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Schnecken bekämpfen?

Schnecken bekämpfen? Im Gemüsegarten bekämpfen? Ist das unmöglich ohne Chemie? Es gibt ja so viele verschiedene Videos über die Schneckenprobleme im Internet. Wir haben uns gedacht wir testen einfach mal selber! Und zwar haben wir uns die klassischen Hausmittel rausgesucht. Für unseren Versuchsaufbau haben wir Sägespäne, zerkleinerte Eierschalen, Kaffeesatz in trockener Form aber auch in in Wasser aufgelöster Form ausgesucht und als letzte Variante mal alles zusammengemischt. Für unseren Versuchsaufbau haben wir die Gewürztagetes aus unserem Shop genommen. Diese Pflanze haben wir ein paar Tage vorher als Jungpflanze eingepflanzt. Sie ist einfach ein Schneckenmagnet und die Schnecken lieben sie. Für unseren Versuch haben wir um jede Jungpflanze das jeweilige Hausmittel drumherum gestreut und darauf geachtet dass trockenes Wetter herrscht. Denn das ist für diese Hausmittel bei der Anwendung sehr wichtig.

Erstmal Probanden einsammeln

Was für unseren Versuch natürlich noch fehlt sind eben die Schnecken. Also auf die Suche gehen und unsere Probanden zusammensuchen. Wir brauchen dafür eine Stirnlampe, Handschuhe und ein Sammelbehälter. Wenn es ein bisschen geregnet hat und abends oder nachts ist, wird es ganz einfach Schnecken zu finden. Sie sind tatsächlich auch vereinzelt auf den Hochbeeten unterwegs, auf den Netzen, und sogar unter den Netzen. Wer hätte gedacht, dass sie lieber an die Kohlrabiknollen als an die Blätter gehen. Da kommen dann also die hässlichen Löcher her, so wie bei unseren Erdbeeren teilweise auch. Was doch sehr erstaunlich ist, sie hängen gerne in den Kartoffeln herum, also genau gesagt auf den Blättern. Da finden wir doch einige. Abgesehen von den Nacktschnecken finden wir auf der nächtlichen Suche aber auch noch andere Nacktschnecken wie z.b. den Tigerschnegel

Nacktschnecke ist nicht gleich Nacktschnecke

Der Tigerschnegel gehört zu den Nützlingen, was bedeutet das? Der Tigerschnegel ist zwar eine Nacktschnecke, aber er isst die Eier von den von uns betrachteten Nacktschnecken. Diese legen die im Regelfall im Herbst ihr Eier ab. Sie sehen aus wie kleine weiße Perlen und die halten sich in sämtlichen Spalten und auch in der Erde selber, wenn sie dort abgelegt sind werden. Will man Schnecken bekämpfen oder besser gesagt eindämmen, dann ist ein Blick auf die Tigerschnegel im Garten sinnvoll. Selbst im Frühjahr kann man noch Eier der gefräßigen Nacktschnecke finden. Das ist auch ein Grund warum wir unsere Hühner durch den Garten lassen, denn die wuseln und scharren auch die Eier aus und essen Sie. Der Tigerschnegel als Nützling sollte Garten aber auf jeden Fall vorhanden sein. Wieder ein weiterer Grund warum man unserer Meinung nach kein Schneckenkorn (auch kein Bioschneckenkorn) verwenden sollte, denn das macht auch den Tigerschnegel kaputt. Schnecken bekämpfen oder besser gesagt eindämmen will gut überlegt sein.

Weinbergschnecke? Häuschenschnecke?

Und was wir die letzte Zeit noch im Garten immer öfters antreffen können sind Schnecken mit Häuschen. Häuschenschnecken gibt es ja verschiedene. Im Video haben wir euch eine gezeigt, ist das vielleicht schon eine kleine Weinbergschnecke? Weinbergschnecken im Garten sind wunderbar, denn auch Sie essen die Eier der Nacktschnecken und richten ansonsten nicht so viel Ärger im Gemüsebeet an. Die Weinbergschnecke im Garten fällt also auch wie der Tigerschnegel in die Kategorie Nützlinge.

Was ist nachts im Garten sonst so los?

Wenn man nachts sowieso schon mal im Garten unterwegs ist und Schnecken sammelt, kann man ja doch noch mal schauen was sonst so los ist. Wie ihr sehen konntet hat der liebe Mann nachts ein paar feine Makroaufnahmen von der Florfliege, aber auch von einer Fruchtfliege von der Stechmücke sowie von sämtlichen Raupen und anderen Tieren gemacht, die man sonst so gar nicht sieht. Im Video seht ihr mehr und wenn ihr die ein oder andere erkannt habt, schreibt uns das doch gerne die Kommentare was es für Mitbewohner sind. Merci!

Was sagen die Schnecken zu den Hausmitteln?

Die Kandidaten für den Test sind nun alle gesammelt, die Hausmittel sind verteilt, das Wetter ist trocknen – es kann loslegen. Und wie man im Video sehen kann war es doch leider sehr ernüchternd. Unsere Schnecken sind jetzt keine Schnecken mit Superkräften, sondern ganz normale Nacktschnecken und sie sind, wie man in der Timelapse (also im Zeitraffer) sehen konnte, über alles rüber gegangen. Über die Eierschalen und über die Sägespäne sind sie problemlos rübergewandert. Das hat sie überhaupt nicht gestört! Auch der Kaffeesatz und das Gießwasser mit Kaffeesatz waren für sie überhaupt kein Problem. Nichts davon hat sie abgehalten zu den Tagetespflanzen zu kommen. Nichts von den Hausmitteln hat sie Schnecken aufhalten können. Nun denn, dann setzen wir auf Prävention und die Förderung der Gegenspieler.

Funktion der Schnecke

Die Schnecke hat natürlich auch eine Funktion im Garten und die sollte man doch wissen. Die Schnecke ist die »Aufräumenpolizei« im Garten und ihr Job lautet: sie soll kleine tote Tiere auffressen und ebenso vorhanden abgestorbene Pflanzenteile. Als Aufräumenpolizei ist es ihr Job diese Dinge zu beseitigen. Wenn also Pflanzenteile schlapp und faul werden, dann sagt die Strecke juhu das ist meins, das ist mein Job, ich esse es auf. Außerdem geht sie natürlich noch gerne an Pflanzen wie Tagetes, Salate und auch Dahlien – als Beispiel. Ist der Garten zu ordentlich, findet die Schnecke zu wenig »Arbeit« und dann hat die hungrige Schnecke gar keine andere Chance als auf das Gemüse loszugehen. Oder wenn es halt eben zu viele Schnecken sind, dann müssen wir Absammeln.

Die Bierfalle

Man kann natürlich eine Bierfalle aufstellen, da können die Schnecken im Rausch ersaufen – kann man machen kann man auch sein lassen. Mein lieber Gärtner trinkt sein Bier lieber selber. Bei der Bierfalle muss man sich darüber im Klaren sein, dass auch die Schnecken der Nachbarschaft angezogen werden, denn der Duft von Hopfen und Malz zieht sie alle an! Da stehen sie einfach alle drauf.

Unsere sechs ultimativen Tipps gegen Schnecken
  1. Die Brettfalle: Auf den Beeten Bretter auszulegen ist nicht wirklich viel Arbeit und das Tolle ist, man kann auch bei Tag die Schnecken darunter absammeln. Unter dem Brett wird es feucht und Feuchte lieben Schnecken. Da sammeln sie sich und man kann dort regelmäßig vorbeigehen und die Schmecken einfach einsammeln.
  2. Jungpflanzen schützen mit Schneckenkragen aus Metall: Schneckenkragen aus Metall sind sehr langlebig, leider auch teuer – aber ist ein wunderbarer konstruktiver Schutz, um die Schnecken von den Jungpflanzen fernzuhalten. Durch die Bauart schaffen sie es nicht zu der Jungpflanze hinzukommen. Wenn die Pflanzen größer sind ragen die Blätter über den Kragen hinaus auf die Erde, dann klappt es nicht mehr, denn hier hat die Schnecke die Möglichkeit über die Blätter zur Pflanze zu kommen. Aber für die Jungpflanzen sind sie ein wunderbarer Schutz
  3. Kulturen zur Ablenkung: Die Gewürztagetes aus unserem Shop ist eine ganz tolle Pflanze, sie bildet sehr hübscher dekorativer essbare Blüten. Sie ist als ganze Pflanze ein absoluter Magnet für Schnecken und für weitere Insekten und Bienen ist sie auch sehr interessant. Also ein Treffer auf voller Linie. Wir pflanzen sie zwischen die Kulturen. Wenn wir dann sehen dass die Tagetes von Schnecken befallen ist, dann wissen wir, dass es dort vermehrt Schnecken gibt und wir vermehrt schauen müssen die dort ab zu sammeln.
  4. Mit welkem Grün ablenken und Kulturen schützen: Möchten wir eine Kultur schützen machen wir uns die Funktion der Aufräumenpolizei zunutze. Neben der zu schützenden Kultur werden Reste von Gemüseblättern und ähnlichem Welkem ausgelegt. Dort sammeln sich massenhaft Schnecken, denn sie wollen ja ihren Job erledigen, sie wollen aufräumen. Und somit können wir dort nachts aber auch tagsüber zwischen den Blättern immer wieder Schnecken absammeln. Allerdings muss man das dann auch machen. Es sieht nicht so hübsch aus, aber es ist sehr effizient und das ist beim Gemüseanbau ein bisschen wichtiger.
  5. Bei Regen sammeln gehen: Wenn es zwei drei Tage nass war und geregnet hat ist das beste Wetter vorhanden um Schnecken in allen möglichen Ecken abzusammeln und diese dann umzusiedeln.
  6. Nützlinge fördern: Nützlinge im Garten zu haben ist ein wichtiger Tipp für jeden – für einen naturnahen, ökologischen, biologischen Garten. Ohne die Nützlinge kommt ein solcher Garten eigentlich nicht aus. Was sind alles Nützlinge? Im Hinblick auf Schnecken sind Nützlinge Tiere, die Schnecken essen aber auch Schneckeneier vertilgen. Und davon gibt es Einige. Hier in unserem Garten haben wir verschiedene Totholzhaufen und über die Jahre haben sich einige Igel angesiedelt, auf jeden Fall ist unser Moritz jeden Abend da. Im Herbst füttern wir etwas zu, damit er sich auch weiterhin wohlfühlt und vermehren kann. Aber auch die Weinbergschnecken und der Tigerschnegel sind Nützlinge, ebenso wie Laufkäfer, Hundert- bzw. Tausendfüßler, Spitzmäuse aber auch verschiedene Vögel. Und bei den Vögel darf man die indischen Laufenten nicht vergessen. Sie essen Schnecken sehr gerne wie eben auch unsere Hühner. Die kleinen schwarzen Schnecken und die kleinen roten Schnecken essen unsere Hühner ganz gerne. Vor allen Dingen die braunen Hühner von rettet-das-Huhn.de sind auf diese Schnecken besonders scharf. Unsere Brahma z.B. wissen mit Schnecken nicht wirklich was anzufangen. Die Hühner haben eben auch unterschiedliche Vorlieben. Sind die Schnecken für unsere Hühner zu groß geworden, dann werden sie umgesiedelt. Beim Umsiedeln sollte man doch unbedingt darauf achten sie nicht beim Nachbarn in den Garten zu setzen. Sie würden sein Gemüse futtern und könnten auch zurückkommen. Auch in einen Schrebergarten in der Nachbarschaft sollte man sie nicht aussetzen, das ist nicht Sinn der Sache! Man braucht ein Gelände wo es Tiere und Grünzeug gibt, aber sonst eben kein anderer zu Schaden kommt.
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