Melonen anbauen: Wassermelone und Zuckermelone Mitte April im Haus vorziehen, nach den Eisheiligen an den wärmsten Platz pflanzen, drei bis vier Früchte je Pflanze lassen und von August bis September ernten

Inhaltsverzeichnis

Melonen im eigenen Garten, und das im Norden? Lange war das bei uns ein Versuch mit offenem Ausgang: 2015 die erste Wassermelonen-Challenge im Hochbeet, 2016 veredelte Pflanzen in schwarzen Kübeln, danach das Gewächshaus. Heute ernten wir Wassermelonen im Freiland auf dem Gemüseacker, Zuckermelonen im Folientunnel und 2026 die größte Wassermelone, die je bei uns gewachsen ist. Geändert haben sich drei Dinge: die richtige Sorte, der frühe Start Mitte April im Haus und der wärmste Platz, den der Garten hergibt. Hier steht, was wir in elf Jahren über Wassermelone und Zuckermelone gelernt haben, von der Aussaat bis zum Klopftest.

Dunkelgrüne Wassermelone Sugar Baby zwischen Blättern und Ranken im Gemüsebeet, kurz vor der Ernte
Sugar Baby im Beet: Die kleinfruchtige Sorte reift auch bei uns im Norden aus.

Melonen auf einen Blick

AussaatMitte April im Haus, Wassermelone und Zuckermelone als erste Kürbisgewächse des Jahres; spätestens Anfang Mai
Saattiefe1 bis 2 cm, jedes Korn einzeln in einen 9er-Topf, oben feine Aussaaterde
Keimtemperaturmindestens 20 °C in der Erde, besser 20 bis 25 °C; Licht erst, wenn das Grün da ist
Keimdauereine bis zwei Wochen, nach drei bis vier Wochen pflanzfertig
Pikierennein, Kürbisgewächse mögen keinen Umzug; bei zwei Körnern je Topf den schwächeren Keimling abschneiden
PflanzungGewächshaus und Tunnel ab Anfang Mai, Freiland nach den Eisheiligen Mitte Mai, vorher eine Woche abhärten
Abstand100 cm in der Reihe, 70 cm (Wassermelone) bis 80 cm (Zuckermelone) zwischen den Reihen; am Spalier im Tunnel enger
Standortder wärmste und sonnigste Platz im Garten: Südseite, Frühbeet, Tunnel, Gewächshaus oder dunkler Kübel, windgeschützt
BodenStarkzehrer: Kompost oder abgelagerter Mist ins Pflanzloch, dazu Urgesteinsmehl; lockere, warme Erde
WasserJungpflanzen angießen, im Freiland danach nur bei langer Trockenheit, im Tunnel und im Kübel regelmäßig; vor der Ernte sparsam
Früchte je PflanzeWassermelone drei bis vier, Zuckermelone vier bis sechs; überzählige Ansätze ausbrechen, Triebspitzen stehen lassen
BestäubungBienen und Hummeln; im Gewächshaus und bei kühlem Wetter von Hand mit dem Pinsel
ReifeWassermelone sechs bis acht Wochen nach dem Fruchtansatz, Zuckermelone etwas schneller; 15 bis 16 Wochen ab Aussaat
ErnteAugust bis September, geschützt ab August, im Freiland eher September
SortenWassermelone Sugar Baby (Citrullus lanatus), Zuckermelone Charentais (Cucumis melo), beide samenfest

Wassermelone und Zuckermelone: zwei Melonen, zwei Pflanzen

Beide gehören zu den Kürbisgewächsen wie Gurke, Zucchini und Kürbis, aber sie sind keine engen Verwandten. Die Wassermelone (Citrullus lanatus) stammt aus Afrika, bildet lange Ranken mit fein geschlitzten Blättern und Früchte mit knackigem, wässrigem Fruchtfleisch. Die Zuckermelone (Cucumis melo) ist näher mit der Gurke verwandt, hat rundliche, weiche Blätter und duftende Früchte: Die Charentais mit orangem Fleisch gehört dazu, genauso wie Honigmelone, Galia und Cantaloupe aus dem Supermarkt. Im Anbau ist der Unterschied kleiner, als man denkt, beide wollen Wärme, Platz und einen frühen Start. Die Zuckermelone ist bei uns empfindlicher gegen kühle Nächte, deshalb steht sie im Tunnel, die Wassermelone darf seit 2024 auch aufs Freilandbeet.

Und die Melonenbirne? Die Pepino ist trotz des Namens keine Melone, sondern ein Nachtschattengewächs wie Tomate und Physalis. Wie wir sie aus Stecklingen ziehen und überwintern, steht im Beitrag Pepino selbst anbauen.

Ist die Wassermelone Obst oder Gemüse?

Diese Frage erreicht uns öfter als jede andere zur Melone. Botanisch ist die Wassermelone eine Beere, genauer eine Panzerbeere, und die Pflanze ein Kürbisgewächs. Im Garten ist sie damit ein Fruchtgemüse: Sie wird jedes Jahr neu gesät, ist ein Starkzehrer, steht in der Fruchtfolge bei Gurke und Kürbis und wird wie diese einjährig gezogen. In der Küche ist sie Obst, weil sie süß ist und roh gegessen wird. Für die Zuckermelone gilt dasselbe. Wer also fragt, ob Melonen ins Gemüsebeet dürfen: Genau dort gehören sie hin, neben Zucchini und Gurke, nur mit mehr Wärme.

Geht das im Norden? Freiland, Tunnel oder Gewächshaus

Ja, mit Bedingungen, und die kennen wir inzwischen gut. Im Freiland funktioniert die Wassermelone bei uns, seit wir eine frühe, kleinfruchtige Sorte anbauen und das Saatgut davon hier im Norden im Freiland vermehren. Die Pflanzen sind an unser Wetter gewöhnt, die Früchte werden handballgroß und größer, 2024 und 2025 haben wir im September geerntet, 2025 sogar ohne Mulchfolie und ohne Gießen nach dem Anwachsen. Größer, früher und sicherer wird die Ernte geschützt: im Frühbeet, im Folientunnel oder im Gewächshaus. Dort hat die Zuckermelone bei uns ihren Platz, und dort ist 2026 am Spalier unsere bisher größte Wassermelone gewachsen. Das Frühbeet war schon 2015 der klare Sieger gegen das Hochbeet: gleiche Sorte, gleiche Erde, aber die Pflanzen unter Glas hatten volles Laub, keine vertrockneten Blätter und die dunkelgrünsten Früchte.

Was im Norden nicht klappt: späte Aussaat, ein kühler Platz, Halbschatten. Melonen brauchen von Mai bis September jeden warmen Tag und einen Vorsprung aus dem Haus. Wer beides gibt, erntet. In 37 Sekunden: Kann man in Deutschland Wassermelonen im Freiland anbauen?

Aussaat: Mitte April im Haus, einzeln und warm

Mitte April säen wir Wassermelone und Zuckermelone, zusammen mit der Schlangengurke die ersten Kürbisgewächse des Jahres. Zucchini, Freilandgurken und Kürbis kommen erst Ende April, die Melonen brauchen die zwei Wochen Vorsprung, weil sie am längsten bis zur reifen Frucht brauchen. Später als Anfang Mai sollte es nicht werden, sonst reicht der Sommer nicht.

Jedes Korn bekommt seinen eigenen Topf mit 9 oder 10 cm, denn Melonen werden wie alle Kürbisgewächse nicht pikiert, die Wurzel mag keinen Umzug. Unten füllen wir nährstoffreiche Erde ein, oben ein paar Zentimeter feine Aussaaterde, das Korn kommt 1 bis 2 cm tief hinein und wird angegossen. Wer sichergehen will, legt zwei Körner in den Topf und schneidet den schwächeren Keimling später ab. Dann braucht es Wärme, nicht Licht: Zum Keimen muss die Erde mindestens 20 °C haben, besser 20 bis 25 °C. Die Wanne mit den Töpfen steht deshalb bei uns im Haus und nicht im kalten Gewächshaus. Sobald das erste Grün zu sehen ist, kommen die Töpfe an den hellsten Platz, sonst schießen die Keimlinge in die Länge. Nach einer bis zwei Wochen sind die Keimblätter da, nach drei bis vier Wochen das zweite echte Blatt, dann sind die Pflanzen fertig fürs Beet.

Eine Lehre aus 2016: Trauermücken. Ihre Larven haben uns damals die komplette Anzucht gekostet, sie fressen die jungen Wurzeln ab. Seitdem bekommt die Aussaaterde eine dünne Schicht Sand obenauf, wird eher trocken gehalten, und die Töpfe stehen nicht neben alten Zimmerpflanzen. Gekaufte, veredelte Jungpflanzen waren damals der Plan B. Sie wachsen kräftig, aber die eigene Anzucht aus samenfestem Saatgut ist günstiger, und du bestimmst die Sorte.

Junge Wassermelonenpflanze in einer schwarzen Pflanzwanne, rundherum Holzstöcke als Schutz vor Vögeln
Junge Wassermelone im schwarzen Kübel, die Stöcke halten die Amseln vom Scharren ab.

Pflanzen: nach den Eisheiligen an den wärmsten Platz

Ins Gewächshaus und in den Tunnel dürfen die Melonen ab Anfang Mai, sobald dort nachts kein Frost mehr droht, ins Freiland nach den Eisheiligen Mitte Mai. Vorher stehen die Töpfe eine Woche lang tagsüber draußen und nachts drinnen zum Abhärten. Der Platz ist der sonnigste und wärmste, den der Garten hat, windgeschützt, gern an einer Südwand oder am Rand des Beets, damit die Ranken ins Gras oder auf den Weg wachsen dürfen. Der Boden sollte warm und locker sein, auf schwerem Boden hilft ein kleiner Hügel oder gleich der Kübel.

Melonen sind Starkzehrer. Ins Pflanzloch kommt eine Schaufel Kompost oder abgelagerter Pferdemist, dazu eine Handvoll Urgesteinsmehl, bei uns auch vererdetes Bokashi. 2015 haben wir Pferdemist gegen Bokashi getestet: Die Bokashi-Pflanzen hatten mehr Laub, die Zahl der Früchte war gleich, beides funktioniert. Die Pflanze kommt so tief in die Erde, wie sie im Topf stand, bei veredelten Pflanzen bleibt die Veredlungsstelle über der Erde. Angießen, mit Rasenschnitt mulchen und am Anfang ein paar Stöcke um die Pflanze stecken, denn Amseln scharren frisch gepflanzte Beete gern wieder auf. Auf dem Gemüseacker arbeiten wir ohne Mulchfolie, wir hacken nur. Wer es wärmer haben will, mulcht mit dunklen Steinen, die speichern die Tageswärme für die Nacht.

Der Abstand ist größer, als die kleinen Pflanzen vermuten lassen: ein Meter in der Reihe, 70 bis 80 cm zwischen den Reihen. Eine Wassermelone bedeckt am Ende zwei bis drei Quadratmeter. Im Tunnel ziehen wir sie seit 2026 in die Höhe: Die Haupttriebe werden wie Gurken an Schnüren angebunden, das spart Platz und hält die Blätter trocken. Die Früchte müssen dann getragen werden, bei uns hängen sie in Netzen, die an der Rankhilfe festgebunden sind, sonst reißt die Ranke.

Blüten, Bestäubung und die Zahl der Früchte

Ab Ende Juni blühen die Melonen gelb. Es gibt zwei Arten von Blüten: männliche am dünnen Stiel, die zuerst und in großer Zahl erscheinen, und weibliche, die unter der Blüte schon eine kleine Kugel tragen, den Fruchtansatz. Nur die weiblichen werden zur Melone, und nur, wenn sie bestäubt werden. Ein bestäubter Fruchtansatz wächst nach wenigen Tagen sichtbar, ein unbestäubter wird gelb, vertrocknet und fällt ab. Das ist normal, nicht jede Kugel wird eine Frucht.

Im Freiland erledigen Bienen und Hummeln die Arbeit, im Gewächshaus und bei kühlem, nassem Wetter helfen wir nach: morgens eine frisch geöffnete männliche Blüte abpflücken, die Blütenblätter zurückstreifen und die Staubgefäße in die weibliche Blüte tupfen, oder mit einem weichen Pinsel von Blüte zu Blüte gehen. Wer nur eine Pflanze hat, sollte das auf jeden Fall tun.

Dann heißt es auswählen. Eine Wassermelone schafft bei uns drei bis vier Früchte, eine Zuckermelone vier bis sechs. Alles darüber bleibt klein und reift nicht, deshalb brechen wir Ende Juli überzählige Fruchtansätze aus und lassen die größten stehen. Die Triebspitzen kappen wir nicht, die Pflanze braucht ihr Laub, um die Früchte zu füllen. 2016 haben wir das Einkürzen probiert, es hat nichts gebracht. Und jede Frucht bekommt eine Unterlage, ein Brett, ein Stück Styropor oder einen umgedrehten Blumentopf, damit sie nicht auf der feuchten Erde liegt und von unten fault. Hängende Früchte im Tunnel bekommen ihr Netz, sobald sie faustgroß sind.

Gelbe männliche Blüte der Wassermelone am dünnen Stiel zwischen fein geschlitzten Blättern
Männliche Blüte: Es gibt viele davon, aber keine Frucht darunter.
Weibliche Wassermelonenblüte mit kleinem grünem Fruchtansatz unter der Blüte auf Holzbrettern
Weibliche Blüte: Die kleine Kugel unter der Blüte wird nach der Bestäubung zur Melone.
Kleine gestreifte Wassermelone auf einem Holzbrett im Gras, daneben Blätter und Ranke
Ein Brett unter der Frucht hält sie trocken und sauber.

Gießen und Düngen

Beim Pflanzen gießen wir kräftig an, danach kommt es auf den Standort an. Im Freiland auf dem Gemüseacker haben wir unsere Wassermelonen 2025 nach dem Anwachsen nicht mehr gegossen, der Boden war gehackt, die Wurzeln gehen tief. Im Kübel, im Frühbeet und im Tunnel sieht das anders aus, dort gießen wir regelmäßig, morgens und an die Wurzel, nicht über die Blätter, denn nasses Laub lädt den Mehltau ein. In den letzten zwei Wochen vor der Ernte gießen wir sparsamer, das macht die Früchte süßer und verhindert, dass sie platzen.

Gedüngt wird vor allem beim Pflanzen mit Kompost und Mist. Wenn die ersten Früchte ansetzen, bekommen die Pflanzen alle zwei bis drei Wochen einen Schluck Jauche ins Gießwasser, bei uns Kohl- oder Brennnesseljauche, oder einen Tomaten- und Gemüsedünger. Mehr Stickstoff braucht es nicht: Zu viel davon gibt riesiges Laub und wenig Früchte, das haben wir bei der Physalis gelernt, und bei Melonen ist es genauso. Kaffeesatz schadet nicht, bringt aber auch kaum etwas.

Ernte: wann ist die Melone reif?

Melonen reifen nicht nach. Eine zu früh geerntete Wassermelone bleibt blass und fad, egal wie lange sie liegt, deshalb lohnt sich das genaue Hinsehen. Bei der Wassermelone gibt es drei Zeichen: Die kleine Ranke direkt am Stielansatz der Frucht ist vertrocknet und braun, der Fleck, auf dem die Melone liegt, ist von weiß zu cremegelb geworden, und beim Klopfen klingt sie dumpf und hohl statt hell. Zwei von drei Zeichen reichen uns. Sugar Baby ist bei uns geschützt ab August und im Freiland im September so weit, sechs bis acht Wochen nach dem Fruchtansatz. Die Frucht wird mit einem Stück Stiel abgeschnitten, nicht abgedreht.

Die Zuckermelone verrät sich mit der Nase. Solange die Charentais hellgrün ist und am Blütenansatz nach nichts riecht, braucht sie noch. Reif färbt sich die Schale zwischen den dunkelgrünen Streifen gelblich, am Blütenende duftet sie süß nach Melone, und der Stiel löst sich mit leichtem Druck. Dann innerhalb weniger Tage essen, Zuckermelonen halten nicht lange. Die Wassermelone liegt kühl ein bis zwei Wochen, angeschnitten im Kühlschrank drei Tage.

Halbierte Wassermelone Sugar Baby mit leuchtend rotem Fruchtfleisch und dunkelgrüner Schale auf einem Holzbrett
Sugar Baby aufgeschnitten: rot, süß und mit wenigen Kernen.
Aufgeschnittene Zuckermelone Charentais mit orangem Fruchtfleisch in der Hand, daneben ein Löffel
Charentais: orange, saftig und am besten direkt vom Beet gelöffelt.

Wie groß eine Wassermelone bei uns werden kann, zeigt das Video Ist die Wassermelone ausgereift? aus dem Tunnel 2026, die Freilandernte im September gibt es im Gartenrundgang mit unseren Enten.

Samen gewinnen

Beide Sorten sind samenfest, das Saatgut aus der eigenen Ernte bringt im nächsten Jahr wieder dieselbe Melone. Dafür nehmen wir die schönste, voll ausgereifte Frucht, löffeln die Kerne heraus, waschen das Fruchtfleisch im Sieb ab und trocknen die Kerne eine Woche auf einem Teller. Nur die dunklen, prallen Kerne taugen, helle und flache sind nicht ausgereift. Trocken und dunkel gelagert keimen Melonenkerne fünf Jahre und länger. Zuckermelonen kreuzen sich untereinander und Wassermelonen untereinander, aber Wassermelone und Zuckermelone nicht miteinander, und Gurken kreuzen sich mit keiner von beiden. Wer mehrere Zuckermelonensorten hat und Saatgut nehmen will, lässt nur eine blühen oder bestäubt von Hand und verschließt die Blüte. So haben wir unsere Sugar Baby Jahr für Jahr an den Norden gewöhnt.

Nahaufnahme von rotem Wassermelonen-Fruchtfleisch mit dunklen und hellen Kernen
Nur die dunklen, prallen Kerne werden Saatgut.

Im Kübel und auf dem Balkon

Melonen im Topf gehen, wenn der Topf groß und dunkel ist. 2016 standen unsere Wassermelonen in schwarzen 65- und 90-Liter-Kübeln: zwei Schaufeln Pferdemist unten, Gartenerde, Urgesteinsmehl, Bokashi, oben Blumenerde. Dunkle Kübel erwärmen sich schnell, das mögen Melonen, und auf dem Südbalkon ist es oft wärmer als im Beet. Eine Pflanze je Kübel, eine Rankhilfe oder ein Spalier an der Wand, die Früchte in Netzen oder alten Strumpfhosen aufgehängt. Gegossen wird täglich, gedüngt alle zwei Wochen, und mehr als zwei bis drei Früchte sollte eine Kübelpflanze nicht tragen. Sugar Baby mit ihren 2 bis 4 kg ist dafür die richtige Größe, die Charentais mit ihren kleinen Früchten ebenso.

Gute Nachbarn und Fruchtfolge

Melonen stehen bei uns im Beet der Kürbisgewächse, also nicht dort, wo im Vorjahr Gurken, Zucchini oder Kürbis gewachsen sind, drei Jahre Pause halten Boden und Pflanzen gesund. Gute Nachbarn sind Buschbohnen, Mais als Windschutz auf der Nordseite, Tagetes und Kapuzinerkresse gegen Läuse und Salat als schnelle Vorkultur, der abgeerntet ist, bevor die Ranken Platz brauchen. Im Gewächshaus sind Melonen eine Folgekultur: Erst stehen dort frühe Kohlpflanzen, Salat und Zwiebeln, Ende Mai ziehen Wassermelone und Schlangengurke ein und bleiben bis in den September. Wer sich mit wem verträgt, steht auf unserem Mischkulturposter.

Typische Probleme und was dahintersteckt

Die Keimlinge kippen um oder kommen gar nicht

Zu kalt oder zu nass. Unter 20 °C in der Erde keimen Melonen schlecht und faulen, in nasser Erde fressen Trauermückenlarven die Wurzeln. Warm stellen, sparsam gießen, Sand auf die Erde.

Lange, dünne Keimlinge

Zu wenig Licht nach dem Keimen. Die Töpfe sofort an den hellsten Platz, notfalls unter die Pflanzenlampe, und etwas kühler stellen.

Viele Blüten, keine Früchte

Entweder sind es nur männliche Blüten, das ist am Anfang normal, die weiblichen kommen zwei Wochen später. Oder es fehlt die Bestäubung, dann im Gewächshaus von Hand nachhelfen. Oder es war zu viel Stickstoff, dann baut die Pflanze nur Laub.

Fruchtansätze werden gelb und fallen ab

Nicht bestäubt, oder die Pflanze hat schon genug Früchte angesetzt und wirft den Rest ab. Bei kühlem, nassem Wetter faulen junge Ansätze auch. Abwarten, nach der ersten bestäubten Frucht läuft es meist.

Vertrocknete, gefleckte Blätter

Meist Echter Mehltau, ein weißer Belag, der ab August fast jede Melone erwischt, oder Falscher Mehltau mit gelben Flecken bei nassem Wetter. Nicht über die Blätter gießen, Abstand halten, befallene Blätter entfernen. Die Früchte reifen trotzdem, so wie unsere 2015 trotz Pilz.

Die Frucht fault von unten

Sie lag auf feuchter Erde. Brett oder Blumentopf unterlegen, bei hängenden Früchten für Luft sorgen. Eine angefaulte Frucht ist verloren.

Die Melone bleibt klein

Zu viele Früchte an einer Pflanze, zu wenig Wärme oder zu spät gesät. Auf drei bis vier Früchte ausdünnen und im nächsten Jahr Mitte April starten.

Die Melone schmeckt fad

Zu früh geerntet, Melonen reifen nicht nach. Oder in den letzten Wochen zu viel gegossen, das verwässert den Zucker.

Die Melone ist geplatzt

Nach Trockenheit kam viel Wasser auf einmal, oft ein Gewitterregen kurz vor der Reife. Gleichmäßig gießen und reife Früchte vor dem Regen ernten.

Schnecken und Amseln an den Jungpflanzen

Frisch gepflanzte Melonen sind für Schnecken ein Festmahl, und die Amseln scharren den Mulch auf. In den ersten zwei Wochen absammeln oder Schneckenkragen setzen, Stöcke um die Pflanze gegen die Vögel.

Unsere Sorten

Wassermelone Sugar Baby: frühe, kleinfruchtige Sorte mit dunkelgrüner Schale und leuchtend rotem, süßem Fruchtfleisch, 2 bis 4 kg schwer, reift auch im Norden zuverlässig aus, im Gewächshaus und in warmen Lagen auch im Freiland. Unser Saatgut davon vermehren wir hier im Freiland, die Sorte ist an unser Klima gewöhnt; 12 Korn für etwa 9 Pflanzen. Zuckermelone Charentais: die klassische französische Cantaloupe mit kleinen, runden Früchten, hellgrün mit dunkelgrünen Streifen und orangem, aromatischem Fruchtfleisch, bei uns im Tunnel; 10 Korn für etwa 8 Pflanzen. Beide sind samenfest und bio-zertifiziert. 2026 haben wir dazu eine freilandtaugliche Honigmelone aus dem kühleren Asien getestet, hell im Fruchtfleisch, robust und sehr fein im Geschmack. Ob sie ins Sortiment kommt, entscheidet sich nach dieser Saison. Alle Kürbisgewächse findest du in der Kategorie Kürbisgemüse, die Aussaattermine im Aussaatkalender, und warum wir nur samenfeste Sorten anbauen, steht im Ratgeber Samenfestes Saatgut.

Unsere Melonen-Geschichte seit 2015

Angefangen hat alles mit der Wassermelonen-Challenge, zu der Max vom YouTube-Kanal »dergartenkanal« 2015 aufgerufen hat: Sugar Baby im Hochbeet und im Frühbeet, Pferdemist gegen Bokashi, Handbestäubung mit dem Pinsel und im September die erste eigene, süße Wassermelone (Aussaat, Pflege und Bestäubung, Ernte). 2016 kam das Lehrjahr: Trauermücken in der Anzucht, veredelte Pflanzen aus dem Gartencenter in schwarzen Kübeln und am Ende eine Melone so groß wie eine Faust, über die sich vor allem die Hühner gefreut haben. Danach zogen die Melonen ins Gewächshaus, 2018 haben wir dort im August die letzten Wassermelonen geerntet und von einer Zuschauerin die weiße Sorte Cream of Saskatchewan geschenkt bekommen. Seit 2024 wachsen Wassermelonen bei uns auch im Freiland auf dem Gemüseacker, 2025 kam die Zuckermelone im Tunnel dazu und 2026 die bisher größte Wassermelone am Spalier.

Jen steht lachend mit einem Stück Wassermelone in der Hand vor den Hochbeeten im Hofgarten
Belohnung im Hofgarten: Wassermelone zum Reinbeißen.

Mehr zu Melonen

Die Verwandten haben ihre eigenen Einträge: Gurken anbauen, Zucchini anbauen und Kürbis anbauen, die anderen Wärmeliebhaber bei Tomaten anbauen, Paprika anbauen und Physalis anbauen. Die Aussaat Mitte April zeigt der Workshop 14, die Freilandernte der September-Garten 2025, die Versuche mit gestreifter Wassermelone und Zuckermelone im Tunnel stehen in Neue Sorten und Versuche. Was unser Folientunnel kann, steht im Folientunnel-Erfahrungsbericht, die Melonenbirne hat ihren eigenen Beitrag unter Pepino selbst anbauen. Alle Anleitungen findest du unter Gemüse anbauen.

Häufige Fragen

Wann Melonen säen?

Mitte April im Haus, spätestens Anfang Mai. Direktsaat ins Beet lohnt sich bei uns nicht, der Sommer ist dafür zu kurz.

Wie tief und wie warm?

1 bis 2 cm tief, einzeln in Töpfe, bei 20 bis 25 °C Erdtemperatur. Nach dem Keimen hell und etwas kühler.

Muss ich Melonen pikieren?

Nein. Kürbisgewächse werden einzeln gesät und mit dem ganzen Ballen gepflanzt.

Wann Melonen pflanzen?

Ins Gewächshaus und in den Tunnel ab Anfang Mai, ins Freiland nach den Eisheiligen Mitte Mai, nach einer Woche Abhärten.

Kann man Wassermelonen in Deutschland im Freiland anbauen?

Ja, mit einer frühen, kleinfruchtigen Sorte wie Sugar Baby am wärmsten Platz. Bei uns im Norden klappt das seit 2024 jedes Jahr. Geschützt werden die Früchte größer.

Brauchen Melonen ein Gewächshaus?

Nein, aber es hilft: Im Tunnel oder Gewächshaus reifen sie früher, werden größer, und die Zuckermelone ist dort auf der sicheren Seite.

Brauchen Melonen eine Rankhilfe?

Nicht zwingend, am Boden brauchen sie zwei bis drei Quadratmeter. An Schnüren oder am Spalier sparen sie Platz, dann müssen die Früchte in Netzen hängen.

Wie viele Früchte je Pflanze?

Wassermelone drei bis vier, Zuckermelone vier bis sechs, im Kübel zwei bis drei. Der Rest wird ausgebrochen.

Wie viel Platz braucht eine Melone?

Ein Meter in der Reihe, 70 bis 80 cm zwischen den Reihen, je Pflanze etwa zwei Quadratmeter.

Womit Melonen düngen?

Kompost oder Mist beim Pflanzen, ab dem Fruchtansatz alle zwei bis drei Wochen Jauche oder Tomatendünger. Nicht zu viel Stickstoff, sonst gibt es Laub statt Früchte.

Wann ist eine Wassermelone reif?

Wenn die Ranke am Stielansatz vertrocknet ist, der Liegefleck gelb und der Klang beim Klopfen dumpf. Bei uns ab Mitte August, im Freiland im September.

Wann ist eine Zuckermelone reif?

Wenn die Schale gelblich wird, sie am Blütenende süß duftet und der Stiel sich leicht löst.

Reifen Melonen nach?

Nein. Wassermelonen werden nach der Ernte nicht süßer, Zuckermelonen höchstens weicher. Deshalb reif ernten.

Kann ich Kerne aus der gekauften Melone säen?

Oft keimen sie, aber Supermarktmelonen sind meist Hybriden aus warmen Ländern: Die Nachkommen fallen auseinander und reifen hier selten aus. Samenfeste, hier vermehrte Sorten sind die sichere Wahl.

Geht Melone im Topf auf dem Balkon?

Ja, ab 60 Litern in einem dunklen Kübel, sonnig, täglich gießen, zwei bis drei Früchte je Pflanze.

Ist die Wassermelone Obst oder Gemüse?

Botanisch eine Beere am Kürbisgewächs und im Garten ein Fruchtgemüse, in der Küche Obst. Beides stimmt.

Ist die Melonenbirne eine Melone?

Nein, die Pepino ist ein Nachtschattengewächs und wird wie Tomate und Physalis gezogen, meist aus Stecklingen. Mehr dazu im Pepino-Beitrag.

Warum wird meine Melone nicht süß?

Zu früh geerntet, zu wenig Sonne oder zu viel Wasser kurz vor der Ernte. Weniger Früchte je Pflanze lassen und in den letzten zwei Wochen sparsam gießen.

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