Knoblauch anbauen: im Herbst stecken, im Frühjahr füttern, im Sommer dicke Knollen ernten

Jetzt ist es Zeit Knoblauch zu pflanzen und erfolgreich anzubauen – 9 Tipps für die erfolgreiche Ernte in deinem Garten. Im Herbst stecken wir die Knoblauchzehen in die Erde und im nächsten Sommer ernten wir dicke Knollen.

Inhaltsverzeichnis

Knoblauch ist das entspannteste Gemüse im Garten: Im Herbst steckst du die Zehen, dann passiert ein halbes Jahr nichts, und im Sommer ziehst du Knollen aus der Erde, die mit denen aus dem Supermarkt nichts gemein haben. Trotzdem gibt es ein paar Stellen, an denen sich entscheidet, ob die Knolle dick wird oder klein bleibt: das richtige Pflanzgut, der Zeitpunkt, die Tiefe, das Futter im Frühjahr und der Moment der Ernte. Hier steht, wie wir Knoblauch anbauen, warum der Herbst die bessere Pflanzzeit ist, was im Frühjahr trotzdem geht, wie wir ernten und lagern, und was auf das Beet kommt, wenn der Knoblauch raus ist.

Jen hockt vor Kohlpflanzen und Tagetes und hält eine Knoblauchzehe und ein Pflanzholz in die Kamera
Oktober: Zehe für Zehe ins Beet, mit dem Pflanzholz 4 bis 5 cm tief.

Knoblauch auf einen Blick

PflanzzeitEnde September bis November, in milden Lagen an frostfreien Tagen bis Dezember. Frühjahrssorten von Anfang März bis April
Pflanztiefe4 bis 5 cm, Spitze nach oben
Abstand15 bis 20 cm in der Reihe, Reihen 25 bis 30 cm
Bodenlocker, humos, durchlässig. Kein frischer Mist
Standortvolle Sonne
NährstoffbedarfMittelzehrer, gedüngt wird erst ab Ende Februar
FrostHerbstsorten sind winterhart, Schnee schadet nicht
ErnteJuni bis August, wenn das Laub gelb wird und umknickt. Frühjahrspflanzung Juli bis August
Anbaupausevier bis fünf Jahre, gilt für alle Zwiebelgewächse
Pflanzgut200 g sind je nach Sorte 18 bis 40 Zehen, genug für drei bis sechs Meter Reihe

Herbst oder Frühjahr?

Wir stecken Knoblauch im Herbst, von Ende September bis Ende Oktober, und das aus einem einfachen Grund: Die Zehe wurzelt vor dem Winter ein, unter der Erde ist es wärmer als darüber, und im Frühjahr hat die Pflanze einen Vorsprung von Monaten. Das Ergebnis sind größere Knollen. Je nach Gegend ist das Fenster länger, in milden Lagen geht es an frostfreien Tagen bis in den Dezember. War im Herbst kein Beet frei, klappt es auch im Frühjahr, von Anfang März bis April, mit einer Sorte, die dafür gezüchtet ist. Die Knollen fallen dann etwas kleiner aus, sind dafür besonders gut lagerfähig, und geerntet wird noch im selben Sommer. Wie das aussieht, steht weiter unten.

Pflanzgut: welcher Knoblauch in die Erde darf

Supermarktknoblauch bringt keinen Erfolg, er kommt meist aus Südeuropa oder China und ist an ein anderes Klima angepasst. Pflanzknoblauch muss zur Region passen: Bio-Pflanzgut aus dem Gartenhandel oder gut gewachsene Zehen vom Biobauern um die Ecke. Nach dem ersten Jahr hast du dein eigenes Pflanzgut: Die schönsten, dicksten Zehen der Ernte legen wir für den Herbst zurück. Dicke Zehe, dicke Knolle, so war es bei unserem Vergleich jedes Mal.

Zwei bis drei Tage vor dem Stecken, auf Nummer sicher eine Woche vorher, teilen wir die Knollen vorsichtig in Zehen. So können kleine Verletzungen abtrocknen, statt in der Erde zu faulen. Die Schale bleibt dran, beschädigte und winzige Zehen kommen in die Küche statt ins Beet.

Stecken: Tiefe, Abstand, Spitze nach oben

Das Beet ist bei uns meist das der Bohnen, Dicken Bohnen oder Edamame. Die Pflanzen werden abgeschnitten, die Wurzeln mit ihren Knöllchen bleiben in der Erde, das ist Dünger genug. Knoblauch ist Mittelzehrer und mag keinen frischen Mist, ein gut gepflegter, lockerer Boden reicht. Je lockerer die Erde, desto leichter geht im Sommer die Ernte. Mit dem Pflanzholz oder einer Eisenstange ziehen wir Reihen im Abstand von 25 bis 30 cm und formen Löcher alle 15 bis 20 cm. Jede Zehe kommt mit der Spitze nach oben hinein, wie eine Blumenzwiebel, und so tief, dass 4 bis 5 cm Erde darüber liegen. Andrücken, bei trockenem Wetter angießen, fertig.

Ein paar Wochen später schauen die ersten grünen Spitzen heraus. Beikraut nehmen wir jetzt schon weg, denn Knoblauch wächst langsamer als alles, was sich im Herbst neben ihm ansiedelt, und braucht Licht. Danach darf er in Ruhe in den Winter gehen.

Winter: nichts tun

Die Herbstsorten sind winterhart. Frost macht ihnen nichts, und wenn die Spitzen, die aus dem Schnee ragen, abfrieren, wächst der Knoblauch trotzdem weiter. Schnee ist eher ein Vorteil, er wirkt wie eine Mulchdecke. Gegossen, gedüngt oder abgedeckt wird im Winter nicht.

Frühjahr: jäten, mulchen, füttern

Ab Ende Februar oder Mitte März, je nach Wetter, beginnt die Arbeit. Zuerst kommt das Beikraut raus, mit der Schuffel oder Jätschlinge, die kleinen bleiben als Mulch liegen, Löwenzahn und Disteln nicht. Dann wird gedüngt, und zwar flüssig, weil das schnell verfügbar ist: eine Jauche aus Hühner- oder Pferdemist, Brennnesseljauche, Bokashisaft oder ein flüssiger Bio-Dünger. Sobald die Pflanzen 10 bis 15 cm hoch sind, kommt der Mulch, gehäckseltes Stroh oder der erste Rasenschnitt, angegossen, damit der Wind ihn nicht wegträgt. Der Mulch hält den Boden feucht, das Beikraut klein und düngt beim Verrotten gleich mit.

Ende April beginnt das Hauptwachstum. Sieht das Laub jetzt blass oder gelblich aus, gibt es noch einmal Flüssigdünger. Bilden die Pflanzen im Mai oder Juni einen Blütenstiel, die Knoblauchschlange, brechen wir ihn aus: Wir wollen Knollen, keine Brutzwiebeln. Die Stiele sind übrigens eine Delikatesse, kurz angebraten wie grüner Spargel. Bei uns liegt außerdem ein Netz auf dem Beet, weil die Zwiebelfliege hier so stark ist, dass auch die Mischkultur mit Möhren nicht reicht. Wer die Fliege nicht hat, braucht das Netz nicht.

Knoblauch im Frühjahr pflanzen

Für die Frühjahrspflanzung nehmen wir eine Sorte, die ohne den Winter auskommt. Das Beet bereiten wir im März für Mittelzehrer vor, mit Urgesteinsmehl, bei magerem Boden mit Kompost oder Kleedünger. Die Zehen werden wie im Herbst eine Woche vorher vereinzelt und von Anfang März bis April 4 bis 5 cm tief gesteckt, 20 cm in der Reihe, Reihen 25 cm. Danach läuft alles wie beim Herbstknoblauch, nur schneller: Beikraut raus, mit dem ersten Rasenschnitt mulchen, bei gelbem Laub nachdüngen. Ab Ende April haben wir ungeduldig die ersten jungen Knollen gezogen, die richtige Ernte war im Juli. Die Knollen sind kleiner als vom Herbstknoblauch, dafür haben sie sich bis in den Winter gehalten.

Gute Nachbarn und Fruchtfolge

Knoblauch steht gern bei Möhren, Erdbeeren, Tomaten, Gurken und Rote Bete. Im Erdbeerbeet dürfen bei uns ein paar Zehen nie fehlen, und die Kombination Möhre und Knoblauch hält die Möhrenfliege zumindest in Schach. Nicht neben Bohnen und Erbsen setzen, die mögen sich nicht. Bei der Fruchtfolge ist Knoblauch streng: vier, besser fünf Jahre Pause auf demselben Beet, und die Pause gilt für die ganze Familie, also auch für Zwiebeln, Porree und Lauchzwiebeln. Sonst halten sich Lauchrost und Fliegen im Boden.

Was nach Knoblauch pflanzen?

Die Frage kommt jedes Jahr im Juli, denn das Knoblauchbeet wird genau dann frei, wenn der Garten noch eine ganze zweite Saison vor sich hat. Bei uns kommen darauf die Pflanzen, die im Sommer gesetzt werden und keine Zwiebelgewächse sind: eine zweite Runde Dicke Bohnen für den Herbst, Buschbohnen bis Ende Juli, später Blumenkohl, Brokkoli oder Kohlrabi aus Jungpflanzen, und ab August Spinat, Feldsalat oder Endivien. Die Bohnen sind der Klassiker, weil sie den Boden mit Stickstoff zurücklassen, und im Herbst steckt der nächste Knoblauch dann auf ein anderes Beet.

Ernte: wenn das Laub umknickt

Knoblauch ist immer essbar, wir warten nur, bis die Knolle so groß wie möglich ist. Das Zeichen dafür gibt die Pflanze: Die unteren Blätter werden gelb, das Laub knickt um. Bei Herbstknoblauch ist das im Juni oder Juli, bei Frühjahrsknoblauch im Juli oder August. Ab Juni ziehen wir Testknollen: Ist die Knolle noch ganz geschlossen und eher ein Klumpen, ist es zu früh. Bricht sie schon auseinander und die Zehen stehen einzeln, ist es zu spät fürs Lagern, für die Küche aber egal. Dazwischen liegt der richtige Moment.

Geerntet wird an trockenen Tagen, dann löst sich die Erde und die Knollen kommen sauber heraus. Wir lockern mit der Grabegabel oder dem Multispaten und ziehen am Schaft, nicht am Laub reißen. Danach bleiben die Pflanzen zwei, drei Tage auf dem Beet liegen, bis die Erde abgetrocknet ist. Frischer Knoblauch schmeckt anders als gelagerter, milder und saftiger, und die ersten Knollen landen bei uns direkt auf dem gerösteten Brot.

Ein Weidenkorb voller frisch geernteter Knoblauchknollen mit Wurzeln und trockenem Laub
Juliernte: ein Korb Knoblauch aus drei Doppelreihen.

Trocknen und lagern

Zum Lagern muss Knoblauch richtig trocken sein. Wir binden ihn in Bündeln oder flechten Zöpfe und hängen ihn luftig und trocken auf, bei uns unter dem Carport, drei bis vier Wochen. Sobald im Herbst die feuchte Witterung kommt, zieht alles, was bis dahin nicht gegessen ist, in den dunklen, kühlen Keller um. So hält er bis zum Frühjahr. Die schönsten Knollen hängen wir getrennt auf: Das ist das Pflanzgut für den Oktober. Und was im Frühjahr zu keimen beginnt, wird eingelegt, zu Knoblauchöl oder fermentiert.

Ein geflochtener Zopf aus frischen Knoblauchknollen hängt zum Trocknen
Zöpfe trocknen unter dem Carport, ab Oktober geht es in den Keller.

Typische Probleme und was dahintersteckt

Die Zehen faulen in der Erde

Zu nass gesteckt, zu frisch geteilt oder beschädigt. Zehen eine Woche vorher vereinzeln, nur unverletzte nehmen, keine Staunässe.

Der Knoblauch knickt um

Im Juni oder Juli ist das kein Problem, sondern das Erntezeichen. Knickt er schon im Frühjahr, war es meist Wind oder Nässe, die Pflanze wächst weiter. Stützen muss man ihn nicht.

Kleine Knollen

Zu spät gesteckt, zu eng, zu viel Beikraut oder im Frühjahr nichts zu essen. Herbstpflanzung, Abstand, jäten und ab März flüssig düngen.

Eine runde Knolle ohne Zehen

Ein Rundling. Der Knoblauch hat zu wenig Kälte abbekommen, meist bei später Frühjahrspflanzung. Rundlinge kann man im Herbst wieder stecken, im nächsten Jahr werden daraus richtige Knollen.

Orange Pusteln auf den Blättern

Lauchrost. Befallene Blätter entfernen, die Knolle ist essbar, aber eher früh ernten. Vorbeugen mit der Anbaupause und weitem Stand.

Maden in Schaft oder Knolle

Zwiebelfliege oder Lauchminierfliege. Befallene Pflanzen entsorgen, beim nächsten Mal Netz ab dem Frühjahr.

Schimmel im Lager

Nicht trocken genug aufgehängt oder zu warm und feucht gelagert. Länger trocknen, dann kühl und dunkel.

Unsere Sorten

Alle als Bio-Pflanzgut, alle bei uns im Beet erprobt. Für die Herbstpflanzung:

  • Therador: der ertragreichste, mit sehr großen Knollen und kräftigem, würzigem Aroma. 200 g sind 18 bis 26 Zehen.
  • Messidor: komplett weiß, etwas milder, mit weichem Stiel, der sich auch von Ungeübten zu Zöpfen flechten lässt. 25 bis 35 Zehen.
  • Thermidrome: außerordentlich winterhart, weiß mit blau-violetter Maserung, kräftig im Geschmack. 30 bis 40 Zehen.
  • Germidour: der rosa-violette Gourmetknoblauch, sehr früh, fein und rund im Aroma. 25 bis 35 Zehen.

Für die Frühjahrspflanzung: Flavor, weiß, besonders lagerfähig, Ernte im Juli und August desselben Jahres. Alle Zwiebelgewächse findest du in der Kategorie Zwiebelgemüse, die Pflanz- und Aussaatzeiten im Aussaatkalender.

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Häufige Fragen

Wann Knoblauch stecken?

Ende September bis November, in milden Lagen bis Dezember. Frühjahrssorten von Anfang März bis April.

Wie tief und mit welchem Abstand?

4 bis 5 cm tief, 15 bis 20 cm in der Reihe, 25 bis 30 cm zwischen den Reihen. Die Spitze zeigt nach oben.

Mit oder ohne Schale?

Mit Schale. Nur die Knolle wird in Zehen geteilt, eine Woche vor dem Stecken.

Kann ich Knoblauch aus dem Supermarkt pflanzen?

Besser nicht, er passt nicht zum Klima. Pflanzknoblauch oder Zehen vom regionalen Biobauern nehmen, danach die eigene Ernte.

Geht Knoblauch auch im Frühjahr?

Ja, mit einer Frühjahrssorte von März bis April. Die Knollen werden kleiner, die Ernte ist im Juli und August.

Wann Knoblauch ernten?

Wenn das Laub gelb wird und umknickt, bei Herbstknoblauch im Juni oder Juli. Vorher Testknollen ziehen.

Wie lange trocknen?

Zwei, drei Tage auf dem Beet, dann drei bis vier Wochen luftig aufgehängt. Ab Herbst in den kühlen, dunklen Keller.

Muss ich Knoblauch düngen?

Beim Stecken nicht. Ab Ende Februar flüssig, zum Beispiel Brennnesseljauche, und bei gelbem Laub noch einmal.

Wächst Knoblauch im Hochbeet oder Topf?

Im Hochbeet sehr gut. Im Topf braucht er mindestens 20 cm Tiefe und darf im Winter nicht durchnässen.

Was pflanze ich nach dem Knoblauch?

Bohnen, Herbstkohl, Spinat oder Feldsalat. Keine Zwiebelgewächse, die kommen erst nach vier Jahren wieder.

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