Mangold ist der Spinat für den Sommer: Er mag es warm, schießt nicht gleich bei der ersten Hitze und liefert von Mai bis zum ersten Frost immer wieder neue Blätter, wenn man die äußeren erntet und das Herz stehen lässt. Dazu ist er mit seinen roten, gelben, orangen und lila Stielen das schönste Gemüse im Beet, und in all den Jahren haben wir an ihm keinen einzigen Schädling gefunden. Hier steht, wie wir Mangold anbauen, was es mit den Knäuelsamen auf sich hat, wie die Ernte Blatt für Blatt funktioniert, warum er manchmal überwintert und was man mit den Stielen macht.

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Mangold auf einen Blick
| Aussaat | Anfang April bis Mitte August, vorgezogen oder direkt ins Beet. In kühlen Lagen ab Mai |
|---|---|
| Saattiefe | 3 cm, in nährstoffarme Aussaaterde |
| Bodentemperatur zum Keimen | 15 bis 20 °C, Keimdauer ein bis zwei Wochen |
| Pikieren | optional. Aus jedem Knäuelsamen kommen mehrere Pflanzen, vereinzeln beim Pikieren oder Pflanzen |
| Pflanzung | Reihen 40 cm, in der Reihe 30 cm, nicht tiefer setzen als im Topf |
| Kulturdauer | 8 bis 10 Wochen bis zur ersten Ernte, danach laufend |
| Ernte | Mai bis November, äußere Blätter samt Stiel, das Herz bleibt stehen |
| Standort | sonnig bis halbschattig, warm, lockerer Boden |
| Nährstoffbedarf | Mittelzehrer, Beet mit Kompost oder Kleedünger vorbereiten, kein Mist, keine Hornspäne |
| Frost | leichte Fröste ja, in milden Wintern treibt das Herz im Frühjahr neu. Nicht sicher winterhart |
| Saatgutmenge | 1,5 g sind rund 60 Pflanzen |
Rot, bunt und verwandt mit der Roten Bete
Mangold ist die Blattform der Rübe: Er gehört zur selben Familie wie Rote Bete und Zuckerrübe, bildet aber keine Knolle, sondern steckt seine Kraft in Blätter und Stiele. Unser Mangold Feurio hat grüne, rot geäderte Blätter und kräftig rote Stiele, knackig und fest, roh im Salat genauso gut wie gedämpft. Der Mangold Rainbow ist eine Mischung aus vier Sorten, gelbstielig, rotstielig mit rotem Blatt, lilastielig mit grünem Blatt und orangestielig mit rotem Blatt, wüchsig und gesund, dekorativ und essbar zugleich. Beide sind samenfest, und beide sind, wenn die Sonne durch die Stiele scheint, das beste Fotomotiv im Garten.
Aussaat: von April bis August, mit Knäuelsamen
Mangold kann von Anfang April bis Mitte August gesät werden, in einem kühlen Frühjahr lieber erst im Mai, das funktioniert immer noch wunderbar. Wir ziehen ihn vor, in nährstoffarmer Aussaaterde, 3 cm tief, bei 15 bis 20 °C, er geht aber auch direkt ins Beet. Das Saatgut ist eine Besonderheit: Ein Mangoldsamen ist ein Knäuel, in dem mehrere Samen stecken, also nicht wundern, wenn aus einem Korn zwei bis vier Pflanzen kommen. Vereinzelt wird bei uns erst beim Pikieren oder beim Auspflanzen. Wer im Juli oder August sät, erntet im Herbst zarte Blätter und hat gute Chancen, dass die Pflanzen in einem milden Winter durchhalten.

Pikieren und Pflanzen: nicht tiefer, aber mit Abstand
Pikieren ist beim Mangold optional, wir machen es, weil die Jungpflanzen dann kräftiger werden. Dabei trennen wir die Keimlinge aus einem Knäuel und setzen sie einzeln. Tiefer gesetzt wird nur, wenn die Stiele lang geworden sind, sonst bleibt der Mangold auf der Höhe, auf der er stand. Ins Beet kommt er mit 30 cm Abstand in der Reihe und 40 cm zwischen den Reihen, das Beet ist für einen Mittelzehrer vorbereitet, mit Kompost oder Kleedünger nach Packungsangabe. Mist arbeiten wir beim Mangold nicht ein, und Hornspäne kommen bei uns ohnehin nicht in den Garten. Der Standort darf sonnig sein, halbschattig geht auch, und warm hat er es gern.
Nachbarn und Fruchtfolge
Mit der Roten Bete ist der Mangold so eng verwandt, dass die beiden nicht zusammen im Beet stehen sollten, und auch nicht nacheinander auf derselben Fläche. Nicht so gern steht er neben Erbsen, Knoblauch und Porree. Gut dagegen mit Bohnen, Brokkoli und anderen Kohlpflanzen, mit Salat, Möhren und Gurken. Bei uns stehen die Mangoldbeete immer in Mischkultur, das verteilt das Wasser besser und entlastet die Gärtnerin, denn Mangold ist eine Pflanze, die wenig Arbeit macht.
Pflege: Wasser, Mulch, sonst nichts
Mangold will gleichmäßig Wasser, besonders in Trockenphasen, sonst werden die Blätter zäh und die Pflanze neigt zum Schossen. Wir mulchen, sobald die Pflanzen eingewachsen sind, und gießen in trockenen Wochen durchdringend. Nachgedüngt wird nicht, wenn das Beet gut vorbereitet war. Schädlinge haben wir in all den Jahren nicht festgestellt, höchstens Schnecken an den Keimlingen, deshalb die Jungpflanzen kräftig und nicht zu früh setzen.

Ernte: Blatt für Blatt, von Mai bis November
Die Ernte beginnt regulär im Mai, nach einem kalten Frühjahr etwas später, und geht bis in den November. Geerntet wird nach Bedarf und von außen: Die größeren äußeren Blätter werden samt Stiel abgeschnitten oder sauber nach unten abgeknickt, das Herz bleibt stehen und schiebt immer neue Blätter nach. So liefert eine Pflanze den ganzen Sommer, ein halbes Dutzend reicht für eine Familie. Am besten erntet man morgens oder abends, wenn die Blätter prall sind. Mangold hält im Kühlschrank zwei, drei Tage, blanchiert lässt er sich wie Spinat einfrieren.

Überwintern und Schossen
Mangold ist nicht sicher winterhart, aber zäher, als man denkt. Leichte Fröste übersteht er, und wird der Winter nicht zu streng, frieren nur die äußeren Blätter ab, während das Herz im Frühjahr neu austreibt. Mit Vlies oder einer Laubdecke steigen die Chancen, im Topf an der Hauswand sowieso. Bei richtig tiefem Dauerfrost ist er allerdings verloren. Wer ihn über den Winter bringt, bekommt im Frühjahr eine frühe Ernte, aber keine lange: Mangold ist zweijährig, im zweiten Jahr schiebt er einen Blütenstand und wird zäh. Dann abernten, was zart ist, und die neue Aussaat ist längst gesät. Schießt eine Pflanze schon im ersten Jahr, war es meist Trockenheit oder ein Kälteschock, die Blätter bleiben essbar.
In der Küche: Blätter wie Spinat, Stiele wie Spargel
Die Blätter werden wie Spinat verarbeitet: mit Knoblauch gedünstet, in der Pfanne, im Curry, im Eintopf oder fein geschnitten roh im Salat, die jungen Blätter des Feurio sind dafür besonders knackig. Die Stiele brauchen ein paar Minuten länger: kleingeschnitten anbraten, in Butter schmoren, gratinieren oder einlegen, die bunten vom Rainbow sind auf dem Teller eine Wucht. Und wer Reste hat, blanchiert und friert sie ein. Wie das mit dem Mangold aus dem Beet aussieht, zeigen unsere Kohlrabi-Schnitzel mit Mangold.
Typische Probleme und was dahintersteckt
Aus einem Korn kommen drei Pflanzen
Normal, Mangold hat Knäuelsamen. Beim Pikieren oder Pflanzen auf eine Pflanze vereinzeln.
Der Mangold schießt und bildet einen Blütenstand
Im zweiten Jahr normal, im ersten nach Trockenheit oder Kälte. Blätter ernten, solange sie zart sind, Pflanze abräumen, neu säen.
Die Blätter sind zäh und bitter
Zu trocken gestanden oder zu alt. Gleichmäßig gießen, mulchen, jüngere Blätter ernten.
Löcher und Schleimspuren an den Keimlingen
Schnecken. Kräftige Jungpflanzen setzen, nicht zu früh, morgens absammeln.
Die Pflanze ist im Winter abgefroren
Dauerfrost ohne Schutz. Im Herbst mit Vlies oder Laub abdecken oder im Topf an die Hauswand stellen, sonst im Frühjahr neu säen.
Blasse, kleine Blätter
Zu wenig Nahrung oder zu dunkel. Beet mit Kompost vorbereiten, sonnigeren Platz wählen.
Unsere Sorten
- Mangold rot Feurio: grüne Blätter, rot geädert, leuchtend rote Stiele, knackig, auch roh. 1,5 g für rund 60 Pflanzen, samenfest und bio.
- Mangold bunt Rainbow: vier Sorten mit gelben, roten, lila und orangen Stielen, wüchsig und gesund. 1,5 g für rund 60 Pflanzen, samenfest und bio.
Alle Salate und Blattgemüse findest du in der Kategorie Blattgemüse, die Aussaatzeiten im Aussaatkalender. Warum wir nur samenfestes Saatgut führen, steht im Ratgeber.
Mehr zum Mangold
- Der Verwandte und die Alternative: Rote Bete anbauen und Spinat anbauen
- Die Nachbarn im Sommerbeet: Salat anbauen, Bohnen anbauen, Gurken anbauen und Möhren anbauen
- Aus der Küche: Kohlrabi-Schnitzel mit Mangold
Häufige Fragen
Wann Mangold säen?
Von Anfang April bis Mitte August, in kühlen Lagen ab Mai. Für die Herbsternte und einen Überwinterungsversuch im Juli oder August.
Säen oder pflanzen?
Beides. Wir ziehen vor und pflanzen nach vier bis fünf Wochen, die Direktsaat ins Beet geht genauso.
Welcher Abstand?
30 cm in der Reihe, 40 cm zwischen den Reihen.
Wann Mangold ernten?
Ab Mai, acht bis zehn Wochen nach der Aussaat, bis November. Immer die äußeren Blätter samt Stiel, das Herz bleibt stehen.
Wie lange kann man Mangold ernten?
Den ganzen Sommer und Herbst von derselben Pflanze, solange das Herz steht. Nach einem milden Winter noch einmal im Frühjahr, bis er blüht.
Kann Mangold überwintern?
In milden Wintern ja: Die äußeren Blätter frieren ab, das Herz treibt im Frühjahr neu. Mit Vlies oder Laub geschützt klappt es öfter, bei Dauerfrost nicht.
Mein Mangold schießt, was tun?
Zarte Blätter noch ernten, dann die Pflanze abräumen und neu säen. Im zweiten Jahr ist das Blühen normal, im ersten Jahr meist Trockenheit oder Kälte.
Wächst Mangold im Hochbeet, Topf oder auf dem Balkon?
Sehr gut. Im Hochbeet mit 30 cm Abstand, im Topf ab 10 Liter je Pflanze, sonnig bis halbschattig und regelmäßig gegossen.
Welche Nachbarn passen zum Mangold?
Bohnen, Brokkoli und andere Kohlpflanzen, Salat, Möhren, Gurken. Nicht neben Rote Bete, Erbsen, Knoblauch und Porree.
Kann man Mangold roh essen?
Ja, die jungen Blätter fein geschnitten im Salat. Wie Spinat enthält er Oxalsäure, deshalb in Maßen und nicht jeden Tag roh.
Was ist der Unterschied zwischen Mangold und Spinat?
Mangold ist verwandt, aber robuster: Er verträgt Hitze, schießt nicht so schnell und wird den ganzen Sommer Blatt für Blatt geerntet. Spinat ist das Frühjahrs- und Herbstgemüse, Mangold das für den Sommer.


