Die Lagerung von den Schätzen
Im Hochbeet lassen sich den Winter über prima diverse Gemüse lagern, in unseren Kartoffeltonnen liegen gerade diverse Beten, aber auch Möhren und Sellerie können so gelagert werden. Was meint denn heute noch Selbstversorgung? Muss es immer alles sein? Die moderne Selbstversorgung ist heute oft kleinteilig und pragmatisch. Es geht selten darum, sich vollständig zu ernähren, sondern vielmehr darum, einen Teil der Grundnahrungsmittel selbst zu produzieren und den Jahreslauf bewusst zu erleben. Hochbeete, Kübel auf dem Balkon und kleine Gewächshäuser machen es auch mit begrenztem Raum möglich. Die Kunst der Lagerung ist dabei ebenso wichtig wie das Gärtnern selbst. Sie wandelt die saisonale Fülle in ganzjährigen Vorrat um.
Wichtig, was will ich?
Die Grundlage einer sinnvollen und genussvollen Selbstversorgung beginnt genau genommen nicht mit der Saat, sondern mit einer ehrlichen Selbstbefragung am Küchentisch. Sie ruht auf zwei einfachen, aber wesentlichen Säulen.
Die erste und wichtigste Frage lautet: „Was möchte ich und meine Familie eigentlich wirklich gern und regelmäßig essen?“
Dieser Schritt ist die Abkehr vom „Anbau-Allerlei“ hin zu einer gezielten, persönlichen Strategie. Es nutzt nichts, wenn die Beete voller Rhabarber stehen, den keiner mag, oder zwanzig Kohlpflanzen heranwachsen, die traditionell verschmäht werden. Stattdessen wird der Gartenplan zum erweiterten Speiseplan. Liebt man italienische Küche, sollten Tomaten, Basilikum und Zucchini Priorität haben. Stehen Smoothies und Beerenjoghurt täglich auf dem Frühstückstisch, sind Himbeersträucher und Spinat eine lohnende Investition. Diese Frage zwingt zur Realität und macht den Garten zu einem persönlichen Versorgungsraum für echte Bedürfnisse, nicht für abstrakte Erntetabellen.
Daraus ergibt sich logisch die zweite, ebenso entscheidende Frage für die Haltbarmachung: „Und in welcher Form möchte ich diese Dinge später verzehren?“
Hier trifft die Gärtnerin auf die Köchin. Denn ewig viele eingekochte Gläser nutzen nichts, wenn sie nicht mit Begeisterung geöffnet und gegessen werden. Diese Frage ist der Schlüssel zur Wahl der richtigen Lagerungsmethode und verhindert frustrierenden „Vorratssog“.
- Wer morgens gerne ein schnell zubereitetes Omelett isst, wird geschnittene Paprika und Spinat portionsweise einfrieren.
- Wer im Winter die Sehnsucht nach sommerlicher Frische verspürt, wird Tomaten als eingekochte Sugo oder stückige Passata konservieren.
- Für den, der gerne asiatisch kocht, ist das Fermentieren von Chinakohl zu einem scharf-würzigen Kimchi die perfekte Lösung.
- Und wer knackige Snacks für unterwegs mag, wird Äpfel und Birnen dörren.
Erst diese doppelte Reflexion – vom Gaumen zur Gartenplanung und vom kulinarischen Wunsch zur Konservierungstechnik – schafft einen sinnvollen Kreislauf. Das Ergebnis ist kein Regal voller Pflichtgläser, sondern eine gut sortierte, persönliche Speisekammer. Jedes darin befindliche Glas, jede Tüte oder Flasche ist eine konkrete Einladung für ein künftiges Mahl, eine Verheißung auf Genuss und die Garantie, dass die ganze Mühe der Saison am Ende auch wirklich auf dem Teller und damit im Magen landet. Vielfalt und Ausprobieren hilft auf dem Weg zur persönlichen Lieblingsspeisekammer.
Lagerung in der Scheue
So lange es frostfrei ist können wir hier in Kisten Bete, Sellerie und auch Kartoffeln lagern. Das Roggen-Korn haben wir fressfeindsicher in einer Metalltonne stehen. Kartoffeln mögen eine Lagertemperatur von 4 bis 8 oder 10 Grad, die Erde dran lassen, nur heile Knollen einlagern und vor Licht schützen und fertig ist das Kartoffellager.
In der alten Deele
Hier haben wir nun ein riesiges Regal aus einer alten Küchenfabrik bekommen können, es ist zwar sehr schwer, dafür aber auch sehr groß und es passen viele Gemüsekisten rein, prima! Hier haben wir trocken und frostfrei den Mais, die Gemüsezwiebeln, andere Zwiebel, Zucchini und auch Äpfel liegen. Die Lagerung findet sich mit den Jahren, einiges ist so schon top, anderes wird immer mal neu ausprobiert.
Wichtig: Kontrolle behalten
Ein weiterer Leitsatz ist das regelmäßige Durchschauen und geschädigtes Gemüse oder offene Gläser entsorgen! Die werden nicht besser wenn sie bleiben. Das erfordert Routine, früher war das ganz normal. Gleichzeitig bekommt man einen Überblick was im Erntesalon noch so da ist. Kürbis lässt sich auch prima einlagern, trocken und bei einem Temperaturfenster von 15 bis 20 Grad hält er sich lange. Aber auch hier gilt, regelmäßig durchschauen.
Fast Food Froster
Wenn es mal schnell gehen soll ist es einfach fabelhaft mal eben küchenfertiges Gemüse zur Hand zu haben. Im Froster lagert so einiges an Gemüse, selbst Tomatensoße, Kohl, Bohnen und auch Obst sind dort zu finden. Und natürlich noch einiges mehr.
Das Ergebnis sind prall gefüllte Regale mit selbstgemachten Köstlichkeiten. Jedes Glas und jede Tüte steht für Selbstwirksamkeit, Wissen über Lebensmittel und einen achtsameren Umgang mit Ressourcen. Selbstversorgung wird so zu einer konkreten, sinnstiftenden Tätigkeit, die Naturverbundenheit, Genuss und ein gutes Stück persönliche Freiheit schenkt.
Blick in den Erntesalon
Vielleicht könnte man meinen hier stehen neben dem Weckomaten nur eingekochte Gläser, aber nein, es ist vielfältiger. Natürlich sind hier auch Gläser, die ihren Inhalt im Einkocher haltbar gemacht wissen, dennoch findet sich hier noch mehr. Besonders schön sind die getrockneten Kräuter, die großen Gläser haben sich bewährt. Und die Fermente (nach ihrem Fermentationsprozess) sind die feinen Besonderheiten dazwischen. Was wir dort alles stehen haben, in der unfertigen Speisekammer – weil Baustelle – seht ihr alles im Video. Wir wünschen euch ganz viel Freude beim selbst planen und wählen eurer Haltbarmachung bei der Selbstversorgung.


