Kohlrabi anbauen: von Januar bis Juli säen, nicht zu tief pflanzen, von Mai bis Oktober ernten

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Kohlrabi ist der Kohl für Ungeduldige: zwölf Wochen von der Aussaat bis zur Knolle, kaum Platzbedarf, und er lässt sich von Januar bis Juli immer wieder neu säen. Bei uns steht er als Lückenfüller zwischen Blumenkohl und Tomaten, als erste Ernte im Mai und als letzte im Oktober. Schwierig ist nur eines: Er will gleichmäßig Wasser, sonst platzt die Knolle. Hier steht, wie wir Kohlrabi anbauen, warum die Jungpflanze nicht zu tief gesetzt werden darf, wann das Netz nötig ist und wie die lila Sorte den Sommer übersteht, ohne zu schießen.

Jen hält im Kuppelgewächshaus einen lila und einen weißen Kohlrabi mit Blättern in die Höhe
Mai im Gewächshaus: Azur Star und Rasko, im Februar gesät.

Kohlrabi auf einen Blick

AussaatFebruar bis März im Haus, April bis August draußen. Mit Pflanzenleuchte schon ab Mitte Januar, alle sechs bis acht Wochen ein neuer Satz
Saattiefe0,5 bis 1 cm
Bodentemperatur zum Keimen15 bis 20 °C, Keimdauer ein bis zwei Wochen
Pikierenja, nach zwei bis drei Wochen in Töpfchen
Pflanzungsechs bis acht Wochen nach der Aussaat, bis Ende März geschützt, ab April im Freiland bis in den August. 25 mal 25 cm, Herz über der Erde
Kulturdauer10 bis 12 Wochen ab Aussaat, Azur Star rund 15
ErnteMai bis Oktober, je nach Satz
Standortsonnig, im Hochsommer auch halbschattig, humoser, gleichmäßig feuchter Boden
NährstoffbedarfStarkzehrer, aber nicht überdüngen
FrostJungpflanzen vertragen leichte Fröste, Rasko ist frostwiderstandsfähig und schossfest
Saatgutmenge0,3 g sind rund 40 Pflanzen

Von Januar bis Juli säen: der Satz-Fahrplan

Ein einzelner Satz Kohlrabi ist in zwei Wochen gegessen. Deshalb säen wir ihn immer wieder, alle sechs bis acht Wochen, je nach Bedarf. Die erste Aussaat Mitte Januar bis Mitte Februar steht im Haus unter der Pflanzenleuchte und wird bis Ende März geschützt gepflanzt, ins Gewächshaus oder unter den Vliestunnel, Ernte ab Mai. Ab März reicht ein geschützter Platz für die Schalen, Gewächshaus oder Frühbeet. Ab April stehen die Aussaatschalen draußen, zur Not unter einem Netz, und die Pflanzen kommen ins Freiland. Die letzte Aussaat Mitte Juli wird im August gepflanzt und bringt im Oktober noch einmal zarte Knollen. Im Sommer darf Kohlrabi auch halbschattig stehen, im Frühjahr und Spätsommer will er Sonne.

Aussaat und Pikieren: nach drei Wochen in Töpfchen

Mit dem Pikierholz drücken wir Mulden in die Aussaaterde, legen je ein Korn hinein, 0,5 bis 1 cm tief, drücken an, beschriften und gießen an. Zum Keimen braucht Kohlrabi 15 bis 20 °C, nicht dauerhaft, aber die Temperatur muss erreicht werden, dann stehen die Keimlinge nach ein bis zwei Wochen. Beschriften ist bei Kohl nicht optional: Kohlrabi und Brokkoli sehen als Keimling gleich aus.

Nach zwei bis drei Wochen wird pikiert. Kohlrabi mag das, und er bekommt dabei gleich kräftigere Erde, Komposterde oder eine Mischung mit Aussaaterde, in großen Quickpots oder einzelnen Töpfchen. Je größer das Gefäß, desto länger kann die Jungpflanze warten, bis ein Beet frei ist. Haben wir in reine Aussaaterde pikiert, gibt es bis zur Pflanzung zwei Gaben halbe Dosis Flüssigdünger. Sechs bis acht Wochen nach der Aussaat sind die Pflanzen so weit, in kühlen Jahren auch zehn.

Pflanzen: nicht zu tief, das Herz bleibt oben

Der wichtigste Handgriff beim Kohlrabi ist das Gegenteil von dem bei anderen Kohlarten: nicht tiefer setzen. Der kleine Knubbel am Stängelgrund, das Herz der Pflanze, muss über der Erde bleiben. Sitzt er in der Erde, bildet sich die Knolle nicht richtig oder fault. Also bodengleich pflanzen, so tief wie im Topf, und mit den Fingern andrücken. Der Abstand ist mit 25 bis 30 cm in der Reihe und zwischen den Reihen klein, Kohlrabi braucht wenig Platz. Das Beet bereiten wir mit Kompost vor, damit die Knolle in zwölf Wochen ohne Nachdüngen zusammenkommt. Danach angießen und mulchen, mit Stroh oder Rasenschnitt.

Weil er so schnell ist, setzen wir Kohlrabi gern zwischen Pflanzen, die lange brauchen: zwischen Rotkohl und Weißkohl, zwischen den Blumenkohl, an den Rand des Tomatenbeets. Bis die großen Nachbarn den Platz brauchen, ist der Kohlrabi geerntet.

Ein lila Kohlrabi mit violetten Blattstielen wächst auf Strohmulch zwischen Salat
Azur Star zwischen Salat: Das Herz sitzt über der Erde, die Knolle liegt auf dem Mulch.

Pflege: gleichmäßig gießen, sonst platzt die Knolle

Das Schwierigste beim Kohlrabi ist die Regelmäßigkeit. Eine Trockenphase und danach ein Gewitterguss, und die Knolle reißt auf. Also lieber öfter mäßig gießen als selten viel, und mulchen, damit der Boden gleichmäßig feucht bleibt. Düngen müssen wir während der Kultur nicht, wenn das Beet vorbereitet war. Zu viel Dünger mag Kohlrabi sogar ausgesprochen schlecht, auch das lässt die Knolle platzen und macht sie holzig.

Beim frühen Anbau kommen wir meist ohne Netz aus. Ab Mai, wenn Kohlweißling und Kohlfliege fliegen, legen wir das Gemüseschutznetz auf, besonders dort, wo die Kohlfliege bekannt ist: Ihre Maden fressen an den Wurzeln, die Pflanze welkt an sonnigen Tagen. Mischkultur mit duftenden Kräutern wie Basilikum lenkt den Kohlweißling ab, bei starkem Druck ist das Netz sicherer.

Gute Nachbarn und Fruchtfolge

Kohlrabi ist der verträglichste Kohl: Er steht gern mit Tomaten, Auberginen, Mais, Spinat, Salat, Mangold, Bohnen, Erbsen, Rote Bete, Knollensellerie, Kartoffeln, Radieschen, Pastinaken und mit Kräutern. Nicht so gern mit Fenchel, Steckrüben, Zwiebeln, Knoblauch und Asiasalaten. Als Vorkultur passen die frühen Kartoffeln, nach deren Ernte setzen wir noch einen Satz. Nach einem Mai-Kohlrabi im Gewächshaus ziehen Tomaten, Paprika oder Salat ein, nach einem Sommersatz Buschbohnen oder Endivien. Wie bei allen Kohlarten gilt die Pause von vier Jahren auf demselben Beet, und auch Radieschen und Rettich zählen als Kohl.

Ernte: Tennisball bis Faust, mit Blättern

Erntereif ist Kohlrabi, sobald die Knolle Tennisballgröße hat, bei der Rasko darf sie auch faustgroß werden, sie bleibt zart. Geerntet wird mit dem Messer knapp über dem Boden oder mit der ganzen Wurzel, die dann abgeschnitten wird. Das Erntefenster reicht vom Mai bis Ende Oktober, je nachdem, wann gesät wurde. Die jungen Herzblätter sind essbar, fein geschnitten im Salat oder wie Spinat gedünstet. Im Kühlschrank hält die Knolle ohne Blätter ein bis zwei Wochen, zum Einfrieren wird sie gewürfelt und kurz blanchiert. Roh mit Salz ist er bei uns das beliebteste Gartenfrühstück, und wer Kinder vom Kohlrabi überzeugen will, schneidet Scheiben und drückt Plätzchenausstecher hinein.

Ein junger weißer Kohlrabi mit aufrechten Blattstielen auf Mulch im Beet
Rasko im Mai: eine Woche vor der Ernte.

Typische Probleme und was dahintersteckt

Die Knolle platzt

Zu viel Wasser auf einmal nach Trockenheit oder zu viel Dünger. Gleichmäßig gießen, mulchen, nicht nachdüngen. Geplatzte Knollen schmecken trotzdem.

Holzige Knolle

Zu lange gestanden oder Trockenstress. Lieber kleiner und rechtzeitig ernten, die Rasko verzeiht auch größere Knollen.

Keine Knolle, die Pflanze schießt

Kältereiz an jungen Pflanzen oder zu tief gepflanzt. Frühe Sätze geschützt pflanzen, schossfeste Sorten nehmen, das Herz über der Erde lassen.

Die Pflanze welkt an sonnigen Tagen

Kohlfliege, die Maden sitzen an der Wurzel. Pflanze entsorgen, beim nächsten Satz von Anfang an das Netz.

Löcher in den Blättern

Kleine Löcher an Jungpflanzen: Erdflöhe, die mögen es trocken, also feucht halten und mulchen. Große Fraßlöcher und Kot: Raupen vom Kohlweißling, absammeln und Netz.

Abgefressene Jungpflanzen

Tauben oder Schnecken. Netz oder Kragen, und die Schnecken morgens unter Brettern absammeln.

Unsere Sorten

  • Kohlrabi Rasko: weiße, runde Knolle, kälteresistent, frostwiderstandsfähig und schossfest, für Gewächshaus, Frühbeet und Freiland. Bleibt auch bei größerem Wuchs zart. 0,3 g sind rund 40 Pflanzen.
  • Lila Kohlrabi Azur Star: frühe Sorte mit blauvioletten, leicht plattrunden Knollen und weißem Fleisch, schossfest, mit Zusatzlicht ab Januar, im Freiland bis August. Der Hingucker im Beet, innen genauso zart wie der weiße.

Alle Kohlarten findest du in der Kategorie Kohlgemüse, die Aussaatzeiten im Aussaatkalender. Warum wir nur samenfestes Saatgut führen, steht im Ratgeber.

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Häufige Fragen

Wann Kohlrabi säen?

Mit Pflanzenleuchte ab Mitte Januar, ohne ab März geschützt, ab April draußen, bis Mitte Juli. Alle sechs bis acht Wochen ein neuer Satz.

Welche Keimtemperatur und welche Saattiefe?

15 bis 20 °C und 0,5 bis 1 cm tief. Die Keimung dauert ein bis zwei Wochen.

Wie tief Kohlrabi pflanzen?

So tief wie im Topf, keinesfalls tiefer. Das Herz am Stängelgrund muss über der Erde bleiben.

Welcher Abstand?

25 bis 30 cm nach allen Seiten. Kohlrabi passt auch zwischen größere Pflanzen.

Wie lange bis zur Ernte?

10 bis 12 Wochen ab Aussaat, die lila Azur Star rund 15. Sechs bis acht Wochen davon im Topf.

Wann Kohlrabi ernten?

Ab Tennisballgröße. Lieber etwas früher als zu spät, dann bleibt die Knolle zart.

Warum platzt mein Kohlrabi?

Ungleichmäßiges Wasser oder zu viel Dünger. Mulchen, regelmäßig gießen, nicht nachdüngen.

Wächst Kohlrabi im Hochbeet oder im Topf?

Im Hochbeet sehr gut. Im Topf braucht jede Pflanze etwa 5 Liter Erde und tägliche Wasserkontrolle.

Kann ich im August noch Kohlrabi pflanzen?

Ja, Jungpflanzen aus einer Juli-Aussaat kommen bis Mitte August ins Beet und werden im Oktober geerntet.

Kann man Kohlrabiblätter essen?

Ja, die jungen Herzblätter roh im Salat oder gedünstet. Sie enthalten mehr Vitamine als die Knolle.

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