Pastinaken anbauen: von April bis Mai direkt säen, geduldig keimen lassen, von Oktober bis März ernten

Inhaltsverzeichnis

Die Pastinake ist das Wurzelgemüse, das den Winter am liebsten im Beet verbringt: Einmal im Frühjahr gesät, wächst sie den ganzen Sommer still vor sich hin, und ab Oktober holen wir Wurzel für Wurzel heraus, bis in den März. Sie verlangt nur zwei Dinge, einen lockeren, tiefgründigen Boden und Geduld beim Keimen, denn die kann zwei bis vier Wochen dauern. Hier steht, wie wir Pastinaken anbauen, warum wir sie erst im April säen, wie sie den Frost übersteht, was im Beet neben ihr stehen darf und was man aus der süßlichen Wurzel alles macht.

Eine Hand hält fünf frisch geerntete Pastinaken mit kurzen Blattansätzen vor einen winterlichen Garten
Halblange Turga im Winter: fest, saftig und nach dem Frost noch süßer.

Pastinaken auf einen Blick

AussaatApril bis Mai direkt ins Beet, möglich von Mitte März bis Mitte Juni
Saattiefe2 cm, Reihen 30 bis 40 cm
Bodentemperatur zum Keimen10 bis 20 °C, Keimdauer zwei bis vier Wochen
Pikierennein, nur vereinzeln auf 5 bis 10 cm
Kulturdauervier bis fünf Monate ab Aussaat
Ernteab Ende Oktober nach Bedarf, aus dem Beet bis März
Standortsonnig, lockerer und tiefgründiger Boden, nicht sauer
NährstoffbedarfMittelzehrer, Beet mit Kompost und Urgesteinsmehl vorbereiten, kein frischer Mist, keine Nachdüngung
Wassernie austrocknen lassen, ab 5 bis 10 cm Höhe mulchen
Frostfrosthart, bleibt dick gemulcht im Beet. Nur bei Dauerfrost ernten und einlagern
Saatgutmenge2 g sind rund 300 Pflanzen, 0,19 g je laufenden Meter

Hammelmöhre, Moorwurzel: eine Wurzel mit Vergangenheit

Bevor die Kartoffel kam, war die Pastinake das Wintergemüse schlechthin, und je nach Gegend heißt sie bis heute Hammelmöhre, Moorwurzel oder Pastinak. Sie sieht aus wie eine große, blasse Möhre mit breitem Kopf, ist mit ihr verwandt und schmeckt doch ganz anders: süßlich, nussig, ein wenig nach Sellerie und Petersilie. Unsere Sorte Halblange Turga bildet feste, saftige Wurzeln von kräftigem Aroma, die roh geraspelt genauso gut sind wie gedämpft, als Püree oder aus dem Ofen. Und sie ist samenfest: Aus einem Tütchen wachsen rund 300 Pflanzen, und wer mag, zieht sein Saatgut im zweiten Jahr selbst.

Aussaat: von April bis Mai direkt ins Beet

Pastinaken werden nicht vorgezogen, sie kommen als Direktsaat ins Beet. Möglich ist das von Mitte März bis Mitte Juni, bei uns klappt es von April bis Mai am besten. Wer zu früh sät, hat es mit der Keimung schwer, weil der Boden noch zu kühl ist. Wer erst im Juni sät und nicht den besten Platz hat, lässt der Pastinake zu wenig Zeit, und die Wurzeln bleiben klein. Gesät wird 2 cm tief in Reihen mit 30 bis höchstens 40 cm Abstand, bei einer Bodentemperatur zwischen 10 und 20 °C. Ein Tütchen mit 2 g reicht für rund zehn Meter Reihe.

Zwei Dinge sind bei der Aussaat anders als bei den meisten Gemüsen. Erstens darf ruhig etwas dichter gesät werden, vereinzeln kann man später immer noch, und das lohnt sich besonders, wenn das Saatgut nicht mehr ganz frisch ist: Pastinakensamen verlieren schon im zweiten Jahr deutlich an Keimkraft. Zweitens markiert man die Reihen am besten, zum Beispiel mit ein paar Radieschen dazwischen, denn bis die Pastinake aufläuft, vergehen Wochen, und in der Zeit will man beim Hacken wissen, wo sie liegt.

Keimung: zwei bis vier Wochen Geduld

Die Keimung ist die eigentliche Prüfung beim Pastinakenanbau. Zwei bis vier Wochen dauert es, bis die ersten gefiederten Blättchen erscheinen, und in dieser Zeit darf das Saatbeet nicht austrocknen. Wir gießen nach der Aussaat an und schauen danach immer wieder nach, ob die Erde noch feucht ist, notfalls wird nachgegossen. Mit dem Mulchen halten wir uns zurück, bis die Pflänzchen 5 bis 10 cm hoch sind. Dann ist die Freude groß, denn aufgelaufene Pastinaken sind die halbe Ernte.

Vereinzeln und Mulchen

Stehen die Pflänzchen 5 bis 10 cm hoch, lichten wir aus: Jede Pastinake braucht in der Reihe 5 bis 10 cm Platz, damit die Wurzel dick werden kann. Die herausgezogenen Pflänzchen landen im Salat, denn das zarte Grün ist essbar und schmeckt würzig. Vorsicht allerdings: Manche Menschen reagieren auf das Pastinakengrün mit Hautreizungen, besonders in der Sonne. Wer das kennt, zieht beim Vereinzeln und Ernten Handschuhe an. Direkt nach dem Vereinzeln mulchen wir das Beet mit Grasschnitt oder Stroh, und von da an bleibt der Boden darunter feucht und locker, so wie es die Pastinake mag.

Boden und Standort: tiefgründig, locker, gut gefüttert

Die Pastinake wurzelt tief, deshalb muss der Boden locker und tiefgründig sein, im Beet wie im Hochbeet. Bei uns steht sie gern dort, wo im Jahr davor Kartoffeln waren, die haben den Boden schon gelockert. Vor der Aussaat arbeiten wir Kompost und Urgesteinsmehl ein, Stickstoff soll genug da sein, aber frischer Mist kommt nicht ins Pastinakenbeet: Er lässt die Wurzeln verzweigen und holt Schädlinge an. Sauer darf der Boden nicht sein, sonnig darf der Platz gern sein. Wer im Kübel anbaut, braucht mindestens 40 cm Tiefe, sonst bleibt nur ein Stummel.

Pflege: Wasser, Beikraut, sonst nichts

Die Pflege ist überschaubar: Das Beet bleibt beikrautfrei, der Mulch wird bei Bedarf erneuert, und die Wasserversorgung stimmt. Pastinaken wollen regelmäßig Wasser und dürfen nicht austrocknen, deshalb stecken wir in trockenen Wochen den Finger in die Erde und gießen, wenn es nötig ist. Wer nicht mulcht, muss stattdessen hacken, damit der Boden nicht verkrustet. Nachgedüngt wird nicht, wenn das Beet von Anfang an gut vorbereitet war.

Nachbarn und Fruchtfolge

Die Pastinake ist ein Doldenblütler wie Möhre, Sellerie, Petersilie und Fenchel, und mit denen steht sie weder gern zusammen, noch sollte sie ihnen im Beet folgen. Wir halten vier Jahre Pause auf demselben Beet, und in dieser Zeit stehen dort auch keine anderen Doldenblütler. Gute Nachbarn gibt es dafür reichlich: Mangold, Kohlrabi, Zwiebeln, Salat, Bohnenkraut, Spinat, Erbsen und Mais, dazu Sonnenblumen und Ringelblumen am Rand. Zwiebelgewächse zwischen den Reihen halten obendrein die Möhrenfliege fern, die auch die Pastinake mag. Als Bodenbedeckung passen Gurken, als Randbepflanzung Kohlrabi oder Salate.

Drei frisch geerntete Pastinaken mit Erde liegen in einer grünen Erntekiste neben dem Beet
Februar: die Ernte aus dem gemulchten Beet, mit Erde dran bis in die Küche.

Ernte: ab Ende Oktober, aus dem Beet bis März

Vier bis fünf Monate nach der Aussaat, bei uns ab Ende Oktober, sind die Wurzeln dick genug. Das Schöne an der Pastinake: Wir müssen sie nicht auf einmal ernten. Dick gemulcht mit Stroh oder Laub bleibt sie den Winter über im Beet, und wir holen nach Bedarf heraus, was die Küche braucht, bei uns bis in den März. Frost schadet ihr nicht, im Gegenteil, nach den ersten Frösten schmeckt sie noch süßer. Zum Herausholen nehmen wir den Multispaten: tief neben der Wurzel einstechen, lockern, ziehen, dann bleibt sie ganz. Wer in einer Gegend mit strengem Dauerfrost wohnt, dem hilft auch der dickste Mulch irgendwann nicht mehr, dann wird vor dem Frost geerntet und eingelagert.

Lagern: im Sand wie Möhren und Steckrüben

Geerntete Pastinaken halten wie alle Wurzeln am besten in Kisten mit leicht feuchtem Sand, kühl und dunkel bei null bis vier Grad: Laub abdrehen, Erde dranlassen, nicht waschen. So liegen sie bei uns neben Möhren, Sellerie und Steckrüben bis ins Frühjahr. Wer wenig Platz hat, lässt sie einfach im Beet und holt nur vor einer langen Frostperiode einen Vorrat herein. Im Kühlschrank halten sie in einem feuchten Tuch zwei bis drei Wochen.

In der Küche

Die Pastinake schmeckt süßlich und aromatisch, und sie ist mild: Weil sie selbst auf nitratreichen Böden wenig Nitrat einlagert und leicht verdaulich ist, gehört sie zu den ersten Gemüsen für Babys und kleine Kinder. Wir essen sie roh geraspelt im Salat, gedämpft mit Butter, als Püree, als Ofengemüse mit Rosmarin, in der Suppe und im Eintopf, wo sie unverzichtbar ist. Getrocknet gibt sie Brühe und Suppengewürz, das junge Grün würzt wie Petersilie. Und wie bei allen Wurzeln gilt: Je jünger und je frischer aus dem Beet, desto feiner.

Eigenes Saatgut gewinnen

Die Pastinake ist zweijährig: Wer die schönsten Exemplare im Beet stehen lässt, bekommt im zweiten Jahr mannshohe Dolden mit gelben Blüten, die bei Insekten beliebt sind, und daraus das Saatgut fürs nächste Frühjahr. Weil frische Samen so viel besser keimen als alte, lohnt sich das bei der Pastinake mehr als bei fast jedem anderen Gemüse. Wie das geht, steht in Eigenes Saatgut gewinnen.

Typische Probleme und was dahintersteckt

Die Pastinaken keimen nicht

Meist war das Saatgut zu alt, der Boden zu kalt oder die Saat ist ausgetrocknet. Frisches Saatgut, ab April säen, dichter säen und drei Wochen lang feucht halten.

Kleine Löcher und Gänge in der Wurzel

Larven der Möhrenfliege. Zwiebeln dazwischen pflanzen, bei Bedarf ein Gemüseschutznetz. Die Wurzeln bleiben essbar, die Gänge werden weggeschnitten.

Weißer Belag auf den Blättern im Spätsommer

Mehltau, bei warmem, feuchtem Wetter im August und September. Sieht unschön aus, befallene Blätter entfernen, die Wurzel ist nicht betroffen.

Verzweigte, beinige Wurzeln

Steine im Boden, frischer Mist oder verpflanzte Keimlinge. Boden tief lockern, nur Kompost, Pastinaken nie verpflanzen.

Die Wurzeln bleiben klein

Zu spät gesät, zu schattig oder zu eng. Bis Mai säen, sonnig stellen, auf 5 bis 10 cm vereinzeln.

Rote, juckende Haut nach der Gartenarbeit

Das Pastinakengrün kann zusammen mit Sonnenlicht die Haut reizen. Handschuhe und lange Ärmel beim Vereinzeln und Ernten.

Unsere Sorte

  • Pastinake Halblange Turga: aromatisch und süßlich, feste, saftige Wurzel, für Rohkost, Püree und Ofengemüse, frosthart im Beet bis März. 2 g für rund 300 Pflanzen, samenfest und bio.

Alle Wurzeln und Knollen findest du in der Kategorie Wurzelgemüse, die Aussaatzeiten im Aussaatkalender. Warum wir nur samenfestes Saatgut führen, steht im Ratgeber.

Mehr zur Pastinake

Häufige Fragen

Wann Pastinaken säen?

Von April bis Mai, dann keimen sie zuverlässig und haben genug Zeit. Möglich ist Mitte März bis Mitte Juni, im Juni werden die Wurzeln aber kleiner.

Säen oder pflanzen?

Immer direkt säen. Verpflanzte Pastinaken bilden krumme, verzweigte Wurzeln.

Wie tief und mit welchem Abstand?

2 cm tief, Reihen 30 bis 40 cm, in der Reihe nach dem Vereinzeln 5 bis 10 cm.

Warum keimen meine Pastinaken nicht?

Pastinaken brauchen zwei bis vier Wochen und müssen so lange feucht bleiben. Altes Saatgut keimt schlecht, kalter Boden bremst zusätzlich. Dichter säen und frisches Saatgut nehmen.

Wann Pastinaken ernten?

Ab Ende Oktober, vier bis fünf Monate nach der Aussaat, nach Bedarf bis März. Nach den ersten Frösten schmecken sie süßer.

Vertragen Pastinaken Frost?

Ja, sie sind frosthart und überwintern dick gemulcht im Beet. Nur bei strengem Dauerfrost vorher ernten und einlagern.

Wie lagere ich Pastinaken?

Mit Erde in leicht feuchtem Sand bei null bis vier Grad, kühl und dunkel, bis ins Frühjahr. Oder im Beet lassen und nach Bedarf ernten.

Wachsen Pastinaken im Hochbeet oder Kübel?

Im Hochbeet sehr gut, der Boden ist locker und tief. Im Kübel ab 40 cm Tiefe, sonst bleiben die Wurzeln kurz.

Welche Nachbarn passen zur Pastinake?

Mangold, Kohlrabi, Zwiebeln, Salat, Bohnenkraut, Spinat, Erbsen, Mais, Sonnenblumen und Ringelblumen. Nicht neben Möhren, Sellerie, Petersilie und Fenchel, und vier Jahre Pause nach allen Doldenblütlern.

Kann man Pastinaken roh essen?

Ja, geraspelt im Salat schmecken sie süß und nussig. Nur das Grün vorsichtig: Es kann die Haut reizen.

Sind Pastinaken für Babys geeignet?

Ja, sie sind mild, leicht verdaulich und nitratarm, deshalb ein klassisches erstes Breigemüse.

Weitere Beiträge

Anbau-Lexikon

Basilikum anbauen: ab April warm vorziehen, als Lichtkeimer nur andrücken, nach den Eisheiligen zu den Tomaten pflanzen, über dem Blattpaar ernten, aus Stecklingen vermehren

Basilikum gehört zu den Kräutern, bei denen sich der eigene Anbau am deutlichsten lohnt: Ein Topf aus dem Supermarkt hält zwei Wochen, eine selbst gezogene Pflanze im Gewächshaus oder Beet liefert von Juni bis Oktober ganze Bünde, für Pesto, Caprese und Tomatensoße. Dafür will Basilikum drei Dinge, und zwar genau in dieser Reihenfolge: Wärme beim Keimen, Nährstoffe nach dem Pikieren und einen Schnitt, der ihn buschig macht statt kahl. Wer

WEITERLESEN »
Fenchel spät
Anbau-Lexikon

Fenchel anbauen: von Ende Februar bis August satzweise säen, nicht pikieren, 30 cm Abstand, volle Sonne, nach 12 bis 14 Wochen ernten

Fenchel ist eines dieser Gemüse, die im Garten besser schmecken als gekauft: Die Knolle ist knackig, süßlich und schmeckt nach Anis, das feine Grün würzt Salat und Suppe, und selbst die Blüten sind essbar. Der Anbau hat zwei Eigenheiten, die man kennen sollte. Erstens mag Fenchel keine Umzüge, deshalb wird er bei uns nicht pikiert. Zweitens ist sein Erntefenster kurz, nur ein bis zwei Wochen steht die Knolle perfekt, danach

WEITERLESEN »
Jen hält einen hohen, schlanken Chinakohl Granat mit hellgrünem Kopf und weißen Rippen vor dem Beet
Anbau-Lexikon

Chinakohl anbauen: nach der Sommersonnenwende säen, im August pflanzen, von September bis Dezember ernten, mit Pak Choi und Asiasalaten

Chinakohl ist der Kohl für Leute, die keinen Kohl mögen: zart, knackig, mild, roh im Salat so gut wie in der Pfanne, und aus dem eigenen Beet schmeckt er aromatischer und kräftiger als jeder Kopf aus dem Supermarkt. Der Trick liegt im Kalender. Chinakohl wird erst nach der Sommersonnenwende gesät, sonst schießt er statt einen Kopf zu bilden, und er hat es eilig: zehn bis zwölf Wochen von der Saat

WEITERLESEN »