Paprika-Sorten für den Norden: was bei uns reif wird

Welche Paprika wird im Norden wirklich reif? Unsere Sorten aus Folientunnel, Geodom, Kübel und Freiland – mit ehrlichem Freiland-Test.

Inhaltsverzeichnis

Paprika-Sorten, die im Norden reif werden, gibt es mehr, als viele denken. Früher dachte ich auch, eine schöne Blockpaprika kommt immer irgendwo aus dem Süden. Heute ernten wir bei uns jeden Spätsommer kistenweise eigene Paprika – aus dem Folientunnel, dem Geodom, dem Kübel an der Hauswand und sogar aus dem Freiland. Welche Sorten bei uns wo wachsen und welche draußen nicht reif werden, zeigen wir dir hier.

Paprika-Sorten auf einen Blick

SorteTypWo sie bei uns wächstWas sie auszeichnet
Blockpaprika JumboBlockpaprika, rotFolientunneldickfleischig, 6 bis 9 Früchte je Pflanze
Spitzpaprika PantosSpitzpaprika, rotFolientunnelsehr aromatisch, bei uns reif ab Mitte September
Spitzpaprika Lady LouSpitzpaprika, orangeFolientunnel, Kübel an der Hauswandsüß und mild, viele Früchte, reif ab Ende August
Snackpaprika HamikSnackpaprika, orangeGeodom, Kübel an der Hauswandsüß, üppig, wenig Samen
Rote Snackpaprika (neu)Snackpaprika, rotFolientunnelkompakt, sehr viele Früchte – noch im Test
Freilandpaprika RossoSpitzpaprika, rotFreilandreif ab Mitte September, auch ohne Gewächshaus
Bratpaprika Pimientos de PadrónBratpaprikaFreiland, Kübelwird grün geerntet, für Tapas
Chili JalapeñoChiliTopf an der Hauswandleicht scharf
Türkischer GewürzpaprikaGewürzpaprikaTopf an der Hauswandschärfer als Jalapeño, intensiv und süß
Chili de CayenneChiliTopf an der Hauswanddie schärfste der drei

Die Eckdaten für die Anzucht gelten für alle Paprika: Ausgesät wird im Februar mit Zusatzlicht oder im März im Haus, bei 20 bis 25 °C Keimtemperatur und 0,5 bis 1 cm tief. Die Jungpflanzen werden pikiert und mit 50 cm Abstand in der Reihe und 70 cm zwischen den Reihen gepflanzt. Chili darf schon ab Dezember gesät werden. Was sonst noch im Februar in die Anzuchtschalen kommt, findest du in unserer Aussaat für Februar.

Blockpaprika im Folientunnel: wenige, aber große Früchte

Die Blockpaprika Jumbo steht bei uns im Folientunnel. Der größte Vorteil dort: Es funktioniert überhaupt. Paprika liebt Wärme, und unter Folie wächst sie schön. Wir ernten etwa sechs bis neun Früchte pro Pflanze. Das ist nicht viel, dafür sind die Früchte, die sie ausbildet, groß und wunderschön.

Gepflückt wird, wenn die Früchte rot sind. Grüne Paprika kannst du aber genauso essen, sie ist nur noch nicht reif. Wenn die Saison zu Ende geht und noch halbrote oder grüne Früchte an der Pflanze hängen, landen die bei uns genauso in der Küche.

Spitzpaprika: rot fürs Aroma, orange für den Ertrag

Unsere rote Spitzpaprika Pantos haben wir schon lange im Sortiment, weil sie so aromatisch ist – sehr intensiv im eigenen Geschmack. Auch sie braucht den geschützten Anbau und Wärme. Die Pflanzen stehen sattgrün und gesund im Tunnel, mit vielen grünen und schon einigen roten Früchten. Die Ernte beginnt bei uns erst Mitte September und zieht sich dann.

Orange Spitzpaprika Lady Lou an der Pflanze
Die orange Spitzpaprika reift früher und trägt mehr Früchte als die rote.

Die orange Spitzpaprika Lady Lou ist mit der Reife flotter unterwegs: Ab Ende August ernten wir in mehreren Durchgängen. Ihre Früchte sind etwas kleiner als die der roten, dafür hängen deutlich mehr an jeder Pflanze. Vom Geschmack her ist sie nicht ganz so aromatisch wie eine klassische Paprika, aber süßer und mild – perfekt für die Snackbox, mit Dip auf der Couch, im Salat oder in Streifen eingefroren für die Pizza. Du kannst sie sogar geschützt im Kübel an der Hauswand ziehen. Dort bringt sie etwas weniger Ertrag – aber sie trägt so üppig, dass immer noch reichlich bleibt.

Snackpaprika für Kübel, Hauswand und Kinder

Die orange Snackpaprika Hamik haben wir schon länger im Sortiment, und von euch kommt dazu besonders viel begeisterte Rückmeldung. Orange Früchte sind etwas milder und vor allem süßer. Wer Kinder hat und nicht viele Pflanzen, muss aufpassen, dass er selbst noch welche abbekommt. Bei uns steht sie im Geodom, wird dort etwas höher und sehr üppig, und wir können oft und regelmäßig ernten. Im Kübel an der Hauswand hat sie bei uns ebenfalls gut funktioniert.

Neu im Test: eine rote Snackpaprika

In diesem Jahr haben wir eine rote Snackpaprika ausprobiert, die uns völlig begeistert. Sie wächst kompakter und nicht so hoch, und an den Pflanzen hängen unheimlich viele kleine Früchte. Auch hier setzen wir immer zwei Pflanzen zusammen. Geerntet haben wir schon in zwei Durchgängen, sie ist recht früh reif. Wie sie sich an der Hauswand oder im Freiland schlägt, wissen wir noch nicht – im Tunnel ist sie sehr ertragreich. Im Shop gibt es sie noch nicht. Ob sie ins Sortiment kommt, hängt auch von euch ab: Schreib uns gern unter das Video, ob du sie haben möchtest.

Warum Paprika-Saatgut Handarbeit ist

Für Paprika gibt es keine Maschine, die die Früchte auseinandernimmt und die Samen sortiert. Bei uns wird jede Paprika von Hand geöffnet und das Saatgut von Hand gewonnen. Gerade die Snackpaprika hat nur wenige Samen in der Frucht. Beim Essen ist das wunderbar, viel Fruchtfleisch und kaum Kerne. Für die Saatgutgewinnung heißt es: mehr Früchte und mehr Geduld. Warum wir auf samenfeste Sorten setzen, von denen du selbst Saatgut nehmen kannst, erklären wir in unserem Ratgeber Samenfestes Saatgut.

Scharfe Sorten für den Topf: Jalapeño, Gewürzpaprika, Cayenne

Wer es lieber schärfer mag, findet bei uns drei Sorten, die sich gut abstufen lassen:

  • Chili Jalapeño erkennst du an der Maserung außen. Sie ist nur leicht scharf, eingelegt kann ich sie sogar gut essen.
  • Der Türkische Gewürzpaprika ist größer und blockiger, fast wie eine Snackpaprika – aber Achtung, er ist schärfer als die Jalapeño. Das Besondere ist sein sehr intensiver Paprikageschmack mit einer Süße dazu. Wir geben ihn ins Essen oder trocknen und vermahlen ihn zu Gewürzpulver.
  • Chili de Cayenne ist die schärfste der drei.

Alle drei lassen sich einfach im Topf anbauen. Ein Gewächshaus brauchst du dafür nicht unbedingt, an der Hauswand klappt das gut.

Paprika im Freiland: die Sorte macht den Unterschied

Warum hält sich die Meinung, Paprika ließe sich bei uns nicht im Freiland anbauen? Wir haben es bewusst ausprobiert.

Unser Test mit gelber Blockpaprika

Im Gewächshaus funktioniert die gelbe Blockpaprika bei uns wunderbar, genau wie die rote. Im Freilandbeet wachsen die Pflanzen auch schön und kompakt und setzen Früchte an. Das Problem ist das Ausreifen: Ende September hängen dort noch sehr viele grüne Früchte. Nur einzelne, kleinere Früchte werden gelb. Grüne Paprika kann man essen, aber das ist nicht der Anbau, den wir uns wünschen.

Freilandpaprika Rosso: reif ab Mitte September

Mit der richtigen Sorte geht es. Unsere Freilandpaprika Rosso ist über mehrere Jahre an unseren Standort angepasst, und die Ernte beginnt auch im Beet Mitte September – nicht später als im Tunnel. Es ist eine Spitzpaprika, nicht so dickfleischig wie eine Blockpaprika, aber mit genug Fruchtfleisch und richtig gutem Aroma. Wir essen sie frisch oder als Ofengemüse. Ob dein Gewächshaus schon voll ist oder du gar keins hast: Auf eigene Paprika musst du nicht verzichten.

Zu zweit pflanzen und die Früchte vom Boden fernhalten

Wir setzen Paprika immer zu zweit in ein Pflanzloch. Die beiden Pflanzen stützen sich gegenseitig, das hat sich bei uns bewährt. Bei viel Wind haben sich ein, zwei Pflanzen trotzdem etwas hingelegt – anbinden hätte geholfen. Wichtig ist, dass die Früchte nicht auf dem Boden liegen. Wird es nass, fangen sie dort schnell an zu faulen, egal ob im Gewächshaus oder draußen.

Bratpaprika: grün ernten und gleichmäßig gießen

Grüne Bratpaprika Pimientos de Padrón an der Pflanze
Bratpaprika werden grün geerntet – ausgereift färben sie sich rot.

Eine Paprika, die gar nicht rot werden soll: die Bratpaprika Pimientos de Padrón. Sie wird klassisch grün geerntet, kommt in die Pfanne, dazu grobes Meersalz und Brot – fertig sind die Tapas wie im Spanienurlaub. Lässt du sie ausreifen, werden auch sie rot. Sie wächst bei uns im Freiland und im Kübel.

Bei der Schärfe ist sie ein kleines Roulette: Die meisten Schoten sind mild, ab und zu ist eine scharfe dabei. Grundsätzlich gilt bei Paprika, Chili und Bratpaprika: Je mehr Stress die Pflanzen haben, etwa durch Trockenheit oder unregelmäßiges Gießen, desto eher werden die Früchte scharf. Mit einer gleichmäßigen Wasserversorgung stehen die Chancen besser, dass sie mild bleiben.

Paprika ernten und haltbar machen

Jen mit zwei Kisten frisch geernteter roter Paprika im Gemüsegarten
Ab dem Spätsommer ernten wir Paprika kistenweise.

Paprika ist ein Saisongemüse. Wenn du die Saison nutzt, hast du ab dem Spätsommer richtig schöne eigene Früchte, und dann meist mehr, als du frisch essen kannst. Wir machen die Ernte auf drei Wegen haltbar:

  • getrocknet und zu Paprikapulver vermahlen,
  • als Soße, gern gemischt mit Tomaten, Zwiebeln und Knoblauch,
  • in Streifen geschnitten und eingefroren, damit wir sie bei Bedarf direkt griffbereit haben.

Wie eine richtig große Paprikaernte bei uns aussieht, zeigen wir in Paprika ohne Ende. Wenn du Paprika von der Aussaat an Schritt für Schritt begleiten möchtest, schau in unser Video Paprika erfolgreich anbauen. Anleitungen für viele weitere Gemüsearten sammeln wir in unserer Übersicht Gemüse anbauen, und alle Paprika-, Chili- und Tomatensorten findest du beim Fruchtgemüse.

Häufige Fragen zu Paprika-Sorten

Kann man Paprika im Freiland anbauen?

Ja, mit der passenden Sorte. Unsere Freilandpaprika Rosso wird im Beet ab Mitte September reif. Viele andere Sorten wachsen draußen zwar gut, reifen im Norden aber nicht mehr aus – bei unserer gelben Blockpaprika hingen Ende September noch überwiegend grüne Früchte.

Welche Paprika-Sorten eignen sich für den Kübel?

Die Snackpaprika Hamik hat sich bei uns im Kübel an der Hauswand bewährt. Auch die orange Spitzpaprika Lady Lou kannst du dort geschützt ziehen, dazu Bratpaprika und die scharfen Sorten Jalapeño, Gewürzpaprika und Cayenne. Im Kübel fällt die Ernte etwas kleiner aus als im Tunnel.

Warum wird meine Paprika nicht rot?

Paprika braucht Wärme, um auszureifen. Im Freiland fehlt im Norden dafür oft die Zeit: Unsere gelbe Blockpaprika blieb draußen bis Ende September überwiegend grün, im Gewächshaus reift dieselbe Sorte gut aus. Unter Folie oder mit einer Freilandsorte klappt es.

Kann man grüne Paprika essen?

Ja. Grüne Paprika ist einfach noch nicht reif. Zum Ende der Saison verwerten wir auch halbrote und grüne Früchte, und die Bratpaprika wird ohnehin grün geerntet.

Warum wird Paprika scharf?

Stress macht scharf: Trockenheit und unregelmäßiges Gießen erhöhen die Wahrscheinlichkeit, dass Paprika, Chili und Bratpaprika schärfer ausfallen. Mit gleichmäßiger Wasserversorgung bleiben sie eher mild.

Warum pflanzt ihr Paprika immer zu zweit?

Zwei Pflanzen in einem Pflanzloch stützen sich gegenseitig. Das hat sich bei uns im Tunnel wie im Freiland bewährt. Bei starkem Wind lohnt es sich trotzdem, sie anzubinden, damit keine Früchte auf dem Boden liegen.

Und jetzt du: Welche Paprika wächst bei dir am besten – und soll unsere neue rote Snackpaprika ins Sortiment? Schreib es uns in die Kommentare unter dem Video. Jeden Sonntag gibt es ein neues Video aus unserem Garten auf unserem YouTube-Kanal.

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