Endiviensalat ist der Salat für die Zeit, in der Kopfsalat längst schießt und Feldsalat noch nicht fertig ist: Von September bis in den November liefert er große, knackige Köpfe, die im Garten nichts verlangen außer dem richtigen Aussaattermin. Sät man ihn zu früh, blüht er, sät man ihn Mitte Juni bis Juli, wird er zum Herbstsalat, der die kühlen Nächte liebt und mit jeder milder schmeckt. Hier steht, wie wir Endivien anbauen, wie die gekrauste Frisée vom glatten Eskariol zu unterscheiden ist, warum der Salat gebleicht wird und ob das nötig ist, und wie er bis Weihnachten frisch bleibt.

Endivien auf einen Blick
| Aussaat | Mitte Juni bis Juli in Schalen vorziehen, Juli bis Anfang August auch direkt ins Beet. Nicht früher, sonst schießt er |
|---|---|
| Saattiefe | 1 cm, zwei bis drei Korn je Topf |
| Bodentemperatur zum Keimen | 20 bis 22 °C. Keimt er kälter als 17 °C oder wärmer als 29 °C, schießt er später. Keimdauer ein bis zwei Wochen |
| Pikieren | ja, oder auf eine Pflanze je Topf vereinzeln |
| Pflanzung | vier bis sechs Wochen nach der Aussaat, 30 x 30 cm, hoch setzen wie Salat |
| Kulturdauer | 12 bis 14 Wochen ab Aussaat |
| Ernte | September bis November, an geschützten Plätzen bis Dezember |
| Standort | sonnig, auch im Herbst noch, lockerer, humoser Boden |
| Nährstoffbedarf | Schwach- bis Mittelzehrer, nach Bohnen oder Erbsen ohne Dünger, nach Kohl etwas Kleedünger |
| Frost | nicht winterhart. Kühle macht ihn milder, bei Frost ernten oder Vlies auflegen |
| Saatgutmenge | 0,15 g sind rund 100 Pflanzen, ein Tütchen reicht für zwei Herbstbeete |
Wie sieht Endiviensalat aus? Frisée und Eskariol
Endivien gibt es in zwei Formen. Die Frisée, bei uns die Sorte Wallonne, bildet einen großen, flachen Kopf aus fein gekrausten, tief geschlitzten Blättern, außen dunkelgrün, innen gelbweiß und zart. Der Eskariol, auch Breitblättrige Endivie, hat glatte, breite Blätter und sieht einem Kopfsalat ähnlich, nur fester und mit dickeren Rippen. Beide sind Zichorien wie Radicchio und Zuckerhut, deshalb schmecken sie leicht bitter, und beide sind Herbstsalate. Verwechselt wird die Endivie oft mit dem Chicorée, der im Keller aus Wurzeln getrieben wird. Im Beet ist sie unverwechselbar: ein Kopf, der so groß wird wie ein Teller und sich ab Oktober von innen heraus aufhellt.
Aussaat: der Termin entscheidet
Endivien sind Langtagpflanzen. Wer sie im April sät, bekommt im Sommer Blütenstängel statt Köpfe. Deshalb beginnt die Aussaat bei uns Mitte Juni, wenn die langen Tage vorbei sind, und geht bis Ende Juli, meist in der Multitopfplatte zusammen mit Radicchio, Zuckerhut und dem letzten Kohlrabi. Zwei bis drei Korn je Topf, 1 cm tief, höchstens 2, angedrückt und angegossen, dann keimen sie bei 20 bis 22 °C in ein bis zwei Wochen. Die Temperatur ist beim Endiviensalat wichtiger als bei anderen Salaten: Keimt er kälter als 17 °C oder heißer als 29 °C, neigt er später zum Schossen. Im Hochsommer steht die Platte deshalb hell, aber nicht in der prallen Mittagssonne. Nach dem Keimen pikieren wir in die Quickpot-Platte, jede Pflanze in einen eigenen Topf, und setzen sie dabei ein wenig tiefer. Ab Juli geht auch die Direktsaat ins Beet, in Reihen mit 30 cm Abstand und später auf 30 cm vereinzelt, die gezogenen Pflänzchen kommen in den Salat.
Pflanzen: hoch setzen, weit auseinander
Vier bis sechs Wochen nach der Aussaat, je nach Wetter, sind die Setzlinge so groß wie eine Hand und kommen ins Beet, dorthin, wo gerade Kohl, Zwiebeln, Erbsen oder Frühkartoffeln abgeräumt sind. Hochbeet oder Tiefbeet, beides geht. Viel Dünger braucht es nicht: Nach Bohnen oder Erbsen bekommt das Beet gar nichts, nach Kohl eine Handvoll Kleedünger, zu viel Stickstoff macht die Köpfe weich und faulig. Wichtiger als der Dünger ist der Platz: Das Beet muss wirklich sonnig sein, und zwar auch im Herbst, wenn die Sonne tiefer steht. Wer den Sonnenverlauf im eigenen Garten über das Jahr beobachtet, weiß, welches Beet im Oktober noch Licht bekommt. Wie beim Salat setzen wir die Pflanzen hoch, der Ballen darf aus der Erde gucken, damit das Herz trocken bleibt. Der Abstand ist 30 x 30 cm, bei der großen Wallonne gern etwas mehr, denn die Köpfe werden tellergroß und brauchen Luft, sonst fault das Innere im feuchten Herbst. Nach dem Angießen mulchen wir mit Grasschnitt oder Stroh.

Pflege: Wasser und Luft
Im Sommer, gleich nach dem Pflanzen, brauchen Endivien reichlich Wasser, im Herbst dagegen eher weniger: Steht der Kopf lange feucht, fault er, und genau deshalb ist der sonnige Platz so wichtig. Gegossen wird am Boden, nicht über die Blätter, und morgens, damit der Kopf bis zum Abend abtrocknet. Der Mulch hält die Erde feucht und die Blätter sauber. Schnecken mögen die jungen Pflanzen, die großen Köpfe lassen sie meist in Ruhe, deshalb pflanzen wir kräftige Setzlinge und legen Bretter aus. Gute Nachbarn sind Chinakohl, Winterwirsing, Möhren und Rote Bete, weniger gut Stangensellerie und Petersilie. Nach Endivien, Radicchio und Salat sollte das Beet im nächsten Jahr etwas anderes tragen.
Bleichen: muss das sein?
Das Bleichen ist der Grund, warum Endivien früher immer mit einem Band um den Kopf im Beet standen: Werden die Blätter zehn bis vierzehn Tage vor der Ernte zusammengebunden oder mit einem Eimer abgedeckt, bleibt das Innere ohne Licht, wird gelbweiß, zart und verliert einen Teil der Bitterstoffe. Das funktioniert nur bei trockenem Wetter und trockenen Blättern, sonst fault das Herz. Die Wallonne bleicht sich weitgehend von selbst, weil der große Kopf sein Inneres mit den Außenblättern bedeckt, deshalb binden wir meist nichts zusammen. Wer es milder mag, bindet an einem trockenen Tag locker ein Band um die oberen zwei Drittel des Kopfes und erntet nach zwei Wochen. Kühle Nächte im Oktober erledigen den Rest, sie machen jeden Endiviensalat milder.
Ernte: September bis zum Frost
Zwölf bis vierzehn Wochen nach der Aussaat, ab September, ist der Kopf erntereif: groß, fest, mit hellem Herz. Zu Beginn ernten wir ihn wie einen Pflücksalat, einzelne Blätter von außen, das Herz bleibt stehen und wächst nach. Später schneiden wir die ganzen Köpfe mit dem Messer knapp über dem Boden ab und entfernen die äußeren, bittersten Blätter. Kühle Tage mag der Endiviensalat, Frost nicht, winterhart ist er nicht. Bis in den November steht er bei uns im Beet, an geschützten Standorten auch bis in den Dezember, und wenn Frost angesagt ist, kommt ein Vlies darüber oder die Köpfe werden geerntet. Im Kühlschrank hält ein Kopf in ein feuchtes Tuch gewickelt eine gute Woche. Vor einem harten Frost ernten wir alles ab und lagern die Köpfe mit Wurzel in Sand im kühlen Keller, dort halten sie zwei bis drei Wochen.
In der Küche
Endiviensalat wie bei Oma ist der Klassiker: in feine Streifen geschnitten, mit warmen Kartoffelwürfeln, Zwiebeln und einem Dressing aus Essig, Öl, Senf und einer Prise Zucker, das die Bitterkeit auffängt. Genauso gut passt er zu Äpfeln, Nüssen und Orangen, mit einem Senfdressing, oder gemischt mit mildem Pflücksalat. Die Bitterstoffe sind übrigens kein Fehler, sie regen die Verdauung an, und je kühler der Herbst, desto weniger bleibt davon übrig. Wer es ganz mild will, legt die Streifen zehn Minuten in lauwarmes Wasser.
Typische Probleme und was dahintersteckt
Die Pflanzen schießen
Zu früh gesät oder beim Keimen zu kalt oder zu heiß. Nicht vor Mitte Juni säen und bei 20 bis 22 °C keimen lassen, nicht unter 17 und nicht über 29 °C.
Weiche, schlappe Köpfe
Zu viel Stickstoff oder zu wenig Sonne im Herbst. Weniger düngen, sonnigeres Beet wählen.
Das Herz fault
Zu tief gepflanzt, zu nass oder nass zusammengebunden. Hoch setzen, am Boden gießen, nur bei trockenem Wetter bleichen.
Braune Blattränder
Hitze und Wassermangel oder zu viel Dünger. Gleichmäßig gießen, nicht nachdüngen.
Angefressene Jungpflanzen
Schnecken. Kräftige Setzlinge, Bretter auslegen, abends absammeln.
Viel zu bitter
Zu früh geerntet oder Außenblätter mitgegessen. Kühle Nächte abwarten, bleichen, Außenblätter weg, süß-sauer anmachen.
Unsere Sorten
Samenfest und bio, 0,15 g sind rund 100 Pflanzen.
- Endiviensalat Wallonne: Frisée-Typ mit sehr großen, fein gekrausten Köpfen, bleicht sich von selbst, wetterfest zur Erntezeit, mild und nur leicht bitter. 12 bis 14 Wochen.
- Radicchio Palla Rossa und Zuckerhut: die Verwandten fürs selbe Herbstbeet, mit eigener Anleitung.
Alle Salate und Blattgemüse findest du in der Kategorie Blattgemüse, die Aussaatzeiten im Aussaatkalender. Warum wir nur samenfestes Saatgut führen, steht im Ratgeber.
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Häufige Fragen
Wann Endivien säen?
Mitte Juni bis Ende Juli vorziehen, bis Anfang August direkt säen. Früher gesät schießt er.
Wann Endivien pflanzen und mit welchem Abstand?
Vier bis sechs Wochen nach der Aussaat, Juli bis Mitte August, mit 30 x 30 cm, hoch gesetzt.
Muss ich Endivien zusammenbinden?
Nicht unbedingt. Wallonne bleicht sich selbst, kühle Nächte machen ihn mild. Wer bindet, tut es bei trockenem Wetter zehn bis vierzehn Tage vor der Ernte.
Wann Endivien ernten?
Von September bis November, sobald der Kopf fest ist. Ganz schneiden oder von außen Blatt für Blatt.
Vertragen Endivien Frost?
Nein, winterhart ist er nicht. Kühle macht ihn milder, bei Frost ernten oder ein Vlies darüberlegen. Je nach Standort steht er bis November oder Dezember.
Wie sieht Endiviensalat aus?
Ein großer, flacher Kopf mit gekrausten, geschlitzten Blättern, außen grün, innen gelbweiß. Der glatte Eskariol ähnelt einem festen Kopfsalat.
Welche Nachbarn mag Endivie?
Chinakohl, Winterwirsing, Möhren und Rote Bete. Nicht neben Stangensellerie und Petersilie. Als Nachkultur passt sie nach Kohl, Zwiebeln, Erbsen oder Frühkartoffeln.
Wächst Endivie im Hochbeet oder Topf?
Im Hochbeet sehr gut. Im Topf ab 10 Liter je Pflanze, halbschattig und gleichmäßig feucht.
Warum ist mein Endiviensalat so bitter?
Zu früh geerntet oder zu warm gewachsen. Kühle Nächte abwarten, bleichen, Außenblätter entfernen und süß-sauer anmachen.


