Gemüse vor dem Frost ernten hat bei uns Anfang November Vorrang. Die goldene Herbstsonne wärmt noch, aber der Frost steht vor der Tür. Wir gehen deshalb über den Gemüseacker, durch den Folientunnel und in den großen Gemüsegarten, füllen unsere Gemüsekörbchen und zeigen dir, wie wir Kohl, Kräuter und Wurzelgemüse haltbar machen.
Ernte im November auf einen Blick
| Was | Das machen wir jetzt | Aussaat im nächsten Jahr |
|---|---|---|
| Tomaten | vor dem Frost abernten, einige reifen im Haus nach | März und April im Haus |
| Wirsing spät | nach Bedarf ernten, vor stärkerem Frost (womöglich mit Nässe) abernten, dunkel und kühl lagern | April und Mai im Freiland |
| Roter Spitzkohl | jetzt ist Erntezeit | – |
| Physalis | vollreife Früchte pflücken, immer wieder durchgehen | Februar und März im Haus |
| Freilandpaprika | letzte Früchte ernten und frisch essen | März im Haus |
| Spitzpaprika Pantos | im Folientunnel weiter ernten | Februar und März im Haus |
| Petersilie | oberes Drittel ernten und einfrieren | März und April im Haus, Mai bis Juli im Freiland |
| Pastinake | ausgraben, weil die Wühlmaus im Beet ist, dann einlagern | April und Mai im Freiland |
Wann du im nächsten Jahr was säst, zeigt dir auch unser Aussaatkalender.
Wirsing ernten bei Frost: unser Winterwirsing

Gleich neben den Tomaten wächst bei uns der Wirsing. Unser Winterwirsing, im Shop Wirsing spät, ist für uns ein unkompliziertes Kohlgemüse: Wir bauen ihn seit Jahren ohne Netze an, und Weiße Fliegen sind dabei kein Thema. Wichtig ist nur, an die Aussaat im April und Mai zu denken. Die Anleitung Wirsing anbauen zeigt, wie wir ihn von der Aussaat an ziehen.
Geerntet wird nach Bedarf. Wir schneiden die Köpfe einfach heraus und lagern sie dunkel und kühl im Haus. So ist die Ernte schon drin, falls in den nächsten Tagen wieder Regen kommt. Ein bisschen Frost macht dem Wirsing überhaupt nichts aus. Kommen aber stärkere Fröste und womöglich noch Nässe dazu, ist er besser schon geerntet, damit er nicht fault oder von innen weggammelt. Wenn es draußen ungemütlich wird, ist ein schöner Rahmwirsing genau das Richtige, bei uns in der Familie immer mit Kartoffeln.
Roter Spitzkohl: der Unterschied zum klassischen Spitzkohl

Den roten Spitzkohl haben wir noch nicht so lange wie den Winterwirsing, vielleicht seit zwei Jahren. Gut zu wissen ist der Unterschied zum klassischen Spitzkohl: Der ist sehr früh im Anbau und lockerer, du kannst ihn toll zu Krautsalat verarbeiten. Auch der rote Spitzkohl passt gut in den Krautsalat, er wächst aber eher fester und kompakter und braucht länger, so wie Wirsing oder Weißkohl. Bau ihn deshalb an wie diese beiden, mehr dazu unter Weißkohl anbauen.
Jetzt ist Erntezeit, und wir holen einen schönen, festen roten Kopf aus dem Beet. Mit seiner Zipfelmütze obendrauf sieht er ein bisschen märchenhaft aus.
Physalis ernten: immer wieder reife Früchte
Neben den Königskerzen wachsen bei uns die Physalis. Dort haben wir schon öfter geerntet, denn es wird selten alles gleichzeitig reif, und wer mehrere Sätze anbaut, kann immer wieder ernten. Die Früchte in den goldenen Lampions sind süß und fruchtig. Zu zweit haben wir eine ganze Kiste vollreifer Physalis gepflückt, und das Schwierigste dabei war, nicht zu viele direkt zu naschen. In den nächsten Tagen gehen wir vielleicht noch einmal durch. Hast du in diesem Jahr keine Physalis, merk sie dir für das nächste Jahr vor. Wie du sie vorziehst und pflegst, erklärt die Anleitung Physalis anbauen.
Paprika im November ernten: Freiland und Folientunnel
Eigentlich hängen im November draußen keine Paprika mehr, bei uns aber schon, und mit so einer Menge hatten wir gar nicht gerechnet. Unsere Freilandpaprika begeistert uns immer wieder: Sie schmeckt köstlich, wächst gut und ist robust. Die Früchte, die wir jetzt ernten, essen wir frisch. Saatgut haben wir schon vorher von den schönsten Früchten gewonnen.
Im Folientunnel steht unsere rote Spitzpaprika Pantos geschützt. Auch dort ernten wir noch eine Runde. Wir denken, dass sie uns selbst im Dezember, wenn die ersten Fröste da sind, noch Früchte bringt. Welche frühen und späten Sorten bei uns reif werden, zeigt der Beitrag Paprika-Sorten für den Norden, die Anleitung findest du unter Paprika anbauen.
Petersilie ernten und einfrieren
Frische Kräuter dürfen in der Küche nicht fehlen, und die Petersilie muss jetzt dringend noch rein. Wir ernten den oberen Teil, ungefähr ein Drittel, und sortieren zwischendurch ein bisschen aus. Die Petersilie ist frisch, knackig und enthält viel Vitamin C. Haltbar machen wir sie durch Einfrieren, dafür lohnt es sich, jetzt noch in den Garten zu gehen. Wie du sie säst und pflegst, steht unter Petersilie anbauen. Als Doldenblütler mag Petersilie andere Doldenblütler nicht gern in der Nachbarschaft. Die Pastinaken gehören ebenfalls dazu und wachsen deshalb bei uns an anderer Stelle.
Pastinaken ernten, bevor die Wühlmaus zuschlägt

Im unteren Beetbereich des großen Gemüsegartens sah zu Beginn der Saison alles ordentlich aus, mit Möhren und Zwiebeln. Jetzt ist alles wild überwuchert, das ist der Lauf der Dinge. Das eigentliche Problem ist die Wühlmaus, die das Beet entdeckt hat. Deshalb räumen wir unser Wurzelgemüse jetzt ab und fangen mit der Pastinake an. Grab dabei tief genug, sonst bricht die Wurzel ab; bei uns ist nur wenig abgebrochen. Für heute reicht uns eine kleine Ernte, in den nächsten Tagen räumen wir das Beet ganz ab und lagern die Pastinaken ein. Die Aussaat beschreiben wir unter Pastinaken anbauen.
Wurzelgemüse lagern: Hochbeet, Erdkeller oder Sand
Wurzelgemüse im Hochbeet überwintern
Hast du Hochbeete, lohnt es sich, Wurzelgemüse wie Pastinaken, Schwarzwurzeln, Haferwurzeln und Möhren dort anzubauen. Es ist winterfest. Du mulchst das Beet ordentlich mit Stroh, und auch wenn es friert, schiebst du das Stroh einfach zur Seite und erntest, wann du es brauchst. So haben wir es früher in unseren Hochbeeten gemacht. Einen Platz für neue Hochbeete hätten wir schon im Blick, und Steine sind auch da, gemauert ist aber noch nichts. Zu den einzelnen Arten findest du im Lexikon die Einträge Schwarzwurzeln anbauen und Möhren anbauen.
Wurzelgemüse einlagern: Erdkeller, Sand oder Tonne
Nach der Ernte gibt es mehrere Wege, Wurzelgemüse haltbar zu machen: Du lagerst es in einem Erdkeller, auch einem improvisierten, oder du sandest es ein. Wir haben es in unseren Kartoffeltonnen gemacht, ein großes Hochbeet geht genauso. Du gräbst ein Loch, legst das Gemüse hinein und schüttest es wieder zu. Füll dabei den Rand nicht mit Gemüse, sondern lass dort eine breite Schicht Erde. Wenn es friert, sind die Wurzeln außen nicht mehr so schön, in der Mitte bleiben sie gut. Weitere Ideen zum Lagern findest du im Beitrag Gemüse einlagern. Wie wir im November 2024 vor dem Frost geerntet haben, zeigt der Beitrag Schneller als der Frost.
Häufige Fragen zur Ernte vor dem Frost
Welches Gemüse wird vor dem ersten Frost geerntet?
Bei uns kommen jetzt die Tomaten, die Physalis und die Paprika aus dem Freiland rein, dazu die Petersilie. Wirsing verträgt leichten Frost, vor stärkerem Frost, womöglich noch mit Nässe, ernten wir ihn aber ab. Die Pastinaken holen wir jetzt aus dem Beet, weil die Wühlmaus es entdeckt hat.
Verträgt Wirsing Frost?
Ein bisschen Frost macht ihm überhaupt nichts aus. Kommen stärkere Fröste und womöglich noch Nässe dazu, ist er besser schon geerntet, sonst kann er faulen. Bis dahin ernten wir nach Bedarf und lagern die Köpfe dunkel und kühl im Haus.
Kann man Wurzelgemüse in Sand lagern?
Ja, Einsanden ist eine Möglichkeit, eine andere ist der Erdkeller. Du kannst Pastinaken und anderes Wurzelgemüse auch in eine Tonne oder ein großes Hochbeet einbuddeln. Lass dabei am Rand eine breite Schicht Erde frei, damit die Wurzeln bei Frost geschützt in der Mitte liegen.
Kann man Petersilie einfrieren?
Ja, so machen wir sie haltbar. Wir ernten den oberen Teil der Pflanzen, ungefähr ein Drittel, sortieren kurz aus und frieren die Petersilie ein.
Reifen Tomaten im Haus nach?
Ja. Vor dem Frost ernten wir die Tomaten ab, und einige dürfen im Haus nachreifen. Das lohnt sich.
Gemüse selbst anzubauen ist wertvoll: Es ist gesund und günstiger, du hast eine tolle Auswahl und weißt, was du isst. Klar ist es Arbeit, aber es macht auch ein Stück unabhängig. Dafür brauchst du keinen großen Hof; schau, wo bei dir noch ein Kübel hinpasst oder ob du bei Oma im Garten etwas anbauen kannst. Für die Beetplanung haben wir eine eigene App entwickelt, den Gartengemüsekiosk Beetplaner, ursprünglich für uns selbst. Ein Video dazu kommt bald.
Was machst du am liebsten aus Wirsing, und hast du unseren roten Spitzkohl schon angebaut? Schreib es uns gern unter das Video auf unserem YouTube-Kanal Gartengemüsekiosk.
📖 Anbau-Anleitungen zu diesem Beitrag – Aussaat, Pflege und Ernte aus unserem Garten, mit Video:


