Buschbohnen anbauen: Aussaat, Pflege, Ernte und die richtigen Nachbarn

Inhaltsverzeichnis

Buschbohnen sind das Gemüse, mit dem bei uns jedes Jahr die Kinder ernten dürfen: Sie keimen in zwei Wochen, brauchen keinen Dünger, keine Stange und kein Vorziehen, und wer einmal alle paar Tage durch die Reihen geht, erntet körbeweise. Hier steht, wie wir Buschbohnen anbauen: wann sie in die Erde kommen und warum die Bodentemperatur wichtiger ist als das Datum, ob Horst oder Reihe, wann sich Vorziehen lohnt, welche Nachbarn passen und was du bei Stangenbohnen, Feuerbohnen und Trockenbohnen anders machst.

Jen mit einer Schüssel frisch geernteter Buschbohnen vor dem Hochbeet
Buschbohnen aus dem Hochbeet: Eine Schüssel alle paar Tage, von Juli bis in den Oktober.

Buschbohnen auf einen Blick

AussaatAnfang Mai bis Ende Juli, direkt ins Beet. Vorziehen ab Ende April im Haus
Bodentemperatur zum Keimen15 bis 20 °C, Keimdauer etwa 14 Tage
Saattiefe2 bis 3 cm
Reihenabstand40 bis 60 cm
Abstand in der Reihe8 bis 10 cm, im Horst 4 bis 8 Korn je Gruppe, 40 cm von Horst zu Horst
Kulturdauer10 bis 12 Wochen ab Aussaat
ErnteMitte Juli bis Anfang Oktober, alle paar Tage
Standortsonnig bis halbschattig, humoser, lockerer Boden
NährstoffbedarfSchwachzehrer, kein Stickstoffdünger
Frostempfindlich, Jungpflanzen erst nach den Eisheiligen ins Beet
Saatgutmenge15 bis 20 g sind rund 30 bis 40 Korn, das reicht für fünf bis acht Horste
FamilieHülsenfrüchte. Sammelt Stickstoff aus der Luft, die Wurzeln bleiben nach der Ernte im Boden

Wann Buschbohnen säen: die Bodentemperatur entscheidet

„Die Bohne will die Glocken läuten hören“, sagen die alten Gärtner, und sie meinen damit: nicht vor Mai. Was wirklich zählt, ist aber nicht der Kalender, sondern die Temperatur im Boden. Buschbohnen keimen ab 15 °C ordentlich, bei 15 bis 20 °C zuverlässig. Ist die Erde zu lange zu kühl und zu nass, faulen die Körner oder die Keime kommen verkrüppelt heraus. Das liegt dann nicht am Saatgut, sondern am Wetter. Wir stecken bei Zweifeln ein Thermometer in die Erde, und zwar auch morgens: Ein gemulchtes oder beschattetes Beet ist im Mai oft noch deutlich kühler, als die Luft vermuten lässt.

Das Aussaatfenster reicht von Anfang Mai bis Ende Juli. Weil eine Aussaat nach zehn bis zwölf Wochen erntereif ist, säen wir in Sätzen und nutzen die Buschbohne als zweite Kultur: Wo im Juni die frühen Kohlsorten oder die Zwiebeln herauskommen, kommen Buschbohnen hinein, und sie sind bis zum Herbst fertig.

Horst oder Reihe?

Beides funktioniert. In der Reihe säst du alle 8 bis 10 cm ein Korn, Reihenabstand 40 bis 60 cm, 2 bis 3 cm tief. Wir säen fast nur noch im Horst: vier bis acht Körner als kleine Gruppe auf einem handtellergroßen Fleck, 40 cm von Horst zu Horst. Die Pflanzen wachsen als Busch zusammen, verhaken ihre Ranken ineinander und stützen sich gegenseitig, so liegt keine am Boden. Als Erde reicht die normale Gartenerde, eine Aussaaterde braucht die Bohne nicht.

Über die frische Saat legen wir ein Netz. Nicht wegen der Bohnen, sondern wegen der Amseln, die die aufgehenden Keimlinge für Würmer halten, und wegen der Katzen, die frisch bearbeitete Beete lieben. Sobald die Pflanzen stehen, kommt das Netz wieder ab.

Vorziehen: wann es sich lohnt

Jen hält vorgezogene Bohnenjungpflanzen in kleinen Töpfen
Vier Korn je Töpfchen: Vorgezogene Bohnen kommen nach den Eisheiligen als ganzer Ballen ins Beet.

Buschbohnen brauchen kein Vorziehen, aber es gibt drei Fälle, in denen wir es trotzdem machen. Erstens ein kühles Frühjahr, in dem die Erde einfach nicht warm wird. Zweitens ein halbschattiges Beet, das sich langsamer erwärmt und in dem die Keimung schwächer ausfällt. Und drittens die Schnecken, die frische Keimlinge lieben und kräftige Jungpflanzen in Ruhe lassen. In 8-cm-Töpfchen kommen drei bis vier Korn, wieder als Horst, in ganz normale Erde, 2 bis 3 cm tief, angegossen mit lauwarmem Wasser. Im Haus keimen sie bei Zimmertemperatur in wenigen Tagen. Wer mit Kindern gärtnert, hat hier das schönste Experiment: Bohnen wachsen sichtbar von Tag zu Tag.

Ins Beet dürfen die Jungpflanzen erst nach den Eisheiligen, sie vertragen keinen Frost. Wir warten, bis die Keimblätter ausgebildet sind, setzen den ganzen Ballen ohne Vereinzeln ins Pflanzloch und etwas tiefer, als er im Topf stand. Vorteil nebenbei: Du pflanzt nur die kräftigsten Horste und sortierst schwache aus.

Standort, Boden und Dünger

Sonne ist gut, Halbschatten geht auch, das macht die Buschbohne so vielseitig. Der Boden soll locker und humos sein, mehr nicht. Buschbohnen sind Schwachzehrer und Leguminosen: An ihren Wurzeln sitzen Knöllchenbakterien, die Stickstoff aus der Luft binden. Extra Stickstoffdünger oder frischer Mist bringen deshalb nur Blätter statt Hülsen. Ein toter, ausgelaugter Boden ist trotzdem nichts für sie, auf schwerem Lehm arbeiten wir vor der Saat etwas Kompost ein. Werden die Blätter im Sommer gelblich, hilft ein verdünnter Flüssigdünger, bei uns der Saft aus dem Bokashi-Eimer oder eine verdünnte Jauche.

Nach der Ernte schneiden wir die Pflanzen über dem Boden ab und lassen die Wurzeln in der Erde. Sie zersetzen sich und hinterlassen den Stickstoff für die nächste Kultur, das Beet ist danach besser als vorher.

Buschbohnen im Hochbeet

Unser Lieblingsplatz für Buschbohnen ist das Hochbeet. Es erwärmt sich schneller als das Beet am Boden, die Keimung klappt früher, und die Ernte geht in Rückenhöhe: Alle paar Tage einmal durch die Pflanzen, die dünnen jungen Hülsen pflücken, fertig. So ernten bei uns auch die Oma und die Kinder mit. Rund viereinhalb Quadratmeter Hochbeet reichen für den Buschbohnenbedarf einer Familie über den Sommer.

Pflege: Wasser, Mulch, sonst wenig

Buschbohnen wachsen so schnell, dass sie den Boden bald selbst beschatten. An sonnigen Plätzen mulchen wir deshalb kaum, im Halbschatten mit Rasenschnitt, der sich in sechs bis acht Wochen zersetzt. Was die Bohne nicht mag, ist Trockenheit während der Blüte und Hülsenbildung: Finger in die Erde, und wenn es trocken ist, durchdringend gießen. Gedüngt wird nicht mehr. Die Blüten bestäuben sich selbst, Bienen kommen trotzdem gern, also Netze zur Blüte abnehmen.

Gute Nachbarn und Fruchtfolge

Buschbohnen sind gesellig. Ihre Klassiker sind Bohnenkraut, das direkt daneben wächst und später in denselben Topf wandert, dazu Weißkohl und Rotkohl, Dill, Kartoffeln, Zucchini, Sellerie, Gurken, Tomaten, Radieschen, Rote Bete und Erdbeeren. Nicht in die Nachbarschaft gehören Zwiebeln, Lauch und Knoblauch, Fenchel, Erbsen und Dicke Bohnen.

Bei der Fruchtfolge sind sie die dankbare Kultur: Sie folgen auf Starkzehrer wie Kohl, Kartoffeln oder Zucchini und hinterlassen Stickstoff für alles, was danach kommt. Auf demselben Beet sollten Hülsenfrüchte aber erst nach drei bis vier Jahren wieder stehen.

Buschbohnen ernten und haltbar machen

Zehn bis zwölf Wochen nach der Aussaat, bei uns ab Mitte Juli, beginnt die Ernte und zieht sich bis Anfang Oktober. Die jungen, dünnen Hülsen schmecken am besten, deshalb gehen wir alle paar Tage durch: Je öfter du pflückst, desto mehr setzt die Pflanze nach. Wer wartet, bekommt dicke, fädige Hülsen und eine Pflanze, die aufhört zu blühen. Gepflückt wird mit zwei Händen, eine hält den Stängel, damit die Pflanze nicht mit herauskommt.

Roh sind Bohnen giftig, sie enthalten Phasin, das erst beim Kochen zerfällt. Also immer erhitzen, auch für den Salat. Was zu viel ist, blanchieren wir kurz und frieren es portionsweise ein, so gibt es das ganze Jahr Bohnen aus dem Garten. Unser Sommerklassiker ist der lauwarme Bohnensalat mit Knoblauch, Öl und etwas Essig.

Grün, gelb, blau: unsere Buschbohnen

Drei Farben stehen bei uns im Beet, alle samenfest und bio. Die blaue ist bei unserer Tochter die „Zauberbohne“: Beim Erhitzen wechselt sie von Violett zu Grün.

Was bei Stangenbohnen, Feuerbohnen und Trockenbohnen anders ist

Stangenbohnen wollen es beim Keimen wärmer, 20 bis 25 °C Bodentemperatur, und sie brauchen Zeit für den Weg nach oben. Deshalb säen wir sie nur von Mai bis Juni und ziehen sie fast immer vor, gerade für die halbschattigen Ecken, in denen unsere Stangen stehen. Vier Korn je Töpfchen, nach den Eisheiligen als Ballen an die Stange oder ans Tipi, Abstand 80 cm zwischen den Stangen. Die Stangenbohne Blauhilde färbt sich beim Kochen ebenfalls grün und trägt bis in den Oktober.

Die Feuerbohne ist die Stangenbohne mit den roten Blüten, die auch Hummeln lieben. Sie trotzt der Hitze und lässt sich in drei Stadien ernten: als grüne Hülse, halbreif als Auskernbohne und reif als Trockenbohne. Die Meterbohne mag es warm und feucht, sie ist unsere Bohne fürs Gewächshaus.

Trockenbohnen wie die Borlotti und die Kidneybohne wachsen wie Buschbohnen, nur bleiben die Hülsen bis September oder Oktober an der Pflanze, bis sie trocken rascheln. Dann werden die Kerne ausgelöst, nachgetrocknet und halten das ganze Jahr, für Chili, Minestrone und Bohnensalat. Auch sie müssen vor dem Essen gekocht werden. Und die Dicke Bohne ist, genau genommen, keine Bohne, sondern eine Wicke: Sie mag es kühl, kommt schon im Februar in die Erde und bekommt ihren eigenen Eintrag.

Typische Probleme und was dahintersteckt

Die Bohnen keimen nicht oder kommen verkrüppelt

Fast immer zu kalt oder zu nass. Bei unter 15 °C im Boden faulen die Körner. Warten, bis die Erde warm ist, oder vorziehen. Am Saatgut liegt es selten.

Keimlinge sind über Nacht weg

Schnecken, Amseln oder Katzen. Netz über die Saat, gegen Schnecken vorziehen und kräftige Pflanzen setzen.

Viel Blatt, wenig Hülsen

Zu viel Stickstoff, etwa durch frischen Mist oder Dünger. Buschbohnen wollen mageren, humosen Boden. Oder es fehlt Wasser zur Blüte.

Gelbe Blätter

Auf ausgelaugtem oder verdichtetem Boden hungern auch Leguminosen. Ein verdünnter Flüssigdünger hilft, langfristig Kompost und lockerer Boden.

Löcher in den Bohnenkernen

Der Bohnenkäfer. Für die Küche egal, für eigenes Saatgut nicht: Die Kerne gut trocknen lassen und ein paar Tage ins Gefrierfach legen, das macht die Eier unwirksam.

Dicke, fädige Hülsen

Zu spät geerntet. Junge Hülsen pflücken, alle paar Tage, dann bleibt die Pflanze im Ertrag.

Eigenes Bohnensaatgut gewinnen

Bohnen sind die einfachste Saatgutgewinnung im Garten: Sie bestäuben sich selbst, kreuzen kaum, und du lässt einfach ein paar Hülsen der schönsten Pflanzen bis zum Rascheln hängen. Dann ausreiben, nachtrocknen, gegen den Bohnenkäfer ein paar Tage einfrieren, beschriften. Was samenfest genau bedeutet und wie du Saatgut lagerst, steht im Ratgeber Samenfestes Saatgut. Alle Bohnen und Erbsen findest du in der Kategorie Hülsenfrüchte, nach Aussaatmonaten sortiert im Aussaatkalender.

Mehr zum Bohnenanbau

Häufige Fragen

Wann kann ich Buschbohnen säen?

Von Anfang Mai bis Ende Juli, sobald der Boden 15 °C hat. Späte Aussaaten im Juli sind als zweite Kultur nach Kohl oder Zwiebeln ideal.

Wie tief und mit welchem Abstand?

2 bis 3 cm tief, in der Reihe 8 bis 10 cm, Reihen 40 bis 60 cm. Im Horst vier bis acht Korn je Gruppe mit 40 cm Abstand.

Muss ich Buschbohnen vorziehen?

Nein. Es lohnt sich bei kühlem Wetter, im Halbschatten und bei Schneckendruck. Dann drei bis vier Korn je Töpfchen und nach den Eisheiligen als Ballen pflanzen.

Wachsen Buschbohnen im Hochbeet oder Kübel?

Im Hochbeet sogar besser als im Beet, weil es sich schneller erwärmt. Im Kübel gehen sie auch, dann gleichmäßig gießen.

Warum keimen meine Buschbohnen nicht?

Weil der Boden zu kalt oder zu nass war. Bohnen brauchen 15 bis 20 °C im Boden, sonst faulen die Körner.

Wie lange dauert es bis zur Ernte?

Zehn bis zwölf Wochen. Die Keimung dauert etwa zwei Wochen, danach geht es schnell.

Kann man Buschbohnen roh essen?

Nein. Rohe Bohnen enthalten Phasin und sind giftig. Kochen oder blanchieren, dann sind sie unbedenklich, auch für den Salat.

Wie mache ich Buschbohnen haltbar?

Kurz blanchieren und portionsweise einfrieren. So reicht die Ernte bis zur nächsten Saison.

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