Porree ist bei uns fast das ganze Jahr im Beet: Der Sommerporree kommt im Januar unter die Leuchte und wird ab Ende Juni gezogen, der Winterporree wird im Mai gesät und steht von November bis in den April draußen, auch bei minus 15 Grad. Zwei Sorten, zehn Monate Lauch. Dazwischen liegen ein paar Handgriffe, die man einmal gesehen haben muss: Jungpflanzen, denen wir Wurzeln und Blätter kürzen, ein tiefes Loch, in das die Pflanze nur gestellt wird, und ein Netz gegen die Zwiebelfliege. Hier steht, wie wir Porree anbauen, warum wir ihn nicht pikieren, ob man anhäufeln muss und was die roten Flecken auf den Blättern bedeuten.

Porree auf einen Blick
| Aussaat | Sommerporree Dezember bis Februar im Haus mit Licht, ab März ohne. Winterporree Mitte April bis Ende Mai draußen |
|---|---|
| Saattiefe | 1 bis 2 cm |
| Bodentemperatur zum Keimen | 15 bis 20 °C, kühl und hell weiterkultivieren |
| Pikieren | nein, in tiefen Gefäßen vorziehen und vor dem Pflanzen vereinzeln |
| Pflanzung | Sommerporree Anfang April, Winterporree Juni bis Ende Juli. In der Reihe 10 bis 15 cm, Reihen 30 bis 40 cm |
| Kulturdauer | Sommerporree 20 bis 24 Wochen, Winterporree 26 bis 30 Wochen ab Aussaat |
| Ernte | Sommerporree ab Ende Juni bis in den Herbst. Winterporree ab November bis April, nach Bedarf |
| Standort | volle Sonne, tiefgründiger, humoser Boden |
| Nährstoffbedarf | Starkzehrer |
| Frost | Sommerporree nicht frostfest, Winterporree bis minus 15 °C |
| Saatgutmenge | 0,5 g sind rund 100 Pflanzen |
Zwei Sorten für zehn Monate Porree
Porree ist nicht gleich Porree. Der Sommerporree ist eine schnelle, hellgrüne Sorte mit langem Schaft, die im Spätsommer geerntet sein will, denn Frost mag sie nicht. Der Winterporree ist dunkel, gedrungen und so hart, dass er im Beet überwintert und im Winter nach Bedarf gezogen wird. Wer beide anbaut, hat von Ende Juni bis in den April eigenen Lauch. Nur im Mai und Juni gibt es eine Lücke, und die überbrücken bei uns die Lauchzwiebeln.
Der Fahrplan: Sommerporree säen wir im Januar oder Februar unter Kunstlicht, pflanzen Anfang April und ernten ab Ende Juni. Den Winterporree säen wir von Mitte April bis Ende Mai draußen, pflanzen ihn von Juni bis Ende Juli in Beete, die gerade frei werden, und ernten ab November.
Aussaat: tiefe Gefäße, kühl und hell, nicht pikieren
Porree wird bei uns nicht pikiert. Er wächst von der Aussaat bis zur Pflanzung im selben Gefäß, deshalb säen wir gleich in etwas größere und vor allem tiefere Schalen oder Töpfe: Die Wurzeln werden sehr lang. Für den Sommerporree nehmen wir nährstoffarme Aussaaterde. Für den Winterporree mischen wir halb Aussaaterde und halb Kompost, weil er länger im Gefäß steht und mehr Hunger hat. Das Saatgut wird wie gestreut, 1 bis 2 cm tief, angegossen und beschriftet.
Der Sommerporree steht ab Januar unter der LED-Leuchte, kühl und hell. Ohne Zusatzlicht lohnt der Start erst ab März, dann ist die Ernte entsprechend später. Auch eine Direktsaat ins Beet geht, dann gibt es Porree erst im Herbst. Nach vier bis sechs Wochen dürfen die Platten je nach Wetter ins Gewächshaus, um sich an Nachttemperaturen und Tageslicht zu gewöhnen. Werden die Jungpflanzen dabei blass oder gelblich, haben sie Hunger, dann hilft ein Flüssigdünger. Wir haben es 2018 mit Kokossubstrat probiert, das war genau der Fall.
Der Winterporree hat es einfacher: Die Schalen bleiben von April an draußen stehen und keimen bei 15 bis 20 °C ohne Zutun. Sie warten dort, bis im Juni oder Juli ein Beet frei wird, nach den Dicken Bohnen, dem Spinat oder den Frühkartoffeln.
Vereinzeln und beschneiden: Wurzeln halbieren, Blätter kürzen
Etwa acht Wochen nach der Aussaat sind die Pflanzen bleistiftdick und bereit fürs Beet. Wir vereinzeln sie in einem Eimer Wasser, so lösen sich die Wurzeln, ohne zu reißen, und sortieren die kräftigsten aus. Dann kommt der Schnitt, der jeden Zuschauer beim ersten Mal erschreckt: Die Wurzeln kürzen wir um die Hälfte, das regt das Wurzelwachstum an und die Pflanze lässt sich viel leichter setzen. Das Laub kürzen wir um ein Drittel, damit nach dem Pflanzen keine Blattspitzen auf der Erde liegen und faulen. Wir machen das seit Jahren so, und die Pflanzen wachsen zuverlässig an.

Pflanzen: die Furche oder das tiefe Loch
Zwei Wochen vor der Pflanzung bereiten wir das Beet vor. Der Boden wird gelockert, nicht gewendet, grobe Beikräuter kommen raus. Porree ist Starkzehrer und steht lange, also bekommt das Beet Kleedünger nach Packungsangabe, Kompost oder Terra preta, die Nährstoffe und Wasser gut hält. Frischen Mist geben wir nicht. Angegossen wird mit effektiven Mikroorganismen, das füttert das Bodenleben.
Für die Pflanzung gibt es bei uns zwei Wege. Beim Sommerporree ziehen wir eine Furche und setzen die Pflanzen hinein, denn die Furche macht das Anhäufeln später leicht, und Anhäufeln ergibt den langen weißen Schaft. Beim Winterporree bohren wir mit dem Stiel eines Spatens oder einer Mistgabel Löcher, etwa 10 cm tief, stellen die Pflanze hinein und füllen nichts auf. Beim kräftigen Angießen schlämmt sich die Erde von selbst um die Wurzeln. Der Schaft wächst im Loch weiß, ohne Anhäufeln, und ohne Erde zwischen den Blättern, das spart später Arbeit in der Küche.
Der Abstand in der Reihe liegt zwischen 8 und 15 cm, die Reihen 30 bis 40 cm auseinander. Je weiter, desto dicker die Stangen. Wir pflanzen mit 10 cm, weil wir lieber viele mittlere Stangen ernten als wenige dicke. Dann kräftig angießen, mulchen und, ganz wichtig bei uns, das Netz drüber.
Pflege: Wasser, Mulch, Netz und die Frage nach dem Anhäufeln
Porree will es hell und gleichmäßig feucht. In der ersten Zeit nach dem Pflanzen und im Hochsommer gießen wir regelmäßig, Fingerprobe in der Erde. Grasschnitt als Mulch hält das Wasser im Boden, hält Beikraut klein und düngt nebenbei. Ein gut vorbereitetes Beet reicht meist für die ganze Kultur, wenn die Pflanzen im Sommer trotzdem stehen bleiben, gibt es eine Brennnesseljauche oder einen Flüssigdünger.
Anhäufeln muss man nicht, aber es lohnt sich beim Sommerporree in der Furche: Zwei-, dreimal im Sommer Erde an den Schaft ziehen, dann wird der weiße Teil länger. Beim Winterporree im tiefen Loch sparen wir uns das, sein Schaft bleibt mit gut 17 cm ohnehin kürzer und kompakter.
Das Gemüseschutznetz bleibt bei uns von der Pflanzung bis zu den ersten Frösten auf dem Beet. Der Grund ist die Zwiebelfliege, die hier in Massen unterwegs ist. Mischkultur allein hält sie nicht ab, das Netz schon, und Maden im Porree will niemand. Gegen Lauchmotte und Lauchminierfliege hilft das Netz gleich mit. Zum Jäten und Mulchen nehmen wir es kurz ab und legen es sofort wieder auf.
Gute Nachbarn und Fruchtfolge
Der Klassiker bei uns ist Porree mit Möhren, die beiden halten sich gegenseitig die Fliegen fern, und Porree bekommt als Starkzehrer den größeren Anteil Dünger. Gute Nachbarn sind außerdem Steckrüben, Stangensellerie, Kohl, Salat und Erdbeeren. Nicht neben Rote Bete, Bohnen, Erbsen und andere Zwiebelgewächse setzen. Und Geduld bei der Fruchtfolge: Porree, Zwiebeln und Knoblauch kommen frühestens nach vier Jahren wieder auf dasselbe Beet, sonst hält sich der Lauchrost im Boden.
Ernte: ab Ende Juni und den ganzen Winter
Den Sommerporree ernten wir ab Ende Juni versetzt, immer die dicksten Stangen zuerst. Die verbleibenden Pflanzen bekommen dadurch mehr Platz und wachsen weiter, bis in den Herbst. Vor dem ersten Frost muss er raus. Der Winterporree bleibt stehen: Ab November ziehen wir nach Bedarf, was die Küche braucht, bis in den März und April, in manchen Jahren bis Mai. Minus 15 Grad haben ihm bei uns nichts ausgemacht. Zum Ernten lockern wir die Stange mit dem Multispaten oder einer Grabegabel und ziehen sie am Schaft heraus, sonst reißt der Schaft ab und die Wurzel bleibt im Beet.
Im Frühjahr wird es Zeit: Sobald der Winterporree in der Mitte einen harten Stiel bildet, will er blühen. Dann rechtzeitig ernten und den Blütenstiel herausschneiden, der Rest ist noch gut. Oder ein paar Pflanzen stehen lassen, die Kugelblüten sind schön und die Hummeln lieben sie.
Lagern muss man Winterporree nicht, das Beet ist der beste Lagerraum. Wer vor einer Frostperiode auf Nummer sicher gehen will, gräbt ein paar Stangen aus und schlägt sie im Keller in feuchten Sand ein. Im Kühlschrank hält Porree gut zwei Wochen, geschnitten lässt er sich ohne Blanchieren einfrieren, für Suppe und Quiche reicht das völlig.

Typische Probleme und was dahintersteckt
Maden im Schaft
Zwiebelfliege oder Lauchminierfliege. Befallene Pflanzen ausgraben und entsorgen, nicht kompostieren. Beim nächsten Mal das Netz ab dem Pflanztag drauflassen.
Rotbraune Flecken und Pusteln auf den Blättern
Lauchrost, ein Pilz, der bei feuchtwarmem Wetter und engem Stand kommt. Befallene Blätter entfernen, der Schaft ist trotzdem essbar. Vorbeugen mit vier Jahren Anbaupause, weiterem Abstand und Gießen am Boden statt über die Blätter.
Fraßgänge in den Blättern, Blätter zerfasern
Raupen der Lauchmotte, die in die Blätter minieren. Auch hier ist das Netz die Lösung, die Motte fliegt von Mai bis September.
Dünne Stangen
Zu eng gepflanzt, zu spät gesät oder zu wenig Nährstoffe. Porree braucht Zeit, Platz und ein gefüttertes Beet, Sommerporree schon im Januar den Start unter Licht.
Der Porree schießt
Beim Winterporree im Frühjahr ist das normal, dann ernten. Schießt Sommerporree schon im Sommer, hat er meist als Jungpflanze einen Kältereiz bekommen: nach dem Abhärten nicht zu früh und nicht zu kalt pflanzen.
Gelbe, schwache Jungpflanzen
Hunger. Aussaaterde ist nährstoffarm, und Porree steht lange darin. Flüssigdünger oder gleich die Mischung mit Kompost wie beim Winterporree.
Unsere Sorten
Beide Sorten sind samenfest und bio, beide seit Jahren bei uns im Beet.
- Sommerporree Hilari: mittelgrünes Laub, sehr lange, geschlossene Schäfte, für die Ernte ab Ende Juni bis in den Herbst. Unter Kunstlicht ab Dezember säen, ohne ab März. 0,5 g sind rund 100 Pflanzen.
- Winterporree Freezo: dunkel, aufrecht, Schaft rund 17 cm, sehr frosthart und ohne Zwiebelbildung. Von April bis Ende Mai säen, von November bis April ernten. 0,5 g sind rund 100 Pflanzen.
- Lauchzwiebel: die schnelle Verwandte für die Lücke im Mai und Juni.
- Multispaten: unser Werkzeug zum Lockern und Ernten von Porree und Wurzelgemüse, in groß und klein.
Alle Lauch- und Zwiebelsorten stehen in der Kategorie Zwiebelgemüse, die Aussaatzeiten aller Sorten im Aussaatkalender. Warum wir nur samenfestes Saatgut führen, steht im Ratgeber.
Mehr zum Porree
- Die lange Fassung von 2020, von der Aussaat im Mai bis zur Winterernte: Porree anbauen, Aussaat im Mai für die Selbstversorgung mit Winterporree
- Der Versuch von 2018, aus dem der Sommerporree im Sortiment wurde: Sommerporree Sorte Hilari
- Die Verwandtschaft im Beet: Zwiebeln anbauen und Knollensellerie und Stangensellerie anbauen
- Das Beet davor: Dicke Bohnen anbauen
Häufige Fragen
Wann Porree säen?
Sommerporree von Dezember bis Februar unter Kunstlicht, ohne Licht ab März. Winterporree von Mitte April bis Ende Mai draußen.
Welche Keimtemperatur braucht Porree?
15 bis 20 °C. Nach dem Keimen kühl und hell stellen, sonst werden die Pflanzen lang und dünn.
Muss ich Porree pikieren?
Nein. In tiefen Gefäßen säen, dort bleiben die Pflanzen bis zur Pflanzung, dann vereinzeln.
Warum Wurzeln und Blätter kürzen?
Die halbierten Wurzeln treiben kräftig neu und lassen sich leichter setzen, die gekürzten Blätter liegen nicht auf der Erde und faulen nicht.
Wie tief Porree pflanzen?
In ein etwa 10 cm tiefes Loch stellen und nur angießen, nicht auffüllen. Oder in eine Furche setzen und später anhäufeln.
Welcher Abstand?
8 bis 15 cm in der Reihe, 30 bis 40 cm zwischen den Reihen. Mehr Abstand gibt dickere Stangen.
Muss man Porree anhäufeln?
Nein. Anhäufeln verlängert den weißen Schaft, das tiefe Pflanzloch erledigt das genauso.
Wann Porree ernten?
Sommerporree ab Ende Juni bis zum ersten Frost, Winterporree ab November bis April nach Bedarf. Ernten, bevor der Blütenstiel hart wird.
Verträgt Porree Frost?
Winterporree ja, bei uns bis minus 15 Grad. Sommerporree nein, der muss vor dem Frost geerntet sein.
Wächst Porree im Hochbeet?
Sehr gut, der Sommerporree steht bei uns immer im Hochbeet. Dort früher gießen, die Erde trocknet schneller aus.
Was hilft gegen Maden im Porree?
Nur das Gemüseschutznetz, von der Pflanzung bis zum ersten Frost. Mischkultur allein reicht bei starkem Zwiebelfliegendruck nicht.


