Salat ist das Gemüse, das bei uns am längsten im Jahr auf dem Teller liegt: Die erste Platte säen wir im Januar unter der Leuchte, die letzte im September fürs Gewächshaus, und dazwischen jeden Monat eine neue. Das ist das ganze Geheimnis, denn Salat ist schnell, anspruchslos und wächst gern dort, wo gerade ein Kopf geerntet wurde. Nur zwei Dinge mag er nicht: Hitze beim Keimen und zu tiefes Pflanzen. Hier steht, wie wir Salat anbauen, was Kopf-, Pflück- und Eissalat unterscheidet, warum die Setzlinge aus der Erde gucken, wie der Salat über den Winter kommt und was zu tun ist, wenn er im Sommer schießt.

Salat auf einen Blick
| Aussaat | Januar bis März im Haus, April bis September draußen, Oktober fürs Gewächshaus. Alle vier bis sechs Wochen ein neuer Satz |
|---|---|
| Saattiefe | höchstens 0,3 bis 0,5 cm, Lichtkeimer |
| Bodentemperatur zum Keimen | 10 bis 16 °C, über 20 °C keimt Salat schlecht. Keimdauer ein bis zwei Wochen |
| Pikieren | ja, nach zwei bis vier Wochen, oder drei Korn je Quickpot und beim Pflanzen vereinzeln |
| Pflanzung | vier bis acht Wochen nach der Aussaat, hoch setzen. 25 bis 30 cm in der Reihe, Reihen 25 bis 30 cm |
| Kulturdauer | 8 bis 10 Wochen, Eissalat und Wintersalat 10 bis 12 |
| Ernte | April bis Dezember, Wintersalat bis ins Frühjahr |
| Standort | im Frühjahr und Herbst sonnig, im Sommer halbschattig |
| Nährstoffbedarf | Schwachzehrer, empfindlich gegen zu viel Stickstoff |
| Frost | Jungpflanzen vertragen leichte Fröste, Wintersalat überwintert im Beet |
| Saatgutmenge | 0,15 g sind rund 100 Pflanzen, ein Tütchen reicht für ein Jahr Salatplatten |
Kopfsalat, Pflücksalat oder Eissalat?
Alle drei sind dieselbe Art und wachsen gleich, der Unterschied liegt in der Ernte. Der Kopfsalat bildet einen weichen, geschlossenen Kopf, der mit einem Schnitt geerntet wird. Der Pflücksalat, bei uns Lollo in Grün und Rot, Eichblatt und Batavia, darf blattweise beerntet werden und wächst nach, bis man irgendwann doch den ganzen Kopf nimmt. Der Eissalat braucht zwei Wochen länger und bildet den festen, knackigen Kopf, den jeder aus dem Laden kennt, nur ohne den Transport. Auf unserer monatlichen Salatplatte sind alle dabei, denn gemischt schmeckt die Schüssel am besten. Der Batavia ist unser Favorit: robust, schnell, knackig und als Pflücksalat genauso gut wie als Kopf.
Aussaat: fein, flach und kühl
Salatsaat ist fein wie eine Prise Salz und wird auch so gesät: in feinkrümelige, nährstoffarme Aussaaterde gestreut, leicht angedrückt und höchstens mit einem Hauch Erde bedeckt, denn Salat ist Lichtkeimer. Tiefer als einen halben Zentimeter darf das Korn nie liegen. Wir säen entweder in eine Schale und pikieren später, oder gleich in die Quickpot-Platte, drei bis vier Korn je Topf, dann wird beim Pflanzen vereinzelt. Von Januar bis März steht die Platte im Haus unter der Leuchte, ab April draußen, im Oktober noch einmal fürs Gewächshaus.
Zum Keimen braucht Salat Kühle, 10 bis 16 °C, mehr nicht. Bei Hitze über 20 °C fällt er in eine Keimhemmung und kommt nicht. Deshalb stellen wir die Aussaatplatte im Sommer schattig und gießen mit kaltem Wasser an, bei uns direkt aus dem Brunnen. Ist es dagegen zu warm und zu dunkel, werden die Keimlinge lang und dünn. Dann hilft nur, sie beim Pikieren etwas tiefer zu setzen, eine Notlösung.
Pikieren und die Salatplatte
Nach zwei bis vier Wochen werden die Keimlinge vereinzelt, mit dem Pikierstäbchen in eine etwas gehaltvollere Erde, aber nicht in gedüngte, das wäre dem Salat zu viel. Wir pikieren lieber in größere Quickpots und lassen die Pflanzen dort länger stehen, bis zu acht Wochen, denn so verteilen wir die Jungpflanzen nach Bedarf im Garten, immer dann, wenn ein Platz frei wird. Und die Schnecken bekommen keine Keimlinge, sondern kräftige Setzlinge, die sie weniger interessieren. Wer sie trotzdem hat, legt ein Brett ins Beet, dreht es abends um und sammelt ab.

Pflanzen: hoch setzen, nicht tief
Beim Salat machen wir das Gegenteil von Kohl und Tomate: Die Setzlinge werden nicht tiefer gesetzt, sondern so hoch, dass der Ballen ein Stück aus der Erde guckt. Das sieht am Anfang falsch aus, hat aber einen Grund: Unter dem Herz zirkuliert Luft, und der Strunk fängt nicht an zu faulen. Abstand 25 bis 30 cm nach allen Seiten, dann angießen und mit Stroh mulchen. Der Mulch hält den Salat bei Starkregen sauber und spart Gießgänge.
Das Beet braucht keine Vorbereitung für Hungrige, Salat ist Schwachzehrer. Wir pflanzen Salat nach Salat: Ein Hochbeet ist bei uns das ganze Jahr damit bestückt, und wo ein Kopf geerntet ist, kommt der nächste Setzling hin. Im Frühjahr steht Salat sonnig, im Sommer lieber halbschattig, denn Hitze lässt ihn schießen, und im Herbst wieder in der Sonne. Zwischen Kohl, Tomaten und Kohlrabi ist er der Lückenfüller, der weg ist, bevor die Großen den Platz brauchen.
Pflege: fast nichts
Gießen bei Trockenheit, Mulch, fertig. Nachgedüngt wird nicht, Salat sammelt bei zu viel Stickstoff Nitrat in den Blättern und fault leichter. Nur wenn die Erde sichtbar ausgelaugt ist, bekommt das Beet vorher etwas Kleedünger. Netze braucht Salat nicht, nur im Hochbeet mit Hühnern im Garten ein Gitter.
Salat im Sommer: gegen das Schießen
Im Juli will jeder Salat blühen. Wird der Kopf in der Mitte hoch wie ein Hügel, ist es so weit, dann wird er bitter. Drei Dinge helfen: Aussaatplatte und Beet im Sommer schattig, kaltes Wasser, und Sorten, die schossfest sind, wie der Kopfsalat Lucinde oder der Eichblatt Till. Und immer kleine Mengen säen, alle vier Wochen eine Platte, dann wird nichts zu alt. Ein schießender Salat ist nicht giftig, nur bitter, und die jungen Blätter oben gehen noch in den Smoothie.

Salat im Winter: Baquieu und das Gewächshaus
Von Oktober bis März kaufen wir keinen Salat. Die Septemberaussaat kommt im Oktober ins Gewächshaus, wo die Tomaten gerade raus sind, und liefert bis Dezember. Für den Winter selbst nehmen wir den Wintersalat Baquieu, eine alte Sorte mit kleinen, rotbraun getönten Köpfen, die im August und September gesät, im Oktober gepflanzt und im Beet oder unter Vlies überwintert wird. Im zeitigen Frühjahr wächst er weiter und ist der erste Salat des Jahres. Dazu kommen in der Salatbar im Geodom Feldsalat, Postelein, Winterkresse und Asiasalate, die alle Frost vertragen. Mit einem geschützten Platz und etwas Planung gibt es bei uns zwölf Monate Blattgrün.

Gute Nachbarn und Fruchtfolge
Salat passt fast überall dazwischen: zu Tomaten, Kohlrabi, Kohl, Radieschen, Erbsen, Buschbohnen, Gurken, Möhren, Erdbeeren und Lauch. Nicht neben Petersilie und Sellerie. Fruchtfolge ist beim Salat entspannt, wir setzen Salat nach Salat ins selbe Hochbeet, nur das ganze Beet sollte nicht jedes Jahr nur Salat tragen. Als Vorkultur vor Buschbohnen und Kohl ist er ideal, als Nachkultur nach allem, was im Sommer frei wird.
Ernte: pflücken, schneiden, nachsetzen
Beim Pflücksalat gehen wir ab der dritten Woche nach dem Pflanzen durch das Beet und nehmen außen ein paar Blätter mit, so wächst der Kopf in der Mitte kompakter nach. Kopfsalat und Eissalat ernten wir, sobald der Kopf fest ist, mit dem Messer knapp über dem Boden, morgens, dann sind die Blätter am knackigsten. Unbegrenzt warten geht nicht, irgendwann schießt er. An die freie Stelle kommt sofort der nächste Setzling von der Platte. Salat hält im Kühlschrank in einem feuchten Tuch drei bis vier Tage, Eissalat eine Woche, und die jungen Blätter der ersten Aussaat ernten wir als Baby-Leaf, wenn sie handlang sind.
Typische Probleme und was dahintersteckt
Die Saat keimt nicht
Zu warm oder zu tief gesät. Salat keimt bei 10 bis 16 °C und mit Licht. Platte schattig stellen, kalt angießen, nur andrücken.
Lange, dünne Keimlinge
Zu warm und zu dunkel. Kühler und heller stellen, beim Pikieren etwas tiefer setzen.
Der Salat schießt
Hitze, Trockenheit oder zu lange gestanden. Im Sommer halbschattig, kaltes Wasser, kleine Sätze, schossfeste Sorten.
Der Strunk fault
Zu tief gepflanzt oder zu nass. Setzlinge hoch setzen, mulchen, am Boden gießen.
Angefressene Köpfe
Schnecken. Kräftige Setzlinge statt Keimlinge pflanzen, Bretter auslegen und absammeln.
Grüne Läuse zwischen den Blättern
Blattläuse, oft bei Hitze. Abbrausen, Marienkäfer, befallene Köpfe früh ernten und gut waschen.
Braune Blattränder
Zu viel Dünger oder Wassermangel bei Hitze. Nicht nachdüngen, gleichmäßig gießen.
Unsere Sorten
Alle samenfest und bio, ein Tütchen mit 0,15 g reicht für rund 100 Pflanzen.
- Batavia Maravilla: rot getuscht, glänzend, knackig, als Pflück- und Kopfsalat, unser Favorit für die ganze Saison.
- Kopfsalat Lucinde: kompakter, mittelschwerer Kopf, schießt auch im Sommer nicht.
- Eissalat Mythos: fester, knackiger Kopf, widerstandsfähig gegen Mehltau und Fäulnis.
- Eichblattsalat Till und Roter Eichblattsalat: gezipfelte Blätter, schossfest, auch als Baby-Leaf.
- Lollo Bionda und Lollo Rossa: stark gekraust, locker, der Hingucker in jeder Schüssel.
- Wintersalat Baquieu: die alte Sorte für den Winter im Beet, im August und September säen.
- Lattich und Spargelsalat: die länglichen Verwandten, der Spargelsalat liefert im Herbst zusätzlich seinen Stängel.
- Mischkulturset Winterkohl, Sellerie und Salat: das Herbstbeet mit Anleitung.
Alle Salate und Blattgemüse findest du in der Kategorie Blattgemüse, die Aussaatzeiten im Aussaatkalender. Warum wir nur samenfestes Saatgut führen, steht im Ratgeber.
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Häufige Fragen
Wann Salat säen?
Von Januar bis September alle vier bis sechs Wochen, im Oktober noch einmal fürs Gewächshaus. Wintersalat im August und September.
Vorziehen oder direkt säen?
Vorziehen. Setzlinge lassen sich nach Bedarf verteilen und sind für Schnecken weniger interessant als Keimlinge.
Welche Keimtemperatur?
10 bis 16 °C. Über 20 °C keimt Salat kaum, deshalb im Sommer schattig stellen und kalt gießen.
Wie tief pikieren und pflanzen?
Beim Pikieren etwas tiefer, wenn die Keimlinge lang sind. Beim Pflanzen hoch setzen, der Ballen darf aus der Erde gucken.
Welcher Abstand?
25 bis 30 cm nach allen Seiten. Pflücksalat darf etwas enger stehen.
Wie lange bis zur Ernte?
8 bis 10 Wochen ab Aussaat, Eissalat und Wintersalat 10 bis 12.
Warum schießt mein Salat?
Hitze und Trockenheit oder er stand zu lange. Halbschatten, kaltes Wasser, kleine Sätze und schossfeste Sorten.
Wächst Salat im Hochbeet oder Topf?
Im Hochbeet ist er bei uns das ganze Jahr, im Topf oder Balkonkasten ab 15 cm Tiefe ebenfalls, als Pflücksalat besonders gut.
Kann man Salat im Winter anbauen?
Ja, mit Wintersalat Baquieu im Beet oder unter Vlies und mit Feldsalat, Postelein und Asiasalaten im Gewächshaus.
Wie oft kann ich Pflücksalat ernten?
Alle paar Tage ein paar äußere Blätter, über sechs bis acht Wochen. Dann den Kopf schneiden und nachsetzen.


