Schwarzwurzeln anbauen: im April säen, auf 3 bis 7 cm ausdünnen, von Oktober bis März ernten

Schwarzwurzeln sind unser Winterspargel: Sie stehen den ganzen Winter im Beet, werden bei Bedarf geholt und schmecken gedämpft so fein, dass man sich fragt, warum sie kaum noch jemand anbaut. Der Anbau ist einfacher als ihr Ruf, nur drei Dinge zählen: ein tiefer, lockerer Boden, Geduld beim Keimen und das Ausdünnen, damit die Wurzeln dick werden statt dünn. Schwierig ist allein die Ernte, denn die langen Wurzeln brechen gern ab. Hier steht, wie wir Schwarzwurzeln anbauen, warum sie bei uns ins Hochbeet kommen, wie wir sie im Winter aus der Erde holen und was es mit dem Milchsaft in der Küche auf sich hat. November: die ersten Schwarzwurzeln aus dem Hochbeet, daneben ein Knollensellerie. Dieses Video auf YouTube ansehen Schwarzwurzeln auf einen Blick Aussaat April bis Mai direkt ins Beet, in milden Lagen ab März Saattiefe 2 cm, die Körner werden gelegt, nicht gesteckt Bodentemperatur zum Keimen 10 bis 20 °C, Keimdauer zwei bis drei Wochen Pikieren nein, Wurzelgemüse wird nicht vorgezogen. Auf 3 bis 7 cm ausdünnen Abstand Reihen 30 cm, rund 40 Korn je laufenden Meter Kulturdauer rund sechs Monate, Ernte ab Oktober Ernte Oktober bis März, nach Bedarf aus dem Beet Standort sonnig, auch Halbschatten. Tiefer, lockerer, steinfreier Boden Nährstoffbedarf Mittelzehrer, kein frischer Mist Frost winterhart, bleibt unter Stroh im Beet Saatgutmenge 2 g sind rund 80 Pflanzen, etwa 0,5 g je Meter Reihe Der Boden entscheidet: tief, locker, steinfrei Eine Schwarzwurzel wird bis zu 30 cm lang und so dick wie ein Daumen, aber nur, wenn sie ungehindert nach unten wachsen kann. Steine, verdichteter Boden und frischer Mist lassen die Wurzel gabeln, und eine gegabelte Schwarzwurzel ist in der Küche ein Ärgernis. Deshalb bauen wir sie am liebsten im Hochbeet an, dort ist die Erde tief, locker und ohne Steine. Im Beet lockern wir tief und arbeiten gut abgelagerten Kompost oder Kleedünger ein, Pferdemist nicht. Die beste Vorkultur sind Kartoffeln oder eine tief wurzelnde Gründüngung wie Lupine, die den Boden schon aufgebrochen haben. Nach Kohl säen wir keine Schwarzwurzeln, danach verzweigen sich die Wurzeln. Aussaat: Körner legen, nicht stecken Schwarzwurzeln werden nicht vorgezogen, wie alles Wurzelgemüse kommen sie direkt in die Erde, bei uns von April bis Mai, in milden Lagen ab März. Wir ziehen eine Rille, etwa 2 cm tief, und legen die Körner hinein. Sie sehen aus wie kleine Holzstückchen und sind empfindlich, also behutsam legen, nicht in die Erde drücken. In der Rille liegt alle 1 cm ein Korn, bei älterem Saatgut enger, denn Schwarzwurzelsamen keimen meist nur im ersten Jahr nach der Ernte zuverlässig. Zudecken, angießen, feucht halten. Zwischen den Reihen lassen wir 30 cm Platz. Bei 10 bis 20 °C dauert die Keimung zwei bis drei Wochen, und solange sieht das Beet leer aus. Ein paar Radieschen in dieselbe Rille markieren die Reihe, sind nach vier Wochen geerntet und stören die Schwarzwurzeln nicht. Beikraut kommt in dieser Zeit konsequent raus, die Keimlinge sind schmal wie Gras und werden schnell überwachsen. Ausdünnen auf 3 bis 7 cm Sobald die Pflänzchen ein paar Zentimeter groß sind, ziehen wir die überzähligen heraus, bis zwischen den verbleibenden 3 bis 7 cm liegen. Das fällt schwer, ist aber der wichtigste Handgriff: Zu eng stehende Schwarzwurzeln wachsen zwar, bleiben aber schmal und dünn, und beim Schälen in der Küche entscheidet jeder Zentimeter Dicke. Lieber weniger Pflanzen, die dafür etwas hergeben. Pflege: Wasser und Mulch, sonst nichts Schwarzwurzeln mögen es gleichmäßig feucht. Trocknen sie im Sommer aus, stockt das Wachstum, und die Wurzeln werden ungleichmäßig und rissig. Wir mulchen die Beete mit Rasenschnitt oder Stroh und gießen in Trockenphasen. Nachgedüngt wird nicht, der Mittelzehrer kommt mit dem vorbereiteten Beet aus. Schädlinge haben wir an Schwarzwurzeln noch nie gehabt, ein Netz ist unnötig. Im Spätsommer kann Mehltau die Blätter weiß färben, das sieht unschön aus, macht den Wurzeln aber nichts. Die Kultur ist, abgesehen vom Jäten am Anfang, die unkomplizierteste im Garten. Gute Nachbarn und Fruchtfolge Schwarzwurzeln stehen gern mit Zwiebeln, Lauch, Bohnen, Kohl, Möhren, Salat und Spinat. Bei uns teilen sie sich das Hochbeet seit Jahren mit Haferwurzeln und Pastinaken, drei Wurzeln, die gleich lang brauchen und zusammen durch den Winter gehen. Als Vorkultur passen Kartoffeln oder Gründüngung, Kohl nicht. Weil die Wurzeln bis März im Beet bleiben, ist die Nachkultur im Frühjahr frei: Erbsen, Dicke Bohnen oder Salat. Auf demselben Beet stehen Schwarzwurzeln erst nach drei bis vier Jahren wieder. Ernte: von Oktober bis März, mit Geduld Ab Oktober sind die Wurzeln erntereif, und dann beginnt das Schöne an dieser Kultur: Sie bleiben im Beet und werden nach Bedarf geholt, bis in den März. Frost macht ihnen nichts aus. Damit der Boden nicht zufriert und wir im Januar noch an die Wurzeln kommen, mulchen wir die Reihen im Spätherbst dick mit Stroh. Die Ernte selbst ist die einzige Kunst beim Schwarzwurzelanbau: Die Wurzel reicht tief, und wer am Laub zieht, hält einen abgebrochenen Stummel in der Hand. Wir lockern neben der Reihe tief mit dem Multispaten oder der Grabegabel, bis die Wurzel frei liegt, und ziehen sie dann langsam heraus. Aus der Bruchstelle tritt weißer Milchsaft, das ist normal. Gelagert wird am besten gar nicht, das Beet ist der Keller. Wer vor einer Frostperiode einen Vorrat holen will, schlägt die ungewaschenen Wurzeln im kühlen Keller in feuchten Sand ein, dort halten sie Wochen. Im Kühlschrank bleiben sie, in ein feuchtes Tuch gewickelt, eine gute Woche frisch. Hoffmanns Schwarze Pfahl im Erntekorb: daumendick, weil rechtzeitig ausgedünnt. Dieses Video auf YouTube ansehen In der Küche: der Winterspargel Unter der schwarzbraunen Schale steckt weißes, festes Fleisch mit einem Geschmack zwischen Spargel und Artischocke. Beim Schälen tritt Milchsaft aus, der klebt und die Hände braun färbt, deshalb schälen wir mit Handschuhen oder unter fließendem Wasser mit dem Sparschäler und legen die Stangen sofort in Wasser mit einem Schuss Essig oder Zitrone, sonst werden sie braun. Dann kurz gedämpft oder in Salzwasser gegart, mit brauner Butter, in Rahmsoße, als Pastagericht mit Grünkohl oder Palmkohl, so essen wir sie am liebsten. Einfrieren geht nach dem Blanchieren, geschält und in Stücke geschnitten. Geschält … Schwarzwurzeln anbauen: im April säen, auf 3 bis 7 cm ausdünnen, von Oktober bis März ernten weiterlesen