Porree anbauen: Sommerporree ab Januar, Winterporree bis Mai säen, Lauch zehn Monate im Jahr

Porree ist bei uns fast das ganze Jahr im Beet: Der Sommerporree kommt im Januar unter die Leuchte und wird ab Ende Juni gezogen, der Winterporree wird im Mai gesät und steht von November bis in den April draußen, auch bei minus 15 Grad. Zwei Sorten, zehn Monate Lauch. Dazwischen liegen ein paar Handgriffe, die man einmal gesehen haben muss: Jungpflanzen, denen wir Wurzeln und Blätter kürzen, ein tiefes Loch, in das die Pflanze nur gestellt wird, und ein Netz gegen die Zwiebelfliege. Hier steht, wie wir Porree anbauen, warum wir ihn nicht pikieren, ob man anhäufeln muss und was die roten Flecken auf den Blättern bedeuten. Winterporree Freezo im Februar geerntet: Die Stangen standen den ganzen Winter im Beet. Dieses Video auf YouTube ansehen Porree auf einen Blick Aussaat Sommerporree Dezember bis Februar im Haus mit Licht, ab März ohne. Winterporree Mitte April bis Ende Mai draußen Saattiefe 1 bis 2 cm Bodentemperatur zum Keimen 15 bis 20 °C, kühl und hell weiterkultivieren Pikieren nein, in tiefen Gefäßen vorziehen und vor dem Pflanzen vereinzeln Pflanzung Sommerporree Anfang April, Winterporree Juni bis Ende Juli. In der Reihe 10 bis 15 cm, Reihen 30 bis 40 cm Kulturdauer Sommerporree 20 bis 24 Wochen, Winterporree 26 bis 30 Wochen ab Aussaat Ernte Sommerporree ab Ende Juni bis in den Herbst. Winterporree ab November bis April, nach Bedarf Standort volle Sonne, tiefgründiger, humoser Boden Nährstoffbedarf Starkzehrer Frost Sommerporree nicht frostfest, Winterporree bis minus 15 °C Saatgutmenge 0,5 g sind rund 100 Pflanzen Zwei Sorten für zehn Monate Porree Porree ist nicht gleich Porree. Der Sommerporree ist eine schnelle, hellgrüne Sorte mit langem Schaft, die im Spätsommer geerntet sein will, denn Frost mag sie nicht. Der Winterporree ist dunkel, gedrungen und so hart, dass er im Beet überwintert und im Winter nach Bedarf gezogen wird. Wer beide anbaut, hat von Ende Juni bis in den April eigenen Lauch. Nur im Mai und Juni gibt es eine Lücke, und die überbrücken bei uns die Lauchzwiebeln. Der Fahrplan: Sommerporree säen wir im Januar oder Februar unter Kunstlicht, pflanzen Anfang April und ernten ab Ende Juni. Den Winterporree säen wir von Mitte April bis Ende Mai draußen, pflanzen ihn von Juni bis Ende Juli in Beete, die gerade frei werden, und ernten ab November. Aussaat: tiefe Gefäße, kühl und hell, nicht pikieren Porree wird bei uns nicht pikiert. Er wächst von der Aussaat bis zur Pflanzung im selben Gefäß, deshalb säen wir gleich in etwas größere und vor allem tiefere Schalen oder Töpfe: Die Wurzeln werden sehr lang. Für den Sommerporree nehmen wir nährstoffarme Aussaaterde. Für den Winterporree mischen wir halb Aussaaterde und halb Kompost, weil er länger im Gefäß steht und mehr Hunger hat. Das Saatgut wird wie gestreut, 1 bis 2 cm tief, angegossen und beschriftet. Der Sommerporree steht ab Januar unter der LED-Leuchte, kühl und hell. Ohne Zusatzlicht lohnt der Start erst ab März, dann ist die Ernte entsprechend später. Auch eine Direktsaat ins Beet geht, dann gibt es Porree erst im Herbst. Nach vier bis sechs Wochen dürfen die Platten je nach Wetter ins Gewächshaus, um sich an Nachttemperaturen und Tageslicht zu gewöhnen. Werden die Jungpflanzen dabei blass oder gelblich, haben sie Hunger, dann hilft ein Flüssigdünger. Wir haben es 2018 mit Kokossubstrat probiert, das war genau der Fall. Der Winterporree hat es einfacher: Die Schalen bleiben von April an draußen stehen und keimen bei 15 bis 20 °C ohne Zutun. Sie warten dort, bis im Juni oder Juli ein Beet frei wird, nach den Dicken Bohnen, dem Spinat oder den Frühkartoffeln. Vereinzeln und beschneiden: Wurzeln halbieren, Blätter kürzen Etwa acht Wochen nach der Aussaat sind die Pflanzen bleistiftdick und bereit fürs Beet. Wir vereinzeln sie in einem Eimer Wasser, so lösen sich die Wurzeln, ohne zu reißen, und sortieren die kräftigsten aus. Dann kommt der Schnitt, der jeden Zuschauer beim ersten Mal erschreckt: Die Wurzeln kürzen wir um die Hälfte, das regt das Wurzelwachstum an und die Pflanze lässt sich viel leichter setzen. Das Laub kürzen wir um ein Drittel, damit nach dem Pflanzen keine Blattspitzen auf der Erde liegen und faulen. Wir machen das seit Jahren so, und die Pflanzen wachsen zuverlässig an. Sommerporree Hilari: langer, geschlossener Schaft, im Juli aus dem Hochbeet gezogen. Pflanzen: die Furche oder das tiefe Loch Zwei Wochen vor der Pflanzung bereiten wir das Beet vor. Der Boden wird gelockert, nicht gewendet, grobe Beikräuter kommen raus. Porree ist Starkzehrer und steht lange, also bekommt das Beet Kleedünger nach Packungsangabe, Kompost oder Terra preta, die Nährstoffe und Wasser gut hält. Frischen Mist geben wir nicht. Angegossen wird mit effektiven Mikroorganismen, das füttert das Bodenleben. Für die Pflanzung gibt es bei uns zwei Wege. Beim Sommerporree ziehen wir eine Furche und setzen die Pflanzen hinein, denn die Furche macht das Anhäufeln später leicht, und Anhäufeln ergibt den langen weißen Schaft. Beim Winterporree bohren wir mit dem Stiel eines Spatens oder einer Mistgabel Löcher, etwa 10 cm tief, stellen die Pflanze hinein und füllen nichts auf. Beim kräftigen Angießen schlämmt sich die Erde von selbst um die Wurzeln. Der Schaft wächst im Loch weiß, ohne Anhäufeln, und ohne Erde zwischen den Blättern, das spart später Arbeit in der Küche. Der Abstand in der Reihe liegt zwischen 8 und 15 cm, die Reihen 30 bis 40 cm auseinander. Je weiter, desto dicker die Stangen. Wir pflanzen mit 10 cm, weil wir lieber viele mittlere Stangen ernten als wenige dicke. Dann kräftig angießen, mulchen und, ganz wichtig bei uns, das Netz drüber. Dieses Video auf YouTube ansehen Pflege: Wasser, Mulch, Netz und die Frage nach dem Anhäufeln Porree will es hell und gleichmäßig feucht. In der ersten Zeit nach dem Pflanzen und im Hochsommer gießen wir regelmäßig, Fingerprobe in der Erde. Grasschnitt als Mulch hält das Wasser im Boden, hält Beikraut klein und düngt nebenbei. Ein gut vorbereitetes Beet reicht meist für die ganze Kultur, wenn die Pflanzen im Sommer trotzdem stehen bleiben, gibt es eine Brennnesseljauche oder einen Flüssigdünger. Anhäufeln muss man nicht, aber es lohnt sich beim Sommerporree … Porree anbauen: Sommerporree ab Januar, Winterporree bis Mai säen, Lauch zehn Monate im Jahr weiterlesen