Basilikum anbauen: ab April warm vorziehen, als Lichtkeimer nur andrücken, nach den Eisheiligen zu den Tomaten pflanzen, über dem Blattpaar ernten, aus Stecklingen vermehren

Inhaltsverzeichnis

Basilikum gehört zu den Kräutern, bei denen sich der eigene Anbau am deutlichsten lohnt: Ein Topf aus dem Supermarkt hält zwei Wochen, eine selbst gezogene Pflanze im Gewächshaus oder Beet liefert von Juni bis Oktober ganze Bünde, für Pesto, Caprese und Tomatensoße. Dafür will Basilikum drei Dinge, und zwar genau in dieser Reihenfolge: Wärme beim Keimen, Nährstoffe nach dem Pikieren und einen Schnitt, der ihn buschig macht statt kahl. Wer dann noch die abgeschnittenen Triebe ins Wasserglas stellt, hat in zwei Wochen neue Pflanzen. Hier steht, wie wir Basilikum anbauen, warum wir ihn als Lichtkeimer nur andrücken, wann er zu den Tomaten darf, wie wir ernten, vermehren, trocknen und was es mit dem pinken Tee aus dem roten Basilikum auf sich hat.

Dicht stehende, große grüne Blätter des Genoveser Basilikums in der Sonne
Genoveser Basilikum: großblättrig, kräftig, der Klassiker für Pesto.

Basilikum auf einen Blick

AussaatApril bis Mai im Gewächshaus oder auf der warmen Fensterbank vorziehen, ab März nur mit viel Licht; Juni bis Juli direkt ins Beet oder in den Kübel
SaattiefeLichtkeimer: Samen auf die Erde legen, andrücken, höchstens hauchdünn berieseln
Bodentemperatur zum Keimen20 bis 25 °C, dann keimt er in zwei bis vier Tagen; kühler dauert es bis zu zwei Wochen
Pikierennach zwei bis drei Wochen in nährstoffreiche Erde, tiefer setzen; oder gleich in Quickpots in kleinen Büscheln säen und nicht pikieren
Pflanzungab Mitte Mai nach den Eisheiligen, wenn die Nächte über 15 °C bleiben; 30 cm in der Reihe, 25 bis 30 cm zwischen den Reihen, etwas tiefer setzen
Kulturdauersechs bis acht Wochen bis zur ersten Ernte, danach laufend bis zum ersten kalten Wetter
ErnteJuni bis Oktober, immer die Triebspitze über einem Blattpaar abschneiden
Standortsonnig, warm, windgeschützt: Gewächshaus, Beet an der Südseite, Kübel auf der Terrasse
NährstoffbedarfMittelzehrer mit Hunger: in Komposterde pflanzen, dann reicht es; im Topf alle zwei Wochen flüssig düngen
Wasserviel und gleichmäßig, morgens gießen, keine Staunässe
Frostkeinen; unter 10 °C leiden die Blätter, beim Mini-Basilikum verfärben sie sich schon unter 8 °C
Saatgutmengeeine Tüte Genoveser reicht für rund 8 m², also für den ganzen Garten plus Kübel

Drei Sorten: Genoveser, rotviolett und Mini

Der grüne Genoveser ist der Basilikum, den jeder kennt: großblättrig, starkwüchsig, das volle Aroma für Pesto und Tomatensoße. Der rotviolette Basilikum ist etwas empfindlicher, dafür ein Blickfang im Beet und auf dem Teller, würzig mit einer leichten Nelkennote, und aus seinen Blättern wird ein Tee, der mit Zitrone die Farbe wechselt. Der griechische Mini-Basilikum wächst kompakt und kleinblättrig wie ein Kissen, er ist die Sorte für Töpfe und Balkonkästen, braucht es aber am wärmsten von allen. Alle drei bauen wir gleich an, nur beim Mini-Basilikum pikieren wir in kleinen Büscheln statt einzeln.

Aussaat: warm, feucht und nicht bedecken

Die Aussaat machen wir im April oder Anfang Mai im Gewächshaus, auf der Fensterbank geht es genauso, wenn sie warm ist. Basilikum ist ein Lichtkeimer: Erde in die Schale, leicht andrücken, die Samen darauf verteilen, noch einmal andrücken und höchstens hauchdünn mit Erde berieseln. Dann angießen und von da an immer feucht halten, bei uns heißt das im Gewächshaus morgens und abends mit der kleinen Gießkanne. Zum Keimen braucht Basilikum mindestens 20 °C, besser 20 bis 25 °C, dann ist er nach zwei bis vier Tagen da. Bei kühleren Temperaturen lässt er sich bis zu zwei Wochen Zeit oder kommt gar nicht, das ist der häufigste Fehler. Gesät wird in nährstoffarme Aussaaterde, das ist für die Keimung richtig, aber nur für die Keimung.

Pikieren oder Büschel: zwei Wege

Nach zwei bis drei Wochen in der Schale wird pikiert, und zwar in nährstoffreiche Erde, denn Basilikum ist zwar ein Kraut, frisst aber wie ein Gemüse. Die Pflänzchen vereinzeln wir vorsichtig und setzen sie tief ein, bis zu den Keimblättern, dann bilden sie am Stängel neue Wurzeln. Wer große Blätter will, gibt jeder Pflanze viel Platz, enger gehalten bleibt der Basilikum kleinblättriger.

Mittlerweile sparen wir uns das Pikieren meistens: Wir säen direkt in Quickpot-Platten, drei bis fünf Samen je Zelle, und bekommen kleine Büschel, die wir nach drei bis vier Wochen als Ganzes im Garten verteilen. Das ist schnell, die Wurzeln bleiben ungestört, und die Büschel wachsen zu kräftigen Horsten heran.

Pflanzen: nach den Eisheiligen, zu den Tomaten

Ab Mitte bis Ende Mai, wenn die Nächte nicht mehr unter 15 °C fallen, kommt der Basilikum raus: ins Beet, in den Kübel oder ins Gewächshaus zu den Tomaten, wo er es am liebsten hat. Wir setzen ihn etwas tiefer, als er im Topf stand, mit 30 cm Abstand zwischen den Büscheln und 25 bis 30 cm zwischen den Reihen. Der Platz braucht Sonne, Wärme und etwas Windschutz, und die Erde muss nährstoffreich sein, am besten mit Kompost. Wer von Anfang an in gute Komposterde pflanzt, muss in der Saison nicht mehr düngen. Hat er viel Platz, wird Basilikum erstaunlich groß.

Rotvioletter Basilikum mit dunklen Blättern und violetten Blütenständen im Gemüsebeet
Rotvioletter Basilikum, hier in Blüte: ein paar Pflanzen lassen wir für die Insekten stehen.

Pflege: Wasser, Sonne und ein Auge auf die Schnecken

Basilikum braucht viel Wasser, aber keine nassen Füße. Wir gießen morgens, an heißen Tagen auch abends, und achten im Kübel darauf, dass das Wasser abläuft. Schädlinge haben wir kaum, nur die Schnecken mögen junge Pflanzen, also beim Pflanzen absammeln und die Büschel in den ersten Tagen im Blick behalten. Im Gewächshaus zeigt sich manchmal die Weiße Fliege, Gelbtafeln reichen meist. Kalte, nasse Wochen mag Basilikum gar nicht, dann werden die Blätter fleckig. Im Gewächshaus oder unter dem Dachvorsprung ist er davor am besten geschützt.

Ernten: über dem Blattpaar schneiden

Richtig geerntet wird Basilikum nicht Blatt für Blatt, sondern Trieb für Trieb: Wir schneiden die Spitze knapp über einem Blattpaar ab, dort, wo links und rechts die Blätter abgehen. Aus den beiden Blattachseln treiben dann zwei neue Triebe, die Pflanze wird mit jedem Schnitt buschiger und liefert mehr. Blütenansätze knipsen wir aus, solange wir Blätter ernten wollen, denn mit der Blüte werden die Blätter kleiner und das Aroma schwächer. Je öfter wir schneiden, desto besser, und das gilt für den grünen wie für den roten.

Vermehren: Stecklinge im Wasserglas

Die abgeschnittenen Triebe sind das zweite Geschenk. Die unteren Blätter kommen ab, dann stellen wir sie in ein Glas Wasser an einen warmen, hellen Platz, bei uns ins Gewächshaus. Nach ein bis zwei Wochen hängen dicke Wurzelbüschel daran. Die bewurzelten Stecklinge pflanzen wir in nährstoffreiche Erde, etwas tiefer, lassen sie zwei, drei Tage im Gewächshaus anwachsen und stellen sie dann raus. So kommen wir den ganzen Sommer über an neue Pflanzen, ohne noch einmal zu säen, und verlängern das Erntefenster bis in den Herbst. Wer mag, nimmt im September ein paar Stecklinge für die Fensterbank, das ist die beste Art, Basilikum über den Winter zu bringen.

Blüte, Samen und Überwintern

Ein paar Pflanzen lassen wir ausblühen, die weißen und beim roten Basilikum violetten Blüten sind bei Bienen und Hummeln beliebt. Nach der Blüte reifen die Samen, wir lassen sie an der Pflanze trocknen und streifen sie ab, so haben wir das Saatgut für das nächste Jahr, denn unsere Sorten sind samenfest. Überwintern im Beet geht nicht, Basilikum ist bei uns einjährig und stirbt beim ersten kalten Wetter. Auf einer hellen, warmen Fensterbank hält sich ein Topf oder ein Herbststeckling bis in den Winter, mit kleinerer Ernte, im Frühjahr säen wir trotzdem neu.

Im Topf, auf dem Balkon und in der Wohnung

Im Kübel ab fünf Litern wächst Basilikum auf der sonnigen Terrasse oder dem Balkon bestens, der Mini-Basilikum sogar im Balkonkasten. Wichtig sind Abzugslöcher, tägliches Gießen und alle zwei Wochen etwas Flüssigdünger, denn im Topf ist der Kompost schnell aufgebraucht. In der Wohnung braucht er das hellste Südfenster und wird dort nie so kräftig wie draußen; der Supermarkttopf geht meist ein, weil hundert Pflanzen in einem Töpfchen stehen. Wer ihn retten will, teilt den Ballen in drei bis vier Stücke und topft sie einzeln in gute Erde.

In der Küche: Pesto, trocknen, Tee

Frisch ist Basilikum am besten, deshalb landet der meiste bei uns direkt im Essen oder im Pesto. Für den Vorrat frieren wir Pesto in Würfeln ein, das erhält das Aroma besser als jede andere Methode. Haben wir viel übrig, trocknen wir die Blätter im Dörrgerät bei 40 °C, ein bis zwei Tage, ohne Stängel geht es schneller, dann rebeln und in Gläser füllen. Getrocknet hält er den Winter über und riecht erstaunlich intensiv. Und dann ist da noch der Zaubertrick: Blätter des rotvioletten Basilikums mit heißem Wasser übergießen, ein paar Minuten ziehen lassen, ein Spritzer Zitrone, und der Tee wechselt von dunkelblau zu pink. Schmeckt gut und tut gut, Basilikum gilt als Wachmacher.

Gute Nachbarn

Basilikum steht gern bei Starkzehrern, die ihm Schatten vor dem Mittagswind geben und mit denen er die Nährstoffe teilt: Tomaten, Zucchini, Gurken, Kohl und Kartoffeln. Auch Petersilie, Fenchel, Rosmarin und Oregano sind gute Partner. Nicht so gern steht er neben Pfefferminze und Melisse. Zu Tomaten passt er nicht nur im Beet, sondern auch im Gewächshaus zwischen den Reihen, dort nutzt er die Wärme und den Schutz.

Typische Probleme und was dahintersteckt

Die Samen keimen nicht

Zu kalt oder zu tief gesät. 20 bis 25 °C und nur andrücken, nicht bedecken.

Die Keimlinge kippen um

Zu nass und zu kühl, Umfallkrankheit. Dünner säen, wärmer stellen, morgens gießen, Luft ans Beet.

Schwarze Flecken und schlaffe Blätter nach einer kalten Nacht

Kälteschaden unter 10 °C. Erst nach den Eisheiligen raus, bei Kälteeinbruch abdecken oder reinholen.

Die Pflanze blüht, die Blätter werden klein

Zu selten geschnitten. Triebspitzen über dem Blattpaar ernten und Blütenansätze ausknipsen.

Gelbe untere Blätter

Hunger oder Staunässe. In Komposterde pflanzen, im Topf düngen, Wasser ablaufen lassen.

Löcher in den Blättern

Schnecken, vor allem an jungen Pflanzen. Absammeln, in den ersten Wochen Schneckenkragen.

Der Supermarkt-Basilikum geht ein

Zu dicht, zu dunkel, zu nass. Den Ballen teilen, einzeln topfen, ans Südfenster.

Unsere Sorten

Basilikum grün Genoveser: großblättrig und starkwüchsig, der Klassiker für Pesto und Tomatensoße, ganze Bünde zu ernten. Basilikum rotviolett: dunkle Blätter mit nelkenartiger Würze, ein Blickfang im Beet und die Sorte für den pinken Tee. Mini-Basilikum: griechischer Buschbasilikum, kompakt und kleinblättrig, für Töpfe und Balkonkästen. Mit den passenden Tomaten zusammen gibt es ihn im Mischkulturset Bunte Tomaten mit Basilikum. Alle Sorten samenfest und aus Bio-Vermehrung.

Mehr zum Basilikum

Das Rezept aus dem Video: Basilikumpesto, vegan. Die Partner im Beet haben eigene Einträge: Tomaten anbauen, Gurken anbauen, Zucchini anbauen und Fenchel anbauen. Alle Anleitungen findest du in der Übersicht Gemüse anbauen.

Häufige Fragen

Wann Basilikum säen?

April bis Mai im Gewächshaus oder auf der warmen Fensterbank, ab März nur mit viel Licht. Juni bis Juli geht auch direkt ins Beet oder in den Kübel.

Wie tief Basilikum säen?

Gar nicht. Basilikum ist ein Lichtkeimer: Samen auf die Erde, andrücken, höchstens hauchdünn berieseln.

Welche Temperatur braucht Basilikum zum Keimen?

20 bis 25 °C, dann keimt er in zwei bis vier Tagen. Unter 20 °C dauert es lange oder klappt gar nicht.

Muss ich Basilikum pikieren?

Aus der Schale ja, nach zwei bis drei Wochen in nährstoffreiche Erde und tiefer setzen. In Quickpots als Büschel gesät entfällt das Pikieren.

Wann Basilikum ins Freiland pflanzen?

Ab Mitte Mai nach den Eisheiligen, wenn die Nächte über 15 °C bleiben. Abstand 30 cm, gern zu den Tomaten.

Wo Basilikum abschneiden?

Die Triebspitze knapp über einem Blattpaar. Dort treibt er doppelt wieder aus und wird buschig.

Wie Basilikum vermehren?

Abgeschnittene Triebe ohne untere Blätter ins Wasserglas, warm und hell stellen, nach ein bis zwei Wochen mit Wurzeln einpflanzen.

Was tun, wenn Basilikum blüht?

Blütenansätze ausknipsen, wenn du Blätter willst. Ein paar Pflanzen blühen lassen für die Insekten und das eigene Saatgut.

Kann man Basilikum überwintern?

Draußen nicht, er ist einjährig. Ein Herbststeckling oder ein Topf auf der hellen, warmen Fensterbank hält bis in den Winter, im Frühjahr neu säen.

Basilikum einfrieren oder trocknen?

Einfrieren, am besten als Pesto in Würfeln, erhält das Aroma besser. Trocknen bei 40 °C im Dörrgerät geht auch, ein bis zwei Tage.

Welcher Standort für Basilikum?

Sonnig, warm, windgeschützt und nährstoffreich: Gewächshaus, Südbeet oder Kübel auf der Terrasse.

Welche Nachbarn passen zum Basilikum?

Tomaten, Zucchini, Gurken, Kohl, Kartoffeln, Petersilie, Fenchel, Rosmarin und Oregano. Nicht neben Pfefferminze und Melisse.

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