Edamame anbauen: ab April vorziehen, ab Mai eng in Reihen pflanzen, im August die grünen Hülsen ernten

Inhaltsverzeichnis

Edamame sind Sojabohnen, die man grün erntet, kurz kocht und direkt aus der Hülse in den Mund schiebt: das beste Snackgemüse, das ein Garten hervorbringt, eiweißreich, süßlich, und bei uns seit Jahren das, was im August abends auf dem Tisch steht. Angebaut werden sie wie Buschbohnen, nur enger und mit mehr Geduld. Hier steht, wie wir Edamame anbauen, warum wir sie vorziehen, obwohl die Direktsaat geht, wie die Ernte in zwei Durchgängen funktioniert, was es mit den Knöllchenbakterien auf sich hat und wie man die Ernte einfriert, damit sie bis zum Winter reicht.

Jen hält lachend eine Schüssel mit frisch gekochten grünen Edamame-Hülsen in den Garten
August: die erste Schüssel des Jahres, kurz gekocht, mit Salz, Suchtgefahr.

Edamame auf einen Blick

Aussaatab April in Töpfen vorziehen, Direktsaat Anfang Mai bis Ende Juni
Saattiefe3 cm, in normale Gartenerde, zwei bis drei Bohnen je Topf
Bodentemperatur zum Keimen15 bis 20 °C, Keimdauer ein bis zwei Wochen
Pikierennein. Vorgezogene Pflanzen ab Mai ins Beet, etwas tiefer setzen
PflanzungReihen 30 bis 40 cm, in der Reihe 5 bis 7 cm, nach den Eisheiligen
Kulturdauer12 bis 14 Wochen ab Aussaat
ErnteAugust bis September, grüne, pralle Hülsen, in zwei Durchgängen
Standortsonnig und warm, Vorkultur Salat oder Spinat, Nachkultur Knoblauch
NährstoffbedarfSchwachzehrer, keine Düngung, bei ausgelaugtem Boden etwas Kompost
Stützekeine Rankhilfe, aber Stangen und Schnur am Beetrand, wenn die Pflanzen groß werden
Saatgutmenge15 g sind rund 30 Pflanzen

Edamame, Sojabohne, Chiba Green

Edamame ist keine eigene Art, sondern die Sojabohne in jung: Sorten, die darauf gezüchtet sind, nicht getrocknet, sondern grün und frisch gegessen zu werden, wie Zuckererbsen oder Dicke Bohnen. Trocken-Soja für Tofu und Sojamilch haben wir auch schon angebaut, im 1000Gärten-Experiment mit der Universität Hohenheim, aber die Edamame ist die Sojabohne für den Garten: ein Beet, ein Sommer, eine Schüssel nach der anderen. Unsere Sorte Chiba Green ist früh, kompakt und aufrecht, mag es warm, bildet große Bohnen und reift so gleichmäßig ab, dass die Ernte bequem wird. Samenfest wie alles bei uns, und wer die schönsten Pflanzen ausreifen lässt, hat das Saatgut fürs nächste Jahr.

Aussaat: vorziehen keimt besser

Edamame kann direkt ins Beet gesät oder vorgezogen werden, und wir haben beides mehrfach parallel ausprobiert: Die Keimrate ist bei den vorgezogenen Pflanzen einfach höher. Bei der Direktsaat, Anfang Mai bis in den Juni, müssen die Samen bis zur Keimung feucht bleiben, und sobald sie aufgehen, finden die Gartenvögel die Keimlinge interessant und ziehen sie wieder heraus. Im kühlen Frühjahr bleibt im Beet manche Lücke. Deshalb ziehen wir ab April vor, in Quickpot-Platten mit zwei bis drei Bohnen je Topf, 3 cm tief, in ganz normaler Gartenerde, Anzuchterde ist nicht nötig. Bei 15 bis 20 °C keimen sie zuverlässig, und ab Mai, nach den Eisheiligen, dürfen die Jungpflanzen ins Beet.

Ein Wort zu den Knöllchenbakterien: Soja holt sich als Hülsenfrucht ihren Stickstoff aus der Luft, mit Hilfe spezieller Bakterien an den Wurzeln, die in europäischen Böden von Natur aus fehlen. Es gibt dafür ein biologisches Saatgut-Impfmittel. Wir haben es früher benutzt, vielleicht sitzen die Bakterien seitdem in unserer Erde, jedenfalls wächst die Edamame bei uns seit Jahren gut. Wer es im eigenen Garten erst einmal versucht und die Pflanzen kümmern, hat damit einen Hebel.

Pflanzen: eng in Reihen, etwas tiefer

Gepflanzt wird in Reihen mit 30 bis 40 cm Abstand und in der Reihe dicht, 5 bis 7 cm von Pflanze zu Pflanze, in unserem Beet von 1,20 x 3 m sind das drei Reihen. Die Jungpflanzen setzen wir etwas tiefer, dann stehen sie stabiler, gießen sie an, bei uns mit effektiven Mikroorganismen, und mulchen das Beet mit Stroh, sobald die Pflanzen etwas gewachsen sind. Das Beet braucht keine Vorbereitung mit Kompost oder Dünger, Edamame ist ein Schwachzehrer und düngt sich selbst, nur ein ausgelaugter Boden bekommt etwas Kompost. Als Vorkultur passen frühe Salate oder Spinat, nach der Ernte im September kommt bei uns Knoblauch, Radieschen oder späte Rübchen aufs Beet.

Standort, Nachbarn und Fruchtfolge

Edamame will Sonne und Wärme, je mehr, desto besser, denn ihre Kulturdauer ist mit zwölf bis vierzehn Wochen länger als bei anderen Bohnen. Gern steht sie neben Kartoffeln, Kohl, Salat, Spinat und Freilandtomaten, nicht so gern neben Möhren, Fenchel und Lauch, wobei wir sie auch daneben schon ohne Probleme hatten. Versuch macht klug. Als Hülsenfrucht sollte sie nicht jedes Jahr auf demselben Beet stehen, und die Wurzeln bleiben nach der Ernte im Boden, als Stickstoffgeschenk für die Nachkultur.

Pflege: Wasser für die Kleinen, Platz für die Großen

Solange die Pflanzen klein sind, brauchen sie zuverlässig Wasser und ein beikrautfreies Beet, denn sie müssen erst Platz gewinnen, bevor sie in Schwung kommen. Danach ist die Edamame pflegeleicht: In einem warmen, trockenen Sommer gießen, sonst nur zusehen. Ende Juli zeigen sich die ersten Blüten, und weiter unten sitzen schon die ersten Hülsen. Dann werden die Pflanzen groß, achtzig Zentimeter und mehr, und neigen sich. Eine Rankhilfe brauchen sie nicht, Soja klettert nicht, aber wir stabilisieren das Beet an den Seiten mit ein paar Eisenstangen und Schnur, damit die Reihen stehen bleiben.

Ein Kind im geblümten Kleid hält einen Teller voller frisch geernteter grüner Edamame-Hülsen
Ende August: Die Hülsen sind prall, das Abpflücken ist Familienarbeit.

Ernte: zweimal, und die Wurzel bleibt

Ab Anfang August sind die ersten Hülsen groß genug, Ende August wird richtig geerntet. Reif für Edamame ist eine Hülse, wenn sie prall ist, die Bohnen sich deutlich abzeichnen und sie noch grün ist. Wird sie gelb, ist sie für Edamame zu spät, dann wird daraus Trocken-Soja. Wir ernten in zwei Durchgängen: Beim ersten gehen wir durch die Reihen und pflücken die prallen grünen Hülsen ab. Beim zweiten, wenn die unteren Blätter gelb werden, schneiden wir die ganzen Pflanzen ab, die Wurzeln bleiben im Boden, weil sie ihn als Hülsenfrucht mit Stickstoff aufbessern. Die Pflanzen kommen in die Schubkarre, und abends sitzt die Familie zusammen und pflückt die Hülsen ab. Auch das macht Edamame so dankbar: Die Bohnen müssen nicht gepult werden, der Ärger mit Trockenbohnen entfällt.

Getrocknete Sojabohnen, aufgesprungene Hülsen und gelbe Blätter auf einer blau karierten Tischdecke
September 2013: unsere erste Sojaernte, ausgereift und trocken, so wird aus Edamame Saatgut.

Zubereiten und einfrieren

Roh werden Sojabohnen nicht gegessen. Die grünen Hülsen kommen fünf bis zehn Minuten in kochendes Salzwasser, werden abgeschreckt, mit Meersalz bestreut oder in Tamari getunkt, und dann zuzzelt man die Bohnen aus der Hülse, das konnte unsere Tochter schon mit zwei. Wer die ganze Ernte nicht auf einmal isst, friert sie portionsweise ein, ganze Hülsen oder ausgelöste Bohnen, roh direkt nach der Ernte. Aus dem Froster kommen sie bei Bedarf in den Topf, das klappt ohne jeden Verlust und sorgt dafür, dass der Augustsnack bis in den Winter reicht. Ausgelöst passen die Bohnen in Salat, Bowl und Pfanne wie Erbsen.

Typische Probleme und was dahintersteckt

Lücken im Beet nach der Direktsaat

Kalter Boden, ausgetrocknete Saat oder Vögel, die die Keimlinge ziehen. Vorziehen, Beet nach der Saat feucht halten, Vlies gegen Vögel.

Die Pflanzen bleiben klein und blass

Zu kalt, zu schattig oder Beikrautdruck in der Jugend. Sonnigster Platz, erst nach den Eisheiligen pflanzen, Beet sauber halten. Beim ersten Anbau kann ein Impfmittel mit Knöllchenbakterien helfen.

Die Reihen kippen um

Die Pflanzen werden fast einen Meter hoch. Stangen und Schnur am Beetrand, keine Rankhilfe nötig.

Die Hülsen werden gelb und hart

Zu spät geerntet. Edamame werden grün und prall gepflückt. Gelbe Hülsen ausreifen lassen und als Saatgut oder Trocken-Soja nutzen.

Wenig Hülsen trotz vieler Blüten

Normal bei Soja, nur ein Teil der Blüten setzt an. Hitze und Trockenheit in der Blüte verstärken es: in dieser Zeit gießen.

Schnecken an den Jungpflanzen

Kräftige Pflanzen setzen, nicht zu früh, morgens absammeln, Stroh erst mulchen, wenn die Pflanzen größer sind.

Unsere Sorte

  • Edamame Chiba Green: früh, kompakt und aufrecht, große Bohnen, gleichmäßige Abreife, 15 g für rund 30 Pflanzen, samenfest und bio. Das Saatgut gibt es zur Aussaatzeit im Frühjahr bei uns im Kiosk.

Alle Bohnen und Erbsen findest du in der Kategorie Hülsenfrüchte, die Aussaatzeiten im Aussaatkalender. Warum wir nur samenfestes Saatgut führen, steht im Ratgeber.

Mehr zur Edamame

Häufige Fragen

Wann Edamame säen?

Ab April in Töpfen vorziehen, ab Mai nach den Eisheiligen pflanzen. Direktsaat Anfang Mai bis Ende Juni.

Säen oder vorziehen?

Vorziehen, die Keimrate ist höher und die Vögel kommen nicht an die Keimlinge. Zwei bis drei Bohnen je Topf.

Welcher Abstand?

Reihen 30 bis 40 cm, in der Reihe 5 bis 7 cm. Edamame stehen gern eng.

Braucht Edamame eine Rankhilfe?

Nein, Soja klettert nicht. Weil die Pflanzen fast einen Meter hoch werden, stützen wir die Reihen mit Stangen und Schnur am Beetrand.

Wann Edamame ernten?

Ab August, wenn die Hülsen prall und noch grün sind. Erst einzeln pflücken, später die ganzen Pflanzen abschneiden und abpflücken.

Kann man Edamame roh essen?

Nein. Immer kochen, fünf bis zehn Minuten in Salzwasser, dann aus der Hülse essen.

Wächst Edamame in Deutschland, im Hochbeet oder im Topf?

Ja, in jedem warmen, sonnigen Beet und im Hochbeet. Im Kübel ab 20 Liter mit mehreren Pflanzen eng zusammen.

Muss ich Edamame düngen?

Nein. Als Hülsenfrucht holt sie sich den Stickstoff aus der Luft. Nur ausgelaugte Böden bekommen etwas Kompost.

Was ist der Unterschied zwischen Edamame und Sojabohne?

Dieselbe Pflanze. Edamame sind Sojasorten, die grün und frisch gegessen werden, Trocken-Soja reift aus und wird zu Tofu, Milch und Mehl.

Kann ich eigenes Saatgut gewinnen?

Ja. Die schönsten Pflanzen stehen lassen, Hülsen ausreifen und trocknen lassen, Bohnen trocken lagern.

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