Zucchini anbauen: ab Mitte April vorziehen, zu zweit auf einen Quadratmeter pflanzen, von Juni bis Oktober jung ernten

Inhaltsverzeichnis

Zucchini ist das Gemüse, mit dem Gärtnern anfängt: ein Korn, ein warmer Platz, ein gut gefüttertes Beet, und ab Juni trägt die Pflanze so viel, dass man Nachbarn beschenkt. Dafür will sie drei Dinge, Wärme, Nährstoffe und eine zweite Zucchini neben sich für die Bestäubung. Hier steht, wie wir Zucchini anbauen, warum wir sie vorziehen, aber nicht pikieren, wie viel Platz sie wirklich braucht, warum wir die ersten Früchte immer probieren, bevor sie in den Topf kommen, und was man mit der Flut im August anfängt. Dazu die beiden Sorten, die bei uns das grüne Einerlei aufbrechen: gestreift und gelb.

Gestreifte Zucchini Malachita mit mehreren hellgrün-dunkelgrün gestreiften Früchten und gelben Blüten an der Pflanze
Juli: Malachita, die gestreifte, trägt an einem Strunk gleich ein halbes Dutzend.

Zucchini auf einen Blick

Aussaatab Mitte April in Töpfen vorziehen, ab Mitte Mai direkt ins Beet, spätestens Anfang Juli
Saattiefe2 bis 3 cm, in Kompost- oder Gemüseerde, nicht in Aussaaterde
Bodentemperatur zum Keimen20 bis 25 °C, Keimdauer rund eine Woche
Pikierennein, gleich in größere Töpfe säen
PflanzungMitte Mai bis Juni, 100 x 100 cm, mindestens zwei Pflanzen zusammen, etwas tiefer setzen
Kulturdauerrund sechs Wochen ab Pflanzung, zehn Wochen ab Aussaat
ErnteMitte Juni bis Mitte Oktober, jung und laufend
Standortwarm und sonnig, halbschattig mit weniger Früchten
NährstoffbedarfStarkzehrer, abgelagerter Pferdemist oder Kompost, sogar der Komposthaufen selbst
Wasserreichlich und regelmäßig, nicht über die Blätter
Saatgutmenge12 Korn sind rund 9 Pflanzen, drei bis vier reichen für eine Familie

Schwarz, gestreift, gelb: drei Zucchini aus dem Kiosk

Zucchini sind Kürbisse, die man jung erntet, und wie beim Kürbis lohnt sich der Blick auf die Sorte. Unsere Zucchini Black Beauty ist die klassische: kompakt, ohne Ranken, mit dunkelgrünen, leicht marmorierten, länglichen Früchten mit wenigen Kernen, frühwüchsig und ertragreich, erste Ernte rund sechs Wochen nach der Pflanzung. Die Gestreifte Zucchini Malachita wächst niedrig und offen, reift früh, trägt hellgrün gestreifte, glattschalige, etwas gedrungene Früchte, die sich zur Ernte einfach abdrehen lassen, ist robust gegen Echten Mehltau und hält nach der Ernte gut. Die Gelbe Zucchini Solara bringt leuchtend gelbe, kurze, walzenförmige Früchte an unverzweigten, offenen Pflanzen, die Farbe bleibt beim Garen erhalten, und gelbe Aufhellungen an den Blättern der Jungpflanzen sind bei ihr normal. Alle drei sind samenfest, zwölf Korn im Tütchen sind rund neun Pflanzen, mehr als ein Garten braucht.

Aussaat: ab Mitte April in Töpfen, nicht pikieren

Wir ziehen Zucchini vor, nicht weil es nötig wäre, sondern weil es die Ernte um einen Monat nach vorn holt. Die Voranzucht beginnt bei uns Mitte bis Ende April und läuft bis Mitte Mai, ab Mitte Mai bis Juni geht es auch direkt ins Beet. Gesät wird 2 bis 3 cm tief, ein Korn je Topf, und zwar gleich in größere Töpfe mit Kompost- oder Gemüseerde, keine magere Aussaaterde: Die Zucchini ist ein Starkzehrer und mag es nicht, pikiert zu werden. Bei 20 bis 25 °C keimt sie innerhalb einer Woche, auf der warmen Fensterbank oder im Gewächshaus. Drei bis vier Pflanzen reichen für eine Familie, und weil sie so viel tragen, säen wir lieber zwei Töpfe zu viel als einen zu wenig.

Pflanzen: zu zweit auf einen Quadratmeter

Mitte Mai bis Juni, nach den Eisheiligen, kommen die Jungpflanzen ins Beet, etwas tiefer als sie im Topf standen, dann bilden sie am Stängel neue Wurzeln. Der Platz ist warm und sonnig, halbschattig geht auch, dann gibt es weniger Früchte. Und der Platz ist groß: Eine Zucchini braucht einen bis anderthalb Quadratmeter, 100 x 100 cm sind das Minimum. Trotzdem pflanzen wir sie immer mindestens zu zweit nebeneinander. Zucchini bilden männliche und weibliche Blüten, oft zeitversetzt, und mit zwei Pflanzen finden Bienen und Hummeln immer eine passende Blüte. Die weiblichen erkennt man am kleinen Fruchtansatz hinter der Blüte, die männlichen sitzen auf einem langen Stiel.

Boden und Dünger: der Hunger eines Kürbisses

Zucchini brauchen extra viele Nährstoffe, und bei ihnen funktioniert sogar Pferdemist gut, wenn er ein paar Monate abgelagert ist. Wir arbeiten ihn oder reichlich Kompost vor dem Pflanzen ins Beet. Wer einen Komposthaufen hat, kann die Zucchini direkt darauf pflanzen, solange er nicht zu schattig steht, das ist der Platz, an dem sie am wildesten wächst. Im Laufe des Sommers düngen wir mit Brennnessel- oder Beinwelljauche nach, denn eine Pflanze, die jeden Tag Früchte schiebt, hat Hunger.

Dunkelgrüne, leicht marmorierte Zucchini Black Beauty liegt unter den Blättern im Beet
Black Beauty: dunkelgrün, wenig Kerne, am besten als Unterarmlänge geerntet.

Pflege: Wasser, Mulch, Blüten im Blick

Die großen Blätter verdunsten viel, deshalb gießen wir Zucchini reichlich und regelmäßig, an den Fuß der Pflanze und nicht über das Laub, das beugt dem Mehltau vor. Mulch aus Stroh oder Grasschnitt hält den Boden feucht und die Früchte sauber. Im Spätsommer zeigt sich fast immer Mehltau auf den Blättern, bei uns seit Jahren, und es macht nichts: Wir entfernen die schlimmsten Blätter und lassen die Pflanzen stehen, bis in den Herbst waren wir immer mit Zucchini versorgt. Gute Nachbarn sind Bohnen, Zwiebeln, Erbsen und Mangold, nicht so gern steht die Zucchini bei Tomaten, Gurken und Kartoffeln. Als Kürbisgewächs gehört sie in die Fruchtfolge mit Kürbis und Gurken: vier Jahre Pause auf demselben Beet.

Ernte: jung, oft und auch die ganz kleinen

Rund sechs Wochen nach der Pflanzung beginnt die Ernte, bei uns Mitte Juni, und sie endet erst mit dem ersten Frost im Oktober. Die wichtigste Regel: jung ernten, unterarmlang oder kürzer, und auch die ganz kleinen mitnehmen. Das regt die Pflanze zu neuen Blüten und Früchten an, und die Kleinen schmecken süß und zart, roh wie Knabbergemüse. Was man übersieht, wird in einer Woche zur Keule mit Kernen. Geerntet wird mit dem Messer oder, bei der Malachita, durch Abdrehen, am besten morgens, wenn die Früchte prall sind. Wer eine Zucchini ausreifen lässt, kann sie wie einen Kürbis lagern. Und die Blüten sind essbar: gefüllt und gebraten sind sie ein Sommergericht für sich, am besten die männlichen, die ohnehin keine Frucht tragen.

Bitterstoffe: immer erst probieren

Einmal in all den Jahren hatten wir eine Zucchinipflanze, deren Früchte bitter schmeckten, schlimmer als jeder Löwenzahn. Das kommt selten vor, aber es kommt vor, und bittere Zucchini sind giftig: Die Bitterstoffe, Cucurbitacine, entstehen vor allem, wenn Zucchini sich mit Zierkürbissen kreuzen, weshalb eigenes Saatgut aus dem Garten mit Vorsicht zu genießen ist. Deshalb die Regel, auch bei bestem Saatgut: Die ersten Früchte jeder Pflanze roh probieren. Ist eine bitter, kommt die ganze Pflanze weg. Gerade wenn Kinder mitessen oder die Zucchini erhitzt wird, denn Kochen nimmt die Bitterkeit nicht, lohnt der eine Bissen vorher.

Gelbe Zucchini Solara mit mehreren leuchtend gelben Früchten und orangen Blüten zwischen Tagetes
August: Solara zwischen Tagetes, die gelbe Farbe bleibt auch in der Pfanne.

In der Küche: von roh bis Chips

Kaum ein Gemüse ist so vielseitig: ganz klein roh als Knabbergemüse, als Spaghetti aus dem Spiralschneider, in Scheiben gegrillt oder gebraten, gedünstet, als Suppe, als Puffer, im Kuchen, getrocknet als Chips, gefüllt die Blüten. Die Gelbe macht Ratatouille und Grillgemüse zum Hingucker, die Gestreifte ist jung besonders zart. Und für die Augustflut gibt es einen einfachen Weg: raspeln, portionsweise einfrieren und im Winter in Suppe und Eintopf geben.

Typische Probleme und was dahintersteckt

Viele Blüten, aber keine Früchte

Zu Beginn bildet die Pflanze nur männliche Blüten, das ist normal. Bleiben die Früchte später aus, fehlt die Bestäubung: zweite Pflanze dazu, Blüten für Insekten frei halten, notfalls morgens mit dem Pinsel von Hand bestäuben.

Kleine Früchte werden gelb und faulen ab

Unbefruchtete Früchte oder Nässe und Kälte. Bestäubung sichern, Früchte nicht auf nasser Erde liegen lassen, mulchen.

Weißer Belag auf den Blättern

Echter Mehltau, im Spätsommer fast unvermeidlich. Befallene Blätter entfernen, von unten gießen, Pflanze stehen lassen, sie trägt weiter. Die Malachita ist robust dagegen.

Die Früchte schmecken bitter

Cucurbitacine, giftig. Nicht essen, Pflanze entfernen, kein eigenes Saatgut aus Gärten mit Zierkürbissen.

Die Pflanze welkt trotz Gießen

Meist Wurzelfäule oder Schnecken am Stängelgrund nach nassem Wetter. Luftig pflanzen, am Fuß gießen, Schnecken absammeln.

Hellgelbe Flecken auf jungen Blättern der gelben Zucchini

Normal bei gelben Sorten, kein Mangel. Die Pflanze wächst sich aus.

Unsere Sorten

Alle Kürbisgewächse findest du in der Kategorie Kürbisgewächse, die Aussaatzeiten im Aussaatkalender. Warum wir nur samenfestes Saatgut führen, steht im Ratgeber.

Mehr zur Zucchini

Häufige Fragen

Wann Zucchini säen?

Ab Mitte April in Töpfen vorziehen, ab Mitte Mai direkt ins Beet. Bis Anfang Juli gesät trägt sie noch bis zum Frost.

Säen oder pflanzen?

Beides geht. Vorgezogen gibt es die erste Ernte einen Monat früher. Pikiert wird nicht, deshalb gleich in größere Töpfe säen.

Wie viel Platz braucht eine Zucchini?

Einen bis anderthalb Quadratmeter, 100 x 100 cm als Minimum. Immer mindestens zwei Pflanzen zusammen, wegen der Bestäubung.

Warum hat meine Zucchini nur Blüten und keine Früchte?

Am Anfang kommen nur männliche Blüten. Später fehlt meist die Bestäubung: zweite Pflanze dazu oder mit dem Pinsel von Hand bestäuben.

Wann Zucchini ernten?

Ab Mitte Juni, rund sechs Wochen nach der Pflanzung, laufend bis zum Frost. Jung ernten, unterarmlang oder kleiner, auch die ganz kleinen.

Sind bittere Zucchini giftig?

Ja. Bittere Früchte nicht essen, auch nicht gekocht, und die Pflanze entfernen. Deshalb die ersten Früchte jeder Pflanze roh probieren.

Wächst Zucchini im Kübel oder Hochbeet?

Im Hochbeet sehr gut, aber mit dem vollen Platz. Im Kübel ab 40 Liter, kompakte Sorte wie Black Beauty, täglich gießen und wöchentlich düngen.

Was tun gegen Mehltau an Zucchini?

Von unten gießen, befallene Blätter entfernen, luftig pflanzen. Die Pflanze trägt trotzdem weiter. Die Malachita ist von Haus aus robust.

Welche Nachbarn passen zur Zucchini?

Bohnen, Zwiebeln, Erbsen und Mangold. Nicht neben Tomaten, Gurken und Kartoffeln, und vier Jahre Pause nach Kürbisgewächsen.

Kann man Zucchini roh essen?

Ja, jung und klein sind sie roh süß und zart. Vorher probieren, ob sie nicht bitter sind.

Wie mache ich zu viele Zucchini haltbar?

Raspeln und portionsweise einfrieren, als Chips trocknen oder ausreifen lassen und wie Kürbis lagern.

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