Erbsen sind das Gemüse, das im Garten selten bis in die Küche kommt: Zuckerschoten werden im Vorbeigehen vom Strauch genascht, Markerbsen aus der Hülse gepult und roh gegessen, und Kinder, die kein Gemüse mögen, stehen am Erbsenbeet wie am Naschregal. Dazu ist die Erbse das einfachste Gemüse überhaupt, sie braucht keinen Dünger, kein Netz, kein Pikieren und kaum Wasser, nur eine Rankhilfe und einen sonnigen, luftigen Platz. Hier steht, wie wir Erbsen anbauen: die drei Typen und wofür sie taugen, warum wir ab Mitte März direkt ins Beet säen, wie die Zuckererbse am Hochbeet herunterrankt statt hochzuklettern, wann die Schote reif ist, was die Wintererbse im Oktober im Beet macht und warum nach der Ernte die ganze Pflanze vom Beet muss.

Erbsen auf einen Blick
| Aussaat | Zucker- und Markerbsen ab Mitte März bis Ende Mai direkt ins Beet, Nachsaaten bis Juli; Wintererbsen im Oktober |
|---|---|
| Saattiefe | 3 bis 4 cm |
| Bodentemperatur zum Keimen | 15 bis 20 °C, die Wintererbse keimt schon ab 5 °C |
| Pikieren | nein, direkt säen oder in Quickpots vorziehen und als Ballen pflanzen |
| Abstand | 3 bis 4 cm in der Reihe, Reihen 30 bis 40 cm |
| Kulturdauer | Markerbse 10 bis 12 Wochen, Zuckererbse 12 bis 14, Wintererbse rund 8 Monate |
| Ernte | Juni bis August, Wintererbsen ab Mai, laufend alle zwei bis drei Tage |
| Standort | sonnig und luftig, lockerer Boden ohne Staunässe |
| Nährstoffbedarf | Schwachzehrer, nicht düngen |
| Wasser | nur in Trockenperioden |
| Rankhilfe | Zuckererbse 150 cm, Markerbse 70 cm, oder am Hochbeet herunterranken lassen |
| Saatgutmenge | 20 g sind rund 60 Pflanzen, eine Reihe von drei Metern |
Zuckererbse, Markerbse, Wintererbse: welche Erbse wofür
Die Zuckererbse Weggiser ist die Zuckerschote, auch Kaiserschote oder Kefe genannt: Geerntet wird die ganze, noch flache Hülse, bevor die Erbsen darin dick werden, denn ihr fehlt die Pergamentschicht, die andere Erbsenhülsen zäh macht. Sie wird 150 cm hoch, blüht hübsch violett und braucht eine Rankhilfe, dafür trägt sie süß und aromatisch über Wochen. Die Markerbse Wunder von Kelvedon ist die Erbse zum Pulen: 70 cm hoch, früh, stumpfe Hülsen von 8 cm mit süßen, nicht mehligen Erbsen, die eingefroren im Winter fast wie frisch schmecken. Sie ist sehr widerstandsfähig, auch gegen Echten Mehltau, und deshalb die Sorte für die späten Aussaaten im Juni und Juli. Die Wintererbse Sima wird im Oktober gesät, überwintert als kleine Pflanze im Beet und ist im Mai und Juni reif, Wochen vor jeder Frühjahrssaat. Und die kleinkörnige Wintererbse als Gründüngung ist keine Gemüseerbse, sondern Futter für den Boden: Sie deckt abgeerntete Beete über den Winter, sammelt Stickstoff und wird im Frühjahr eingearbeitet. Alle Sorten sind samenfest und bio, 20 g im Tütchen sind rund 60 Pflanzen.
Aussaat: ab Mitte März direkt ins Beet
Erbsen gehören zu den ersten Aussaaten im Freiland. Bei uns beginnt das Fenster Mitte März, sobald der Boden abgetrocknet ist, und es reicht bis Ende Mai, ideal für den versetzten Anbau: alle zwei bis drei Wochen eine Reihe, dann gibt es von Juni bis August laufend Schoten. Für Nachsaaten im Juni und Juli nehmen wir die Markerbse, die mit Hitze und Mehltau besser zurechtkommt. Der Boden darf locker und luftig sein, Staunässe mögen Erbsen nicht, sonst stellen sie keine Ansprüche, sie sind Schwachzehrer und holen sich ihren Stickstoff mit Knöllchenbakterien aus der Luft. Gesät wird 3 bis 4 cm tief, Korn an Korn mit 3 bis 4 cm Abstand in der Reihe, die Reihen 30 bis 40 cm auseinander, bei 15 bis 20 °C Bodentemperatur. Wer die Körner über Nacht in Wasser quellen lässt, sieht sie ein paar Tage früher. Ist das Beet noch belegt, ziehen wir in Quickpot-Platten vor und pflanzen die Ballen mit drei bis vier Wochen, pikiert wird nicht.
Eine Sache gleich nach der Saat: Spatzen und andere Vögel knabbern die Keimlinge gern ab, und das sieht man erst, wenn die Reihe lückenhaft bleibt. Ein Netz, ein paar Zweige oder ein Vlies über der Reihe schützen, bis die Pflanzen eine Handbreit hoch und stabil sind, dann ist es kein Problem mehr.

Rankhilfe: hoch hinauf oder am Hochbeet hinunter
Die Zuckererbse klettert 150 cm hoch und hält sich mit Ranken an allem fest, was sie greifen kann. Die klassische Rankhilfe ist Reisig, ins Beet gesteckt, bevor die Pflanzen 10 cm hoch sind, oder ein Netz, ein Draht oder eine Schnurwand zwischen zwei Pfählen. Wir machen es am Hochbeet andersherum: Die Erbsen stehen am Rand und ranken einfach über die Kante nach unten, das funktioniert ziemlich gut, spart jede Konstruktion und bringt die Schoten auf Kinderhöhe. Die Markerbse bleibt mit 70 cm niedrig und kommt mit ein paar Zweigen aus. Ganz ohne Rankhilfe legen sich die Pflanzen ins Beet, tragen weniger und werden anfälliger für Schnecken und Pilze.
Pflege: fast nichts
Erbsen sind das perfekte Anfängergemüse und ein gutes Kindergemüse: Gedüngt wird nicht, Starkzehrerfutter macht sie nur blattreich und schotenarm. Gegossen wird nur in echten Trockenperioden, vor allem während der Blüte und wenn die Schoten füllen. Ein Gemüseschutznetz braucht die Erbse nicht, ausgeizen und ausbrechen gibt es nicht. Wir lassen sie wachsen und genießen sie. Was wir tun: einmal hacken, solange die Pflanzen klein sind, und die Ranken an die Hilfe lenken, wenn sie danebengreifen.
Wintererbsen: im Oktober säen, im Mai ernten
Die Wintererbse Sima dreht den Kalender um: Gesät wird im Oktober direkt ins Beet, 3 bis 4 cm tief, sie keimt schon ab 5 °C, überwintert als kleine Pflanze und startet im Frühjahr sofort durch, wenn die Frühjahrssaat noch im Tütchen steckt. Die Rankhilfe kommt im März, geerntet wird ab Mai, rund acht Monate nach der Saat. In strengen Wintern ohne Schnee schützt eine Mulchschicht oder ein Vlies die Jungpflanzen vor Kahlfrost. Als Leguminose sammelt sie nebenbei Stickstoff und lockert den Boden für die Nachkultur. Die kleinkörnige Gründüngungs-Wintererbse arbeitet nach demselben Prinzip, nur fürs Beet statt für den Teller: von September bis Oktober breit auf abgeerntete Flächen gesät, 50 g reichen für 10 Quadratmeter, überwintert sie als Ranken, unterdrückt Beikraut und wird vor der Gemüsepflanzung gemäht und flach eingearbeitet oder bleibt als Mulch liegen, die ideale Vorkultur für Starkzehrer.

Ernte: naschen, Schoten, Erbsen
Je nach Wetter dauert es zwei bis drei Monate von der Saat bis zur ersten Ernte, bei uns ab Mitte Juni. Zuckerschoten werden geerntet, solange sie flach sind und die Erbsen darin gerade erst zu sehen sind, dann sind sie knackig und süß, und man kann sie schon ganz klein naschen. Lässt man sie länger hängen, wird die Hülse faserig, dafür bilden sich die kleinen köstlichen Erbsen, die ebenfalls gegessen werden. Markerbsen erntet man, wenn die Hülse prall und rund ist, die Erbsen aber noch zart und süß, ritzt man eine, muss sie saftig sein, nicht mehlig. Wichtig ist das regelmäßige Pflücken, alle zwei bis drei Tage und mit beiden Händen, eine hält die Ranke, die andere zieht, sonst reißt die Pflanze. Jede abgenommene Schote bringt neue Blüten. Und nach der letzten Ernte muss die ganze Pflanze vom Beet: Der Erbsenwickler, dessen Maden man gelegentlich in den Erbsen findet, überwintert im Boden, und wer die Reste entfernt, nimmt ihm die Chance. Die Wurzeln mit ihren Knöllchen dürfen dabei im Boden bleiben, sie düngen die Nachkultur.

In der Küche und haltbar machen
In der Regel wird dieses Gemüse direkt im Garten roh weggesnackt, und das ist auch die beste Art. Was es in die Küche schafft, ziehen wir kurz durch die Pfanne, Zuckerschoten mit etwas Butter zwei Minuten, Markerbsen frisch gepult in Risotto, Salat oder einfach blanchiert. Gibt es mehr Ernte, frieren wir ein, die Schoten im Ganzen oder die gepulten Erbsen, roh und ohne großen Aufwand, und im Winter schmecken sie fast wie frisch. Essbar ist an der Erbse fast alles: Die jungen Triebspitzen und Blätter kommen in den Salat, und die Blüten, violett bei der Zuckererbse, sind der schönste Schmuck auf einem Salatteller. Erbsen liefern viel pflanzliches Eiweiß, Vitamin C und B-Vitamine, und sie sind das Überzeugungsgemüse für jeden Gemüsemuffel.
Gute Nachbarn, Nachkultur und Fruchtfolge
Erbsen stehen gern mit Salaten, Stangensellerie, Wurzelgemüse wie Möhren und Rote Bete, Kohl und Fenchel. Nicht so gern mit Kartoffeln, Bohnen, Paprika, Tomaten, Auberginen und Zwiebeln. In unserem Mischkulturset mit Blumenkohl, Kohlrabi, Brokkoli und Rote Bete steht die Zuckererbse als Windschutz und Stickstoffsammler, von dem der Kohl später zehrt. Weil Erbsen früh abgeerntet sind, bleibt Platz für eine Nachkultur: Gurken als Jungpflanzen ab Juni oder Juli ranken am Hochbeet genauso herunter wie vorher die Erbsen, oder Salat, Spinat und Feldsalat für den Herbst. In der Fruchtfolge gilt für alle Hülsenfrüchte, Erbsen, Bohnen und Dicke Bohnen, eine Pause von vier Jahren auf demselben Beet, sonst werden sie erbsenmüde und tragen kaum.
Erbsen im Hochbeet, im Kübel und auf dem Balkon
Das Hochbeet ist für Zuckererbsen der beste Platz, den wir kennen: sonnig, luftig, keine Staunässe, und die Pflanzen ranken über den Rand. Dafür säen wir die Reihe direkt an die Kante und lassen die Mitte für Salat oder Kohlrabi frei. Auf dem Balkon geht die Erbse im Kübel ab 20 Liter oder in einem langen Kasten, mit einem Rankgitter dahinter oder über die Brüstung hängend, die Markerbse auch ohne viel Hilfe. Im Topf braucht sie mehr Wasser als im Beet, aber immer noch keinen Dünger.
Typische Probleme und was dahintersteckt
Die Reihe bleibt lückenhaft
Vögel haben die Keimlinge abgepickt oder Mäuse die Körner geholt. Reihe bis zur Handhöhe mit Netz oder Zweigen schützen, nachsäen.
Halbrunde Buchten an den Blatträndern
Blattrandkäfer, harmlos bei kräftigen Pflanzen. Nichts tun, die Pflanzen wachsen darüber hinweg.
Die Pflanzen werden gelb
Staunässe, zu dichte Saat oder einfach das Ende der Kulturzeit bei Hitze. Bei Nässe lockern, im Hochsommer abräumen und im Juli die mehltaufeste Markerbse nachsäen.
Weißer Belag auf den Blättern
Echter Mehltau, im Spätsommer typisch. Luftig pflanzen, befallene Pflanzen abernten und entfernen, für Nachsaaten die Markerbse nehmen.
Maden in den Erbsen
Erbsenwickler, selten. Pflanzenreste nach der Ernte komplett entfernen, früh säen, Fruchtfolge einhalten.
Viele Blätter, wenige Schoten
Zu viel Dünger oder zu wenig Sonne. Nicht düngen, sonnigen Platz wählen, regelmäßig pflücken.
Die Pflanzen liegen am Boden
Rankhilfe fehlt oder kam zu spät. Reisig oder Netz setzen, solange die Pflanzen unter 10 cm sind.
Unsere Sorten
- Zuckererbse Weggiser: die Zuckerschote, 150 cm, violett blühend, süß und aromatisch, zum Naschen. 20 g für rund 60 Pflanzen, samenfest und bio.
- Markerbse Wunder von Kelvedon: 70 cm, früh, süße Erbsen zum Pulen, mehltaufest, auch für späte Aussaaten. 20 g.
- Wintererbse Sima: im Oktober säen, im Mai ernten, winterhart. 20 g.
- Wintererbse Gründüngung: die Winterbegrünung, die Stickstoff sammelt. 50 g für 10 m².
- Mischkulturset Blumenkohl, Erbsen und Rote Bete: sechs Tütchen mit Beetplan.
Alle Erbsen, Bohnen und Dicken Bohnen findest du in der Kategorie Hülsenfrüchte, die Aussaatzeiten im Aussaatkalender. Warum wir nur samenfestes Saatgut führen, steht im Ratgeber.
Mehr zu Erbsen
- Die anderen Hülsenfrüchte: Bohnen anbauen, Dicke Bohnen anbauen und Edamame anbauen
- Die guten Nachbarn: Salat anbauen, Möhren anbauen, Rote Bete anbauen und Blumenkohl anbauen
- Die Nachkultur am Hochbeet: Gurken anbauen
Häufige Fragen
Wann Erbsen säen?
Zucker- und Markerbsen ab Mitte März bis Ende Mai direkt ins Beet, Nachsaaten mit der Markerbse bis Juli. Wintererbsen im Oktober.
Kann man Erbsen noch im Juli säen?
Ja, mit der mehltaufesten Markerbse. Sie braucht 10 bis 12 Wochen und ist im September reif.
Wie tief und wie eng säen?
3 bis 4 cm tief, 3 bis 4 cm Abstand in der Reihe, Reihen 30 bis 40 cm auseinander.
Vorziehen oder direkt säen?
Direkt säen ist der Normalfall. Vorziehen in Quickpots lohnt, wenn das Beet noch belegt ist, dann als Ballen pflanzen, nicht pikieren.
Brauchen Zuckererbsen eine Rankhilfe?
Ja, 150 cm aus Reisig, Netz oder Draht, gesetzt bevor die Pflanzen 10 cm hoch sind. Am Hochbeet geht es ohne: über den Rand hinunterranken lassen.
Muss ich Erbsen düngen?
Nein. Erbsen sind Schwachzehrer und sammeln ihren Stickstoff selbst. Dünger bringt nur Blätter.
Wann Zuckererbsen ernten?
Solange die Schote flach ist und die Erbsen gerade sichtbar werden, ab Mitte Juni, alle zwei bis drei Tage. Lässt man sie hängen, gibt es stattdessen Erbsen.
Wann Markerbsen ernten?
Wenn die Hülse prall ist und die Erbsen noch zart und süß sind. Zu spät geerntet werden sie mehlig.
Wachsen Erbsen im Hochbeet oder auf dem Balkon?
Im Hochbeet sehr gut, am Rand gesät ranken sie hinunter. Auf dem Balkon im Kübel ab 20 Liter mit Rankgitter.
Welche Nachbarn passen zu Erbsen?
Salate, Stangensellerie, Möhren, Rote Bete, Kohl und Fenchel. Nicht neben Kartoffeln, Bohnen, Zwiebeln und Nachtschattengewächsen.
Was tun gegen Mehltau an Erbsen?
Luftig pflanzen, befallene Pflanzen abernten und entfernen. Für Sommersaaten die Markerbse Wunder von Kelvedon, sie ist widerstandsfähig.
Kann ich eigenes Saatgut nehmen?
Ja. Erbsen sind Selbstbestäuber, die Sorte bleibt rein. Schoten an der Pflanze trocken werden lassen, Körner auspulen, nachtrocknen und trocken lagern.


