimen, Nährstoffe nach dem Pikieren und einen Schnitt, der ihn buschig macht statt kahl. Wer

WEITERLESEN »