Tomaten sind das Gemüse, mit dem bei uns alles angefangen hat, und das einzige, bei dem wir jedes Jahr wieder nicht genug bekommen. Zwanzig Sorten in Kübeln, im Gewächshaus und im Freiland, von der Johannisbeertomate bis zur Ananastomate mit 800 Gramm. Der Anbau ist nicht schwer, aber er hat ein paar Stellen, an denen es sich entscheidet: die Aussaat zum richtigen Zeitpunkt statt zu früh, das Pikieren bis zu den Keimblättern, ein kühler heller Platz für die Jungpflanzen und später das Gießen am Fuß statt über die Blätter. Hier steht, wie wir Tomaten anbauen, wann welche Sorte in die Erde kommt, was Ausgeizen bringt und wie wir die Kraut- und Braunfäule auf Abstand halten.

Tomaten auf einen Blick
| Aussaat | Februar bis April im Haus vorziehen, Januar nur mit Pflanzenleuchte und beheiztem Gewächshaus. Freiland- und Wildtomaten ab März |
|---|---|
| Saattiefe | 0,5 bis 1 cm, Tomaten keimen nur mit etwas Licht |
| Bodentemperatur zum Keimen | 18 bis 22 °C, Keimdauer ein bis drei Wochen. Danach kühler, nicht über 20 °C |
| Pikieren | ja, nach dem zweiten Blattpaar, bis zu den Keimblättern tiefer setzen |
| Pflanzung | Gewächshaus ab Ende April mit Frostwächter, Freiland nach den Eisheiligen Mitte Mai. In der Reihe 40 bis 60 cm, Reihen 80 bis 100 cm |
| Kulturdauer | 16 bis 18 Wochen ab Aussaat, Fleischtomaten 18 bis 20 |
| Ernte | Ende Juni bis zum ersten Frost, je nach Aussaat und Sorte |
| Standort | volle Sonne, warm, luftig, regengeschützt oder robuste Freilandsorte |
| Nährstoffbedarf | Starkzehrer, aber nicht überdüngen |
| Frost | keiner, auch keine kalten Nächte unter 5 °C |
| Saatgutmenge | 12 Korn sind rund 9 Pflanzen |
Wann Tomaten aussäen: Januar, Februar, März oder April?
Die Frage kommt jedes Jahr, und die Antwort hängt an Licht und Platz. Im Januar lohnt die Aussaat nur, wenn eine Pflanzenleuchte und ein beheizbares Gewächshaus da sind, in das die Pflanzen Ende April ziehen können. Wir haben es mit der Prinzentomate getestet: zwei bis drei Wochen frühere Ernte, dafür Umtopfen, Kunstlicht und ständiges Kühlhalten. Sinnvoll ist das für kleinfrüchtige Sorten und für alle, denen es im Januar in den Fingern juckt. Im Februar säen wir alle Sorten außer den Freilandtomaten, ebenfalls unter der Leuchte, gepflanzt wird Anfang Mai ins Gewächshaus.
Ab März geht alles, auch ohne Leuchte an einem Südfenster. Jetzt kommen die Freilandtomaten und die Wildtomaten dazu, gepflanzt wird nach den Eisheiligen Mitte bis Ende Mai. Anfang April ist immer noch kein Problem, erst Ende April rückt die Ernte spürbar nach hinten, und bei Fleischtomaten reifen dann vielleicht nur die unteren Früchte aus. Im Juni lohnt es nur noch für Cocktail- und Wildtomaten, und auch die tragen dann erst im September.
Aussaat: flach, warm, danach kühl
Wir säen in gedämpfte, nährstoffarme Aussaaterde und drücken die Körner nur leicht ein, höchstens einen halben bis einen Zentimeter tief, Tomatensamen wollen das Licht noch spüren. Zum Keimen brauchen sie Wärme, bei uns 20 bis 24 °C auf der Heizmatte oder in der Anzuchtstation, dann dauert es ein bis drei Wochen. Und jetzt kommt der Punkt, an dem die meisten Fensterbanktomaten scheitern: Sobald die Keimlinge stehen, müssen sie kühler und sehr hell. Über 20 °C und bei zu wenig Licht schießen sie zu dünnen, langen Fäden hoch, die später umkippen. Ein kühles, helles Zimmer oder das frostfreie Gewächshaus mit Leuchte ist der richtige Platz.

Pikieren: bis zu den Keimblättern in die Erde
Pikiert wird nicht nach dem Keimblattpaar, sondern wenn das zweite Blattpaar da ist, das erste mit der typischen gefiederten Tomatenform. Jede Pflanze bekommt ein Töpfchen von 9 mal 9 cm mit kräftigerer Erde, halb Aussaaterde und halb Kompost oder eine Gemüseerde. Und sie wird tief gesetzt, bis die Keimblätter fast auf der Erde liegen. Der eingegrabene Stängel bildet überall neue Wurzeln, die Pflanze steht stabil und holt sich mehr Wasser. Danach wieder kühl und hell, und sparsam gießen: erst, wenn die Oberfläche abgetrocknet ist. Wird eine Pflanze zu groß für den Topf, bevor sie raus darf, topfen wir ein zweites Mal um, wieder tiefer.
Zwei Wochen vor der Pflanzung beginnt das Abhärten. Stundenweise raus, zuerst an halbschattigen Tagen, denn die Blätter aus dem Haus bekommen in voller Sonne Sonnenbrand. Dann werden die Stunden länger, und die Pflanzen gewöhnen sich an Sonne, Nachttemperaturen und Wind.
Pflanzen: Gewächshaus, Freiland oder Kübel
Ab Ende April dürfen die ersten Tomaten ins Gewächshaus, wenn ein Frostwächter die kalten Nächte abfängt. Ins Freiland setzen wir erst nach den Eisheiligen, und wenn der Mai kalt ist, warten wir noch ein paar warme Tage ab. Bei uns stehen viele Tomaten geschützt an der Hauswand, dort fühlen sie sich sogar wohler als im kleinen Gewächshaus, weil die Luft durch die Blätter zieht. Das Beet wird vorher für den Starkzehrer vorbereitet: gut abgelagerter Pferdemist, Kompost oder Bokashi eingearbeitet, dazu Kleedünger und Urgesteinsmehl. Die unteren Blätter knipsen wir ab und setzen die Pflanze wieder tiefer als im Topf, der Stängel darf ruhig eine Handbreit in der Erde verschwinden. Dann angießen, mit effektiven Mikroorganismen, und dick mulchen mit Stroh oder Rasenschnitt.
Der Abstand ist großzügig: 40 bis 60 cm in der Reihe, zwischen den Reihen 80 bis 100 cm, mindestens aber ein halber Meter nach allen Seiten. Tomaten wollen es warm und luftig, enger Stand hält die Blätter nass. Stabtomaten bekommen gleich beim Pflanzen ihre Stütze: im Gewächshaus eine Schnur vom Tomatenhaken, im Freiland einen Spiralstab, um den die Pflanze einfach eingedreht wird.
Im Kübel braucht eine Tomate mindestens 20 Liter Erde, je größer, desto leichter die Pflege und desto höher der Ertrag. Unten ein Abzugsloch, in großen Kübeln eine Lage Pferdemist oder Bokashi als Depot, darüber nährstoffreiche, torffreie Erde, mit Kleedünger und Urgesteinsmehl gemischt. Tomate nach Tomate geht hier übrigens: Die Kübelerde vom Vorjahr arbeiten wir auf und nutzen sie wieder. Südseite oder Ostseite, gern mit einem kleinen Dachüberstand, Nord- und Westseite taugen nicht.
Freilandtomaten: mit der richtigen Sorte ohne Dach
Wer kein Gewächshaus hat oder darin lieber Gurken und Melonen zieht, nimmt Sorten, die fürs Freiland gezüchtet sind: die Cocktailtomate Philamina, die Freilandtomate Sieger und die beiden Wildtomaten. Auf einem Quadratmeter stehen bei uns vier Pflanzen, gepflanzt nach den Eisheiligen in ein Beet mit Mist oder Kompost, Vorkultur gern Spinat. Der große Vorteil draußen: Die Wurzeln gehen tief, holen Wasser und Nährstoffe von unten, und wir gießen im Freiland praktisch nicht, außer nach sechs bis acht Wochen ohne Regen. Mulch ist Pflicht, damit kein Regen Erde an die Blätter spritzt, und die unteren Blätter kommen nach und nach weg.
Zwei Dinge entscheiden im Freiland über die Braunfäule: der Abstand zu den Kartoffeln, so groß wie möglich, und der Wind. Bei uns kommt er meist aus Westen, also stehen die Tomaten westlich der Kartoffeln, damit der Wind von den Tomaten zu den Kartoffeln weht und nicht umgekehrt. Ende August oder Anfang September kappen wir die Spitzen, dann steckt die Pflanze ihre Kraft in die Früchte, die noch dran sind, statt weiter nach oben zu wachsen. Gesunde abgeschnittene Triebe bleiben als Mulch liegen.
Pflege: gießen, düngen, ausgeizen
Gießen so wenig wie möglich, so viel wie nötig: morgens, am Fuß der Pflanze, nie über die Blätter, und mit abgestandenem, nicht eiskaltem Wasser. Im Kübel entscheidet der Finger in der Erde, im Freiland der Regen. Nach einer Trockenphase nicht plötzlich fluten, sonst platzen die Früchte. Düngen nach dem gleichen Prinzip: Das vorbereitete Beet reicht lange, erst wenn die Blätter ab August blass oder gelblich werden, gibt es Brennnesseljauche oder einen flüssigen Bio-Dünger. Zu viel Stickstoff macht Laub statt Früchte und nimmt Geschmack. Sobald viele Früchte hängen, düngen wir weniger.
Ausgeizen heißt, die Triebe aus den Blattachseln zu entfernen, damit die Stabtomate eintriebig nach oben wächst. Wir machen das morgens, dann brechen die kleinen Geiztriebe sauber aus und die Wunde trocknet über den Tag ab, größere Triebe schneiden wir mit der Schere. Abends ist die Pflanze weicher, dann wickeln wir sie um die Schnur oder den Spiralstab. Buschtomaten und Wildtomaten werden nicht ausgegeizt, die dürfen wachsen, wie sie wollen, nur nicht auf dem Boden liegen. Die unteren Blätter entfernen wir nach und nach, so entsteht keine Wasserbrücke vom Boden zur Pflanze. Mehr Blätter nehmen wir nicht weg, sie schützen die Früchte vor Sonnenbrand und ernähren die Pflanze. Im Gewächshaus helfen wir bei der Bestäubung: ab und zu an der Schnur rütteln, oder mit der elektrischen Zahnbürste an die Blüten. Und Hygiene: eine Schere pro Standort oder zwischendurch reinigen, Hände waschen, bevor es vom Gewächshaus ins Freiland geht.

Kraut- und Braunfäule und andere Probleme
Braune Flecken auf Blättern und Früchten
Kraut- und Braunfäule, der Pilz, der auch Kartoffeln befällt und bei feuchtem Wetter innerhalb von Tagen die Pflanze holt. Vorbeugen: Abstand zu Kartoffeln, Wind beachten, nie über die Blätter gießen, untere Blätter entfernen, luftig halten, im Freiland robuste Sorten. Erste befallene Blätter sofort abschneiden und in den Müll. Als Hausmittel sprühen wir die Pflanze mit einem Teelöffel Backpulver auf einen Liter Wasser ein, zwischen zwei Durchgängen muss sie abtrocknen.
Die Frucht ist unten schwarz und eingesunken
Blütenendfäule, kein Pilz, sondern Kalziummangel durch ungleichmäßiges Gießen. Regelmäßig wässern, mulchen, befallene Früchte abnehmen, die nächsten werden gesund.
Die Früchte platzen
Zu viel Wasser auf einmal nach Trockenheit, oft nach einem Gewitter. Gleichmäßig gießen, mulchen, reife Früchte vor dem Regen ernten.
Lange, dünne, blasse Jungpflanzen
Zu warm und zu dunkel nach dem Keimen. Kühler und heller stellen, beim Pikieren und Pflanzen tiefer setzen, dann wird aus dem Stängel Wurzel.
Viele Blüten, keine Früchte
Über 30 °C im Gewächshaus verklebt der Pollen, bei Dauerregen fehlen die Bestäuber, zu viel Dünger macht Laub. Lüften, schütteln, weniger füttern.
Gelbe Blätter unten
Die untersten Blätter dürfen im Sommer gelb werden, das ist normal. Werden alle Blätter blass, hat die Pflanze Hunger, dann Jauche.
Gute Nachbarn und Fruchtfolge
Basilikum gehört zu Füßen jeder Tomate, grün und rot, bei uns ohne Ausnahme. Gut passen außerdem Petersilie, Gewürztagetes, Kohl und Kohlrabi, Buschbohnen, Knoblauch, Möhren, Radieschen, Thymian und Oregano. Nicht neben Kartoffeln, Erbsen, Fenchel, Auberginen, Gurken, Zucchini und Rote Bete. Im Beet halten wir die übliche Pause von drei bis vier Jahren, im Kübel verträgt die Tomate ihre eigene Nachfolge, wenn die Erde aufgearbeitet wird. Als Vorkultur passt Spinat, nach den Tomaten im Frühjahr kommen Dicke Bohnen aufs Beet.
Ernte, Nachreifen und eigenes Saatgut
Die ersten Früchte gibt es nach einer Aussaat im Februar mit Glück Ende Juni, nach einer Aussaat im März Ende Juli oder Anfang August. Kleinfrüchtige Sorten sind schneller, Fleischtomaten brauchen mehr Wärme und mehr Zeit, und wenn die großen Früchte schwer werden, stützen wir die Traube mit einem Band ab. Geerntet wird nach und nach bis zum ersten Frost. Was dann noch grün hängt, kommt zum Nachreifen ins Haus, in eine Kiste mit einem Apfel, der reift sie mit seinem Ethylen nach. Frisch essen, trocknen, einkochen, einfrieren: Eine Tomatensaison endet bei uns mit vollen Regalen.
Für eigenes Saatgut suchen wir die schönsten Früchte von gesunden Pflanzen aus, nicht die erste Frucht der Königsblüte und keine mit offenem Ring an der Unterseite. Die Samen mit dem Gel zwei, drei Tage in etwas Wasser gären lassen, abspülen, auf Küchenpapier trocknen. Tomaten befruchten sich meist selbst, aber nicht immer. Wer eine Sorte sicher rein halten will, stülpt vor dem Aufblühen ein Tütchen über die Blüte. Alle unsere Sorten sind samenfest, die Nachkommen tragen also dieselbe Sorte.

Unsere Sorten
Alle samenfest, alle bio, alle über Jahre bei uns im Beet. Für jeden Standort ist eine dabei.
Fürs Freiland: Freilandtomate Sieger, die altbewährte dünnhäutige Rote, die draußen wie drinnen trägt. Cocktailtomate Philamina, unsere Bonbontomate, früh, platzfest, lange Ernte. Wildtomate Rote Ribisel und Wildtomate Gelbe Johannisbeere, anspruchslos, braunfäuletolerant, als Busch ohne Ausgeizen.
Fleischtomaten fürs Gewächshaus oder den warmen Platz: Ananastomate, gestreift, marmoriert, bis 800 Gramm. Ochsenherztomate Sonnenherz, herzförmig, gelborange mit roter Spitze. Fleischtomate St. Pierre, der flachrunde Klassiker. Salattomate Berner Rose, rosa, weich, zergeht auf der Zunge. Prinzentomate Tschernij Prinz, braunrot mit roter Flammung. Tigertomate Pink, die große Pflaumentomate mit orange-pinker Marmorierung.
Zum Naschen und für die Soße: Kirschtomate Black Cherry, dunkelviolett, süß-würzig, platzfest. Birnentomate, gelb und birnenförmig. Flaschentomate San Marzano, die Soßentomate mit wenig Kernen.
- Tomatenset mit 11 Sorten: einmal quer durchs Sortiment.
- Mischkulturset Bunte Tomaten mit Basilikum: das Tomatenbeet mit Anleitung.
- Tomatenhaken mit Schnur: unser Aufleitsystem im Gewächshaus. Basilikum grün und rotviolett für die Mischkultur.
Alle Tomaten, Paprika und Auberginen findest du in der Kategorie Fruchtgemüse, die Aussaatzeiten im Aussaatkalender. Warum wir nur samenfestes Saatgut führen, steht im Ratgeber.
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Häufige Fragen
Wann Tomaten aussäen?
Februar bis März im Haus, mit Pflanzenleuchte ab Januar. Freilandtomaten ab März, Anfang April geht noch, danach wird die Ernte spät.
Welche Temperatur zum Keimen?
18 bis 24 °C. Nach dem Keimen kühler und sehr hell, sonst werden die Pflanzen lang und dünn.
Wann und wie tief pikieren?
Nach dem zweiten Blattpaar, in 9-cm-Töpfe, bis zu den Keimblättern tief.
Wann dürfen Tomaten raus?
Ins Gewächshaus ab Ende April mit Frostwächter, ins Freiland nach den Eisheiligen Mitte Mai, vorher zwei Wochen abhärten.
Welcher Abstand?
40 bis 60 cm in der Reihe, 80 bis 100 cm zwischen den Reihen, mindestens ein halber Meter rundherum.
Muss man Tomaten ausgeizen?
Stabtomaten ja, morgens, damit sie eintriebig wachsen. Busch- und Wildtomaten nein.
Wie oft gießen?
Im Freiland fast nie, im Kübel nach Fingerprobe, immer morgens am Fuß. Nach Trockenheit nicht fluten.
Wie groß muss der Kübel sein?
Mindestens 20 Liter pro Pflanze, mit Abzugsloch und nährstoffreicher Erde.
Kann man im Juni noch Tomaten säen?
Nur Cocktail- und Wildtomaten, die tragen dann ab September. Für alles andere ist es zu spät.
Was hilft gegen Kraut- und Braunfäule?
Abstand zu Kartoffeln, am Fuß gießen, untere Blätter entfernen, luftig halten, befallene Blätter sofort weg. Freilandsorten sind robuster.


