Herbstsalate ernten, Wintersalate pflanzen: unser Garten im Oktober

Puntarella, Radicchio, Endivie und Zuckerhut im Beet, Wintersalate fürs Gewächshaus: So versorgen wir uns im Herbst und Winter mit frischem Salat.

Inhaltsverzeichnis

Herbstsalate sind für uns der schönste Grund, im Oktober noch in den Garten zu gehen: Puntarella, Radicchio, Endivie und Zuckerhut stehen jetzt erntereif im Beet und halten dort bis in den Dezember. Gleichzeitig pflanzen wir Wintersalate ins Gewächshaus, damit die Salatschüssel auch im Winter bunt bleibt.

Herbstsalate auf einen Blick

SalatWo bei unsWas wir jetzt tun
ZuckerhutFreiland, am FolientunnelStück für Stück ernten
PuntarellaFreiland und FolientunnelBlütenknospen jung ernten
EndiviensalatFreiland und FolientunnelHerz ernten, Außenblätter an die Tiere
RadicchioFreilandernten, wenn der Kopf fest ist
Fenchel spätFreilandjung und zart ernten
Roter Eichblatt, Lollo Rossa, Lattich, WintersalatGewächshausals Jungpflanzen setzen, 20 cm Abstand

Warum sich Herbstsalate lohnen

Im Frühjahr wird es oft schnell heiß, dann schießen die Salate, und wer nicht schnell genug erntet, hat das Nachsehen. Im Herbst ist das anders: Die Salate bleiben einfach frisch im Beet stehen, und wir haben ein langes Erntefenster – bei uns sicher bis in den Dezember. Erst wenn stärkerer Frost kommt, wird es ihnen zu kalt. Wenn du für das nächste Jahr planst, lohnt sich ein Blick, ob in deinem Garten noch Platz für Herbstsalate ist. Die Aussaattermine findest du im Aussaatkalender, und in unserer App Gartengemüsekiosk Beetplaner kannst du die Beete gleich mit einplanen.

Zuckerhut: Ernte Stück für Stück

Den Zuckerhut erkennst du an seinen grünen, spitzen „Hüten“. Im kleinen Gemüsegarten steht er unterschiedlich weit: Manche Köpfe könnten wir schon ernten, andere haben noch Zeit. Am Folientunnel ist er jetzt so weit, dass wir nach und nach mit der Ernte beginnen.

Puntarella ernten: die Blütenknospen sind das Beste

Jen mit Puntarella-Gerichten in der Küche
Puntarella lässt sich roh, gegart oder aus dem Ofen genießen.

Die Puntarella ist unsere große Entdeckung. Die Blätter kann man essen, sie sind aber recht bitter – fast wie Löwenzahn. Das Entscheidende sind die Blütenknospen im Inneren. Am liebsten ernten wir sie, wenn sie noch klein sind: Dann sind sie zart, wenig bitter und schmecken roh als Salat genauso gut wie gegart oder aus dem Ofen.

Lässt du die Pflanze länger stehen, wachsen die Knospen zu hohlen Trieben heran. Weil sie dann so aussieht, heißt die Puntarella auch Vulkanspargel. Die hohlen Triebe kannst du sogar füllen und im Ofen garen. Die bitteren Außenblätter bekommen bei uns die Hühner und Pferde. Wie wir die Puntarella zubereiten, zeigen wir ausführlich in unserem Beitrag Puntarella Gemüse.

Endiviensalat im Herbst

Der Endiviensalat sieht im Beet fast aus wie ein Bodendecker, ganz kraus. Er ist jetzt erntereif – die Lücken im Beet kommen daher, dass wir schon öfter geerntet haben, und wir versuchen, schneller zu sein als die Wühlmaus. Wir schneiden ihn knapp über dem Boden ab, nehmen die äußeren Blätter weg und legen das Innere kurz in Wasser. So ist er gewaschen und nicht mehr ganz so bitter. Mit anderen grünen Blättern und dem richtigen Dressing ist er eine Delikatesse. Mehr dazu unter Endiviensalat anbauen.

Radicchio: erst ernten, wenn der Kopf fest ist

Geernteter Radicchio-Kopf, rot-weiß marmoriert
Ein fester, kompakter Kopf zeigt, dass der Radicchio erntereif ist.

Beim Radicchio kommt es darauf an, dass der Kopf kompakt und fest ist. Ein größerer, aber noch lockerer Kopf ist noch nicht so weit. Innen ist er wunderschön marmoriert. Ist dir Radicchio zu bitter, leg ihn etwa 20 Minuten in Wasser. Er schmeckt mit anderen Blättern, mit einem guten Dressing oder auch erhitzt. Wie du ihn anbaust, steht unter Radicchio anbauen.

Fenchel spät jung ernten

Zwischen den Salaten steht bei uns der Fenchel spät. Wir ernten ihn lieber jung und setzen dafür ein paar Pflanzen mehr, dann ist er richtig zart. Was wir bei größeren Knollen außen wegnehmen, freut unsere Pferde. Alles zum Anbau unter Fenchel anbauen.

Wintersalate im Gewächshaus pflanzen

Damit wir den ganzen Winter ernten können, pflanzen wir jetzt Salat-Jungpflanzen ins Gewächshaus – vier Sorten, sortiert nach ihrer Robustheit:

Trotz dieser Reihenfolge pflanzen wir bunt gemischt, damit auch die Salatschüssel bunt bleibt. Die Paprika haben wir schon abgeräumt; die Tomaten auf der anderen Seite dürfen noch zwei bis vier Wochen reifen, solange es luftig und trocken genug ist. Kräuter wie Majoran, Basilikum und Oregano lassen wir vorerst stehen und pflanzen den Salat dazwischen.

Abstand und Tiefe

Wir setzen die Pflanzen in zwei Reihen, immer zwei als Gruppe, mit 20 cm Abstand. Das reicht, weil die Salate im Winter nicht so schnell und groß wachsen und wir zwischendurch schon pflücken. Wichtig: Salat pflanzen wir nicht zu tief. Der Wurzelballen schaut oben etwas heraus. Das sieht ungewohnt aus, aber so liegen die Blätter nicht auf dem Boden und faulen nicht so schnell. Danach gießen wir rund um die Pflanzen an – bei uns mit Regenwasser aus Tonnen mit Pumpe.

Die Schattenecke freilassen

Auf der Seite, von der die Sonne kommt, haben wir nicht bis zur Mauer gepflanzt. Dort entsteht im Winter eine tote Ecke, in die gar keine Sonne fällt, und da wächst auch nichts richtig. Auf der anderen Seite reicht die Sonne bis zum Rand, dort pflanzen wir bis an die Mauer. Mehr zum Salat im Allgemeinen unter Salat anbauen, und was du im Oktober noch säen kannst, steht in Was kann man im Oktober noch säen?

Zum Schluss: Kiwano aus dem Adventskalender

Im Gewächshaus wächst noch die afrikanische Horngurke, die Kiwano. Sie braucht Wärme, und reif wird sie gelb. Innen ist sie fruchtig, man löffelt sie einfach aus – Vorsicht, die Stacheln piksen. Sie war letztes Jahr in unserem Saatgut-Adventskalender, den es auch dieses Jahr wieder mit spannenden Sorten gibt.

Häufige Fragen zu Herbstsalaten

Welche Salate sind Herbstsalate?

Zu den klassischen Herbstsalaten gehören Zuckerhut, Endivie, Radicchio und Puntarella. Sie vertragen kühles Wetter gut und lassen sich lange im Beet ernten.

Wie lange kann man Herbstsalate ernten?

Bei uns bis in den Dezember. Die Salate bleiben einfach im Beet stehen und halten sich frisch, bis stärkerer Frost kommt.

Welchen Salat kann man im Winter im Gewächshaus anbauen?

Wir pflanzen roten Eichblattsalat, Lollo Rossa, Lattich und Wintersalat. Der Eichblatt wird zuerst geerntet, der Wintersalat ist winterhart und hält am längsten durch.

Wie pflanzt man Salat im Herbst richtig?

Mit etwa 20 cm Abstand und nicht zu tief: Der Wurzelballen schaut etwas aus der Erde, damit die Blätter nicht auf dem Boden liegen und faulen. Danach angießen.

Wie wird Radicchio oder Endivie weniger bitter?

Leg die Blätter etwa 20 Minuten in Wasser. Dann sind sie gewaschen und deutlich milder.

Welcher Herbstsalat landet bei dir am liebsten in der Schüssel – und hast du schon einmal Puntarella probiert? Schreib es uns gern unter das Video auf YouTube. Dort nehmen wir dich jeden Sonntag mit in unseren Garten.

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