Möhren sind das Gemüse, bei dem die Fragen schon vor dem Keimen anfangen: Die Saat ist winzig, liegt drei bis vier Wochen in der Erde, und wenn dann nichts kommt, war es meistens zu trocken. Dagegen haben wir einen alten Trick: zwei bis vier Tage in feuchtem Sand, dann keimt die Möhre vor und startet im Beet sicher. Der Rest ist einfach, wenn man drei Dinge beachtet: lockere Erde, Geduld beim Vereinzeln und gleichmäßig Wasser. Hier steht, wie wir Möhren anbauen, warum wir bis in den August jeden Monat eine Reihe säen, was die Zwiebel im selben Beet soll, wie Möhren im November keimen und wie die Ernte bis zum Frühjahr im Hochbeet bleibt. Juli: die erste Reihe ist geerntet, die nächste keimt schon. Dieses Video auf YouTube ansehen Möhren auf einen Blick Aussaat März bis Juli direkt ins Beet, jeden Monat eine Reihe. November im Gewächshaus für die Ernte im Mai Saattiefe 1 bis 2 cm, rund 100 Korn je Meter Bodentemperatur zum Keimen 10 bis 20 °C, ab 5 °C keimt sie langsam. Keimdauer zwei bis vier Wochen, mit Sand-Trick kürzer Vorziehen nein, Möhren werden nie verpflanzt Abstand Reihen 30 bis 40 cm, in der Reihe 1 bis 3 cm, später auf Daumenbreite vereinzelt Kulturdauer 100 bis 130 Tage bei Dolciva, dicke Lager- und Landsorten 130 bis 160 Tage Ernte Juli bis November, im Hochbeet unter Stroh bis zum Frühjahr Standort sonnig, lockerer und tiefgründiger Boden ohne Steine und ohne frischen Mist Nährstoffbedarf Mittelzehrer, Kompost oder Kleedünger vor der Aussaat, keine Nachdüngung Frost Saat und Keimlinge vertragen Frost, reife Möhren unter Mulch auch Saatgutmenge 1,2 g sind rund 700 Pflanzen, ein Tütchen reicht für sieben Meter Reihe Möhre oder Karotte, und welche Sorte? Möhre, Karotte, Mohrrübe, gelbe Rübe, alles dieselbe Pflanze, nur der Name wechselt mit der Region. Wichtiger ist der Typ: Für die zarten Bundmöhren im Sommer säen wir die Dolciva, leuchtend orange, süß, knackig und schon jung ein Genuss, direkt aus dem Beet, kurz abgewaschen. Für den Keller nehmen wir die dicke Riesen von Colmar, kürzer, aber stämmig, zehn bis dreizehn Zentimeter mit viel Gewicht. Dazu kommen zwei alte Landsorten, die es im Laden nicht gibt: die gelbe Gochsheimer, kräftig, spitz zulaufend, mit gesundem Laub, und die weiße Küttiger aus dem Aargau, kurz, konisch, langsam wachsend und eine sehr gute Lagersorte mit mildem Geschmack. Bunt gemischt auf dem Teller sind sie der Beweis, dass Möhren nicht orange sein müssen. Der Sand-Trick: so keimen Möhren sicher Möhrensaat keimt langsam und ungleichmäßig, bei Trockenheit gar nicht, und ältere Tütchen werden jedes Jahr schwächer. Deshalb geben wir dem Saatgut einen Vorsprung: ein Schächtelchen mit Deckel, eine Handvoll feuchter Sand, das Saatgut dazu, Deckel drauf und zwei bis vier Tage bei Zimmertemperatur stehen lassen. Die Körner quellen und keimen gerade so an, nicht weiter, und kommen dann mitsamt dem Sand ins Beet. Das hat zwei Vorteile: Die Möhren laufen schneller und gleichmäßiger auf, und der Sand streckt die feine Saat, sodass sie nicht so dicht fällt. Wer keinen Sand hat, legt die Saat 24 Stunden in Wasser. Kaufen muss man nicht viel: 1,2 g sind rund 700 Körner, und Möhrensaat hält zwei bis drei Jahre. Aussaat: lockere Erde, flache Rillen, markierte Reihen Möhren brauchen eine lockere, tiefgründige Erde ohne Steine, sonst gabeln sich die Wurzeln. Das Beet wird deshalb vor der Aussaat spatentief gelockert, Kompost oder Kleedünger kommt mit hinein, frischer Mist nie, der macht beinige Möhren. Dann ziehen wir Rillen mit 30 bis 40 cm Abstand, säen 1 bis 2 cm tief, so dünn wie möglich, und drücken die Rille an. Angießen und feucht halten, das ist der wichtigste Satz beim Möhrenanbau: Trocknet die Rille in den drei bis vier Wochen bis zur Keimung aus, ist die Saat verloren. Jede Reihe bekommt bei uns ein Holzstäbchen, denn das Beikraut ist schneller als die Möhre, und ohne Markierung hackt man die Saat mit weg. Ein Trick ist eine Prise Radieschen in derselben Rille: Sie keimen in einer Woche, zeigen die Reihe an und sind geerntet, bevor die Möhren den Platz brauchen. Über das Beet kommt bei uns gleich das Gemüseschutznetz. Es hält die Möhrenfliege fern und die Katzen, die in frisch gelockerter Erde zu gern buddeln. Bundmöhren im Juli: Was beim Vereinzeln zu dicht stand, wird jetzt gegessen. Beikraut, Vereinzeln und die ersten Möhren Drei bis vier Wochen nach der Aussaat stehen die Keimlinge in der Reihe, fein wie Gras. Jetzt wird zum ersten Mal mit der Hand gejätet und zwischen den Reihen gehackt. Sind die Pflänzchen fingerlang, wird vereinzelt: Zwischen zwei Möhren muss ein Daumen passen, zwei bis vier Zentimeter, bei dicken Lagermöhren etwas mehr. Das kostet Überwindung, denn man zieht die Hälfte heraus, aber zu dicht stehende Möhren bleiben dünn wie Bleistifte. Die gezogenen Pflänzchen wandern mit Grün in den Salat, im Frühjahr eine Delikatesse. Ab Anfang Juli ernten wir dann versetzt: nicht die ganze Reihe, sondern immer wieder einzelne Möhren dazwischen, so haben die übrigen Platz zum Dickwerden. Gießen, Mulchen, nicht Düngen Möhren wollen gleichmäßig Wasser. Kommt nach Trockenheit ein Guss, platzen die Wurzeln auf. Deshalb mulchen wir die Reihen, sobald die Pflanzen eine Handbreit hoch sind, mit Grasschnitt oder Stroh, das hält die Erde feucht und spart Gießgänge. Gedüngt wird nicht mehr: Als Mittelzehrer hat die Möhre mit dem Kompost vom Frühjahr alles, zu viel Stickstoff gibt viel Laub, krumme Wurzeln und lockt die Möhrenfliege an. Nur das Hacken bleibt, denn lockere Erde ist für die Wurzel wichtiger als jeder Dünger. Möhren und Zwiebeln: die Mischkultur gegen die Möhrenfliege Die Möhrenfliege legt ihre Eier an den Wurzelhals, und die Maden fressen braune Gänge durch die Möhre. Der klassische Schutz ist die Mischkultur: Zwiebeln zwischen den Möhrenreihen, denn der Geruch der einen stört die Fliege der anderen, Zwiebelfliege und Möhrenfliege gleichermaßen. Bei uns ist der Druck so hoch, dass wir trotzdem das Netz darüber lassen, in den Flugzeiten im Mai und ab August auf jeden Fall. Wer die Mischkultur ausprobieren will, findet sie fertig im Mischkulturset Möhren und Zwiebeln mit Kopfsalat, Radieschen, Mangold und Dill. Gute … Möhren anbauen: mit dem Sand-Trick säen, auf Daumenbreite vereinzeln, von Juli bis zum Frühjahr ernten weiterlesen
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