Fenchel anbauen: von Ende Februar bis August satzweise säen, nicht pikieren, 30 cm Abstand, volle Sonne, nach 12 bis 14 Wochen ernten

Inhaltsverzeichnis

Fenchel ist eines dieser Gemüse, die im Garten besser schmecken als gekauft: Die Knolle ist knackig, süßlich und schmeckt nach Anis, das feine Grün würzt Salat und Suppe, und selbst die Blüten sind essbar. Der Anbau hat zwei Eigenheiten, die man kennen sollte. Erstens mag Fenchel keine Umzüge, deshalb wird er bei uns nicht pikiert. Zweitens ist sein Erntefenster kurz, nur ein bis zwei Wochen steht die Knolle perfekt, danach wird sie holzig und die Pflanze schießt. Die Lösung ist einfach: nicht einmal viel, sondern alle paar Wochen ein kleiner Satz, von Ende Februar bis in den August. Hier steht, wie wir Knollenfenchel anbauen, wann wir säen und pflanzen, warum der Abstand über die Knollengröße entscheidet, wie wir ernten und was in der Küche daraus wird.

Weiße Knolle des Knollenfenchels Sampo im Beet, darüber das feine, fedrige Fenchelgrün
Herbst: Knollenfenchel Sampo kurz vor der Ernte, die Knolle sitzt knapp über der Erde.

Fenchel auf einen Blick

AussaatEnde Februar bis Ende März im Haus vorziehen (frühe Sorte Fino), ab April direkt ins Beet, für den Herbst Juni bis Anfang August (späte Sorte Sampo); am besten alle vier Wochen ein kleiner Satz
Saattiefe1,5 bis 2 cm in nährstoffarmer Aussaaterde, zwei bis drei Samen je Topf
Bodentemperatur zum Keimen18 bis 22 °C, nach dem Keimen kühler und sehr hell stellen
Pikierennein, die Pflanzen bleiben bis zur Pflanzung im Aussaattopf
PflanzungMitte bis Ende April ins Freiland, Herbstsatz im August; 30 cm in der Reihe, 40 cm zwischen den Reihen
Kulturdauer12 bis 14 Wochen von der Saat bis zur Knolle
ErnteJuni bis Juli (Frühsatz), September bis November (Herbstsatz); je Satz nur ein bis zwei Wochen Erntefenster
Standortvolle Sonne, lockerer, humoser Boden, unkrautfrei und gemulcht
NährstoffbedarfMittelzehrer, Kompost vor der Pflanzung, danach nichts mehr
Wassergleichmäßig feucht halten, bei Trockenheit wässern, sonst wird die Knolle holzig und die Pflanze schießt
FrostJungpflanzen erst nach den letzten Frösten raus; reife Herbstknollen vertragen leichte Fröste um minus zwei Grad
Saatgutmenge0,5 g reichen für rund 70 Pflanzen, also für die ganze Saison in Sätzen

Knollenfenchel, Gewürzfenchel, wilder Fenchel

Wenn wir von Fenchel anbauen sprechen, meinen wir den Knollenfenchel, auch Gemüsefenchel genannt. Er bildet an der Basis der Blattstiele die dicke weiße Knolle, die eigentlich gar keine Knolle ist, sondern verdickte Blattscheiden. Der Gewürzfenchel ist dieselbe Art, nur eine andere Varietät: Er macht keine Knolle, wird über einen Meter hoch und liefert die Samen für Fencheltee und Brotgewürz. Wer Fenchel für Tee anbauen möchte, sät also Gewürzfenchel, der mehrjährig ist und sich im Garten gern selbst aussät. Beide gehören zu den Doldenblütlern, derselben Familie wie Sellerie, Möhre, Pastinake und Dill. Das ist für die Fruchtfolge wichtig, dazu weiter unten mehr.

Aussaat: ab Ende Februar im Haus, danach satzweise

Die frühe Sorte Fino ziehen wir ab Ende Februar bis Ende März im Haus vor, am Südfenster oder unter Zusatzlicht, denn ohne viel Licht werden die Pflänzchen lang und dünn. Die Samen kommen 1,5 bis 2 cm tief in nährstoffarme Aussaaterde, bei uns aus der gedämpften Schubkarre, und zwar gleich in kleine Töpfe, zwei bis drei Samen je Topf. Zum Keimen braucht Fenchel 18 bis 22 °C. Sobald die Keimlinge da sind, stellen wir sie kühler und so hell wie möglich. Ins Gewächshaus ziehen die Töpfe um, wenn es dort tagsüber nicht mehr kalt wird.

Pikiert wird der Fenchel bei uns nicht. Er mag es nicht, wenn man an seinen Wurzeln zieht, und er braucht es auch nicht: Die Pflanzen bleiben bis zur Pflanzung im Aussaattopf stehen, in der nährstoffarmen Erde, und werden dann mit dem ganzen Ballen gesetzt. Ab April kann Fenchel auch direkt ins Beet gesät werden, dann auf 30 cm vereinzeln. Für den Herbst säen wir die späte Sorte Sampo von Juni bis Anfang August, im Juni noch vorgezogen, im Juli direkt ins Beet.

Der wichtigste Trick beim Fenchel ist die Satzweise. Weil jede Pflanze nur ein bis zwei Wochen lang die perfekte Knolle hat, säen wir nicht einmal viel, sondern von Ende Februar bis August etwa alle vier Wochen ein paar Töpfe, so wie wir es mit unserer monatlichen Salatplatte auch machen. Dann steht von Juni bis November immer irgendwo ein Satz kurz vor der Ernte, und keiner schießt uns weg.

Flachrunde weiße Knolle des Knollenfenchels Fino auf Strohmulch, dahinter das grüne Fenchelkraut
Fino, die frühe Sorte: flachrunde, feste Knolle, besonders schossfest.

Pflanzen: Mitte April, 30 mal 40 cm, in volle Sonne

Ins Freiland kommen die vorgezogenen Pflanzen bei uns Mitte bis Ende April, wenn keine Fröste mehr drohen. Wer früher dran ist, pflanzt unter Tunnel oder Flachfolie, Fino ist genau dafür gezüchtet. Der Abstand ist beim Fenchel keine Nebensache: 30 cm von Pflanze zu Pflanze und etwa 40 cm zwischen den Reihen. Stehen die Pflanzen enger, werden die Knollen kleiner, das ist zumindest unsere Erfahrung. Der Standort braucht ganz viel Sonne, einen lockeren, humosen Boden und vor der Pflanzung eine Gabe Kompost, mehr Dünger braucht Fenchel nicht. Der Herbstsatz wird im August gepflanzt, ins Beet oder ins Gewächshaus, wo die Knollen bis in den November wachsen.

Pflege: gießen, mulchen, Unkraut ziehen

Fenchel braucht Wasser, gleichmäßig und ohne lange Trockenphasen. Wir mulchen die Reihen, damit die Feuchtigkeit in der Erde bleibt, und wenn es wochenlang nicht regnet, schauen wir trotzdem hin und gießen. Trockenstress ist neben Kälte der häufigste Grund, warum Fenchel schießt oder holzige Knollen macht. Dazu halten wir die Reihen unkrautfrei, Fenchel braucht Luft um sich herum und verträgt keine Konkurrenz. Wer besonders weiße, zarte Knollen möchte, kann sie zwei bis drei Wochen vor der Ernte leicht anhäufeln, nötig ist das nicht.

Warum Fenchel schießt

Schießen heißt: Die Pflanze geht in die Blüte, statt eine Knolle zu bilden, oder die Knolle verholzt und streckt sich. Beim Fenchel passiert das aus drei Gründen. Erstens Kälte: Bekommen Jungpflanzen im Frühjahr eine kalte Woche ab, nehmen sie das als Winter und blühen danach. Deshalb die frühe Saat im Haus, die Pflanzung erst nach den Frösten und eine schossfeste Sorte wie Fino. Zweitens die langen Tage im Juni und Juli zusammen mit Trockenheit, deshalb Mulch und Wasser. Drittens das verpasste Erntefenster: Ist die Knolle reif und bleibt stehen, schießt sie innerhalb von zwei Wochen. Der Herbstsatz ist der entspannteste, weil im Spätsommer weder Kälte noch Langtag drohen und die Knollen bei kürzer werdenden Tagen in Ruhe dick werden. Und falls doch einmal einer schießt: Die Blüten schmecken nach Anis und sind auf dem Salat eine Zierde.

Ernte: ein kurzes Fenster

Erntereif ist die Knolle, wenn sie etwa faustgroß ist, prall und fest, bei Sampo gern auch größer. Wir schneiden sie mit dem Messer knapp über dem Boden ab, das Grün kommt mit in die Küche. Je Satz haben wir ein bis zwei Wochen Zeit, danach wird die Knolle zäh. Der Frühsatz liefert im Juni und Juli, der Herbstsatz von September bis in den November. Im Herbst darf der Fenchel im Beet stehen bleiben, bis die ersten leichten Fröste kommen, dann wird geerntet oder Vlies aufgelegt.

Im Kühlschrank hält die Knolle ein bis zwei Wochen, am besten in ein feuchtes Tuch gewickelt. Für länger schneiden wir sie in Spalten, blanchieren sie zwei Minuten und frieren sie ein. Das Grün lässt sich wie Dill einfrieren oder trocknen.

Im Hochbeet, im Kübel und auf dem Balkon

Im Hochbeet gedeiht Fenchel sehr gut, die lockere, warme Erde ist genau sein Geschmack, die Abstände bleiben dieselben. Besonders lohnt sich dort der Herbstsatz, wenn die Sommerkulturen abgeräumt sind. Auf dem Balkon geht Fenchel im Kübel ab etwa zehn Litern, eine Pflanze je Topf, sonnig gestellt und täglich gegossen, denn im Topf trocknet die Erde schnell und Trockenheit heißt beim Fenchel Schießen.

In der Küche

Roh ist Fenchel am aromatischsten: fein gehobelt mit Orange, Olivenöl und Zitrone als Salat, oder einfach in Spalten zum Knabbern. Gedünstet, geschmort, aus dem Ofen oder vom Grill wird er mild und süß, ein Klassiker zu Pasta und Fisch. Das Grün würzt Suppen, Soßen und Kräuterquark, die Blüten und die später reifenden Samen schmecken wie Gewürzfenchel. Fenchel gilt als besonders bekömmlich, auch deshalb steht er bei uns so oft auf dem Teller.

Gute Nachbarn und Fruchtfolge

Gute Nachbarn sind Salate, Radieschen, Gurken, Sellerie und Basilikum, dazwischen gepflanzt nutzen sie den Platz, solange der Fenchel klein ist. Sellerie und Fenchel stehen bei uns gern zusammen, beide mögen es feucht und sonnig. Nicht so gern steht Fenchel neben Bohnen, Kohl und Tomaten. In der Fruchtfolge zählt Fenchel zu den Doldenblütlern: Nach Möhren, Sellerie, Pastinaken, Dill oder Petersilie lassen wir dem Beet drei bis vier Jahre Pause, bevor wieder Fenchel hinkommt.

Typische Probleme und was dahintersteckt

Die Pflanze schießt und bildet keine Knolle

Kälte in der Jugend, Trockenheit im Sommer oder ein verpasstes Erntefenster. Später pflanzen, schossfeste Sorte, mulchen, gießen, satzweise säen.

Die Knolle bleibt klein

Meist zu eng gepflanzt oder zu wenig Sonne. 30 mal 40 cm einhalten, Unkraut ziehen, nicht zu früh ernten.

Die Knolle ist holzig und zäh

Zu lange gestanden oder zu trocken gewachsen. Innerhalb des Erntefensters schneiden, gleichmäßig wässern.

Die Jungpflanzen sind angefressen

Schnecken. Beim Pflanzen absammeln, Mulch erst auflegen, wenn die Pflanzen angewachsen sind, Schneckenkragen bei starkem Druck.

Grüne Raupen mit schwarzen Streifen und orangen Punkten

Das ist der Schwalbenschwanz, einer unserer schönsten Schmetterlinge. Er frisst nur ein paar Blätter, die Knolle bleibt unberührt. Wir lassen ihn stehen.

Klebrige Blätter, verkrüppelte Triebe

Blattläuse. Mit Wasser abspritzen, Marienkäfer anlocken, die Pflanzen nicht überdüngen.

Unsere Sorten

Fenchel früh Fino: flachrunde, feste Knollen, besonders schossfest und deshalb die Sorte für den Frühsatz ab Ende Februar, mild und leicht süßlich. Fenchel spät Sampo: dickfleischig, kugelige, schwere Knollen mit besonders viel Aroma, für die Aussaat von Juni bis August und die Ernte im Herbst. Fertig kombiniert gibt es Fenchel im Mischkulturset Gurke, Paprika und Fenchel. Alle Sorten samenfest und aus Bio-Vermehrung.

Mehr zum Fenchel

Der beste Nachbar hat seinen eigenen Eintrag: Knollensellerie anbauen. Was zwischen die Fenchelreihen passt, steht bei Salat anbauen und Radieschen anbauen, die Partner aus dem Mischkulturset bei Gurken anbauen und Paprika anbauen. Das Kraut dazu: Basilikum anbauen. Alle Anleitungen findest du in der Übersicht Gemüse anbauen.

Häufige Fragen

Wann Fenchel säen?

Die frühe Sorte von Ende Februar bis Ende März im Haus, ab April direkt ins Beet, die späte Sorte für den Herbst von Juni bis Anfang August. Am besten alle vier Wochen ein kleiner Satz.

Vorziehen oder direkt säen?

Für die frühe Ernte vorziehen, ab April geht auch Direktsaat. Der Herbstsatz wird im Juli direkt gesät.

Wie tief und wie warm?

1,5 bis 2 cm tief, 18 bis 22 °C zum Keimen, danach kühler und sehr hell.

Muss ich Fenchel pikieren?

Nein. Zwei bis drei Samen je Topf säen und die Pflanzen mit dem Ballen setzen, Fenchel mag keine Wurzelstörung.

Welcher Abstand beim Fenchel?

30 cm in der Reihe, 40 cm zwischen den Reihen. Enger gepflanzt werden die Knollen kleiner.

Wann Fenchel pflanzen?

Mitte bis Ende April nach den letzten Frösten, früher unter Tunnel oder Flachfolie. Den Herbstsatz im August.

Warum schießt mein Fenchel?

Kälte in der Jugend, Trockenheit im Sommer oder ein verpasstes Erntefenster. Später pflanzen, mulchen, gießen, rechtzeitig ernten.

Wann Fenchel ernten?

Wenn die Knolle faustgroß und fest ist, 12 bis 14 Wochen nach der Saat. Dann bleiben ein bis zwei Wochen, bevor sie holzig wird.

Wie lange hält Fenchel?

Im Kühlschrank ein bis zwei Wochen, blanchiert eingefroren mehrere Monate. Im Herbst bleibt er im Beet, bis leichte Fröste kommen.

Geht Fenchel im Hochbeet oder im Topf?

Ja, im Hochbeet mit denselben Abständen, im Kübel ab zehn Litern eine Pflanze, täglich gießen.

Welche Nachbarn passen zum Fenchel?

Salat, Radieschen, Gurken, Sellerie und Basilikum. Nicht neben Bohnen, Kohl und Tomaten, drei bis vier Jahre Pause nach anderen Doldenblütlern.

Kann ich aus Knollenfenchel Tee machen?

Aus dem Grün und aus den Samen ja, kräftiger ist aber der Gewürzfenchel, der keine Knolle bildet und mehrjährig ist.

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