Spinat anbauen: im März und im September säen, bei 15 bis 20 Grad keimen lassen, dreimal ernten

Spinat anbauen im Februar, jetzt starten wir die Anzucht für die Selbstversorgung. Das Beet wird vorbereitet und die Saat kommt direkt in die Erde. Bis Ende März sollte das Saatgut vom Spinat in die Erde gekommen sein.

Inhaltsverzeichnis

Spinat ist das schnellste Gemüse im Garten: Sechs bis acht Wochen nach der Aussaat gehen wir zum ersten Mal mit der Schüssel durchs Beet, und das zweimal im Jahr, im Frühjahr und im Herbst. Er braucht keine Anzucht, keinen Dünger und kaum Pflege, nur zwei Dinge muss man wissen: die Keimtemperatur, denn bei Hitze läuft er nicht auf, und den Zeitpunkt, denn im Sommer schießt er, bevor ein Blatt auf dem Teller liegt. Hier steht, wie wir Spinat anbauen, was Früh- und Herbstspinat unterscheidet, wie er über den Winter kommt, warum wir dreimal ernten statt einmal und wie der Überschuss als Kügelchen in die Truhe wandert.

Ein dicht gewachsenes Spinatbeet mit großen, glänzenden grünen Blättern
Mitte Mai: Das Frühjahrsbeet steht voll, die dritte Ernte steht an.

Spinat auf einen Blick

AussaatEnde Februar bis April direkt ins Beet, Ende Juli bis Mitte September für Herbst und Winter, im Gewächshaus bis Mitte Oktober
Saattiefe3 cm, ein Korn alle 2 bis 3 cm, rund 100 Korn je Meter
Keimtemperatur15 bis 20 °C im Boden, keimt schon ab 5 °C, über 25 °C kaum. Auflaufen nach zwei bis vier Wochen
Vorziehennein, Spinat wird direkt gesät
AbstandReihen 20 bis 35 cm, in der Reihe auf 3 bis 10 cm auslichten
Kulturdauer6 bis 8 Wochen bis zur ersten Ernte
ErnteEnde April bis Ende Mai, Oktober bis November, Winterspinat bis April
Standortsonnig, im Spätsommer auch halbschattig, lockerer Boden ohne frischen Mist
NährstoffbedarfMittelzehrer, Urgesteinsmehl und Mulch reichen, keine Nachdüngung
FrostJungpflanzen und Herbstspinat vertragen Frost, mit Vlies überwintert er im Beet
Saatgutmenge5 g reichen für 8 m², ein Tütchen Verdil mit 15 g für die große Herbstfläche

Frühjahrsspinat oder Herbstspinat?

Spinat ist eine Langtagpflanze: Sobald die Tage im Juni lang und warm werden, schießt er und bildet Blüten statt Blätter. Deshalb gibt es bei uns zwei Spinatzeiten und zwei Sorten. Der frühe Gammason wird von Ende Februar bis April gesät, schießt langsam und liefert von Ende April bis Ende Mai. Der späte Verdil, auch Winterriesenspinat genannt, kommt im August und September in die Erde, wächst zügig zu großen, kräftigen Blättern und steht als Herbst- und Winterspinat bis ins Frühjahr. Im Sommer säen wir keinen Spinat, dann übernehmen Mangold und Salat.

Keimtemperatur und Aussaat

Die Frage nach der Keimtemperatur kommt bei Spinat am häufigsten, und die Antwort erklärt die meisten Misserfolge: Spinat keimt am besten bei 15 bis 20 °C im Boden. Er läuft schon bei fünf Grad auf, nur langsamer, deshalb geht die Aussaat ab Ende Februar. Was er nicht mag, ist Hitze: Über 25 °C fällt die Saat in eine Keimruhe und kommt nicht. Wer im August sät, wartet deshalb eine kühle Woche ab oder gießt die Rille kalt an und deckt sie mit einem Brett ab, bis die Keimlinge erscheinen.

Gesät wird direkt ins Beet, Spinat wird nicht vorgezogen. Wir ziehen mit einer Eisenstange Rillen im Abstand von 20 bis 35 cm, legen alle zwei bis drei Zentimeter ein Korn, 3 cm tief, decken zu und gießen an. Die Saat ist groß genug, um sie einzeln zu legen, das spart später das Auslichten. Bis zum Auflaufen, zwei bis vier Wochen, darf die Rille nicht austrocknen. Wo Hühner laufen, kommt sofort das Gemüseschutznetz darüber, sonst ist das Beet am nächsten Morgen umgescharrt. Mit 5 g Saatgut bestellen wir 8 m², das sind zwei Tütchen für ein Beet von eineinhalb mal sechs Metern.

Boden und Standort

Das Spinatbeet liegt im Frühjahr möglichst sonnig, damit der Boden sich schnell erwärmt. Im Jahr davor standen dort Starkzehrer, Kohl oder Tomaten, denn Spinat ist Mittelzehrer und nimmt, was übrig ist. Frisch gemistete Erde wäre ihm zu viel: Zu viel Stickstoff sammelt sich als Nitrat in den Blättern. Wir lockern das Beet, arbeiten Urgesteinsmehl ein und lassen es dabei. Der Boden darf gern humos und locker sein, Staunässe mag Spinat nicht.

Junge Spinatpflanzen mit glatten, dunkelgrünen Blättern wachsen zwischen Mulch aus Rasenschnitt
Gammason im April: ausgelichtet, gemulcht, drei Wochen bis zur ersten Ernte.

Pflege: auslichten, mulchen, nicht düngen

Etwa vier Wochen nach der Aussaat zeigt sich das erste zarte Grün, und das ist der Moment für das Beikraut: Jetzt ist es klein und lässt sich mit der Schuffel zwischen den Reihen in Minuten erledigen. Danach lichten wir aus, sodass zwischen zwei Pflanzen drei bis fünf Zentimeter bleiben, für große Blätter auch zehn. Die gezogenen Pflänzchen sind die erste Mini-Ernte für den Salat. Dann kommt Rasenschnitt als Mulch zwischen die Pflanzen: Er hält die Erde feucht, unterdrückt das Beikraut und gibt beim Zersetzen langsam Stickstoff frei, genau so viel, wie Spinat braucht. Mehr Dünger gibt es nicht. Gegossen wird nur, wenn es wochenlang trocken bleibt, im Frühjahr kommt das selten vor.

Gute Nachbarn und Fruchtfolge

Beim Spinat ist die Mischkultur leicht zu merken: Nicht neben Mangold und Rote Bete, das sind seine Verwandten, mit allen anderen verträgt er sich. Kohlrabi, Salat, Mais, Erbsen, Erdbeeren, Kartoffeln, Gurken, Kohl und Bohnen stehen bei uns gern daneben, und als Vorkultur ist Spinat ideal: Ende Mai ist das Beet frei für Tomaten, späte Kartoffeln, Mais, Kürbis, Gurken oder Bohnen, und die Spinatreste bleiben als Mulch liegen. Auf demselben Beet sollten Spinat, Mangold und Rote Bete nur alle drei bis vier Jahre stehen.

Spinat im Herbst und über den Winter

Der Herbstspinat ist für uns der wichtigere, denn er füllt die Beete, die im August frei werden, und liefert bis in den Winter. Der späte Verdil wird im August und September gesät, im Freiland geht das von Ende Juli bis Mitte September, im Gewächshaus von Mitte September bis Mitte Oktober, mit demselben Abstand und derselben Tiefe wie im Frühjahr. Nach zwei bis drei Wochen läuft er auf, der Mulch kommt, sobald die ersten echten Blätter da sind, und in sechs bis acht Wochen stehen große Blätter. Ab September ernten wir wieder in drei Runden, und was im November noch steht, bleibt im Beet: Spinat verträgt Frost, unter einem Vlies auch zweistellige Minusgrade, und wächst im März weiter. Er ist dann das erste frische Grün des Jahres, Wochen vor der Frühjahrsaussaat. Im Hochbeet und im Frühbeet geht das noch besser, weil der Boden wärmer bleibt. Unsere Oktober-Aussaat von 2013 haben wir im März im Frühbeet geerntet, danach kamen Radieschen, Kohlrabi und Stielmus ins selbe Beet.

Junge Spinatpflanzen im Hochbeet unter einem offenen Frühbeetaufsatz im Winter
Dezember im Hochbeet: Der Winterspinat wartet auf das Frühjahr.

Ernte: dreimal durchs Beet

Spinat ernten wir nicht auf einmal, sondern in drei Runden. Ende April, sechs bis acht Wochen nach der Aussaat, zupfen wir die ersten großen Blätter von außen und essen sie roh, gemischt mit Salat und Wildkräutern. Kinder mögen die rohen Blätter übrigens meist lieber als den gekochten Spinat. Anfang Mai folgt die zweite Runde, da ist es schon so viel, dass ein Teil blanchiert wird und mit Pasta auf den Tisch kommt. Ende Mai wird das Beet abgeräumt, bevor der Spinat schießt: Die ganzen Pflanzen werden über dem Boden abgeschnitten, die Wurzeln bleiben in der Erde. Wer blattweise erntet und das Herz stehen lässt, kann auch öfter durchgehen, bis zum Schossen wachsen die Blätter nach. Sobald sich in der Mitte ein Stängel streckt, ist Schluss, dann werden die Blätter bitter.

Spinatpflanzen am Rand eines Beetes, davor eine Schüssel mit geernteten Blättern im Gras
Zweite Ernte Anfang Mai: Die Schüssel ist voll, das Beet steht weiter.

Haltbar machen und Küche

Frisch hält Spinat im Kühlschrank zwei bis drei Tage, mehr nicht. Alles, was die dritte Ernte zu viel bringt, frieren wir ein: kurz blanchieren, bis die Blätter zusammenfallen, abtropfen lassen, mit den Händen ausdrücken, zu Kügelchen formen, abkühlen und einfrieren. So lässt sich der Spinat portionsweise entnehmen, für Lasagne, Pasta, Quiche oder als Beilage. Roh landet er bei uns im Salat und im grünen Smoothie mit etwas Obst und Zitronensaft. Spinat liefert Vitamin C, B-Vitamine, Kalium, Kalzium, Magnesium und Eisen, das Eisen allerdings weniger, als Popeye glauben machte.

Typische Probleme und was dahintersteckt

Die Saat läuft nicht auf

Zu heiß oder zu trocken. Spinat keimt bei 15 bis 20 °C, über 25 °C kaum. Im Spätsommer eine kühle Woche abwarten, kalt angießen, Rille feucht halten.

Der Spinat schießt

Lange Tage, Hitze oder zu spät gesät. Frühjahrsspinat bis April säen und bis Ende Mai abernten, im Sommer gar nicht säen, im August erst wieder.

Gelbe, kleine Blätter

Nährstoffmangel oder Staunässe. Mulch aus Rasenschnitt gibt Stickstoff nach, nasse Stellen meiden.

Löcher und abgefressene Pflänzchen

Schnecken oder Hühner. Netz von der Aussaat an, abends absammeln.

Gelbe Flecken oben, grauer Belag unten

Falscher Mehltau bei feuchtem Herbstwetter. Weiter auslichten, morgens gießen, befallene Blätter entfernen und das Beet wechseln.

Läuse in den Blattfalten

Blattläuse, oft im Mai. Abbrausen, befallene Blätter früh ernten und gründlich waschen.

Unsere Sorten

Beide samenfest und bio, direkt gesät, ohne Vorziehen.

  • Spinat früh Gammason: der Frühjahrsspinat, langsam schießend, auch für spätere Aussaaten im April. 5 g für 8 m².
  • Spinat spät Verdil: der Winterriesenspinat mit großen, kräftigen Blättern, für August und September, überwintert. 15 g für 8 m².
  • Mangold bunt: der Ersatz für den Sommer, wenn Spinat schießt.

Alle Blattgemüse findest du in der Kategorie Blattgemüse, die Aussaatzeiten im Aussaatkalender. Warum wir nur samenfestes Saatgut führen, steht im Ratgeber.

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Häufige Fragen

Welche Keimtemperatur braucht Spinat?

15 bis 20 °C im Boden sind ideal. Ab 5 °C keimt er langsam, über 25 °C fast gar nicht, deshalb nie in Hitze säen.

Wann Spinat säen?

Ende Februar bis April für die Frühjahrsernte, Ende Juli bis Mitte September für Herbst, Winter und das zeitige Frühjahr, im Gewächshaus bis Mitte Oktober. Im Hochsommer nicht.

Wie tief und mit welchem Abstand?

3 cm tief, ein Korn alle 2 bis 3 cm, Reihen 20 bis 35 cm. Später auf 3 bis 10 cm auslichten.

Vorziehen oder direkt säen?

Direkt säen. Spinat wächst schnell und mag kein Verpflanzen.

Wie lange bis zur Ernte?

Sechs bis acht Wochen. Die März-Aussaat liefert ab Ende April, die August-Aussaat ab Oktober.

Warum schießt mein Spinat?

Lange Tage und Wärme ab Juni. Früh säen, bis Ende Mai abernten und für den Sommer Mangold nehmen.

Wie oft kann ich Spinat ernten?

Blattweise alle ein bis zwei Wochen, bei uns in drei Runden von Ende April bis Ende Mai. Bleibt das Herz stehen, wächst er nach.

Wächst Spinat im Hochbeet oder Topf?

Im Hochbeet besonders gut, auch über den Winter. Im Balkonkasten ab 20 cm Tiefe, halbschattig und gleichmäßig feucht.

Übersteht Spinat den Winter?

Ja. Herbstspinat verträgt Frost, unter Vlies auch zweistellige Minusgrade, und treibt im März wieder aus.

Wie friere ich Spinat ein?

Blanchieren, ausdrücken, zu Kügelchen formen, abkühlen, einfrieren. So lässt er sich portionsweise entnehmen.

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