Feldsalat anbauen: von Mitte Juli bis Oktober säen, kühl keimen lassen, nichts düngen, den ganzen Winter ernten

Inhaltsverzeichnis

Feldsalat ist das Gemüse, das im Winter weitermacht, wenn im Garten sonst nichts mehr wächst: Nüsslisalat, Rapunzel oder Mausohr, je nach Gegend, und bei uns das frische Grün zwischen November und März. Dabei ist kaum eine Kultur so anspruchslos. Er will keinen Dünger, draußen nicht einmal Wasser, kein Netz und kein Pikieren. Nur eines muss stimmen: der Zeitpunkt, denn Feldsalat keimt bei Sommerhitze schlecht und braucht vor dem Winter seine acht bis zwölf Wochen. Hier steht, wie wir Feldsalat anbauen: wann wir ins Beet säen und wann ins Frühbeet, warum wir ihn gern im Hochbeet haben, wie wir mit der Schere ernten, damit er nachwächst, wieso man ihn nie gefroren erntet und was er mit den Hühnern zu tun hat.

Junge Feldsalat-Rosetten mit dunkelgrünen, runden Blättern wachsen in dunkler Beeterde
Silvester im Beet: Feldsalat Vit, erntereif und frostfest, so lange man ihn aufgetaut erntet.

Feldsalat auf einen Blick

AussaatFreiland Mitte Juli bis Mitte September, Frühbeet und Gewächshaus Anfang September bis Ende Oktober; vorziehen möglich
Saattiefe1 cm, bedecken und andrücken
Bodentemperatur zum Keimen10 bis 20 °C, nicht wärmer; Keimdauer zwei bis vier Wochen, bei Hitze länger
Pikierennein, vorgezogene Büschel ungeteilt pflanzen
AbstandReihen 10 bis 15 cm, 2 cm in der Reihe, rund 80 bis 100 Korn je Meter, oder breit streuen
Kulturdauer8 bis 12 Wochen ab Aussaat
ErnteOktober bis März, Rosette für Rosette mit der Schere, wächst nach
Standortsonnig, halbschattig geht auch; Hochbeet, Frühbeet, Balkonkasten
NährstoffbedarfSchwachzehrer, nicht düngen
Wasserdraußen nichts, unter Glas und Folie nach Bedarf
Frostwinterhart, nur nicht gefroren ernten
Saatgutmenge3 g reichen für 3 bis 4 m²

Die Sorte: Feldsalat Vit

Unser Feldsalat Vit ist raschwüchsig, dunkelgrün und rundblättrig, mit hohem Ertrag und einer Eigenschaft, die unter Glas den Unterschied macht: Falscher Mehltau kann ihm kaum etwas anhaben. Er ist für den Herbst- und Winteranbau gemacht, im Beet wie im Frühbeet, und er ist samenfest: Wer im Frühjahr ein paar Pflanzen blühen und aussamen lässt, findet den Feldsalat in den nächsten Jahren in allen Ecken des Gartens wieder. Drei Gramm im Tütchen reichen für drei bis vier Quadratmeter, und die sind im Winter mehr wert als im Sommer der ganze Salat.

Aussaat im Freiland: Mitte Juli bis Mitte September

Ins Beet säen wir Feldsalat von Mitte Juli bis Mitte September, am besten dorthin, wo gerade etwas abgeerntet ist: Kartoffeln, Zwiebeln, Bohnen, Salat. Der Boden braucht keine Vorbereitung und keinen Dünger, Feldsalat ist Schwachzehrer und nimmt, was da ist. Gesät wird 1 cm tief in Reihen mit 10 bis 15 cm Abstand, Korn an Korn etwa alle 2 cm, oder man streut breitwürfig und harkt leicht ein. Feldsalat ist ein Dunkelkeimer, die Saat wird bedeckt und gut angedrückt. Wer zu dicht gesät hat, lichtet später aus oder pflanzt die Büschel in die Lücken um, das verträgt der Feldsalat ohne Probleme.

Der Haken an der Sommersaat ist die Wärme. Feldsalat keimt bei 10 bis 20 °C, nicht darüber, und im Juli oder August kann der Boden schnell wärmer sein. Deshalb warten wir auf ein paar kühlere Tage, säen abends, halten die Reihe feucht und beschatten sie notfalls mit einem Brett oder Vlies, bis die Keimlinge da sind. Das dauert zwei bis vier Wochen, bei Hitze länger, und es keimt nicht alles auf einmal. Also Geduld, Feldsalat ist langsam, aber er kommt.

Dicht stehende Feldsalat-Rosetten mit glänzenden dunkelgrünen Blättern
Oktober: Der Bestand schließt sich, ab jetzt wird Rosette für Rosette geerntet.

Vorziehen: Büschel aus der Quickpot-Platte

Feldsalat ist so einfach, dass beides geht, Direktsaat und Voranzucht. Vorgezogen wird, wenn die Beete im August noch belegt sind oder das Hochbeet erst im September frei wird. Dafür kommen sechs bis acht Körner in jeden Topf einer Quickpot-Platte mit normaler, nährstoffarmer Aussaaterde, 1 cm tief, andrücken, angießen, und die Platte steht an einem kühlen, schattigen Platz. Pikiert wird nicht: Etwa vier Wochen nach dem Keimen wandern die Büschel als Ganzes ins Beet, mit 10 bis 15 cm Abstand, und zwar nicht zu tief, so wie Salat, das Herz bleibt frei. Ist ein Büschel zu dicht geworden, lässt es sich vor dem Pflanzen einfach teilen.

Spätsaat im Frühbeet und Gewächshaus: bis Ende Oktober

Wer im September erst anfängt, säht nicht mehr ins offene Beet, sondern ins Frühbeet oder ins Gewächshaus, von Anfang September bis Ende Oktober. Dort läuft der Feldsalat im Herbst noch auf, steht den Winter über geschützt und ist ab Dezember oder Januar erntereif, wenn die Freilandsaat schon abgeerntet ist. Unter Glas und Folie gibt es zwei Dinge zu beachten: Gießen muss man dort selbst, denn der Regen bleibt draußen, und an milden Tagen wird gelüftet, sonst siedelt sich Falscher Mehltau an. Bei Vit hält sich der in Grenzen, aber trockene Blätter sind die beste Vorbeugung. Wie wir das im Frühbeet machen, zeigt das Video aus dem Winter 2015:

Hochbeet und Balkonkasten: unser Lieblingsplatz

Erfahrungsgemäß pflanzen wir Feldsalat am liebsten ins Hochbeet, aus zwei Gründen. Im Winter erntet es sich dort bequem, ohne auf dem gefrorenen Boden zu knien, und bei uns sind im Winter die Hühner im ganzen Garten unterwegs, und die mögen Feldsalat ebenso gern wie wir. Im Hochbeet kommen sie nicht dran. Dasselbe gilt für den Blumenkasten auf Terrasse oder Balkon: Aussaaterde hinein, säen, feucht halten, und den Winter über immer wieder ernten. So einfach ist das, und das frische Grün im Winter ist so wertvoll.

Feldsalat-Beet von oben, ein dichter Teppich aus dunkelgrünen Rosetten
Ein Teppich aus Rosetten: so dicht darf Feldsalat stehen, geerntet wird von außen nach innen.

Pflege: fast nichts, nur ein Netz gegen Laub und Schnee

Feldsalat ist eine problemlose Kultur. Im Freiland gießen wir nicht, das regelt sich von allein, und gedüngt wird nie. Was wir tun: ein Gemüseschutznetz locker über das Beet legen. Nicht gegen Schädlinge, sondern gegen Laub und Schnee, die sonst auf dem Feldsalat liegen und ihn matschig werden lassen. Zum Ernten wird das Netz hochgenommen und danach wieder zugedeckt. Eine Schneedecke braucht der Feldsalat nicht, er ist von Haus aus winterhart und kann einfach im Beet stehen bleiben.

Ernte: mit der Schere, nie gefroren

Acht bis zwölf Wochen nach der Aussaat ist die erste Rosette so groß wie eine Hand, bei uns ab Oktober, und von da an wird den ganzen Winter geerntet, bis in den März. Wir schneiden mit der Schere knapp über dem Boden, so dass das Herz stehen bleibt, dann wächst die Rosette ein zweites Mal nach. Geerntet wird von außen nach innen, die größten zuerst, der Rest wächst weiter. Die wichtigste Regel: nie ernten, solange der Feldsalat gefroren ist. Abgeschnitten im Frost wird er beim Auftauen zu Matsch. Einfach warten, bis er aufgetaut ist, am besten mittags. Im Frühjahr, ab März oder April, werden die Pflanzen lang und blühen, dann ist Schluss, es sei denn, man lässt ein paar für das Saatgut stehen.

Feldsalat mit Sprossen, Nüssen und Dressing angerichtet auf einem weißen Teller
Januar: Feldsalat mit Sprossen und Walnüssen, das Wintergrün vom Hochbeet.

In der Küche: das Wintergrün

Feldsalat wird roh gegessen, und er braucht nicht viel: geraspelte Möhren, Apfelstücke, Walnüsse und ein fruchtiges Dressing, oder Sprossen und Kartoffelwürfel aus der Pfanne. Er ist ein Baldriangewächs, kein Lattich, und das schmeckt man an der nussigen Note. Dazu liefert er im Winter, was dann knapp ist: Eisen, Vitamin C, Folsäure und Provitamin A. Gewaschen wird kurz vor dem Essen, in stehendem Wasser, damit der Sand aus den Rosetten fällt, und gelagert wird er am besten gar nicht, sondern frisch vom Beet geholt. Wie wir ihn zubereiten, zeigt der zweite Teil des Frühbeet-Videos: Feldsalat zubereiten.

Gute Nachbarn und der Platz im Jahr

Feldsalat verträgt sich mit fast allem. Gern steht er mit Postelein, Porree und Endiviensalat, den anderen Winterkulturen, und als Lückenfüller passt er zwischen Kohl und unter die letzten Tomaten. Weil er Schwachzehrer ist und spät kommt, ist er die klassische Nachkultur: Er übernimmt das Beet, das Kartoffeln, Zwiebeln, Bohnen oder Sommersalat frei gemacht haben, und gibt es im März an die Frühjahrssaat zurück. Eine Fruchtfolge braucht er kaum, als Baldriangewächs hat er keine Verwandten unter dem Gemüse.

Typische Probleme und was dahintersteckt

Die Saat keimt nicht oder nur lückenhaft

Zu warm, zu trocken oder zu tief. Kühle Tage abwarten, Reihe feucht halten und beschatten, 1 cm tief, zwei bis vier Wochen Geduld. Lücken mit Büscheln aus der Nachbarschaft schließen.

Weißer oder grauer Belag unter den Blättern

Falscher Mehltau, vor allem unter Glas und Folie. Lüften, von unten gießen, befallene Rosetten entfernen. Vit ist robust dagegen.

Gelbe, matschige Blätter

Nässe und Laub auf dem Bestand oder gefroren geerntet. Netz gegen Laub und Schnee, nur aufgetaut ernten.

Angefressene Rosetten

Schnecken im Herbst, Vögel und Hühner im Winter. Absammeln, Netz, Hochbeet.

Die Pflanzen werden lang und blühen

Frühjahr, die Saison ist vorbei. Abernten oder ein paar Pflanzen für das Saatgut stehen lassen.

Unsere Sorten

  • Feldsalat Vit: raschwüchsig, dunkelgrün, rundblättrig, robust gegen Falschen Mehltau, für Beet, Frühbeet und Gewächshaus. 3 g für 3 bis 4 m², samenfest und bio.
  • Postelein (Winterportulak): der zweite Wintersalat, frosthart, keimt nach einem Kältereiz.
  • Winterkresse (Barbarakraut): würzig, winterhart, für den Salatteller im Februar.

Alle Salate und Blattgemüse findest du in der Kategorie Blattgemüse, die Aussaatzeiten im Aussaatkalender. Warum wir nur samenfestes Saatgut führen, steht im Ratgeber.

Mehr zum Feldsalat

Häufige Fragen

Wann Feldsalat säen?

Ins Beet von Mitte Juli bis Mitte September, ins Frühbeet oder Gewächshaus von Anfang September bis Ende Oktober.

Kann man im Oktober noch Feldsalat säen?

Ja, bis Ende Oktober, dann aber geschützt im Frühbeet oder Gewächshaus. Die Ernte beginnt im Winter.

Wie tief Feldsalat säen?

1 cm tief, bedecken und andrücken, Feldsalat ist Dunkelkeimer. Reihen 10 bis 15 cm auseinander, alle 2 cm ein Korn.

Warum keimt mein Feldsalat nicht?

Meist zu warm: Über 20 °C keimt er schlecht. Kühle Tage abwarten, feucht halten, beschatten und zwei bis vier Wochen Geduld haben.

Vorziehen oder direkt säen?

Beides. Vorgezogen in Quickpots mit sechs bis acht Körnern je Topf, nach vier Wochen als Büschel pflanzen, nicht pikieren und nicht zu tief setzen.

Muss ich Feldsalat düngen oder gießen?

Nein. Schwachzehrer, draußen reicht der Regen. Nur unter Glas und Folie gießen.

Wächst Feldsalat im Hochbeet und auf dem Balkon?

Besonders gut. Im Hochbeet erntet es sich bequem und die Hühner kommen nicht dran, im Balkonkasten reicht Aussaaterde.

Ist Feldsalat winterhart?

Ja, er bleibt den ganzen Winter im Beet. Ein Netz hält Laub und Schnee ab. Nur gefroren darf er nicht geerntet werden.

Wie Feldsalat ernten, damit er nachwächst?

Mit der Schere knapp über dem Boden schneiden, das Herz stehen lassen. Von außen nach innen ernten, die Rosetten treiben noch einmal nach.

Wie lange kann man ernten?

Von Oktober bis März. Im Frühjahr schießen die Pflanzen und blühen, dann ist die Saison vorbei.

Kann ich eigenes Saatgut nehmen?

Ja. Ein paar Pflanzen blühen und aussamen lassen, der Feldsalat sät sich im Garten von selbst weiter.

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